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https://www.jungewelt.de/artikel/340169.schlechte-zahlen-zum-weltkindertag-jugend-ohne-perspektive.html

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Von Kristian Stemmler

In der Kinder- und Jugendhilfe eskaliert derzeit unter weitgehendem Ausschluss der Öffentlichkeit eine Entwicklung, die als Skandal zu bezeichnen stark untertrieben ist. Die für kritische Berichterstattung bekannte Tageszeitung junge Welt aus Berlin meldete es am 6. September mit eher nüchternen Worten: Die Zahl der in geschlossenen Heimen untergebrachten Kinder und Jugendlichen hat sich binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt – die Zahl stieg von 6.016 im Jahr 2006 auf 15.534 im Jahr 2016,. Das hatte die Passauer Neue Presse am Mittwoch unter Berufung auf eine Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Fraktion von Die Linke berichtet.

Als Journalist, der für das Hamburger Abendblatt jahrelang über Themen der Jugendhilfe berichtet und sich leidenschaftlich für gerade die ausgestoßenen Kinder und Jugendlichen eingesetzt hat, bin ich entsetzt über diese Nachricht. Wie können sich Menschen, die sich Pädagogen nennen und das entsprechende Fach studiert haben wollen, allen Ernstes erneut dafür hergeben, Kinder und Jugendliche, die sich nicht anpassen wollen, einfach wegzusperren. Genau das passiert hier, ohne dass ich die Schwierigkeiten, die die Jugendhilfe mit abweichendem Verhalten mancher Klienten hat, verharmlosen will.

Immer wieder habe ich vor Jahren als Lokalredakteur des Abendblattes über die Probleme geschrieben, die in Hamburg mit den so genannten Crash-Kids entstanden. Minderjährige, die schwer zu stoppen waren, die im Alter von 13, 14, 15 Jahren Autos kurz schlossen, um Spritztouren zu unternehmen. Zu einiger Bekanntheit brachte es hier der Junge Dennis. Die Lösung für das Problem war aber sicher nicht die geschlossene Unterbringung. Man versuchte mit Aufenthalten in einem finnischen Betreuungscamp in Finnland namens Kuttula und mehrwöchigen Trainings auf Segelschiffen die Jugendlichen wieder auf Kurs zu bringen, durchaus erfolgreich. Von rechts wurden diese Lösungsansätze damals natürlich übelst diffamiert als „Abenteuerurlaub auf Kosten der Steuerzahler“ und dergleichen.

Wie kann es sein, dass trotz aller Diskussionen, die in den 70ern und auch noch 80ern zu dem Thema geführt wurden, sich jetzt die Zahl der Kinder und Jugendlichen in geschlossenen Heimen mal eben so verdoppelt hat?! Der eigentliche Skandal ist die vordergründige Ursache für diese Entwicklung. In der zitierten Meldung in der jungen Welt heißt es dazu: „Der kinder- und jugendpolitischer Sprecher der Fraktion, Norbert Müller, kritisierte die Entwicklung. Die stark gestiegenen Zahlen seien Folge des Sparzwangs in der Kinder- und Jugendhilfe, sagte er der Zeitung. Weil das Geld für frühzeitige Unterstützung fehle, stehe am Ende oft Wegfangen und Einsperren.“

Wer sich als Sozialpädagoge für Derartiges hergibt, versündigt sich an seinen Klienten!

 

Warum ist direkt neben der Waldschule ein Schießstand des Buchholzer Schützenvereins, an dem Warnschilder angebracht sind, auf denen u. a. „Lebensgefahr“ steht?

Der Sitz der Polizeiinspektion Harburg in Buchholz

 

Von Kristian Stemmler

Am Sonnabend haben in Hannover nach Veranstalterangaben rund 15.000 Menschen gegen das geplante Niedersächsische Polizei- und Ordnungsgesetz (NPOG) demonstriert. Sie warnten davor, dass dieses Gesetz mit seinen ausufernden Befugnissen für die Polizei ein weiterer Schritt in Richtung Polizeistaat ist. In allen deutschen Bundesländern außer dem von einem Ministerpräsidenten aus der Linkspartei regierten Thüringen sind ähnliche Polizeigesetze in Planung, in der Diskussion oder schon umgesetzt wie in Bayern.

Doch das Thema ist nicht so einfach abzutun, wie es manche Linke glauben, wenn sie voller Inbrunst das Kürzel ACAB an Wände sprühen oder auf einem T-Shirt tragen – also: All cops are bastards. Genau das ist, wenn es wirklich ernst gemeint ist, eben grundfalsch, weil es im Polizistenberuf genauso wie in anderen Berufen Leute gibt, die es gut, und andere, die es nicht so gut machen.

Wobei das Problem bei der Polizei schon diffiziler ist – weil die außerordentlichen Befugnisse von Polizeibeamten nicht selten zu gravierendem Machtmissbrauch führen und der oft noch vorherrschende Korpsgeist resp. eine Wagenburgmentalität zum Verschweigen dieser Missbräuche. Hier sind die Polizisten gefordert, denen klar sein muss, dass sie das so an der Polizeischule nicht gelernt haben, und das derartige Übergriffe auch auf sie zurückfallen.

Dennoch gehört in einem zerfallenden Gemeinwesen, und im real existierenden Kapitalismus ist ein solches zu beobachten, eine funktionierende Polizei zu den Bastionen, die im Kampf gegen ein Abgleiten in Chaos und Anarchie wichtig, wenn nicht unverzichtbar sind. Umso mehr muss es erstaunen, wenn es der Staat selbst ist, der auf der einen Seite Befugnisse und Aufgaben der Polizei immer mehr erweitert – sie aber auf der anderen Seite nicht in den Stand versetzt, diese Aufgaben auch erfüllen zu können resp. nur die Aufgaben, für die manche Politiker sie offenbar vorgesehen haben.

Mit dem Begriff „funktionierende Polizei“ ist hier selbstverständlich eine Polizei gemeint, die auf dem Boden von Recht und Gesetzt operiert und deren Befugnisse auf das Notwendige beschränkt sind. Eine Polizei, deren Kernaufgabe es sein muss, ein solidarisches Gemeinwesen zu schützen, nicht zur Ausgrenzung von Minderheiten beizutragen, sondern zu deren Schutz, kurz: eine Polizei, die für die Schwächsten da ist und zugleich für die Einhaltung gesunder Regeln sorgt.

Wie kann es vor diesem Hintergrund sein, dass zum Beispiel, wie das Nordheide Wochenblatt in seiner Mittwochausgabe berichtet, die Polizeidirektion Lüneburg den Beamten ihrer untergebenen Polizeiinspektionen, darunter auch die für Buchholz und den Landkreis Harburg zuständige Polizeiinspektion Harburg, quasi untersagt, Überstunden jenseits einer gewissen Grenze zu machen. Es ist mehr als peinlich, wenn die Direktion gegenüber der Zeitung auf irgendwelche älteren Erlasse des Innenministeriums verweist – während die Beamten vor Ort klar machen, dass sie so nicht für Sicherheit und Ordnung garantieren können.

Dass es überhaupt dazu gekommen ist, dass die Länderpolizeien – in Hamburg ist es mindestens ebenso schlimm wie im Bereich der Polizeidirektion Lüneburg – einen Berg von Überstunden angehäuft haben, das ist der eigentliche Skandal. Die Polizei wird hier von der Politik offenbar immer mehr in eine Rolle hineingedrängt, die für alle Seiten nur negative Folgen hat, in die des Ausfallbürgen für gesellschaftliche Zerfallsprozesse, des Lückenbüßers und Rammbocks gegen Bürger, die ihre Rechte verteidigen. Dafür darf sie sich nicht hergeben!

