video der woche

Veröffentlicht: 2018-05-28 in Überregionales, Widerstand

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Verordnung des Tages

Veröffentlicht: 2018-05-24 in Politik

https://www.gesetze-im-internet.de/fertigpackv_1981/FertigPackV_1981.pdf

Hit des Tages

Veröffentlicht: 2018-05-23 in Politik

Von Kristian Stemmler

Es reicht ihnen nicht, dass sie wohlhabend oder zumindest finanziell abgesichert sind – nein, man bedient sich auch noch nach Lust und Laune in den kommunalen Etats. Das Wochenblatt hat, vermutlich ohne es zu merken, wieder einmal klar gemacht, wie der Hase in diesem Kaff namens Buchholz und dem dazugehörigen Landkreis läuft. Die herrschenden Kreise lassen sich auf Staatskosten nette Einrichtungen für sich selbst und ihre Brut zimmern – und der Rest kann sehen, wo er bleibt.

Für Personal in den Hallen- und Freibädern ist keine Geld da, wie der Quasi-Monopolist in der hiesigen Medienlandschaft kürzlich berichtete Da kann zum Beispiel das beliebte Waldbad Sieversen wegen Personalmangels vorerst nicht öffnen. Woanders sieht es auch nicht viel besser aus. In Tostedt wird das Freibad saniert, das dauert natürlich. Und in Buchholz steht zwar ein durchaus vorzeigbares Freibad, aber man macht es einfach nicht auf, da kann die Sonne draußen noch so knallen – Termin ist 26. Mai, der Chef verkündet gnädig, wenn es vorher wirklich heiß ist, wolle man mal gucken…

Soweit die Situation bei den Bädern, Vergnügungsstätten für alle, besonders für Leute mit eher wenig Kohle, weil der Eintritt günstig ist. Für die Kommunen aber oft ein Zuschussgeschäft, da verdient man nix mit und steckt sein Geld halt lieber in Glasfaser… Oder man bezuschusst Sportvereine, in denen sich haufenweise Leute tummeln, die vor Geld nur so stinken. In Buchholz zum Beispiel die Vereine Blau-Weiß und Buchholzer FC.

Vor kurzem war die Grundsteinlegung für die neue Sporthalle von Blau-Weiß. Jawoll! Ist da nicht erst vor nicht allzu langer Zeit eine Halle namens Nordheidehalle und dann noch ein Kletterturm gebaut worden..? Egal, wir wollen noch eine Halle, sagt der Herr Reglitzky, der Arno, und der Stadtrat liefert. 330.000 Euro Zuschuss gibt es von der Stadt laut Wochenblatt. Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen!

Wir haben es hier mit einem Verein zu tun, in dem Ober- und Mittelschichtler aller Gehaltsstufen und ihre Gören ihren Hobbys nachgehen, Leute, die sich locker zwei bis drei Fernreisen im Jahr leisten können oder auch mehr. Und denen werden über 300.000 Euro nachgeschmissen! Ich glaub, mein Hamster bohnert. Bezahlt Eure Scheißhalle gefälligst selbst, Ihr asoziales Pack!

Wort des Tages

Veröffentlicht: 2018-05-19 in Überregionales

 

 

Aufheben

Song der Woche

Veröffentlicht: 2018-05-15 in Politik

Heraus zum 1. Mai!

Veröffentlicht: 2018-05-01 in Politik

 

http://www.unten-gegen-oben.de/

 

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Von Kristian Stemmler

Sicher. Es gibt immer noch schöne Stellen in Hamburg. Aber alles in allem fällt mir zu Hamburg heute nur noch Eines sein – mit Verlaub: Hamburg, du kotzt mich an! Was haben sie aus dir gemacht!

Eigentlich ist die Stadt überhaupt nur noch da erträglich, wo das große Geld mangels Renditeaussichten nicht seine unappetitliche Pranke draufgelegt hat. Also in den Vierteln, die sich gar nicht oder nur leicht entwickelt haben. Also Stadtteile, deren Bewohner eher „einkommensschwach“ sind, wie man das heute nennt: Barmbek-Süd, Jenfeld, Eißendorf, Wilhelmsburg oder Billstedt.

Schön sind die nicht unbedingt, aber dafür authentisch. Wer in diesen Vierteln in den Lidl geht, der sieht Leute deren Gesichter vom Leben gezeichnet sind – auf ihre Kosten lebt der große Rest. Und der lebt gut. In Eimsbüttel und Eppendorf, an der Sternschanze und in Volksdorf.

Die Quartiere, in denen das reiche Pack sich ausgebreitet hat, kann man sowieso vergessen, die sind verloren, also Harvestehude, Blankenese, Ohlstedt und Rissen. Der Protz der Villen, das Durchgestylte der Gärten, das bornierte Gehabe der Einwohner ist obszön und abstoßend.

Diese Viertel sind nur noch für komplette Planierung geeignet. Umgraben und Kartoffelfelder drauf anlegen, die natürlich von den ehemaligen Bewohnern bestellt werden müssen. Dann hat man da wenigstens eine Monokultur, die fruchtbar ist.

Aber es gibt auch noch Quartiere, die noch nicht ganz verloren sind, aber schon die Hitliste des Ekels anführen. Quartiere, die bei politisch denkenden und fühlenden Menschen nichts als Brechreiz auslösen sollten, genau die, auf die Standortpolitiker vom Schlage König Olafs am stolzesten sind. All die schon gentrifizierten oder noch im Prozess der Gentrifizierung befindlichen Viertel: Ottensen, Sternschanze, Eimsbüttel in Teilen, Altona in Teilen, St. Georg.

Eimsbüttel galt als Hochburg der Kommunisten, das „rote Eimsbüttel“. Was ist daraus geworden? Chichi-Läden an jeder zweite Ecke mit irgendwelchem Krempel, den kein Mensch braucht, Tierarztpraxen nur für Katzen, „Brasilian Waxing“ und Läden für Babboe-Lastenräder, Gefährte für vierstellige Beträge. Mit denen kutschiert die Familie des Hipsters seinen Nachwuchs herum.

Aber nicht nur auf den Straßen Eimsbüttels laufen Typen herum, die ich als „die neuen Herrenmenschen“ bezeichnen würde. Ihnen gehört die Welt, sie sind die Sieger. Das Schicksal der Marginalisierten geht ihnen im Großen und Ganzen am Arsch vorbei. Vor sich selbst und anderen gibt man sich aber durchaus liberal und sozial. Die leergetrunkene Flasche Beck’s stellt man selbstverständlich neben den Mülleimer, um den Flaschensammlern die Arbeit zu erleichtern.

Im Schanzenviertel laufen fast dieselben Leute rum, wobei die Durchmischung dort noch größer ist, also auch ne Menge „Normalos“ und andere unterwegs sind. Aber die Ladenzeilen sind schon so gut wie durchgentrifiziert. Man sieht den üblichen Krempel (siehe oben), die Läden haben lustige Namen, und alternative Kneipen und türkische Gemüseläden werden nur noch für den exotischen Flair benötigt.

Ganz schlimm ist St. Georg. Hier hat zwar noch so etwas wie eine (linke) Stadtteilarbeit überlebt, aber das Angebot und das Publikum sind unterirdisch, etwa an der Langen Reihe. Am Ende dieser einst so bunten Straße stehen heute statt „1000 Töpfe“ Schickimicki-Bars wie das „Neumann’s“ und „Peter Pane“, ein Burgergrill fürs gehobene Publikum. Schräg gegenüber ist ein neuer Edeka-Markt, dem man gesehen haben muss! Einen so luxuriösen Supermarkt habe ich persönlich noch nicht erlebt.

Soweit, so schlecht! Dass einkommensstarke Bevölkerungskreise ärmere Schichten aus innerstädtischen und innenstadtnahen Lagen verdrängen und Letztere immer weiter an die Peripherie abgedrängt werden, an den Rand (im doppelten Sinn), das ist nichts Neues. Ein viel untersuchter, viel beschriebener, viel kritisierter Prozess. Aber alle Studien, alle Kritik haben überhaupt nichts geändert, dieser zerstörerische Prozess hat sich in Großstädten eher noch beschleunigt – das muss man sich immer wieder bewusst machen!

Die niedlichen Chichi-Läden in Eimsbüttel und anderswo sind nur eine kitschige Fassade, die brutale Spaltungsprozesse verdeckt. Was diese soziale Spaltung, die sich immer mehr vertieft, wirklich bedeutet, kann man in Vierteln wie Billstedt, Wilhelmsburg und Jenfeld fast physisch erfahren. Die Gesichter der Leute im Lidl in diesen Vierteln, sie sind gezeichnet von den Anstrengungen des Alltags, von Mühe und Depression.

Aber so depressiv die Atmosphäre in diesen Discountern auch sein mag – ich fühl mich da hundertmal wohler als in den Einkaufsstraßen von Volksdorf und Eppendorf. Die Verlogenheit und Borniertheit in diesen Vierteln der Wohlhabenden ist unerträglich und ekelhaft. Hier führen die Profiteure der turbokapitalistischen Beschleunigungsprozesse ihre Markenjacken spazieren – leider oft viel zu ungestört.

Von Kristian Stemmler, Hamburg

Ein Mann mit schwarzer Hautfarbe spricht vor rund 250 AfD-Mitgliedern, „besorgten Bürgern“, Protagonisten der Hooliganszene und Neonazis – dieses skurrile Ereignis ließ sich am Montagabend vor dem Hamburger Dammtorbahnhof verfolgen. Bei der neunten „Merkel muss weg“-Demonstration hielt Serge Menga, Deutscher kongolesischer Abstammung, die zentrale Rede. Unter Pfiffen und „Nazis raus!“-Rufen von rund 1200 Gegendemonstranten und dem Schutz von einigen hundert Polizisten präsentierte er sich als „guter Deutscher“, der sein Land vor „kriminellen Zuwanderern“ bewahren wolle.

Bei Rechten ist der in Essen lebende Menga, der sich schon mal selbst als „Quotenneger“ bezeichnet, durchaus  beliebt, seit er Anfang 2016 mit einer dreiminütigen Videobotschaft auf die sexuellen Übergriffen in Köln in der vorangegangenen Silvesternacht reagierte. Das Video wurde millionenfach aufgerufen. Menga erklärte darin, keinerlei Verständnis für das Verhalten von Migranten zu haben, die in Deutschland aufgenommen worden seien und sich jetzt so verhielten. Wörtlich rief er aus: „Packt einfach eure Klamotten und geht wieder nach Hause. Dorthin, wo gebombt und misshandelt wird.“

Seitdem wird der ehemalige Lkw-Fahrer und DJ in rechten Portalen wie Politically Incorrect oder Epoch Times, aber auch als Redner bei AfD- und Pegida-Veranstaltungen gefeiert. Dank seiner Abstammung kann er als Kronzeuge für das Scheitern der Flüchtlingspolitik herhalten – nach der Devise: Wenn ein Afriakner so etwas sagt, muss ja was dran sein! Diesem Muster folgte auch seine Rede am Montag in Hamburg, die das rechte Publikum allerdings erkennbar überforderte, weil viele Sätze nicht eindeutig zu bejubeln waren.