Es liegen haufenweise Vorschläge auf dem Tisch, wie dem Problem beizukommen ist. So können die Aufgaben der Polizei um ein Vielfaches reduziert werden. Allein die unsinnige Strafverfolgung von Drogendelikten bindet Kräfte in einem abenteuerlichen Ausmaß. Hier kann nur die kontrollierte Abgabe von Cannabis und schrittweise auch von „harten Drogen“, wie sie von Polizeipräsidenten schon in den 80ern unterstützt wurde, eine Lösung sein. Eine andere Frage ist, ob die Polizei jeden Unfall mit Blechschaden aufnehmen muss, das lässt sich sicher anders regeln. Schließlich, drittes Beispiel, ist es nicht einzusehen, dass die Polizei auf Kosten des Steuerzahlers die Spiele der ersten Fußball-Bundesliga mit Riesenaufgeboten und ebensolchen Kosten absichert, während die Spieler,Trainer und andere Profiteure des Profifußballs im Geld schwimmen. Grotesker geht es nicht!

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Aus gegebenem Anlass wiederholt der Blog einen Text vom Oktober 2015, der offenbar kaum an Aktualität verloren hat. Denn die USA werden sicher binnen kurzem den immer wieder absurden Vorwurf wiederholen, das „Assad-Regime“ setze Chemiewaffen ein.

Hier der Beitrag:

In der Tageszeitung junge welt fand die Redaktion einen Hinweis auf einen sehr aufschlussreichen und unterhaltsamen satirischen Beitrag zum Thema Syrien. Hier der Text:

Der Frankfurter Künstler Hartmut Barth-Engelbart veröffentlichte am Montag auf seiner Internetseite die deutsche Übersetzung von »Sprachvorschlägen« des US-Außenministeriums. Der »Syrien-Spickzettel« für NATO-Propagandisten stammt von Gary Leupp. Die Satire war zuerst im US-Portal counterpunch.org veröffentlicht worden:

  • Erwähnen Sie immer wieder die Fassbomben. Lassen Sie dabei aber weg, wie deren Gebrauch von der israelischen Luftwaffe 1948 eingeführt wurde und wie sie 1968 in der Operation Inferno von den USA benutzt wurden. Wiederholen Sie ständig »Fassbomben, Fassbomben« und behaupten Sie mit ernstem Blick, dass das syrische Regime sie »gegen die eigene Bevölkerung« einsetzt. Gegen die eigene Bevölkerung. Gegen die eigene Bevölkerung. Gegen die eigene Bevölkerung.
  • Erwähnen Sie immer wieder »200.000« als offizielle Zahl der Opfer in Syrien. Erwähnen Sie allerdings nicht, dass ungefähr die Hälfte der Opfer reguläre syrische Soldaten waren. Lassen Sie sich nicht auf Diskussionen zu diesen Zahlen ein, um keine Zweifel daran aufkommen zu lassen, dass die syrische Regierung einfach so nach Lust und Laune Zehntausende Zivilisten ermordet. (…)
  • Erwähnen Sie immer wieder den »arabischen Frühling« und wie 2011 friedliche syrische Demonstranten unterdrückt wurden. Aber bleiben Sie nicht zu lange bei diesem Thema. Immerhin war das US-Außenministerium tatsächlich schockiert von den hässlichen Folgen in Ägypten, wo die »Demokratisierung« die Muslimbruderschaft an die Macht brachte, bis das US-unterstützte Militär seine Widersacher in einem Blutbad ersäufen konnte. Und denken Sie bitte daran, nicht zu erwähnen, wie in Bahrain friedliche Demonstrationen der schiitischen Mehrheit gegen die repressive sunnitische Monarchie von saudiarabischen Invasionskräften mit schweigender Billigung der USA niedergeschlagen wurden. (…)
  • Erwähnen Sie immer wieder die »Freie Syrische Armee« und die »moderate Opposition«, um den Eindruck zu vermitteln, die gäbe es wirklich. Erwähnen Sie allerdingsnicht, dass die FSA ein schlechter Witz ist, dass ihre Anführer in der Türkei leben, dass ihre wenigen verbliebenen Einheiten von CIA-Offizieren angeführt werden, dass die unlängst an die Front geschickte Gruppe von 54 Leuten umgehend von der Al-Nusra-Front gefangen genommen wurde und dass weitere 70 aus der Türkei geschickte Kämpfer umgehend ihre Waffen Al-Nusra übergaben (…).
  • Drücken Sie auch weiterhin Empörung, wenn nicht sogar Wut darüber aus, dass Russland sich in Syrien »einmischt«. Verziehen Sie Ihr Gesicht und schauen Sie, als ob das kaum nachvollziehbar wäre. Erwähnen Sie aber nicht, dass Syrien viel näher an Russland als an den USA liegt und dass Russland viel gefährdeter ist durch Terrorismus, als es die USA sind (…).
  • Erinnern Sie Ihre Zuschauer nicht daran, dass die syrische Regierung international anerkannt und etabliert ist, einen Sitz in der UNO hat, mit den meisten Ländern freundliche Beziehungen unterhält und in einem Kampf auf Leben und Tod ist gegen Leute, die Menschen versklaven, kreuzigen, enthaupten, lebendig begraben und verbrennen und die Syriens moderne säkulare Regierung durch eine mittelalterliche, religiöse und völlig intolerante ersetzen wollen.
  • Behaupten Sie auch weiterhin starrsinnig, das Assad Regime sei irgendwie verantwortlich für die Terrorismuswelle. (…) Erwähnen Sie nicht, dass Al-Qaida-Sprösslinge weltweit überall entstanden sind und gedeihen, seit die USA 2003 in einem Krieg, der komplett auf Lügen basierte, in den Irak eingefallen sind und ihn zerstört haben. (…)
  • Halten Sie die Sache bitte einfach. Hämmern Sie den Zuschauern einfach in die Hirne, dass Assad das Hauptproblem ist und der allerschlimmste Akteur in der syrischen Situation. Erzählen Sie ihnen, dass Putin, während er versucht, das Zarenimperium wiederzubeleben, Assad als einen loyalen Verbündeten unterstützt und sein Militär nutzt, um dessen Herrschaft zu verlängern (…).

Die neue Attraktion in Buchholz: das Lez Urfa an der Bremer Straße

Schon am ersten Tag ging die Schlange der Hungrigen bis auf die Straße – die Eröffnung des Lez Urfa am heutigen Mittwoch, der neuen Attraktion in Buchholz, war ein voller Erfolg. In den gemütlichen Räumlichkeiten des neuen Cafés und Restaurants mit Holzkohlegrill drängelten sich die Gäste. Auch hinter dem Tresen war es ziemlich voll: Sieben junge Männer wirbelten und zeigten, was sie können. Bei der Zubereitung des Hammersonderangebots für den Eröffnungstag zum Beispiel: Shawarma (Döner arabischer Art) mit Hähnchenfleisch für einen Euro.

Auch wenn die Lage nicht absolut zentral ist, hier findet man immer hin, wenn man gut essen und nette Leute treffen will: Bremer Straße 2b. Die Gastgeber betreiben auch den im Hof liegenden Tayba Markt, der im Dezember eröffnete und ein Riesenangebot zu superniedrigen Preisen bereit hält, und den Sisha Laden daneben. Sie garantieren, dass im Restaurant nur hundert Prozent Fleisch aus eigener Produktion ohne alle Zusatzstoffe verarbeitet wird.

Für den morgigen Donnerstag bietet das Lez Urfa Falafel für einen Euro, am Freitag Manakish, die arabische Version der Pizza. Weitere Infos bei facebook (Lez Urfa Buchholz) und bei Instagram unter instagram.com/lez_urfa_buchholz/

Gemeinsame Pressemitteilung

des Netzwerks We’ll Come United

und des Tribunals „NSU-Komplex auflösen“

Berlin / Hamburg, Fr. 31.8.2018

Sachsen darf nicht weiter vom Rassismus regiert werden

Das antirassistische Netzwerk „We’ll Come United“ und das Tribunal „NSU-Komplex auflösen“ rufen zur Teilnahme an antifaschistischen Demonstrationen in ganz Deutschland und in Chemnitz auf. Außerdem fordern die Netzwerke eine unabhängige Untersuchungskommission zum Rassismus in der sächsischen Polizei, die Unterstützung zivilgesellschaftlicher Akteure, die sofortige Entwaffnung aller Neonazis und freie Wohnortwahl für Geflüchtete.