Um zu zeigen, dass er eine Menge mitgemacht hat, berichtete der Redner etwa, er sei auch schon „Dachpappe genannt“, „von Neonazis angespuckt“ und „von Polizisten verprügelt“ worden. „Ich kenne Deutschland besser als die meisten Deutschen“, fügte er hinzu, in dem Kontext eine zumindest zweideutige Aussage. Zuvor hatte Menga, der mit seiner Familie im Alter von elf Jahren ins Land kam, sich als „Deutschland liebender Migrant und Ex-Flüchtling“ vorgestellt. Seine Frau heiße „Müller, deutschester aller Namen“, mit der habe er „zwei wunderbare Kinder“.

Leicht verunsichert reagierte das Publikum auch auf den Satz „Wir müssen lernen zu differenzieren“. Seine Kritik richte sich nicht an Muslime oder Flüchtlinge insgesamt, Probleme habe er mit den Migranten, „die für Unruhe sorgen“. Diese Missstände werde er weiter attackieren, denn er habe bei der Einbürgerung gelobt, „Schaden von diesem Land abzuwenden“. Ungehemmten Beifall erntete der „Ex-Flüchtling“ für die Bemerkung, er sei froh, „dass es die AfD gibt, weil sie dafür sorgt, dass in diesem Land wieder einigermaßen eine Balance herrscht“.

Bunt und fröhlich war die Gegendemo des „Hamburger Bündnis gegen rechts“, die von der Mönckebergstraße durch die City zog und vor den Polizeiabsperrungen am Dammtorbahnhof Aufstellung nahm. Es kam zu vereinzelten Rangeleien mit der Polizei. Die Durchsage zum Ende der rechten Demo kurz vor 20 Uhr, die „Merkel muss weg“-Kundgebung solle nur noch alle zwei Wochen stattfinden, wurde mit Jubel aufgenommen.

Leute, wie blöd und traditionsvergessen seid Ihr eigentlich?!! Überall werden die Eier und Hasen möglichst schleunigst entfernt – denn Ostern ist ja vorbei. Das zeigt aufs Neue, dass die große Masse nicht mehr die geringste Ahnung von christlichen Überlieferungen hat, sondern allein den kategorischen Imperativen des Kommerzes gehorcht.

Mit dem Ostersonntag hat die österliche Freudenzeit aber gerade mal begonnen, Ihr Konsumtrottel! Die geht bis Pfingsten. Also kann man die Ostereier auch so lange hängen lassen. Völlig unlogisch ist es dagegen, dass diese schon vor dem Karfreitag aufgehängt werden. Wenn das christlich und nicht neuheidnisch gemeint ist, bedeutet das im Klartext ja: Wir freuen uns auf die Kreuzigung!

Jaja, Herr Seehofer, dieses Land ist vom Christentum geprägt. Sicher doch.

 

 

Von Kristian Stemmler

„Ei love Ostern“ bekennt Aldi, verheißt seinen Kunden ein „Fest für Leckerschmecker“. Mc Donald’s speist die Massen beim „großen Oster-Countdown“ mit kostenlosen Softdrinks und Cheeseburger für’n Euro. Klubs und Discos laden am Karsamstag zu „Happy Easter Partys“ mit Vodka Bull und Black Russian. Und wem das nicht reicht, der bucht im Internet last minute Osterwellness im Chiemgau, drei Nächte für 395 Euro pro Person. Ostern heute – vier freie Tage zum Schlemmen und Chillen.

Carfreitag sollte der Karfreitag heißen, denn halb Deutschland setzt sich an diesem Tag ins Auto, um Verwandte zu besuchen, zum Event, Restaurant oder in den Kurzurlaub zu düsen. Klar, das ist nichts Neues und Kritik daran schmiert schnell in kulturpessimistische Jammerei ab. Dennoch lohnt es sich, den Umgang mit dem Osterfest näher zu betrachten, hilft es doch, die Hohlheit herrschender Ideologien offen zu legen. Am Beispiel Seehofer.

Bekanntlich mochte der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auch in der Fastenzeit auf fette Schlagzeilen nicht verzichten und reanimierte vor zwei Wochen im Interview mit Bild den Satz: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Natürlich ein Versuch, AfD, Pegida & Co. das Wasser abzugraben (der doch nur Wasser auf ihre Mühlen ist). Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Satz ist nicht sinnvoll. Spannend ist allein das, was Seehofer unmittelbar danach sagte: „Deutschland ist durch das Christentum geprägt.“ Ein Nonsenssatz.

Das Land vom Christentum geprägt? Dreimal laut gelacht! Vielleicht noch in überlieferten Strukturen, kalendarischen Rhythmen. Aber das sind nur noch leere Hüllen. Beispiel Gottesdienste. Beim Freitagsgebet in Hamburg-St. Georg beten Gläubige auf der von der Polizei gesperrten Fahrbahn vor der Moschee, weil es drinnen knüppelvoll ist. In christlichen Gottesdiensten verlieren sich eine Handvoll Rentner, Kirchenvorsteher und zum Kirchbesuch verdonnerte Konfirmanden.

Voll sind die Kirchen nur Weihnachten und zu den so genannten Kasualien, also Taufe, Hochzeit, Trauerfeier – wegen des netten Ambientes. Ganz gut gehen auch Special-Interest-Gottesdienste, bei denen man seinen Goldhamster segnen lassen kann oder in die Anfangsgründe von Lachyoga eingeführt wird. Kirchen sind nur noch geistliche Fitnessstudios für gestresste Mittelschichtler.

Und wie sieht es mit dem Glauben aus? Nach Umfragen glaubt nur etwa ein Drittel der Deutschen, dass Jesus nach dem Tod am Kreuz auferstanden ist, selbst unter Christen nur die Hälfte – und die Auferstehung ist immerhin der Kern des christlichen Glaubensgebäudes. Auch mit dem Wissen ist es nicht mehr so dolle in Seehofers „christlich geprägten“ Deutschland. Es wäre bestimmt interessant, auf einer Pegida-Demo die „Retter des christlichen Abendlandes“ mal das Apostolische Glaubensbekenntnis aufsagen zu lassen.

Die christlichen Hochfeste sind längst zum Anlass für Konsumorgien verkommen, zu einem einzigen Gefresse und Gesaufe, um die drastische Sprache Martin Luthers zu bemühen. Wenn irgendetwas dieses Land prägt, dann ist es ein durchgeknallter Konsumismus, eine besinnungslose Eventhopperei. Ostereier liegen Ende Januar in den Discountern, weil sie gekauft werden.

Bindungen an Bräuche, Traditionen, Rituale, seien sie nun christlicher oder anderer Herkunft, sind bis auf kümmerliche Reste längst hinweg gespült worden. Alles wird durch den großen Fleischwolf Kapitalismus gedreht, der alles ausscheidet, was nicht zu gebrauchen ist. Von Ostern lässt er nur das Helle, Fröhliche, Nette übrig, niedliche Hasen, bunte Eier. Was mit Tod und Leid, Besinnung und Verzicht zu tun hat, kommt in den Müll. Geschäftsschädigend.

Sorry, Herr Heimatminister Seehofer: Das Christentum gehört nicht zu Deutschland.

Dass die Friedenskirche Buchholz eine üble Sekte ist, der es nur um Menschenfischerei und soziale Kontrolle geht, dürfte den Lesern des Blogs hinlänglich bekannt sein. Bekannt ist auch, dass diese Herrschaften, die sich in einem ehemaligen Autohaus an der Soltauer Straße ausgebreitet haben, vor keiner PR-Maßnahme zurückschrecken, um Leute zu sich zu lotsen – etwa „Lego-Tage“, die man auf Flyern als nettes Angebot an Kinder verkauft, um erst irgendwo ganz klein anzumerken, dass hier eine Kirche einlädt. Jetzt hat man allerdings den Vogel abgeschossen!

Zwei Tage vor Karfreitag ist in der Mittwoch-Ausgabe des Nordheide-Wochenblattes auf der Seite mit den Todesanzeigen eine Todesanzeige für Jesus Christus abgedruckt. Urheber: die Friedenskirche Buchholz. Text: „Am frühen Nachmittag verstarb Jesus Christus geb. Jesus von Nazareth“. Oben drüber steht ein Bibelvers aus dem Johannes-Evangelium, unten ist vermerkt, dass es „weitere Infos“ auf der Homepage der Friedenskirche gibt. Dort wiederum ist die fragliche Anzeige auch abgebildet und leitet über zu Einladungen zu Gottesdiensten am Karfreitag und an den Osterfeiertagen.

Das fragt sich: Wie krank ist das denn?! Na klar, man wollte erreichen, dass die Leser beim Blick auf die Seite stutzen und an der Anzeige hängen bleiben – aber diese Art der PR, offensichtlich von amerikanischen Methoden abgeguckt, ist eine Verhöhnung der christliche Botschaft und wird dem Ernst des Themas Tod und Auferstehung in keiner Weise gerecht. Sie beweist erneut, dass dieser Sekte alle Mittel recht sind, um Aufmerksamkeit zu bekommen.

Selbst beim Wochenblatt hat man offenbar eine Ahnung gehabt, dass diese Form der Werbung nicht passend ist. Darum wurde das Inserat auf den Fuß der Seite weggedrückt und mit einer eigenen Marke „Helfer in schweren Stunden“ von den anderen Todesanzeigen getrennt. Aber warum nimmt man so eine Anzeige überhaupt an?

Die Antwort dürfte einfach sein: Eine auf Gewinnstreben ausgerichteter Verlag kann einem guten Anzeigenkunden, einer Freikirche, die den christlichen Glauben zum Schmiermittel der kapitalistischen Leistungsgesellschaft degradiert, natürlich einen kleinen Gefallen nicht abschlagen.

Kristian Stemmler

Neues von der Heimatfront

Veröffentlicht: 2018-03-18 in Überregionales, Widerstand

https://de.indymedia.org/node/18956

Soltau brennt für Afrin

Veröffentlicht: 2018-03-15 in Überregionales

https://de.indymedia.org/node/18878

https://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article213696807/Tuerkische-und-Kurdische-Verbaende-verurteilen-ABrandanschlag.html

Für einen Platz an den Fleischtöpfen der  Macht werfen die alles  über Bord: Die SPD ist die verrottetste Partei im Lande!!