Chemnitz schockiert, aber ist keine Überraschung. Die Wurzeln der gegenwärtigen rechten Gewalt liegen im Rassismus und sind älter als 2015. Mit der Sarrazin-Debatte fing es im Jahr erneut 2010 an. Die islamfeindlichen Thesen des SPD-Politikers und die 2010 einsetzende Debatte verschoben das vorher Unsagbare. Offener Rassismus wurde hoffähig. Die rechte Gewalt in Chemnitz kommt nicht von außen, vielmehr wird das Feld für militante Nazi-Strukturen und Terrorgruppen wie dem NSU, der Gruppe Freital und dem III. Weg durch institutionellen Rassismus bereitet. In Sachsen regiert seit Jahren der Rassismus.

Ayşe Demir, Vorstandssprecherin des Türkischen Bund Berlin Brandenburg (TBB), machte heute deutlich, dass die Zivilgesellschaft nun endlich alle Kräfte mobilisieren und gemeinsam und konsequent gegen den immer stärker werdenden Rechtsruck wirken muss. „Es kann nicht sein, dass die täglichen Angriffe auf Muslime, Geflüchtete, Migrant*innen oder als fremd markierte Menschen als Alltag akzeptiert werden. Zivilgesellschaft und Politik müssen das Problem endlich beim Namen nennen. Bund und Länder müssen rechtlich und praktisch gegen Rassismus vorgehen.“

Newroz Duman vom Netzwerk We’ll Come United: „Das Pogrom in Chemnitz ist ein Angriff auf die postmigrantische Gesellschaft, denn sie steht dem autoritären Umbau der Demokratie im Weg. Deswegen wird das massenhafte Sterben im Mittelmeer erzeugt, deswegen wurde nur gegen die Angehörigen der Opfer der NSU-Mordserie ermittelt und nie gegen die Täter. Es sind auch nicht die sog. kleinen Leute, die durch Chemnitz Straßen wüten, sondern es sind jene, die selbst auf die kleinen Leute treten. Es sind jene, die sich ein System wünschen, in dem niemand leben will. Ihre Vorstellung von Gemeinschaft ist ein Albtraum. Die Rechten auf der Straße sind keine Opfer des Systems, sondern sie sind Täter.“

Auch Ferda Ataman, Vorsitzende der Neuen Deutschen Organisationen (NDO) fordert: „Die Politik muss in Sachsen und überall in Deutschland die plurale Zivilgesellschaft stärken, anstatt sie zu kriminalisieren. Die vielen engagierten Menschen, die sich seit Jahren gegen Rechtsextremismus, gegen Rassismus und in der Geflüchtetenhilfe einsetzen, dürfen nicht alleine gelassen werden. Sie sind viele, brauchen aber Unterstützung gegen die völkischen Randalierer.“

„Statt die Angehörigen des Mordopfers Daniel H. ins Zentrum der Anteilnahme zu stellen, instrumentalisiert auch die sächsische CDU den Mord, um seinen künftigen Koalitionsvertrag mit der AfD mit Hilfe der Gewalt der Straße vorzubereiten. Wir sind in unseren Gedanken bei den Angehörigen der Familie, die sich explizit gegen rechte Vereinnahmung verwehrt. Die zur Schau getragene Empörung der Rechten über seinen Tod ist geheuchelt, denn Töten ist das Geschäft der Rassisten. Die gebrüllten Parolen der letzten Tage, wie „Schlagt den Roten die Schädeldecke ein“ und „Für jeden toten Deutschen einen toten Ausländer“ machen dies unmissverständlich deutlich“, so Massimo Perinelli vom Tribunal „NSU-Komplex auflösen“

Unsere Forderungen

Wir fordern von der Politik eine dauerhafte und größtmögliche Stärkung engagierter Initiativen gegen Hass und Rassismus sowie eine öffentliche Wertschätzung für das Bündnis Chemnitz Nazifrei und anderen Gruppen, die sich der menschenverachtenden Gewalt in den Weg stellen.

Wir fordern die sofortige und vollständige Entwaffnung aller Neonazis sowie die Vollstreckung aller 460 Haftbefehle gegen untergetauchte rechte Straftäter.

Wir fordern außerdem eine unabhängige Untersuchungskommission zum Vorgehen der sächsischen Polizei. Denn die sächsische Polizei und ihre vorgesetzte Behörde hat die rechte Gewalt nicht unterschätzt, sondern ist selber ein Teil davon. Sie hat das Pogrom und die Menschenjagd in Chemnitz laufen lassen, sie hat Bewaffnung, Vermummung und offene Gewalt zugelassen, sie schaut zu bei Straftaten wie Volksverhetzung und NS-Verherrlichung. Sie erkennt sich selber in der autoritären Haltung der Law&Order-Schläger wieder. Angst hat die Polizei nur vor Linken und deren Forderung nach demokratischer Kontrolle der Exekutive.

Das spezifische Sachsenproblem lautet: es gibt zu wenig Migrant*innen im Freistaat, die sich nicht nur selber schützen, sondern auch dem offenen Rassismus die Stirn bieten und die Gesellschaft plural und offen gestalten können. Trotzdem fordern wir, dass Flüchtlinge nicht gegen ihren Willen in dieses oder ein anderes Bundesland verteilt werden dürfen, sondern dass sie selber die Orte wählen, an denen sie leben wollen.

Gemeinsam mit den Neuen Deutschen Organisationen fordern wir, dass es Integrationsmaßnahmen für ‚Wutbürger‘ geben muss, damit diese den Weg in die postmigrantische Gesellschaft finden.

antiracist-parade.org

http://www.nsu-tribunal.de

Die Bahn ist bekanntlich das innovativste Unternehmen der Republik. Kein Wunder also, dass sich die spannendste Baustelle des Landkreises Harburg auf dem Gelände des Buchholzer Bahnhofs befindet. Es handelt sich um einen der vier Fahrstühle der Wohlaubrücke, die zu den Bahnsteigen führt resp. Nord- und Südstadt verbindet. Sie erinnert stark an die Baustelle aus dem Buch „Der Blaumilchkanal“ des israelischen Satirikers Ephraim Kishon. Kürzlich waren hinter dem Bretterverschlag, der den Fahrstuhl oben umgibt, tatsächlich so etwas wie Geräusche handwerklicher Tätigkeiten zu verzeichnen. Ansonsten hängen im Bahnhofsbereich Plakate, auf denen die Bahn verkündet, der Fahrstuhl sei im November repariert. Halleluja!

Das passt gut zu den Informationen, die dem Blog zu Ohren gekommen sind. Dass die Bahn von Anfang an die falschen Fahrstühle eingebaut hat. Im Winter funktionieren sie nicht richtig. Das macht einem richtig Mut für Stuttgart 21… (kst)

Das Jobcenter des Landkreises Harburg soll wegen seines vorbildlichen Engagements mit einer neugeschaffenen Auszeichnung des Landes Niedersachsen ausgezeichnet werden, dem Exzellenzorden für Kreativität und Hilfsbereitschaft. „Generationen von Hilfeempfängern sind durch die Mitarbeiter des Jobcenters aufgeheitert und animiert worden“, sagte Landrat Rainer Rempe (CDU), der die Auszeichnung im September entgegennehmen will. „Den Mitarbeitern gelingt es immer wieder, besonders fantasievolle Begründungen für die Ablehnung von Hilfeleistungen zu kreieren, die auch noch den letzten Sauertopf zum Lachen reizen.“ Besonders die Filiale Buchholz zeichne sich hier immer wieder aus. Rempe: „Kommen Sie gern selbst mal in die einladend gestalteten Räumlichkeiten dieses Jobcenters. Sie werden dort immer gut gelaunte Klienten finden, die sich vor Lachen biegen, wenn einer der Mitarbeiter wieder einmal in seiner unnachahmlichen Art einen Witz erzählt hat.“ (Das Kollektiv)

Von Kristian Stemmler

Die Verantwortlichen der Stadt Buchholz klopfen sich bei jeder Gelegenheit selbst gönnerhaft auf die Schulter, wie aufgeklärt sie mit der Nazivergangenheit der Stadt umgehen – tatsächlich kann davon nicht die Rede sein! Auf dem Alten Friedhof südlich der Parkstraße lässt die Stadt die Gräber der 17 Zwangsarbeiter verkommen, die dort zur letzten Ruhe gebettet wurden. Eine Schande für Buchholz!