Der medienlotse verfügt wenig Neigung, sich in die von bürgerlichen Pappnasen bestimmte Kommunalpolitik in Buchholz einzumischen. Ausnahmsweise hier aber mal kurze Anmerkungen zum Großprojekt „Canteleu Quartier“ am Bahnhof:

  • Es ist jämmerlich, dass dieses Projekt ohne großen Widerspruch durchgewinkt wird. Keinem fällt auf, wie unglaublich fantasielos die Architektur dieses Quartiers daherkommt. Aber wie sollte es auch?! Wir sind total abgestumpft durch die überall dominierende neoliberale Brachialarchitektur.
  • Wie kann es zudem angehen, dass die Stadt einer auf Profit ausgerichteten Firma, hier der terra real estate, erlaubt, sich mit der Bebauung eines riesigen Areals eine goldene Nase zu verdienen. Wann fangen die Kommunen endlich an, solche Großprojekte selbst zu übernehmen und die Gewinne dem Nutzen der Allgemeinheit zuzuführen, statt „Investoren“ die Lizenz zum Gelddrucken zu erteilen?!

Andererseits: Die Herren und Damen Kommunalpolitiker sind natürlich mit den ganz großen Zukunftprojekten mehr als ausgelastet und können sich um solche Kleinigkeiten nicht kümmern, zum Beispiel mit 3D-Zebrastreifen…

Nach der Bundestagswahl wurde die Frage, ob die bürgerlichen Medien zum Aufstieg der AfD beigetragen haben, heiß diskutiert. Dabei ist es doch völlig unzweifelhaft, dass das braune Gesindel nur dank der zahlreichen Auftritte in TV-Talks wie „Brei mit Illner“ oder wie heißt sowie der überbordenden Berichterstattung bei jedem kleinen Tabubruch von rechts so präsent geworden ist. Bekanntermaßen auch in Buchholz und im Landkreis Harburg – wo das Nordheide Wochenblatt fleißig mithilft, die rechten Hetzer hoffähig zu machen.

Jüngstes Beispiel: Ein reaktionärer Polizeireporter des Wochenblattes namens Thomas Lipinski nimmt das Nazipack in einer Polizeimeldung in Schutz, die in der Ausgabe von Mittwoch erschienen ist. Konkret geht es dabei um Uta Ogilvie, die für die Anmeldung der „Merkel muss weg!“-Demo am Montag am Hamburger Jungfernstieg verantwortlich war. Es handelt sich da um den Versuch, nach Vorbild von Pegida ein wöchentliche „Montagsdemo“ in der Hansestadt zu etablieren.

In der Meldung im Wochenblatt geht es um eine Farbattacke auf das Haus der Ogilvies in Maschen. Lipinski verharmlost in dem Beitrag die Protofaschistin doch allen Ernstes als „Polit-Aktivistin“ und erwähnt mit keinem Wort, wes Geistes Kind die Dame ist und wer sich so alles auf der Demo am Montag herumgetrieben hat, von einschlägig bekannten Neonazis bis zum durchgeknallten Ex-Spiegel-Mann Matthias Mattusek, der von der epidemischen rechten Massenpsychose befallen ist.

Dann zitiert er auch noch einen nicht namentlich genannten Polizisten, der gesagt habe: „Der Anschlag trägt deutlich die Handschrift der linken Gruppen, die bereits beim G-20-Gipfel in Hamburg gezeigt haben, welches Gefahrenpotential in ihnen steckt.“ Wenn das Zitat so stimmt, zeigt es nur, wie sehr ein Teil der Polizei auch in der Region offenbar schon bereit ist, Nazis in Schutz zu nehmen und nur gegen links auszuteilen. Und es lenkt davon ab, dass es bei G 20 vor allem die Polizei war, die gezeigt hat, welches Gewaltpotenzial in ihr steckt – durch maßloses Drauflosprügeln und sinnloses Auflösen von Demos.

Was das Wochenblatt versäumt hat, holt der medienlotse hier nach: die Hintergründe der von Uta Ogilvie angemeldeten Demo zu benennen. Wir veröffentlichen hier in voller Länge einen Beitrag des antifaschistischen Exif-Recherchekollektivs:

Am Montag den 5. Februar 2018 meldete Uta Ogilvie eine Demonstration unter dem Motto „Merkel muss weg“ auf dem Hamburger Jungfernstieg an. Gefolgt sind dem Aufruf Neonazis, rechte Schlägerjungs der 80er Jahre und Menschen in Pelz und Perlenkette. Die Gruppe umfasste fast 60 Rechte aus Hamburg. Bis dato sind alle Aufmarschversuche einen Pegida-Ableger in Hamburg zu etablieren fehlgeschlagen, auch wegen der starken Gegenproteste. Trotz einer vergleichsweise geringen Zahl an Teilnehmenden, zeigte sich am letzten Montag in Hamburg eine äußerst heterogene Zusammensetzung auf der Straße.

Die Anmelderin Uta Ogilvie äußert sich in sozialen Medien mit Sätzen wie: „Ich will mein Land zurück“, teilt Beiträge von der rechten Zeitung «Junge Freiheit» oder​ Akif Pirinçci​​​​​​​. Am 20. September 2017 verfasste sie für das Neu-Rechte Medium «Tichys Einblick» einen Artikel, in dem sie Donald Trumps Klimapolitik befürwortet und sich das politische Ende der „Grünen“ in Deutschland erhofft. Passenderweise ist sie bei dem Hamburger Energie-Dienstleister «EnVersum» angestellt, bei dem ihr Mann Erich Ogilvie die Geschäftsführung inne hat. Auch dieser mobilisierte für die Demonstration am Montag. Er sympathisiert mit der AfD, folgt in sozialen Netzwerken dem Faschisten Heinz-Christian Strache und AfD Politiker Jörg Meuthen, ebenso wie der unter Neu-Rechten beliebten Seite „Lügenpresse“.

In passender Gesellschaft befanden sich die Demonstrierenden mit dem Neonazi Danny Belucis, Mitglied der Kameradschaft «Sektion Nordland», sowie dem NPD Anhänger Sven Mazurek. Beide nehmen regelmäßig an neonazistischen Demonstrationen teil, wie beispielsweise dem «Tag der deutschen Zukunft» oder den «Merkel muss weg» Veranstaltungen, die seit März 2016 in Berlin stattfinden.

Einer der Hauptakteure vom vergangenen Montag, Thomas „Togger“ Gardlo ist die Schnittstelle zwischen dem eher bürgerlich geprägten Teil und den Neonazis, die am Montag auf der Straße waren. Als Türsteher bei verschiedenen Veranstaltungen, häufig im gehobeneren Umfeld, knüpfte er zahlreiche Kontakte in bürgerliche Kreise. Zudem trainiert Gardlo Mitglieder der «Identitären Bewegung» (IB) und Burschenschaftler für den sogenannten Straßenkampf. Bei Veranstaltungen wie dem IB-Stammtisch übernimmt Gardlo auch Schutzaufgaben.

Bereits in der Vergangenheit gelangte Gardlo in die Schlagzeilen, als 2002 aufgedeckt wurde, dass er und sein Bruder, zwei bekannte Neonazis, Personenschützer von Ronald Schill waren. Beide engagierten sich im Umfeld der „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS) und später bei der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP). Auch sind die Brüder mit Wehrsport und paramilitärischen Übungen in Deutschland und dem Ausland in Verbindung zu bringen. Zudem ist Gardlo wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorbestraft. Bei einem Boxkampf 2007 wurde er bei einer öffentlichen Massenschlägerei außerhalb des Rings auffällig. Als Sicherheitsangestellte beleidigten er und seine Kollegen den Boxpromoter Ahmet Ö. rassistisch und provozierten ihn. Aktuell wirbt die Seite „Date4sports.com“ mit der „Türsteher-Legende Togger“ für Outdoor-Bootcamps.

Gardlo, der sich gerne als „Retter“ und „Beschützer“ inszeniert, rief im Rahmen des «G20» in Hamburg am 7. Juli 2017 dazu auf sich in Winterhude vor der Bar «Harms & Schacht» zu versammeln, um den Stadtdteil vor vermeintlichen Randalierern zu schützen. Im Zuge dessen wurden Fotos von vermeintlichen Linken mit der Aussage: „Finden und am Gänsemarkt fesseln und steinigen“ verbreitet. Anwesend war unter anderem auch Eric Eder – IBler, Burschenschaftler und Schützling Gardlos.

Ebenfalls in Winterhude, als auch am Montag bei der Demonstration am Jungfernstieg, war der Hamburger Faschist Claus Döring. Dieser pflegt guten Kontakt zu Burschenschaftlern der «Hamburger Burschenschaft Germania» und zahlreichen Neonazis bundesweit. Ebenso ist er gut bekannt mit Stefan Lüdtke, dem Hamburger Regionalleiter der IB. Der frühere Landesschriftführer der rechten Partei «Die Freiheit», gehörte kurze Zeit zum faschistischen Flügel der AfD, bis er als „Hooligan“ in die Schlagzeilen gelangte. Er nahm an dem Aufmarsch der «Hooligans gegen Salafisten» 2014 in Köln teil und feierte danach in sozialen Medien die Übergriffe des rechten Mobs.

Am besagten Montag schloss sich ebenso eine handvoll Neonazis an, die bereits in den 80er Jahren, beispielsweise bei der rechten HSV Fangruppe «Hamburger Löwen» aktiv waren und bis heute mit Thomas Gardlo bekannt sind. Vergangenen Jahres nahmen die rechten Schläger am sogenannten «Gangs united» Treffen auf der Hamburger Reeperbahn teil, um jahrzehntealte Gangstreitigkeiten zu begraben, in alten Heldengeschichten zu schwelgen und neue Bande zu knüpfen. Damals wie heute basiert ihr Agieren auf chauvinistischen Denkmustern und einem martialischen Männlichkeitsbild – das zentrale ideologische Bindeglied des Zusammenschlusses.

Weiter beteiligten sich am Montag drei Männer, die bisher im Zusammenhang mit der AfD aufgefallen sind. Ein Mann beispielsweise ist als die „rechte Hand“ des (Ex) AfD Mitglieds Ludwig Flocken bekannt. Er nahm an einer „Hooligan“ Demonstration in Magdeburg 2016 teil, zu der er unter anderem mit dem norddeutschen Neonazi-Kader Thomas Wulff anreiste. Ein weiterer anwesender AfD Anhänger tauchte mit dem Kreise um Flocken im Rahmen einer rassistischen Mobiliserung unter dem Namen «Bünt» gegen die Eröffnung einer Unterkunft für Geflüchtete auf.

Bundesweit versammelt sich die neue, völkische Protestbewegung seit Anfang 2016 regelmäßig unter der Parole „Merkel muss weg“ in Berlin. Was NPD & AfD in Metropolregionen zuvor weniger gelang, schaffen offensichtlich neue Strukturen aus unorganisierten Einzelpersonen. In Berlin kann mit der zentralen Klammer „Merkel muss weg“ spektrenübergreifend eine heterogene Masse von hunderten, teils tausenden Menschen mobilisiert werden. Immer wieder reisen auch zahlreiche Neonazis aus Norddeutschland zu diesen Demonstrationen organisiert an.

Dass in der Großstadt Hamburg jede Woche eine rechte Demonstration stattfindet, würde vielen Rechten bundesweit gefallen. So mobilisieren die entsprechenden Hetzseiten «PI-News», «Philosophia Perennis» und «Pegida» bundesweit zu der nächsten Veranstaltung nach Hamburg.

Für diesen Montag ist mit einem größeren Zulauf, sowie mit einer weiteren Vernetzung des rechten Spektrums zu rechnen.

Media Markt Buchholz eröffnet Drive-In

Veröffentlicht: 2018-01-28 in Politik

Die Polizeiinspektion Harburg gibt bekannt:

Am Sonntag den 28.01., gegen 01:13 Uhr, wird der Leitstelle der Polizei zeitgleich die Auslösung der Alarmanlagen bei Famila und Media-Markt im Nordring gemeldet. Mehrere sofort entsandte
Funkstreifenwagen können nur noch die komplett zerstörten Eingangstüren und einen rückwärts im Media-Markt Rolltor eingeparkten Audi feststellen. Die Einbrecher können vor Ort nicht mehr angetroffen werden. Nach ersten Ermittlungen ist davon auszugehen, dass die Täter sich gezielt zu den Laptops begeben haben und mehrere entwendet haben. Der Audi war wenige Tage zuvor bei einem Wohnhauseinbruch im Bereich Scheeßel entwendet worden. Personen, die Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen geben können, werden gebeten, sich bei der Polizei in Buchholz unter 04181-2850 zu melden.

Wie krank ist das denn? Ostereier bei Aldi

Veröffentlicht: 2018-01-26 in Politik

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, wie krank diese Gesellschaft ist: Bei Aldi gibt es bereits Ostereier und Osterhasen – im Januar!

Wenn es gegen Flüchtlinge, Muslime oder Hartz-IV-Empfänger geht, ist bei der Union Volksverhetzung ein Muss. Legendär etwa der Vorschlag des CDU-Mannes Hartwig Fischer, mit Pferdefleisch verunreinigte Lasagne, die aus dem Handel genommen wurde, über die Tafeln an Arme zu verfüttern. Aktuell sorgt CSU-Kollege Manfred Weber mit seinem Spruch von der „finalen Lösung der Flüchtlingsfrage“ für Furore, die an die Formulierung „Endlösung der Judenfrage“ erinnert.

Vor diesem Hintergrund ist es grotesk und verlogen, mit welcher Inbrunst sich die Union als Schutzherr einer anderen Minderheit aufspielt, der jüdischen Mitbürger. Der wochenlange Hype um angeblich explodierenden Antisemitismus im Lande gipfelte jetzt in der Veröffentlichung eines Vorschlags der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Sie will das Aufenthaltsgesetz so verschärfen, dass antisemitische Worte und Taten zur Ausweisung führen können.

Gegen wen sich das richtet, machte Unions-Fraktionsvize Stephan Harbarth deutlich. „Wir müssen auch dem Antisemitismus von Migranten mit arabischem Hintergrund und aus den afrikanischen Ländern entschieden entgegentreten“, sagte er der Welt. Perfider geht’s nicht, wie CDU und CSU noch das Thema Antisemitismus ausschlachten, um gegen Flüchtlinge zu hetzen. Nur zur Info: Nach Zahlen des Bundesinnenministeriums entfielen 2016 rund 94 Prozent „antisemitischer Straftaten“ aufs rechte Spektrum – nur drei Prozent auf „Ausländer“.

Wer jüdisches Leben in Deutschland ablehne, könne keinen Platz in unserem Land haben, sagte Harbarth auch noch. Das ist ja prima! Macht schon mal die Abschiebeflieger für Neonazis und AfD-Wähler startklar. Sollte der CDU-Vorschlag auch für deutsche Staatsbürger gelten, firmiert die AfD bei Wahlen künftig unter „Sonstige“.

Hey Uhlmann, alter Schwede, Unternehmerfreund, Sie kleine rechte Demagogensocke! Wie fühlt sich das als Musterchrist so an, wenn man daheim in Holm-Seppensen unterm Tannenbaum sitzt mit dem wohligen Gefühl, vor dem Fest noch mal so richtig gegen die Ärmsten der Armen, gegen Flüchtlinge, ausgeteilt zu haben. Ist das Ihr Ernst, diese protofaschistische Scheiße ausgerechnet zum Fest abzuliefern, ist das Ihre frohe Botschaft??

In einem als „Weihnachtsgrüße 2017“ titulierten Text, den Sie unter anderem auf der Homepage des von Ihnen geführten Kreisverbands Harburg-Land der Mittelstandsvereinigung MIT ihrer Partei publiziert haben, hetzen Sie in bester AfD-Manier gegen Zuwanderer. Kostproben:

Viele dieser Menschen finden sich in unserer modernen und hochtechnisierten Welt nicht zurecht und können deshalb nur schwer integriert werden. Das Ergebnis sind immer größer werdende problematische Parallelgesellschaften.“

Oder:

Dazu kommt, dass die meisten moslemischen Glaubens sind. Im Gegensatz zur Bibel ist der Koran ein allumfassendes Gesetzeswerk, auch für die Politik. Aber er stammt aus dem siebten Jahrhundert, er kann gar nicht auf die heutige Zeit angepasst sein. Eine Studie hat ergeben, dass zwei Drittel aller in Europa lebenden Moslems die Scharia für wichtiger halten, als die Gesetze unserer Staaten.“

Na, Sie sind jetzt also nicht nur Unternehmensberater, sondern auch Koranwissenschaftler. Die Studie, die Sie da erwähnen, können Sie die vielleicht mal namhaft machen! Diese Zahl von zwei Drittel ist doch kompletter Nonsens! Und dann sollten Sie sich auch mal ein Bild von den evangelikalen Christen hierzulande machen, die gerade im Landkreis Harburg sehr umtriebig sind. Die sind keinen Deut fortschrittlicher oder toleranter als islamistische Fanatiker. Na gut, gegen Evangelikale können Sie ja nichts haben, die hetzen ja nur gegen Muslime, gegen Schwule und andere Minderheiten.

Sie machen sich also Sorgen, dass man die Zuwanderer nicht integrieren kann und dass sie unsere Gesellschaft „überfremden“, wie Sie das wohl ausdrücken, wenn die Presse nicht dabei ist. Dann darf ich Ihnen mal Eines erklären:

Wenn irgendetwas diese Gesellschaft und all ihre Überlieferungen, ihre Bräuche und Traditionen, ihre ganze Kultur zerstört, dann sind es allein der von Ihnen und Ihrer Partei so leidenschaftlich propagierte Kapitalismus und der diesem System eigene Konsumismus. Weihnachten ist doch das beste Beispiel. Die Adventszeit war ursprünglich eine Fastenzeit – der Konsumismus hat daraus die größte Fresserei und Sauferei des Jahres und eine Konsumschlacht ohnegleichen gemacht. Es ist nur noch widerlich!

Im Gegensatz zu den meisten Christen hierzulande, glauben viele Muslime noch wirklich an einen Gott. Denen dürfte ein Verhalten, wie es am heutigen Heiligabend Hunderttausende in Deutschland zeigen, völlig fremd sein – in das Gotteshaus nur einmal im Jahr gehen, um sich blicken zu lassen, ein paar nette Lieder zu sehen und die festliche Atmosphäre zu genießen.

Es gibt keine Kultur, in die wir Flüchtlinge integrieren können, da kann Ihr Parteifreund Thomas de Maizière noch so oft sein schwachsinniges „Wir sind nicht Burka“ wiederholen. Es ist eher umgekehrt: Was Traditionsbewusstsein, familiären Zusammenhalt und Menschlichkeit angeht, können wir von vielen Flüchtlingen noch eine Menge lernen. Aber bleiben Sie man in Ihrer Parallelgesellschaft der hohlen Materialisten und Porschefahrer, da sind Sie bestens aufgehoben.

Merry Christmas

Kristian Stemmler, Buchholz in der Nordheide

Von Kristian Stemmler

Morgen Kinder, wird’s was geben. Und übermorgen, und überübermorgen sowieso. Denn die Regale sind bis zum Bersten gefüllt. Mit Smartphones und Konsolen, Stabmixern und wunderbaren Herrendüften, elektrischen Schallzahnbürsten und Kaffeevollautomaten. Oder diesmal was aus Platin? Scheißegal, Hauptsache der Rubel rollt. Von Black Friday bis White Christmas ist Shoppen angesagt, Leute! Hopphopp, runter vom Sofa!

Manche nennen diese Tage tatsächlich immer noch Advent oder Vorweihnachtszeit, aber das ist natürlich dummes Zeug. Die Wochen vor dem 24. Dezember sind nur noch Eines: eine Konsumorgie ohne Ende, ein Flächenbombardement des Einzelhandels, Amazon Festspiele, Shoppingschlachten. Alle Innenstädte zugepflastert mit Tannenbäumen und blinkenden Sternen, überall Christbaumkugeln, rote Schleifchen, aus Kaufhausboxen rieselt „Driving home for Christmas“. Ein Terror, dem keiner entkommt.

Nie tritt die Verlogenheit und Doppelmoral dieser Gesellschaft deutlicher zu Tage als in dieser Zeit. Das Gedröhne von den christlichen Werten, von „unserer Art zu leben“, das Politiker gebetsmühlenartig nach jedem Anschlag absondern, entpuppt sich als bodenloser Schwindel. Es gibt nichts mehr zu verteidigen. Wie alles Brauchtum sonst ist auch Weihnachten restlos entkernt, eine leere Hülle, nur noch Anlass fürs Kaufen, Saufen und Fressen, für Parkplatzschlägereien und Familiendramen.

Mit dem Ursprung und Sinn des Festes hat das alles nicht mehr das Geringste zu tun. Man muss ja mit dem ganzen Zinnober, überhaupt mit Religion, nicht unbedingt was anfangen können – aber dass das Christentum eine lange Tradition hat und dass dem Kirchenjahr eine innere Logik inne wohnt, lässt sich kaum leugnen. In der Abfolge der Feste ist ein Wechsel von Zeiten der Erwartung mit Zeiten der Erfüllung erkennbar, ein durchaus raffiniert konstruierter und auf die Jahreszeiten abgestimmter Rhythmus.