Schon die Lage der Gräber ist symptomatisch für den Umgang der Buchholzer mit den Verbrechen des NS-Regimes. Die Gräber wurden in die hinterste Ecke des Friedhofs gepackt, ohne jede Erläuterung, wessen sterbliche Überreste hier liegen, wie die Menschen in Buchholz behandelt wurden, wie sie ums Leben kamen. Nach Informationen von der Homepage des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sind hier bestattet: ein Belgier, ein Jugoslawe, ein Grieche, fünf Polen, drei Tschechen und sechs Kriegsgefangene aus der Sowjetunion. Lapidar heißt es auf der Homepage des Volksbundes: „Sie starben in den Jahren 1942 – 1945.“

Es gehört nicht viel Mühe dazu, sich zu vergegenwärtigen, was zumindest einem Teil dieser Menschen widerfahren ist. Wenn zum Beispiel Sterbedaten auf den völlig verwitterten Grabsteinen auf den selben Tag zum Kriegsende hin verzeichnet sind, dann liegt es nahe, dass die Betreffenden umgebracht worden sind. Davon ist nach Informationen des Blogs nirgendwo bisher zu lesen gewesen.

Ein Skandal ist auch, dass unmittelbar gegenüber der Gräber der Zwangsarbeiter sich ein Gräberfeld befindet, mit – so die Homepage des Volksbundes – „48 deutschen Soldaten verschiedenster Truppengattungen von Heer, Luftwaffe, Marine und Waffen-SS, davon 9 Unbekannte“. Sie seien in Buchholzer Lazaretten 1944 und 1945 gestorben, „auch nach Kriegsende an ihren Verwundungen oder wurden nach den Kampfhandlungen tot aufgefunden und hier bestattet“.

Wie unfassbar geschichtsvergessen und instinktlos ist es, Soldaten, die vielleicht keine individuelle Schuld auf sich luden, aber als Angehörige der genannten Truppenteile in die Verbrechen der Nazis involviert waren, direkt neben Opfern dieser Tyrannei zu bestatten. Besonders skandalös ist es, dass dann auch noch Angehörige der verbrecherischen Waffen-SS dabei sind. Auch wenn dies nach dem Krieg so arrangiert worden ist – die Stadt hätte es längst korrigieren müssen!

Ein weiterer Skandal ist der Umgang der Stadt mit dem Gedenkstein für NS-Opfer auf dem Marktplatz. Von der vor Jahren dem Autor dieser Zeilen versprochenen Beschilderung mit erläuternden Worten zu dem Stein und seinen Intentionen ist weit und breit nichts zu sehen. Auch hier scheint sich Buchholz in den Wind zu drehen, der Deutschland derzeit weit nach rechts treibt. Man hat hier offenbar schon immer eine feine Nase dafür gehabt, wo der Zug hinfährt.

Am Dienstag um 15 Uhr lädt eine Gruppe internationaler Freiwilliger gemeinsam mit der Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh zum Gedenken an die Opfer des Faschismus zum Mahnmal auf dem Buchholzer Marktplatz. Eine gute Gelegenheit, Flagge gegen Rechts zu zeigen!

Der neue äthiopische Premierminister Abiy Ahmed (Quelle: Der Spiegel)

 

Wordsurfer ruft dazu auf, eine Initiative zu gründen „Lkw raus aus den Städten und Dörfern“. Dazu dieser Beitrag aus der Tageszeitung junge Welt vom heutigen Donnerstag, 9.8.18:

Es geschieht in Deutschland in jeder zweiten Woche: Ein Radfahrer wird von einem Lastwagen erfasst, weil der Fahrer ihn oder sie beim Abbiegen übersehen hat. Anfang Mai war es im Hamburger Bezirk Eimsbüttel eine 33 Jahre alte Mutter zweier kleiner Kinder, der die Unaufmerksamkeit eines Lkw-Fahrers und die Unfähigkeit von Behörden und Industrie, Lösungen zu finden, zum Verhängnis wurde. Auf dem Weg zur Arbeit wollte sie eine Straße überqueren, als das tonnenschwere Fahrzeug sie erfasste. Der Notarzt konnte ihr nicht mehr helfen.

Auf deutschen Straßen, so hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einem mehrjährigen Forschungsprojekt herausgefunden, kommt es jedes Jahr zu der unvorstellbaren Zahl von rund 3.200 Unfällen, bei denen Lastwagen Radfahrer erfassen, wie der Spiegel am 9. Mai dieses Jahres kurz nach dem Unfall in Hamburg berichtete. Pro Jahr, so zitiert das Nachrichtenmagazin die Studie, gebe es bei diesen Unfällen rund 660 Verletzte und 70 Tote, also etwa sechs tote Radfahrer im Monat. Ein Drittel von ihnen komme bei Abbiegeunfällen ums Leben.

Dabei wären die meisten dieser Unfälle vermeidbar. Allein mehr als 40 Prozent aller Unfälle, an denen Lkw und Radfahrer beteiligt sind, könne bereits ein elektronischer Abbiegeassistent verhindern, hat die UDV bei ihrem Forschungsprojekt herausgefunden. Diese Technik überwacht den sogenannten »toten Winkel«, der die eigentliche Ursache für die vielen Unfälle beim Abbiegen von Lastern ist. Ein System, das bislang nur Daimler anbietet und für rund 2.500 Euro zu haben ist, überwacht per Radar einen 3,75 Meter breiten und bis 18,85 Meter langen Seitenstreifen neben dem Lkw, eben diesen toten Winkel, den der Fahrer mit den normalen Rückspiegeln nicht einsehen kann. 2017 war bereits jeder vierte Mercedes-Benz-Lkw in Deutschland mit diesem Abbiegeassistenten ausgerüstet.

Ein günstigeres System hat Edeka Südbayern in seiner Lkw-Flotte einbauen lassen. Es wurde vom technischen Leiter des Einzelhandelsunternehmens selbst entwickelt. Dabei wird der tote Winkel von einer Kamera an der Zugmaschine und zwei zusätzlichen Sensoren überwacht. Der Fahrer kann auf einem Monitor im Führerhaus den toten Winkel komplett einsehen, wenn sich in diesem Bereich eine Bewegung ereignet, wird der Fahrer außerdem durch Signaltöne gewarnt. Kosten der Vorrichtung: rund 500 Euro.

Auch an anderen technischen Lösungen des Problems wird gearbeitet. Dabei liege eine Maßnahme auf der Hand, wie etwa der Eimsbüttler Bezirksabgeordnete der Linkspartei Peter Gutzeit im Gespräch mit junge Welt hervorhob (siehe Ausgabe vom 28.5.2018): Die großen Lkw müssten raus aus den Städten und Ortschaften. Wo eine ständige Versorgung etwa der Discounter mit Lebensmitteln oder von Baustellen mit Baumaterial erforderlich ist, muss – so die Idee von Gutzeit – eine Infrastruktur aufgebaut werden, die die schweren Laster draußen hält. Dazu könnten etwa auf Parkplätzen an der Peripherie Baustoffe und Waren von großen Lkw auf kleinere umgeladen werden. Ein solches System zu entwickeln kostet sicher Zeit. Aber bei 70 Toten im Jahr darf das kein Argument sein.