Der Advent zum Beispiel ist im Ursprung, wie die Wochen vor Ostern, eine Fastenzeit, die der inneren Einkehr und Besinnung dienen soll und der mit der Weihnachtzeit Tage der Feier und Freude folgen. Mit dem 1. Advent beginnt das Kirchenjahr, das eine Woche zuvor mit dem Totensonntag, den die Protestanten auch Ewigkeitssonntag nennen, seinen Abschluss findet. Die zweite Bezeichnung verweist darauf, dass es an diesem Tag nicht nur um Totengedenken geht, sondern auch um das von Christen geglaubte „Ende der Zeit“.

Aber will man von den konsumverblödeten Abendlandverteidigern aus den Reihen von CDU, CSU, AfD & Co. wirklich erwarten, dass sie all das wissen?! Statt den Rummel anzuprangern, kämpfen sie gegen eine „Islamisierung“, entfachen einen Shitstorm nach dem anderen im Internet. Etwa weil die schleswig-holsteinische Kleinstadt Elmshorn ihren Weihnachtsmarkt in „Lichtermarkt“ umbenannt hat, übrigens vor Jahren und ohne irgendwelchen religiösen Beweggründe.

Wie weit muss man in ein Paralleluniversum abgedriftet sein, um nicht zu sehen, dass es allein der Kapitalismus ist, der alles platt macht. Alles was an Traditionen, Ritualen und Bräuchen, ob religiösen Ursprungs oder nicht, noch vorhanden ist, alles, was irgendwie noch Halt geben könnte. Haltlose Menschen sind die besten Konsumenten.

Der Winsener Anzeiger vom heutigen Freitag berichtet über einen Auftritt von Sabine Zunker bei „Stern TV“. Zunker ist eine Tochter von Sylvia Schulze, die mit ihrer jüngeren Tochter Miriam, im Juli 2015 verschwand – als „Fall Schulze“ machte der Vorgang bundesweit Schlagzeilen. In der Sendung räumte Michael Düker, Leiter der damals eingerichteten Sonderkommission, ein, dass die Leichen im Seppensener Mühlenteich, wo sie vermutet wurden, nicht unbedingt hätten gefunden werden müssen, da dort ein tiefer Morast vorherrscht. Aus diesem Anlass veröffentlicht die Redaktion des medienlotse-Blogs, die sich schon damals fragte, warum der Teich nicht trocken gelegt wurde, die Reportage von der Suche im Mühlenteich. Die Auskunft der Polizei damals übrigens: Das Wasser des gesamten Teichs abzulassen sei sehr aufwendig, alte, lange ungenutzte Wehre könnten brechen, was zu Überschwemmungen führen könnte. Der medienlotse meint wie der Winsener Anzeige: Versucht es!

Von Kristian Stemmler

Eine Entenmutter verlässt mit ihren Küken das schützende Schilf, über dem Seppenser Mühlenteich steigt Dunst auf. Eigentlich ist es an diesem regnerischen Abend ganz idyllisch an dieser ruhigen Ecke von Holm-Seppensen. Oder besser gesagt: Es wäre idyllisch, wenn da nicht die vielen Polizisten wären, die vielen Kamerateams und Reporter. Sie sind gekommen wegen einer sensationeller Wende im Fall Schulze, der seit Wochen bundesweit für Schlagzeilen sorgt: Der Fall der Ende Juli verschwundenen Familie aus Drage hat Buchholz erreicht.

Noch wagt es niemand ganz offen auszusprechen, natürlich auch nicht Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, der quasi von Amts wegen zu vorsichtigen Statements verpflichtet ist. Aber folgende Hypothese wird immer wahrscheinlich: Familienvater Marco Schulze (41) ist möglicherweise mit seiner Frau Sylvia (43) und der gemeinsamen Tochter Miriam (12) unter einem Vorwand nach Holm-Seppensen gekommen, hat sie am Ufer des Seppenser Mühlenteichs getötet und die Leichen in dem Gewässer verschwinden lassen.

Vieles spricht für ein solches Szenario. Aber an diesem Montagnachmittag steht erst einmal die Suche nach Mutter und Tochter im Mittelpunkt. Vier Polizeitaucher aus Braunschweig sind nach Buchholz gekommen und suchen seit etwa 16 Uhr den Mühlenteich ab. Zwei Beamte fahren mit einem Schlauchboot das gesamte Ufer ab und suchen dort nach den vermissten Frauen. Insgesamt hat die Polizei rund 35 Beamte im Einsatz.

Warum aber sollte Marco Schulze seine Familie nach Holm-Seppensen gebracht haben, eine Dreiviertelstunde Autofahrt von Drage entfernt? „ Die Familie hatte einen Bezug in die Region. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, erklärt Jan Krüger, der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Schon in der ersten Woche nach dem Verschwinden gab es dazu einen anonymen Hinweis an die Polizei. Nachdem über den Fall Schulze in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy…ungelöst“ berichtet wurde, meldete sich die Zeugin erneut und sagte aus, sie kenne die Familie Schulze und habe sie am 22. Juli auf einem Wanderweg in Holm-Seppensen gesehen.

Da klingelten bei den Ermittlern natürlich die Alarmglocken. Denn am 23. Juli, also einen Tag später, war Marco Schulze das letzte Mal gesehen worden. Er wurde am 31. Juli in Lauenburg tot aus der Elbe gezogen. Mit einem Betonklotz, den er am Körper festgebunden hatte, war Schulze von einer Elbbrücke ins Wasser gesprungen. Der Fund seiner Leiche sorgte bei aller Tragik für erste Klarheit: Wie vermutet, hatte sich ein Familiendrama abgespielt. Doch Mutter und Tochter blieben verschwunden.

„Aktenzeichen xy…ungelöst“ sorgte offenbar für einen neuen Schub in dem Fall. Nach dem Hinweis der Zeugin setzte die Polizei in Holm-Seppensen erfolgreich einen Mantrailer-Hund ein, also einen Spürhund, der Spuren lebender Menschen verfolgt. Er nahm an der Stelle, an der die Zeugin die Familie gesehen hatte, die Witterung auf und führte die Polizei an das Nordostufer des Seppenser Mühlenteichs. Das war der Startschuss für den Einsatz der Polizeitaucher, der heute nachmittag begann.

Natürlich waren auch die Medien sofort zur Stelle, da der Fall Schulze immer noch die Öffentlichkeit im ganzen Land beschäftigt. Am Südwestufer des Mühlenteichs, unweit der verfallenen Mühle hatten Krüger und ein Team einen kleinen Platz für die Presse freigehalten, wo ein halbes Dutzend Kamerateams, Reporter von Rundfunk und Presse ihr Zelt aufschlugen. RTL kam gar mit einem Übertragungswagen an den idyllischen Mühlenteich. Auch das NDR Fernsehen berichtete live.

Jan Krüger stand wie in den vergangenen Wochen wieder geduldig Rede und Antwort. Seit Wochen ist er auf allen Kanälen zu sehen. Auf die Frage, wie viele Interviews er zum Fall Schulze inzwischen gegeben hat, zuckt er nur die Schultern. Über mögliche persönliche Hintergründen des Familiendramas will oder kann er nichts Konkretes sagen. Seine Äußerungen lassen allerdings den Schluss zu, dass es wohl keinen ganz eindeutigen Auslöser gab wie in anderen Fällen.

Ob sich die Hintergründe des Dramas also jemals aufgeklärt werden bzw. ob das überhaupt in die Öffentlichkeit gehört, muss offen bleiben. Nach dem Stand der Dinge leben aber Sylvia und Miriam Schulze nicht mehr. Dass Marco Schulze einen Tag vor seinem Verschwinden mit ihnen am Ufer des Seppenser Mühlenteichs gewesen ist, lässt kaum einen anderen Schluss zu. Am Abend sollte der Einsatz der Taucher abgebrochen werden, um gegebenenfalls am Dienstag fortgesetzt zu werden – dann wird es vielleicht schon endgültige Klarheit geben.

Dass der parteilose Buchholzer Ratsherr Hans-Wilhelm Stehnken nicht alle Latten am Zaun hat, sollte in der Nordheidestadt allmählich bekannt sein. Da sich aber offenbar immer noch kein Veterinär gefunden hat, der ihn für unzurechnungsfähig erklärt, kann der Quartalsquerulant, der es geschafft hat, sogar in der intrigenverwöhnten AfD rauszufliegen, sich in Reichsbürgermanier weiter in der Kommunalpolitik austoben.

Jetzt sind die Pferde offenbar völlig mit ihm durchgegangen. Laut Hamburger Abendblatt vom 2. November fordert Stehnken die schnellstmögliche Aufstellung einer Buchholzer Bürgerwehr. Seine groteske Begründung: „Die aktuellen Beschädigungen und Zerstörungen von Autos haben ein erschreckendes Ausmaß angenommen.“ Er gehe davon aus, „dass es eine ausreichende Anzahl von Mitbürgern gibt, die nach vereinbarten Regeln Streife gehen und damit für Sicherheit und Abschreckung sorgen“.

Zumindest mit dieser Vermutung dürfte der Mann richtig legen. Gibt es doch genug Wichtigtuer wie ihn, die nichts lieber täten, als in irgendeiner Pseudouniform als Möchtegern-Sheriff durch die Gegend zu laufen und Wildpinkler oder Alkis am Bahnhof zu falten. Ob die Buchholzer Polizei sich aber darüber freuen würde..?

Dass die Nordheidemetropole ein besonderer Kriminalitätsschwerpunkt ist, das ist der Redaktion dieses Blogs allerdings noch nicht aufgefallen. Wohnungseinbrüche hier und da, mal eine Sachbeschädigung, ein wenig Vandalismus und dergleichen – wo gibt es das heute nicht?! Angesichts des Wohlstandsgefälle erhebt sich doch eher die Frage, warum nicht viel mehr von diesen klimazerstörenden SUVs, in denen scheintote Rentner zum Shoppen fahren, zerkratzt oder gleich der segensreichen Kraft des Feuers übergeben werden.

Immer noch gilt: Ob im Osten, ob im Westen, ein Mercedes brennt am besten!

Da soll noch einer sagen, es gebe nur schlechte Nachrichten: https://www.mopo.de/hamburg/ueble-attacke-vize-chef-der-jungen-union-an-der-uni-verpruegelt-28733612

Von Kristian Stemmler

„Du kannst nicht Gott dienen und dem Mammon!“ übersetzte Martin Luther einst einen Satz aus dem Matthäus-Evangelium. Wobei die Betonung auf dem „und“ liegt. Der in diesen Tagen vielzitierte Reformator kannte allerdings die CDU noch nicht – und die kann beides spielend miteinander verbinden: Man gibt sich christlich und traditionsbewusst und tanzt doch beschwingten Schrittes um das goldene Kalb. Ob im fernen Berlin, wo man die Gesetze macht, die Reicher reicher werden lassen, oder hier in der Provinz, in Buchholz in der Nordheide.

Tatsächlich bahnt sich in unserer aller Kleinstadt ein Tabubruch an, der sogar die evangelische Kirche, die sonst fast jede Kommererzialisierung abnickt, Teile der kommunalen Politik und das Nordheide-Wochenblatt auf den Plan rief. Und zwar soll der alljährliche Weihnachtsmarkt auf dem Peets Hoff in diesem Jahr am 20. November beginnen, mithin zum Beginn der „stillen Woche“, noch vor dem Buß- und Bettag und dem Ewigkeitssonntag, auch Totensonntag genannt, und zwei Wochen vor dem 1. Advent.

Das Dollste an dem Vorgang: Der Vorsitzende des Vereins Buchholz Marketing, der den Weihnachtsmarkt veranstaltet, ist Jan Bauer, der auch Mitglied des Buchholzer Stadtrates ist. Und für welche Partei wohl? Genau, die mit dem Wort „Christlich“ im Namen. Vor dem Rat gab er sich zerknirscht, wie das Wochenblatt berichtet. Man habe den Schaustellern ein attraktives Angebot machen wollen und stehe schließlich in Konkurrenz zu anderen Märkten. Jetzt könne man nichts mehr ändern, so Bauer, denn die Verträge seien gemacht.

Mit anderen Worten: Uns sind christliche Werte und Traditionen so etwas von sch…egal, wenn es um die Kohle geht. Pastorin Brigitte Bittermann und Pastor Michael Wabbel von der Paulus-Gemeinde drückten es etwas vornehmer aus. Mit großem Befremden hätten sie die Vorverlegung des Weihnachtsmarktes zur Kenntnis genommen, schrieben sie in einem Brief. Es werde die Tradition durchbrochen, an den stillen Tagen Ende November Zeit und Raum zu lassen für „Lebensfragen, die sonst kaum ihren Platz finden“.

Natürlich ist es erfreulich, wenn die Kirche sich an ihren Auftrag erinnert und gegen die kommerzielle Ausbeutung ihrer Feste angeht. Aber das sind Rückzugsgefechte, vor allem weil man eben ansonsten dieses bürgerliche System voll mitträgt. Und das folgt nun mal eher Grundsätzen, wie sie in der Scientology Church gelehrt werden – „Macht Geld, mach mehr Geld!“ -, als christlichen Prämissen. Christliche Traditionen, überhaupt Traditionen zu bewahren, gleicht in dieser Gesellschaft dem Versuch, in einer Sauna Eiswürfel herzustellen.

Dank an die etablierten Parteien CDU/CSU, SPD und Grüne: Eure konzern- und kriegsfreundliche Politik im In- und Ausland hat uns die Nazis im Parlament beschert! Und jetzt wiederholt sich die Geschichte: Das Bürgertum wird von einem großen Zittern überfallen, wenn die Ungeheuer, die es im Hinterhof selbst herangezüchtet hat, an ihren Ketten zerren.

https://www.jungewelt.de/artikel/318801.die-eu-kanzlerin.html

Link der Woche

Veröffentlicht: 2017-09-23 in Überregionales, Politik

http://lowerclassmag.com/2017/09/warum-ich-nicht-waehlen-gehe/

Wer in diesem kranken Land wählen geht, ist mit verantwortlich für die ganze Scheiße.

Im Feudalkapitalismus der Bankster, Spekulanten und Milliardäre haben Sozialdemokraten eine klare Stellenbeschreibung: Kohle ranschaffen, damit die größten Kokshaufen noch größer werden. Seit 1998 sitzt die SPD mit einer Unterbrechung von vier Jahren in allen Bundesregierungen und hat die Enteignung Armer, Alter und Kranker zur Zufriedenheit der Auftraggeber erfüllt.

Arnold Schölzel, junge Welt vom 25.8.17

Screenshot Flora AdBusting

Wichtig als Informationsquelle und Diskussionsforum: das verbotene Portal linksunten.indymedia.org

Das System zeigt erneut seine brutale Fratze! Gestern ist das Portal linksunten.indymedia vom Netz genommen und verboten worden. Das passt ins Bild: Während in den Bestsellerlisten faschistische und protofaschistische Bücher nach oben schießen wie das antisemitische „Finis Germania“ oder das Machwerk „Wir können nicht allen helfen“ vom grün-braunen Tübinger Oberbürgermeister Boris Palmer, während die AfD in Umfragen für die Bundestagswahl zweistellige Werte erreicht, während die Islamophobie nach jedem Terroranschlag in Europa weiter angeheizt wird, während sich rechter Abschaum auf Seiten wie politically incorrect straflos austoben darf, hauen De Maizière und seine Spießgesellen links auf alles ein, was sich bewegt.

Aus der Perspektive der Herrschenden völlig logisch: Nur die Radikale Linke stellt wirklich die Besitzverhältnisse in Frage – und sind damit für alle die eine Gefahr, die an nichts anderem ihr Herz so gehängt haben wie den Profit und das Eigentum.

„Crisis? What Crisis?“, hieß vor Jahren eine Schallplatte der Band Supertramp, deren Cover einen Mann zeigte, der sich vor dem Hintergrund einer Trümmerlandschaft in einem Liegestuhl aalte. So hält es auch der gemeine Mittelschichtler von heute: Mag die Welt aus den Fugen geraten, wir konsumieren und feiern, als gäbe es kein Morgen! Und das gilt für eine Kleinstadt wie Buchholz natürlich ebenso wie für Hamburg oder jede andere große und kleine Stadt des Landes.

Alle Nase lang fahren auf den öffentlichen Plätzen irgendwelche Foodtrucks vor und es wird gesoffen und gefressen, was das Zeug hält. Oder man gibt sich auf Schützenfesten die Kante. Oder bei Dorffesten oder an verkaufsoffenen Sonntagen oder oder, scheißegal! In Buchholz wird am Wochenende mal eben der Marktplatz, also der zentrale Platz der Stadt, komplett abgesperrt, damit saturierte Mittelschichtler sich dortselbst irgendwelche Musicalscheiße reinziehen können.

Und alle sind sie begeistert über dieses fabelhaft Event. Der Chef der das Konzert organisierenden Empore natürlich, aber auch der Boss der Volksbank, denn man sponsert natürlich fleißig. Das Wochenblatt ist auch mit dabei, man legt mal wieder ein Kollektiv auf und greift fleißig Anzeigen ab. Hinterher werden sie alle völlig außer sich sein, wie toll und großartig es war. Selbstbespiegelung, bis der Arzt kommt. Aber der kommt gar nicht, weil man das alles für normal hält.

Kristian Stemmler

http://lowerclassmag.com/2016/07/die-anatomie-der-westliche-Trauergemeinde/

„Unsere Art zu leben“ sei in Spanien angegriffen worden, behauptet nicht nur die deutsche Kanzlerin – was für ein Schwachsinn! Was meint Ihr denn damit: Konsum, Konsum, Konsum, Eventhopperei, Tourismus bis zum Erbrechen, oder wie?! Und was soll dieses falsche Wir. Die sind doch für das Erblühen des Terrorismus verantwortlich, die Verbrecher in den westlichen Regierungen und Konzernen!

Die Gewalt, die sie in die armen Länder vor allem muslimischer Prägung tragen, schlägt in die europäischen Metropolen zurück. Libyen zerstört, Syrien in Schutt und Asche gelegt – das Werk vor allem der USA, von Frankreich, Großbritannien und der Golfdiktaturen, mit denen man kooperiert.

Unsere verlogenen Mainstreammedien haben wieder nichts anderes zu tun, als den Sündenbock-Mechanismus zu bedienen, der „böse Islamist“ sei schuld oder gar der Islam als Ganzes. An die Zusammenhänge traut man sich nicht heran. Damit wird der protofaschistischen AfD und anderen Nazi-Organisationen Vorschub geleistet. Gute Nacht, Europa!

Von Kristian Stemmler

Bescheidenheit ist eine Zier, doch weiter kommt man ohne ihr. Dies scheint das unausgesprochene Motto eines Mitglied des Buchholzer Stadtrates zu sein, das offenbar alles übertrifft, was es in diesem Gremium bisher an Auffälligkeiten und Skandalträchtigkeit gegeben hat. Wer den Autor dieser Zeilen für einen „bunten Vogel“ gehalten hat, sollte sich korrigieren angesichts der Nummer, die der parteilose Ratsherr Hans-Wilhelm Stehnken gebracht hat. In manchem erinnert der Mann an das legendäre Kreistagsmitglied Erich Romann.

Wie der Ex-Pirat Romann scheint auch Stehnken immer mehr in eine Scheinwelt abzudriften, in der nur seine eigene Realität gilt. Diesen Mann als Querulanten zu bezeichnen, ist noch leicht untertrieben. Wer es schafft, sich nicht nur in der CDU mit jedem anzulegen, sondern auch in der protofaschistischen AfD in Rekordzeit mit allen über Kreuz zu liegen, der ist schon was ganz Besonderes. Denn zur AfD gehören Querulantentum und notorisches Intrigieren eigentlich dazu wie der SUV zum Profilneurotiker.

Immerhin hat Stehnken es geschafft, auf AfD-Ticket in den Stadtrat einzuziehen, mit der er jetzt das ideale Forum gefunden hat, um seine unübersehbare Eitelkeit zu pflegen. Zuletzt hat er allerdings dabei etwas überzogen. Wie die Abenblatt-Beilage Harburger Rundschau vor kurzem berichtete, wurde der 65-Jährige von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) ins Rathaus zitiert. Am Gespräch nahmen auch der Ratsvorsitzende Peter Noetzel (CDU) und sein Stellvertreter Joachim Zinnecker (Grüne) teil. Ein Vorgang, der wie Röhse zitiert wird, einmalig in der Buchholzer Ratsgeschichte sein dürfte.

Was war passiert? Stehnken hatte auf seiner neuen Homepage, die er in seiner eingangs erwähnten Bescheidenheit stehnken-news.com benannt hat, angeblich satirisch gemeinte Beiträge eingestellt. Darin bezeichnete er SPD-Fraktionschef Wolfgang Niesler als „skurril-seltsame, beinahe geheimnisvolle Kreatur“, die wie aus der Zeit gefallen wirke und deshalb aufs Abstellgleis gehöre.