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Von Kristian Stemmler

Das Hamburger Abendblatt, Zeitung für den verschnarchten Kleinbürger der Hansestadt, hat heute, wohl eher unabsichtlich, einen neuen Beleg dafür kund getan, wie wir alle überwacht werden. Im Aufmacher auf der ersten Seite, der wie ein Aprilscherz anmutet, heißt es ganz zum Schluss, der Bankenverband prüfe „anhand von Listen mit auffälligen Begriffen“, die geheim seien, Überweisungen auf verdächtige Wörter, die auf Geldwäsche, Betrug oder Terrorfinanzierung hinweisen könnten.

Mit den als Beispiel zitierten Begriffen gibt sich das Abendblatt der Lächerlichkeit preis und die Behörden, die befragt worden sind, gleich mit. Unter der Überschrift „Haspa warnt Kunden vor Scherzen bei Überweisungen“ werden Bankkunden gemahnt nichts witzig Gemeintes in den Verwendungszweck der Überweisungsträger hineinzuschreiben. Zum Beipiel: „War eine tolle Nacht“, „Danke für Deine Niere“ oder „Waffenfähiges Plutonium“.

Da müssen jedem Leser, der noch alle Nadeln an der Tanne hat, sofort die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben sein. Welcher Terrorist, bitteschön, ist so dämlich „waffenfähiges Plutonium“ auf eine Überweisung zu schreiben?? Es sollte bis zu den Ermittlungsbehörden vorgedrungen sein, dass Terroristen das Bankensystem in der Regel überhaupt nicht benutzen, sondern ganz andere Möglichkeiten des Geldtransfers haben. Das geht von Hand zu Hand und nicht von Konto zu Konto.

Komplett lächerlich macht sich die Staatsanwaltschaft München, die vom Abendblatt mit den Worten zitiert wird, es seien vor einiger Zeit immer wieder Geldwäscheanzeigen eingegangen „wegen bemerkenswerter Verwendungszwecke. Als Beispiel wird angegeben: „Koks Nutten Marihuana und was man sonst so für eine gute Party braucht“. Mit Verlaub: Dieser Verwendungszweck verweist nicht auf Terroristen, sondern friedliche und lebenslustige Leute.

Im übrigen: Die Hamburger Sparkasse soll erst mal den eigenen Laden aufräumen. Was der Autor derzeit mit der Filiale in Buchholz erlebt, geht auf keine Kuhhaut. Dafür baut man sich was „Großes“ zwischen Galerie und Empore. Hauptsache Protz, der Kleinkunde zählt nicht mehr!

SenInnDS Bericht zur Ausbildungssituation (Polizeiakademie) (1)

Auch im Landkreis Harburg wird man nicht müde, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, wenn es um so genannte Drogen geht. Folgende Meldung hat die Polizeiinspektion Harburg veröffentlicht:

„Marihuana, Haschisch und Kokain stellten Beamte des Kriminalermittlungsdienstes aus Winsen jetzt bei Durchsuchungen sicher. Vorausgegangen waren monatelange umfangreiche Ermittlungen gegen einen 22Jährigen aus dem Landkreis Harburg, welcher auch in Hamburg eine Wohnung hat. Der Täter verkaufte seine Drogen nicht nur im Landkreis Harburg, sondern auch in Hamburg und im Heidekreis. Bei einem Treffen schlugen Beamte des mobilen Einsatzkommandos dann zu und nahmen den 22 Jährigen und einen 29 Jährigen Abnehmer fest. Die anschließenden Wohnungsdurchsuchungen in Hamburg und Winsen förderten neben den fast zwei Kilogramm Drogen auch noch mutmaßliches Dealgeld in hoher vierstelliger Summe zu Tage. Desweiteren stellten die  Beamten einen Mercedes sicher, welche offenbar aus den Einnahmen der Drogengeschäfte bezahlt wurde. Der Täter sitzt jetzt in  Untersuchungshaft.“

Da wird also ein SEK eingesetzt wegen eines bisschen Gras und Koks. Traurig, aber wahr! In diesem Land sterben jedes Jahre rund 100.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums, etwa die Hälfte an den Folgen des Tabakkonsums. Von daher müsste das SEK eigentlich mal einen Aldi-Markt stürmen…

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. 
Apostelgeschichte 17,27

 

Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
Sind Schlüssel aller Kreaturen
Wenn die, so singen oder küssen,
Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
Wenn sich die Welt ins freye Leben
Und in die Welt wird zurück begeben,
Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
Zu ächter Klarheit werden gatten,
Und man in Mährchen und Gedichten
Erkennt die wahren Weltgeschichten,
Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
Das ganze verkehrte Wesen fort.

 

Was bleibt noch vom alten Buchholz..?

Von Kristian Stemmler

Die Buchholzer Flügel hat offenbar dem nächsten Investor die Lizenz zum Gelddrucken erteilt. Wie das Nordheide Wochenblatt in seiner Wochenendausgabe berichtet, wird in die Brachfläche an der Schützenstraße vis-a-vis City-Center-Parkplatz ein postmodernes Scheusal von Bauwerk hingeklotzt, das wieder einmal nur an Reiche und Geschäftsleute vermietet wird. „Investor“ ist in diesem Fall der ubiquitäre Steffen Lücking, finanziert von der VBN Immobilien, einer Tochter der Volksbank Lüneburger Heide. Diese schimpft sich zwar eingetragene Genossenschaft – was das in diesem Fall heißt, bleibt dahingestellt…

Wer noch einen letzten Rest von Geschmack bewahrt hat, dem wird beim Anblick der Animation im „Buchholzer Flügel“ getauften Komplex im Wochenblatt speiübel. Noch mehr kotzen muss der neutrale Beobachter, wenn er oder sie liest, dass sich Lücking mit einer Art Stiftung ein gutes Gewissen erkauft. Der komplette Gewinn so wird der Mann zitiert, fließe in eine in Gründung befindliche Stiftung namens Casiopeia, die ein „Stiftungshaus“ errichteten soll, mit der „Aufgabe, Familien mit Hospizkindern und -jugendlichen, speziell den hinterbliebenen Geschwisterkindern, über den Verlust hinweg in ein neues Leben zu helfen“.

So weit, so schlecht. Ein Wort noch zur Hospizbewegung: Ist es richtig und gut, den Tod immer mehr auszulagern..? Wortmeldungen dazu ausdrücklich erwünscht!

Die Polizeiinspektion Harburg meldet (Zwischenüberschrift Blog):

Tor des Monats

Buchholz – Einen Mercedes 350 CDI im Wert von 22.000 Euro entwendeten Unbekannte am Dienstag nachmittag. Zunächst brachen die Täter einen Spind im Schwimmbad im Holzweg auf. Daraus wurde neben einem Handy und Bargeld auch der Schlüssel für den PKW entnommen. Dieser wurde dann vom Parkplatz gestohlen. Zeugen, die das Fahrzeug mit dem Kennzeichen WL-DR 444 nach 15:45 Uhr noch gesehen haben, melden sich bitte bei der Polizei Buchholz unter 04181/ 2850.

Brandgefährlich

Wörme/Holm-Seppensen – Nachdem am Montag gegen 07:00 Uhr im Van der Smissenweg in Holm-Seppensen Waldboden in Brand gesetzt wurde, geschah gleiches am Mittwochmorgen gegen 01:45 Uhr in Wörme, Am Büsenbach. Zeugen bemerkten die Feuer jeweils rechtzeitig, so dass ein Ausbreiten der Flammen durch die hinzugerufene Feuerwehr verhindert werden konnte. Die Brandorte liegen nahe beieinander. Die Polizei geht daher von einem Zusammenhang aus. Zeugen, die verdächtige Beobachtungen gemacht haben, melden sich bitte bei der Polizei Buchholz unter der Nummer 04181/ 2850.

Rein, aber nicht sauber

Seevetal – Ein 68 Jähriger fuhr am Dienstagmittag in das Schaufenster einer Reinigung in der Straße Am Gerätehaus. Warum der Mercedes-Fahrer diesen Unfall verursachte ist unklar. Personen befanden sich zum Glück nicht in der Nähe. Es blieb daher bei einem vierstelligen Sachschaden an Fahrzeug und Gebäude.