Gabriele Wenker, Fraktionschefin der Grünen, attestierte er, für diese Aufgabe „in keiner Weise geeignet“ zu sein. Ihre Redebeiträge seien „einfältig, trist und mitunter unverschämt“. Garniert gewesen seien die Texte, so das Abendblatt, mit „äußerst freizügigen Aktfotos“ und dem Slogan, Provinzpolitik könne durchaus „geil sein“. Stehnken habe geschrieben, er könne sich aber auch Wenker-Fotos im Bikini oder reizvoller Unterwäsche vorstellen.

Was daran Satire oder gar lustig sein soll, ist in der Tat schwer zu erkennen. Jedenfalls gelang es Röhse, Noetzel und Zinnecker den Ex-Afdler so zu bearbeiten, dass er widerrief, die inkriminierten Formulierungen und Bilder von der Website entfernte und sich schriftlich bei Niesler und Wenker entschuldigte. Aber damit ist die Sache keineswegs erledigt, wie man sich denken kann, wenn man die „Karriere“ des Herrn Stehnken auch nur von Ferne verfolgt hat.

Denn mit Datum vom gestrigen Dienstag hat er ein mit „Rücknahme der Entschuldigung“ betiteltes Schreiben an Wenker und Niesler formuliert und auf der Homepage eingestellt, in dem er behauptet, von „mehreren“ anderen Ratsmitgliedern sei ihm mitgeteilt worden, seine Beiträge seien als Satire verstanden worden. Dies seien „im übrigen zulässige Stilmittel“. Bürgermeister und der Ratsvorstand hätten ihm „einen abweichenden Sachverhalt dargestellt“. „Moralisierend“ sei auf ihn eingewirkt worden, er habe „unbegründete Schuldgefühle“ entwickelt – daher nehme er die Entschuldigung zurück.

Dem Mann ist offenbar nicht mehr zu helfen. Das zeigt auch seine, immerhin von einer Werbeagentur designte Homepage. Schon die Startseite ist von unüberbietbarer, aber unfreiwilliger Komik, denn dort bezeichnet sich Stehnken allen Ernstes als „Der Rebell“, was das Hamburger Abendblatt übrigens dämlicherweise in der Zeile übernommen hat. Tja, liebe Kollegen, da hättet Ihr Euch die Homepage vielleicht etwas genauer anschauen müssen.

Wer nämlich die etwas weiter hinten zu findenden Texte liest, stellt schnell fest, dass der Wirtschaftsingenieur alles andere ist als ein Rebell, sondern ein übler Rechtspopulist und Hetzer, der sich offenbar mit den Spießgesellen von der AfD nur aus persönlichen und nicht aus inhaltlichen Gründen zerstritten hat. Wir treffen da auf die weit in die bürgerliche Mitte reichende, krankhafte Islamophobie. „Islamisten, Salafisten und Dschihadisten“, das sei „das Mega-Problem“, das der Rechtsstaat nicht in den Griff bekommt.

Leider zeigt sich immer wieder aufs Neue, dass es den Strippenziehern des Systems nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion gelungen ist, einen neuen „Erbfeind“ zu kreieren. Die geringe Intelligenz vieler Mittelschichtler oder deren verbissene Entschlossenheit, den Platz an der Futterkrippe zu verteidigen, haben dazu beigetragen, dass „der Islamist“ heute als die Bedrohung schlechthin gilt.

Macht mal die Augen auf, Leute, guckt mal in den Spiegel! Diese von Euch getragene „Zivilisation“ trägt den Wahnsinn und die Krankheit in sich. Das Krebsgeschwür heißt Kapitalismus oder Gier, nennt es, wie Ihr wollt.

Von Kristian Stemmler

Der König von Sprötze hält Hof. Heute können die vereinigten Konsumenten von Buchholz und Umgebung sein neues Werk bewundern – Uli Schreiber lädt zur Einweihung seines neuen „Edeka Frischemarktes“ im spießigsten Ortsteil der Stadt. Der Mann, der in Sprötze alles darf, sogar gegen geschriebenes Recht verstoßen, diktierte den Lohnschreibern der hiesigen Anzeigenblätter in den Block, der Neubau sei notwendig geworden, „um den Kunden ein zeitgemäßes Einkaufserlebnis zu bieten“. Aha!

Da die Familie Schreiber ja jetzt einen so schönen großen neuen Markt hat und bestimmt inzwischen auch recht viel Kohle angehäuft hat, ist sie sicher auch nicht mehr darauf angewiesen, ihren Laden am Sonntag gesetzeswidrig zu öffnen. Da laut Wochenblatt die Verkaufsfläche rund 1500 Quadratmeter beträgt, gibt es da keine Ausrede mehr. Und dass die bisherige Sonntagsöffnung in die Gottesdienstzeiten fällt, hatten Schreibers ja bereits – ohne den Hauch schlechten Gewissens – vor einiger Zeit zu Protokoll gegeben.

Dass die Pastorin der evangelisch-lutherischen Kreuzkirchengemeinde Sprötze, Ulrike Seebo, sich nicht entblödete, die Baustelle des jetzt fertigen Lebensmittelmarktes „zu segnen“ – das lässt einen tatsächlich sprachlos zurück. Verlegen Sie doch den Gottesdienst gleich zu Schreibers Edeka, Frau Seebo, dann wird’s wenigstens voll…

Hubschrauber terrorisieren Buchholz!

Veröffentlicht: 2017-07-28 in Lokales

Hubschrauberflüge jetzt schon täglich mehrfach über Buchholz – was soll das? Als den Buchholzern der Hubschrauberlandesplatz am Krankenhaus schmackhaft gemacht wurde, hieß es, diese Flüge seien die Ausnahme, das Krankenhaus brauche den Landeplatz vor allem, um seinen Status als berufsgenossenschaftliches Krankenhaus behalten zu können. Alles Lüge??

Sachdienliche Hinweise bitte an die Verwaltung der Stadt oder das Nordheide Wochenblatt!

musik für den tag

Veröffentlicht: 2017-07-17 in Überregionales

der werbeblock

Veröffentlicht: 2017-07-10 in Widerstand

Den Schuss nicht gehört?? Mit unseren Empfängern im Ohr hören Sie wieder aufs Wort! Audizone Hörgeräte

 

Ist der Gipfel erst erreicht, kann es nur noch steil bergab gehen. Das muss man als Fischkopp nicht wissen. Olaf Scholz lernt es gerade. Er hat G 20 immer für ein Kürzel einer Gruppe von Staaten gehalten und muss schmerzhaft erleben, dass in Wirklichkeit „20 g“ gemeint ist, also das Zwanzigfache der Erdbeschleunigung, mit der er gerade zu Tale fährt. Das ist recht schnell.

Aus wie immer gut unterrichteten Kreisen hat junge Welt erfahren, dass bereits am Programm für das Abschiedskonzert von Hamburgs Erstem und Einzigen Bürgermeister (SPD) gewerkelt wird. In der Parteizentrale der Hamburger SPD an der Kurt-Schumacher-Alle und in der Senatskanzlei ist man sich im Klaren, dass Scholzens Schussfahrt nicht mehr zu stoppen ist.

Fürs Abschiedskonzert kommt natürlich nur die Elbphilharmonie in Frage, die „König Olaf“ quasi im Alleingang dem Hamburger Steuerzahlern abgerungen hat. Leider haben alle namhaften Orchester aus Hamburg und Umgebung bereits abgewunken, da man sich den Ruf nicht mit einem Konzert für einen Rohrkrepierer versauen will. Mit gutem Zureden und einer Zuwendung konnte schließlich das Polizeiorchester Hamburg gewonnen werden.

Gegeben werden soll ein buntes Potpourri aus E- und U-Musik, soviel konnte jW in Erfahrung bringen. Gesetzt sind auf jeden Fall die Songs „Time to say goodbye“, „Yesterday“ „Hit the Road Jack“ und etwas von Ton, Steine, Scherben. Wenn das Orchester es mit dem Proben bis zum Rücktritt des Bürgermeisters schafft, will es auch noch eine Big-Band-Version von Joseph Haydns Abschiedssinfonie zu Gehör bringen. Kristian Stemmler

Bild  —  Veröffentlicht: 2017-07-09 in Widerstand

Donnerstag, 6. Juli 2017

Das Knattern eines Hubschraubers reißt mich aus dem Schlaf. Das ist der Sound des G-20-Gipfels. Für alle, die das Pech haben, in Hamburgs Innenstadt und in angrenzenden Vierteln zu wohnen oder sich an diesen Julitagen dort aufzuhalten. Halb sechs zeigt der Radiowecker. Eigentlich wollte ich ausgeschlafen sein für diesen ersten der drei »heißen Tage« der Demonstrationen gegen das Spitzentreffen der G 20. Lauwarmen Protest gab’s ja schon. Am Sonntag, die Demo vom Bündnis »G-20-Protestwelle«, das vom Kampagnennetzwerk Campact angeführt wird, mit Bötchen auf der Alster, bunten Ballons, einem »Bannermeer«.

Heute ist die andere Fraktion dran. Am Nachmittag soll die Kundgebung mit dem Motto »Welcome to hell« auf dem Fischmarkt beginnen. Seit Wochen verteufeln die Mainstreammedien ihre Organisatoren als üble Polithooligans, die halb Hamburg in Schutt und Asche legen wollen. Während ich mir ein Leberwurstbrot zwischen die Kiemen schiebe, denke ich über die Blödheit dieser Propaganda nach. Den Anmelder der Demo, Andreas Blechschmidt, kenne ich zumindest als reflektierten Menschen. »Chaot« wäre die letzte Bezeichnung, die mir zu ihm einfallen würde.

Dass auch Leute zum G-20-Gipfel anreisen, die die Cops nicht besonders mögen und Gewalt gegen Sachen für legitim halten, liegt auf der Hand. Aber Schutt und Asche? Aleppo liegt in Schutt und Asche, Mossul, Sanaa – also Städte in Regionen, die von den Herrschaften, die sich morgen und übermorgen in den Messehallen zum Stelldichein treffen, als geostrategisch wichtig bewertet werden.

Für die Gipfeltage habe ich mich bei einer Bekannten im zentralen St. Georg einquartiert, da ich sonst täglich von der Peripherie in die Stadt hätte fahren müssen. Von hier aus lassen sich leicht alle wichtigen Stätten erreichen. Heute möchte die Redaktion der jungen Welt in Berlin eine Reportage von mir: Hamburg am Vortag des Gipfels.