 

Gesehen an der Neuen Straße.


 

Dieses Interview mit Julia Staron, Quartiersmanagerin auf St, Pauli erschien zuerst in der Tageszeitung junge Welt:

St. Pauli gehört zu den Touristenmeilen der Welt, Inbegriff von Matrosenromantik und Rotlicht. aber wie in anderen Städten zerstört der Tourismus seine eigene Grundlage: Atmosphäre und Traditionen. Sie haben mit Mitstreitern eine Initiative gestartet, das Leben im Kiez auf die Liste der Unesco für immaterielles Kulturerbe zu setzen. Ist auf St. Pauli denn noch was zu retten?

Hier stellt sich die Frage nach der Perspektive. St. Pauli ist in seiner etwa 400jährigen Geschichte als Ort zwischen den Grenzen einem ständigen Wandel unterworfen. Seeleute gibt es schon lange nicht mehr. Das Rotlicht hat in den 80er Jahren seinen massivsten Einschnitt erfahren. Auf diese Veränderung erfolgte eine der buntesten und innovativsten Entwicklung im Bereich der Klubkultur. Bei unserer Initiative kann es also gar nicht um die Bewahrung einer folkloristisch anmutenden Tradition gehen, sondern um eine Kulturforschung, um den Kern dessen, was man gemeinhin mit St. Pauli verbindet. Um ein Erforschen von Mythen, Klischees und dem tatsächlichen Gefühl, das die Menschen hier bei allen Gegensätzlichkeiten verbindet.

Was ist das für eine Liste, von der nur wenige bisher gehört haben? Darauf stehen Handwerkstechniken oder Brauchtum, zum Beispiel der rheinische Karneval und das Sternensingen.

Die Liste kennt kaum jemand, weil sie auch für die dort gewürdigten Kulturen und kulturellen Ausdrucksformen faktisch keine wirklichen Folgen hat. Viele Menschen verbinden mit dem Weltkulturerbe eben das materielle, was dann auch Rechtsfolgen wie eine Stärkung des Denkmalschutzes mit sich bringt und zudem durch die Liste der Weltkulturstätten dann auch eine touristische Stärkung nach sich zieht. Das gilt für das immaterielle Erbe nicht. Hier geht es mehr um eine Würdigung einer Besonderheit, eine innere Stärkung und Bewusstseinsmachung.

Reeperbahn, wenn ich Dich heute so anseh‘ Kulisse für’n Film, der nicht mehr läuft“, sang Udo Lindenberg schon 1989. Seitdem ist es ja erst richtig schlimm geworden, oder?

Ich weiß ja nicht. Das wird immer so in den Raum gestellt. Die Straßen sind voller als Anfang der 80er. Touristischer Ort war St. Pauli schon immer – seit vielen hundert Jahren. Es gibt aber viele St. Paulis. Es gibt das der 20er/30er Jahre, der 50er, das St. Pauli der Beatles, des Rotlichts, der Kaschemmen und Kneipen, der Theater, der Shows, den Lebensraum St. Pauli in Nord und Süd, das St. Pauli der Seeleute, der gestrauchelten Träume, der Clubkultur, der Subkultur, der Hafenstraße, des Fußballs … ach und noch so viel mehr. Darf es in dieser Vielfalt überhaupt so etwas wie eine Deutungshoheit geben?

Aber die Reeperbahn quillt doch über vor Touristen?

Ja, ein paar Dinge fühlen sich heute anders an und einige Bilder passen irgendwie nicht mehr. Es gibt eine Art Tourismus, der die Leichtigkeit wie auch Austauschbarkeit eines Strand- und Party-Urlaubs in urbane Räume trägt. Städte verkommen zu merkwürdigen Kulissen. Die tatsächliche Freiheit St. Paulis wird genutzt wie ein Kostüm bei einem Junggesellenabschied. Zudem gibt es immer mehr touristische Angebote, die gar nicht mehr aus dem Viertel kommen, sondern wo St. Pauli eben eher von Eventagenturen aufgrund seines Images und seiner Kulissen-Wirksamkeit missbraucht wird.

Auch die Investoren tun dem Kiez nicht immer gut. Südlich der Reeperbahn fühlt man sich zwischen sterilen Bürotürmen wie in einem Alptraum, oder?

Also, ich wohne im Brauquartier in einer Wohnung der Bergedorf-Bille Genossenschaft. Wunderbar bezahlbar. Man kann über die Architektur streiten – ich finde die roten Häuser ganz ok. Der Platz ist allerdings eine stadtplanerische Pleite. Die Fallwinde, die bei den tanzenden Türmen sogar noch schlimmer sind, machen ein Leben im Außenbereich und Erdgeschoss fast unmöglich. Die Nachbarschaftlichkeit hat hier aber zum Glück andere Wege gefunden.

Was bleibt von der Seele des Quartiers, haben Sie gefragt – ein starker Satz. Hat St. Pauli seine Seele nicht längst verkauft?

Niemals.

Wie sieht das weitere Verfahren aus, wie schätzen Sie Ihre Erfolgsaussichten ein?

Das ist schon ein hartes Brett; denn wir wagen uns ja durchaus an die Deutung des Kulturbegriffes der Unesco heran. Das Immaterielle Weltkulturerbe ist halt recht folkloristisch geprägt und urbane Kulturen haben es per se schon schwerer. Unser Unterfangen ist gewagt – aber nicht unmöglich. Interview: Kristian Stemmler

Seit der letzten massiven Kritik hat sich das Stadtcafé Buchholz der Kette Bäckerei Weiß aus Todtglüsingen zwar etwas gebessert, aber leider liegt Manches immer noch im Argen. Zuletzt wechselte das Personal doch ein wenig abrupt, so dass es man ständig mit neuen Nasen zu tun hatte. Bei der Auswahl des Personals scheint Jochen Weiß nicht immer ein glückliches Händchen zu haben – er wählt nicht immer die hellsten Kerzen auf dem Kuchen aus – um mal einen Begriff aus seinem Bereich zu wählen. So wurde dem Blog zugetragen, dass ein Stammkunde, der gerade einen Kaffee bestellt und bekommen hatte, vom Verkäufer darauf hingewiesen wurde, wo die Geschirrabgabe sich befindet…

Herr, lass Hirn vom Himmel regnen und nicht immer nur Mann! (ws)

 

 

Dass Lkw aller Art, oft in hohem Tempo, durch Buchholz fahren, lässt sich offenbar kaum vermeiden. So ist jedenfalls aktuell schwer vorstellbar, wie etwa die Discounter im Zentrum wie Penny und Famila anders beliefert werden sollten als mit großen Lastern. Dasselbe gilt für die Versorgung der Baustellen mit Baumaterial. Warum aber Zugmaschinen mit Schiffscontainern, wie vom Blog mehrfach beobachtet, über Schützenstraße und Bremer Straße rasen müssen, ist nicht zu erklären und nicht zu akzeptieren.

Offensichtlich handelt es sich dabei um reinen Durchgangsverkehr, das heißt die Fahrer kürzen ab oder umgehen eine mautpflichtige Strecke. Dass das erlaubt ist, ist nicht nachvollziehbar. Diese Ungetüme stellen eine immense Gefahr für alle Buchholzer Verkehrsteilnehmer dar, insbesondere für Alte und Kinder. Das gilt nicht nur für Buchholz – in ganz Deutschland werden immer wieder Menschen von Lkw überrollt, wie zuletzt etwa eine junge Mutter an der Osterstraße im Hamburger Bezirk Eimsbüttel.

Der Blog fordert darum: Lkw raus aus Buchholz – soweit dies irgend machbar ist!

Und dann fangen wir doch gleich mit dem Lkw an, der inklusive Container und Anhänger mit zweitem Container (siehe Foto) auf dem Schützenplatz abgestellt ist. Vermutlich verbotenerweiese. (ws)

 

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Johannistag

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Von Kristian Stemmler

Just in time. Pünktlich auf die Minute enterte Truck Stop die Jesteburger Naturbühne zwischen Freibad und neuem Schützenhaus. Just in time war auch das Wetter. Eben hatte es noch aus dunklen Wolken geregnet – als die Cowboys von der Waterkant nach ihren Instrumenten griffen, blieb den Wolken die Spucke weg. Es hörte auf zu regnen und die Wolkendecke riss auf, ziemlich genau über der kleinen Bühne, auf der die sechs Musiker ohne Umstände loslegten. Das Publikum war ebenso pünktlich zur Stelle, ging schon bei den ersten Songs voll mit.

Trotz der dunklen Wolken und des auffrischenden Windes war der Auftritt der erfolgreichsten deutschen Countryband am Freitagabend im idyllischen Jesteburg wieder ein Erlebnis der besonderen Art, glich oft eher einem Happening als einem Konzert. Kinder spielten vor der Bühne, es wurde getanzt und geklatscht, es gab frisch gezapftes Bier, Weißwein und Caipirinha, Würstchen vom Grill, niemand musste darben. Aber vor allem gab es richtig was auf die Ohren.

Die sechs Musiker ließen nichts anbrennen und spielten einen Klassiker nach dem anderen, aber auch Neueres, weniger Bekanntes. „Ich möcht so gern Dave Dudley hören“ aus der Anfangzeit in den 70ern durfte natürlich ebenso wenig fehlen wie „Männer sind so“, „Take it easy altes Haus“ oder die Erkennungsmelodie vom Großstadtrevier, die nun wirklich jeder mitsummen oder -singen kann. „Wenn der Schutzmann ums Eck kommt…“

Zum Schutz vor dem Regen waren gekonnt Zeltplanen so gespannt worden, dass sie quasi ein durchgehendes Dach bildeten und sich die Zuhörer darunter sicher auf alle Arten von Sitzgelegenheiten niederlassen konnten, vom Liegestuhl bis zum Klapphocker. Sehr erfreulich: Viele körperlich oder geistig beeinträchtigte Menschen waren im Publikum genossen die Musik und die Atmosphäre, und zwar ganz selbstverständlich.

Was der Pressetext behauptete, davon konnte man sich an diesem Abend überzeugen. „Auch wenn es nicht immer einfach war, hat die Band stets gewusst, wo sie hingehört: auf die Bühne und zu ihren Fans, die ihr immer treu geblieben sind.“ 45 Jahre gibt es Truck Stop jetzt schon, das ist nun wirklich ein Grund zu feiern. Im Frühjahr ist ein Jubiläumsalbum bei ihrem Label Telamo herausgekommen unter dem Titel „Das große Jubiläum“ mit allen bekannten und etwas unbekannteren Hits.

Genau am 10. März 1973 begann die legendäre Geschichte der Band: Damals sang sie noch auf englisch, spielte Country, Rock ’n‘ Roll und Blues, veröffentlichte vier Alben. Trotz diverser Fernsehauftritte, etwa im Musikladen, verkauften sich die Alben der Gruppe zunehmend schlechter, woraufhin ein Stilwechsel beschlossen wurde. Die Mitglieder der Gruppe verständigten sich auf den Schwerpunkt Country in deutscher Sprache.

Maßgebend für diesen mutigen Schritt war der legendäre Maschener Produzent Joe Menke, der als erstes mit der Band in seinem, später ja von Truck Stop besungenen, Tonstudio, ein Demo aufnahm, das mehreren Plattenfirmen präsentiert wurde. Telefunken bot der Gruppe schließlich 1973 einen Plattenvertrag an. Der Grundstein für den kometenhaften Aufstieg von Truck Stop. Eine Tochter des 2001 verstorbene Menke ist übrigens Franziska Menke, die unter dem Namen Frl. Menke zu den Stars der Neuen Deutschen Welle gehörte.

Das musikalische „Sixpack“ besteht heute aus Andreas Cisek (Leadgesang, Gitarre) Wolfgang „Teddy“ Ibing (Schlagzeug), Chris Kaufmann (Lead Gitarre), Tim Reese (Fiddle, Gitarre, Banjo, Mandoline), Uwe Lost (Bass, Gesang, Akkordeon) und Knut Bewersdorff (Gesang, Pedal Steel, Dobro, Gitarre). In dieser Formation geht Truck Stop ab November 2018 auf große Jubiläumstour und präsentiert ihre besten Songs in 20 Städten Deutschlands. Gehen Sie hin, erleben Sie den wilden, wilden Westen live!

Von Kristian Stemmler

Warum sind in Deutschland immer noch Straßen und Plätze nach einem Mann benannt, der mitverantwortlich ist für Millionen von Toten? Paul Ludwig Hans Anton von Beneckendorff und von Hindenburg hatte bereits als Chef der Obersten Heeresleitung in den letzten Jahren des Ersten Weltkrieges Hunderttausende auf dem Gewissen. Mit seinem Kumpan Erich von Ludendorff saß er trocken im belgischen Spa und traf eine strategische Fehlentscheidung nach der nächsten, sorgte dafür, dass der Krieg um einiges verlängert wurde, obwohl er längst verloren war.

Das Kriegsende überstand der aus einem alten ostpreußischen Adelsgeschlecht stammende Mann dennoch unbeschadet. Seine reaktionären Freunde sorgten mit der so genannten Dolchstoßlegende dafür, dass die Schuld für den verlorenen Krieg den in Kiel, Hamburg und anderswo revoltierenden Arbeiter und Soldaten in die Schuhe geschoben wurde – sie brauchten Hindenburg noch. 1925 hievten die rechten Parteien ihn auf den Posten des Reichspräsidenten. Traurig genug: Er ist bis heute das einzige deutsche Staatsoberhaupt, das direkt vom Volk gewählt wurde.

Der Rest der Geschichte ist bekannt. Hindenburg war es, der Adolf Hitler den roten Teppich ausrollte. Am 30. Januar 1933 ernannte der „große Feldmarschall“ den „kleinen Gefreiten“ zum Reichskanzler. Damit ist Hindenburg mitverantwortlich für Millionen von Toten, woran jedes nach 1945 bemühte Argument – er sei unpolitisch gewesen, habe nicht wissen können, was kommt etc. pp. – nicht das Geringste ändert. Dieser Mann hatte, als er am im August 1934 ins Grab stieg, die Weichen für das größte Schlachten der Weltgeschichte gestellt.

Wie kann man eine solche nach 1945 mit der Benennung von Straßen, Plätzen und Kasernen ehren?! Diese Frage stellt sich bis heute, beantwortet sich aber von selbst, wenn man bedenkt, wie viele Nazis in der Bundesrepublik wieder ans Ruder gekommen sind und die Nachkriegszeit geprägt haben. Es ist eine Schande für dieses Land, dass es länger als 70 Jahre gedauert hat, bis es zumindest hier und da zu einem Umdenken in dieser Sache gekommen ist. Zum Beispiel im beschaulichen Tostedt.

Dort hat laut Nordheide Wochenblatt vom 20. Juni der Rat einstimmig beschlossen, die bisher Hindenburgplatz genannte Grünanlage an der B 75/Schützenstraße in Töster Platz umzubenennen. Dem vorausgegangen waren, wie die Zeitung schreibt, monatelange Diskussionen, nachdem im Mai die Gruppe FDP/Burkhard Allwardt die Umbenennung der Anlage in Europa-Park beantragt. Allwardt und der Tostedter FDP-Chef, so das Wochenblatt, seien der Ansicht, es sei an der Zeit, „sich von einem alten Kriegshelden, Militärdiktator und Präsidenten, der Hitler zur Macht verholfen hat, als Aushängeschild der Gemeinde zu trennen“.

Eine späte Einsicht, aber in der heutigen Zeit Gold wert! Leider ist Buchholz da weit hinter Tostedt zurück. Es sei erinnert an den einstimmen Beschluss des Ortsrates von Holm-Seppensen, mit dem im Juli 2015 der Antrag des Autors dieses Beitrag auf Umbenennung des Hindenburgwegs abgeschmettert wurde. Dazu sei hier aus dem Artikel des damals noch querschläger genannten Blogs wiedergegeben:

„Einstimmig lehnte der Ortsrat Holm-Seppensen auf dieser Sitzung den Antrag des parteilosen Mitglieds im Buchholzer Stadtrat, Kristian Stemmler, ab, den Hindenburgweg in Ernst-Neuhaus-Weg umzubenennen. Damit bekannten sich nicht nur die zwei Vertreter der UWG und die drei von der CDU, sondern auch die jeweils drei grünen und sozialdemokratischen Vertreter im Ortsrat zu dem Kriegsverbrecher Paul von Hindenburg, dem Wegbereiter Adolf Hitlers. Traurig, traurig!

Seinen Antrag hatte Stemmler im Stadtrat gestellt, der Antrag wurde aber an den Ortsrat weitergegeben, weil Umbenennungen von Straßen in den Ortsteilen in die Kompetenz der jeweiligen Ortsräte fallen. Hindenburgs Name sollte laut Antrag durch den von Ernst Neuhaus ersetzt werden, einem der wenigen Opfer des NS-Regimes, die namentlich bekannt sind. Neuhaus war Kommunist, seine Wohnung an der Steinstraße galt als „Kommunistentreff“. Er verschwand eines Tages spurlos, man kann davon ausgehen, dass er von den Nazis ermordet worden ist.

„Mit der Umbenennung des Hindenburgweg in Ernst-Neuhaus-Weg würde der Stadtrat von Buchholz 70 Jahre nach der Befreiung Deutschlands von der faschistischen Diktatur und in einer Zeit, in der rechtspopulistische und faschistische Tendenzen in diesem Land wieder erstarken, ein klares Zeichen setzen“, heißt es wörtlich in Stemmlers Antrag. Zur Sitzung des Ortsrats am 1. Juli konnte der Ratsherr wegen eines anderen Termins nicht erscheinen.

„Dass der Ortsrat Holm-Seppensen für dieses Thema zu kleinkariert ist, wundert mich nicht“, sagte Stemmler dem querschläger, „wobei ich nicht glaube, dass es im Stadtrat viel besser gelaufen wäre.“ Es sei die klassische Heuchelei und Doppelmoral in bürgerlichen Kreisen, sich für Flüchtlinge zu engagieren und Nazis verbal abzulehnen – aber im entscheidenden Moment den Schwanz einzuziehen und eine Politik zu forcieren und zu befürworten, die all diese Probleme erst verursacht.

Nach der Ablehnung seines Antrags im Ortsrat hat Stemmler jetzt einen neuen Antrag gestellt, der eine Straße im Kernbereich der Stadt betrifft und damit vom Rat behandelt werden muss. Er hat beantragt, die Adolfstraße in Ernst-Neuhaus-Straße umzubenennen. „Natürlich kommt der Antrag nicht durch“, sagte der Ratsherr, „aber man muss doch ab und zu demonstrieren, wie wenig dieser Rat tatsächlich gewillt ist, beim Thema Antifaschismus Farbe zu bekennen.“

Hier der Antrag im Wortlaut:

Der Rat der Stadt möge beschließen:

Die Adolfstraße wird in Ernst-Neuhaus-Straße umbenannt.

Begründung: Auch wenn die Adolfstraße nicht nach Adolf Hitler, sondern nach dem früheren Gemeindevorsteher Adolf Behrens benannt ist, und dies – zumindest an einem der Schilder – in einer Legende vermerkt ist, bleibt eine gewisse Verwechslungsgefahr. Nach Kenntnis des Antragstellers freuen sich Neonazis aus Buchholz klammheimlich, dass eine wichtige Straße im Buchholzer Zentrum Adolfstraße heißt. Vor dem Hintergrund des Erstarkens rechtsextremer und rechtspopulistischer Tendenzen in unserer Gesellschaft sollten solche Kristallisationspunkte in der Öffentlichkeit nach Möglichkeit beseitigt werden.

Ernst Neuhaus war Kommunist und gehört zu den wenigen Opfern des NS-Regimes in Buchholz, die namentlich bekannt sind. Seine Wohnung an der Steinstraße galt als „Kommunistentreff“. Er grüßte Genossen auf offener Straße mit dem „Rotfront“-Gruß, fuhr zur 1.-Mai-Kundgebung nach Hamburg. Neuhaus verschwand eines Tages spurlos, man kann davon ausgehen, dass er von den Nazis ermordet worden ist.

Die Umbenennung der Adolfstraße in Ernst-Neuhaus-Straße wäre ein deutliches Signal gegen rechtsextremische und rechtspopulistische Kreise und eine Verbeugung vor den Opfern des NS-Regimes. Die Straße bietet sich für die Umbenennung auch deshalb an, weil sie eine Nachbarstraße zur Steinstraße ist, wo, siehe oben, die Wohnung von Neuhaus lag.“

Dass diese Antrag im Buchholzer Stadtrat nicht durchkam, versteht sich von selbst…

 

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: Der Bauzaun an  der Baustelle zwischen Wilhelm-Baastrup-Platz und Schützenstraße wurde wieder aufgestellt (Stand: 12.15 Uhr)

Seit gut einer Woche haben, wie der Blog berichtete, auf der Brachfläche an der Schützenstraße vis-s-vis vom City Center Bauarbeiten begonnen. Am gestrigen Donnerstag grub ein Bagger mit einem großen Bohraufsatz tiefe Löcher, in die offensichtlich die Stahlträger gerammt werden sollen, die bereits auf dem Areal bereit liegen. Auch eine Dampframme steht auf dem Gelände sowie ein Radlader. Die Absperrung der Baustelle war bereits an den ersten Tagen mangelhaft, dann wurde nachgebessert. Am Donnerstag ist der Bauzaun zur Kehre des Wilhelm-Baastrup-Platzes auf fast ganzer Länge umgekippt – vermutlich bei dem Unwetter am Mittag. Obwohl auf der Baustelle nachmittags wieder gearbeitet wurde, dachte keiner der Verantwortlichen daran, den Bauzaun wieder aufzurichten. Auch heute morgen um etwa 8.30 Uhr lag er noch unverändert auf dem Boden. Jedes Kind kann ungehindert die Baustelle betreten!

Der Stadtverwaltung von Buchholz liegt eine mündliche Meldung über den Missstand vor. Es bleibt abzuwarten, wann der Bauzaun wieder steht. Juristisch gesehen sind die kleinen, bekannten Schilder an den Zäunen rund um das Gelände „Betreten der Baustelle verboten…“ wertlos. In diesem Zustand haften die Verantwortlichen für den Zustand der Baustelle. (ws)

Heute morgen, kurz vor sieben: gähnende Leere auf dem Wochenmarkt!

Kein Spaß für die Nachbarn: Mit Riesenbohrer wurde am Freitag die Gründung des geplanten Baus an der Schützenstraße eingeleitet.

Die Polizeiinspektion Harburg meldet:

Bereits am 29. Mai wurde der Polizei eine lange Metallstange am
Fahrbahnrand der Hittfelder Straße gemeldet. Die Beamten fanden eine
etwas sechs Meter lange Abschleppstange, wie sie möglicherweise in
der Landwirtschaft oder im Schaustellergewerbe genutzt wird, vor.
Glücklicherweise hatte die verlorene Stange keinen Schaden bei
anderen Verkehrsteilnehmern angerichtet.

 

 


 

Ich hör die Botschaft wohl –

allein, Euch fehlt ’ne Schraube!

(Foto von der Nazi-Demo am 3.4.16 in Buchholz – am heutigen Sonnabend verbreitete die AfD ihre faschistischen Botschaften mitten auf dem Marktplatz…)

 

Sagt der Mitarbeiter im Jobcenter zum Klienten: „Wieso beantragen Sie denn einen Zuschuss zu Ihrem Zahnersatz? – Sie haben doch sowieso nichts zum Beißen.“

https://www.gesetze-im-internet.de/fertigpackv_1981/FertigPackV_1981.pdf