Also los. An der Langen Reihe, der bekanntesten Straße im Bahnhofsviertel, ist nichts los. Nur zwei Mitarbeiter der Stadtreinigung pusten mit Laubbläsern Blätter vom Gehweg auf die Fahrbahn. Zwei Straßen weiter steppt der Bär. Der Holzdamm wird von der Polizei besetzt. Am Ende der Straße steht ein Haus am See, das Atlantic Hotel am Ufer der Außenalster. Hier will Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Abend mit US-Präsident Donald Trump ein paar Worte wechseln.

Eine Hundertschaft aus Nordrhein-Westfalen hat das Nobelhotel abgeriegelt. »Haben Sie’n Badge, n’ Ausweis?«, fragt mich ein Polizist, als ich versuche, durch die Absperrung zu kommen. Ich verneine. »Dann müssen Sie außenrum gehen!«

Ich lass’ mich weiter treiben durch meine Heimatstadt. Am Jungfernstieg, am südwestlichen Ufer der Binnenalster liegt der Apple Store, ein Tempel der Konsumgesellschaft. Wie Reliquien liegen die Maschinen mit dem Apfel auf der Rückseite auf Designertischen. Hier dürfen Jugendliche nach Herzenslust daddeln, hier werden sie »angefixt«. Noch ist der Laden dicht, ein Mann putzt die mindestens fünf Meter hohe Frontscheibe. Würde sich lohnen für die »Gebrüder Glasbruch«.

Ich guck’ mich noch unten an der Elbe um. Am Fischmarkt steht ein einsamer Peterwagen, wie die Streifenwagen der Polizei früher genannt wurden. Auf dem kopfsteingepflasterten Platz wird die Bühne aufgebaut für die Redner und Musiker, mit deren Auftritten heute nachmittag die Demo beginnen soll. Um halb neun am Morgen ist es noch himmlisch ruhig.

Acht Stunden später ist der Platz bis auf den letzten Quadratzentimeter mit Menschen gefüllt. Gelassene Atmosphäre. Viele sitzen auf dem Kopfsteinpflaster, halten das Gesicht in die Sonne, quatschen. Ich treffe mich mit den Kollegen vom Team, das jW für den Gipfel nach Hamburg entsandt hat, am »Lauti«. Ein paar Absprachen über das weitere Vorgehen, dann sehe ich mich ein wenig um.

So viel Polizei habe ich am Hafen noch nie gesehen. Im November 1987 war ich für das Hamburger Abendblatt als Reporter an der Hafenstraße unterwegs, bei den legendären besetzten Häusern, ein paar Schritte vom Fischmarkt entfernt, die Räumung stand bevor. Rund 5.000 Polizisten standen Gewehr bei Fuß, doch der damalige Bürgermeister Klaus von Dohnanyi handelte in letzter Minute einen Kompromiss aus. Die Uniformierten blieben untätig. Das dürfte heute anders sein, und das Polizeiaufgebot erscheint mir größer als vor 30 Jahren.

Die Reden auf der Bühne sind gehalten. Da die Lage friedlich wirkt, stehe ich zwischen dem Aufzug, der sich formiert, und der Polizei. Die hat eben ihre Mannschaftswagen abgezogen, es befinden sich aber immer noch Hundertschaften, zwei Wasserwerfer und ein Räumpanzer auf der Fahrbahn. Merkwürdig. Der Aufzug setzt sich in Bewegung, ist aber erst einige Meter weit gekommen, als plötzlich Polizeiketten und Wasserwerfer vorrücken und ihn stoppen. Allgemeine Verwirrung. In der Nähe sehe ich Timo Zill, Pressesprecher der Hamburger Polizei. »Warum stoppen Sie die Demonstration?« bestürme ich ihn. Es hätten sich Teilnehmer vermummt, da gebe es keinen Spielraum, sagt er mir.

Es folgen Minuten des Wartens. Dann geht alles ganz schnell. Polizei und Wasserwerfer rücken weiter vor, Einheiten in Kampfmontur gehen mitten in den Aufzug hinein, es fliegen Flaschen, Bengalos werden gezündet, in Panik klettern Demonstranten die übermannshohe Flutschutzmauer hoch, auf deren Krone ein breiter Weg verläuft. Die Stimmung ist von einem Moment auf den anderen gekippt.

Ich habe mich auf eine der Treppen am Elbhang zurückgezogen. Spontan fällt mir ein Artikel ein, den ich kürzlich über den Schah-Besuch vor 50 Jahren in Berlin gelesen habe. Bei der Demo am 2. Juni 1967 wurde das Vorgehen der Polizei gegen die Demonstranten als »Leberwursttaktik« bezeichnet: zumachen, quetschen, aufstechen – Panik erzeugen.

Dafür sind die Bedingungen hier günstig: Rechts der Demonstration ist die Flutschutzmauer, auf der anderen Seite sind Häuser, vorn Polizisten und Wasserwerfer, hinten drängen Demonstranten nach. Andere, mit denen ich spreche, fürchten eine Katastrophe wie bei der Loveparade 2010 in Duisburg, bei der 21 Menschen starben und weitere 541 schwer verletztet wurden.

Mit der Polizeiattacke auf die Demospitze ist jedenfalls das Chaos ausgebrochen. Wie angestochen stürmen Einheiten mit gezogenem Schlagstock auf die Flutschutzmauer, wo Hunderte Menschen stehen, schlagen wahllos um sich. Die Wasserwerfer schießen in alle Richtungen.

Ich bin jetzt oberhalb der Hafenstraße und sehe dort Gruppen von schwarz gekleideten Autonomen durch die Straßen streifen. Man merkt ihnen an, dass sie wütend und auf Action aus sind. Schon bald sieht man über Altona und der Elbchaussee Rauchsäulen aufsteigen. Sie haben die Bilder, die sie haben wollten.

Freitag, 7. Juli 2017

Und täglich grüßt der Helikopter. Pünktlich um halb sechs ist er wieder da, über den Dächern von St. Georg. Fünf Stunden Schlaf müssen reichen an diesen Tagen. Kurze Dusche, Kaffee trinke ich im alternativen Medienzentrum FC/MC im Ballsaal des Millerntor-Stadions. Das ist eine ehrenamtlich organisierte Einrichtung, die ein Gegenangebot zum Hochsicherheitsambiente des offiziellen G-20-Medienzentrums sein soll und natürlich vor allem linke Journalisten anzieht.

An diesem Morgen ist es dort ruhig. Die meisten Kollegen dürften im Hafen und rund um die Messehallen unterwegs sein, wo das Bündnis »Block G-20 – Colour the red Zone« mit Tausenden Straßen blockieren will. Im Internet, in dem nicht nur jW, sondern auch viele andere Medien Live-Blogs zum Gipfel anbieten, kann ich verfolgen, dass die Polizei ihre Knüppel-aus-dem-Sack-Politik von gestern fortsetzt. Die Wasserwerfer regieren. Ich schreibe André Scheer, der das jW-Team leitet, eine SMS, dass ich die heutige Pressekonferenz im Medienzentrum verfolge.

Die Informationsveranstaltungen der Pressevertreter finden hier quasi im Freien statt, auf der Stadiontribüne. Die Sonne scheint, keine Wolke am Himmel, verhandelt wird aber Betrübliches. Michael Martin, Mitveranstalter der »Welcome-to-hell«-Demonstration erklärt, die Schuld für die Eskalation gestern läge allein bei der Polizei. Hinterher erläutert er mir in einem Interview für den Anti-G-20-Blog der jW, was er damit meint: In Fortsetzung der Linie der letzten zwei Wochen sei es Senat und Polizei offenbar darum gegangen, die Bahn frei zu machen für ein hartes Vorgehen gegen die Proteste an den beiden Gipfeltagen.

Nachdem ich das Interview in den Laptop gehackt und nach Berlin gemailt habe, informiere ich mich per Internet über die Lage. »Great Meeting« hat Trump über sein Treffen mit Merkel getwittert. Aber was in den Messehallen geredet wird, interessiert mich wenig. Über diese Art von politischen Zusammenkünften ist mit einem Zitat des legendären US-Satirikers und Journalisten Ambrose Bierce (1842–1914) alles gesagt. Ein Bündnis in der internationalen Politik definierte er als »die Vereinigung zweier Diebe, die ihre Hände so tief in den Taschen des anderen stecken haben, dass sie nicht unabhängig voneinander einen dritten ausplündern können«.

Ansonsten quillt die Empörung über die »Krawalle« von gestern aus den Blogs und Websites der Mainstreammedien. Die Kollegen greifen tief in die Klischeekiste: »Schneise der Verwüstung«, »Spur der Zerstörung«, »bürgerkriegsähnliche Zustände«, »Krawallbrüder«, »linke Terroristen«. Die Law-and-Order-Fetischisten beherrschen ihre Instrumente.

Genug davon. Ich will wieder auf die Straße. Hier herrscht eine merkwürdig surrealistische, aber auch magische Atmosphäre, irgendwas zwischen autofreier Sonntag, Silvester und Sommerfest. Ich gehe die Budapester Straße hinauf zum Schanzenviertel. Alle fünf Minuten kommt ein Auto, ansonsten gehört die Straße Radfahrern, Skateboardern und Fußgängern. Dass ausgerechnet beim G-20-Gipfel die Parole »Reclaim the Streets!« wahr geworden zu sein scheint…

Da ich keinen Auftrag mehr habe und es schon halb fünf ist, könnte ich mich in mein Bett begeben und ein wenig Schlaf nachholen. Daraus wird nichts. Schon vom Sievekingplatz aus sehe ich, dass der Holstenwall abgeriegelt ist durch einen Wasserwerfer, Absperrgitter und Polizisten. Offenbar wird für die Herrschaften hier eine »Protokollstrecke« freigehalten.

Ich gehe über die Glacischaussee und Ludwig-Erhard-Straße zum Michel. An der berühmten Kirche sind jede Menge Aktivisten unterwegs und etliche Touristen, aber auch viel Polizei. Unten am Rödingsmarkt geht es auch nicht weiter. Protokollstrecke. Jetzt wird mir klar, dass offenbar die Wege frei gehalten werden sollen, um die hohen Gäste von den Hotels zur Elbphilharmonie zu karren, wo Merkel ihnen die Neunte von Beethoven servieren will.

Kein Durchkommen auch einen Kilometer weiter, kurz vorm Axel-Springer-Verlag. Hier stehen Berliner Polizisten. »Sie kommen nirgendwo durch«, meint einer, »aber wissen Sie, ich bin Berliner, ich kenn’ das jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit.« Ich rufe die Kollegen an, die in der Hauptstadt den Anti-G-20-Blog bearbeiten und berichte, dass die Polizei offenbar in der Innenstadt ganze Viertel voneinander abgetrennt hat – die größte Einkesselung in der deutschen Polizeigeschichte.

Man will eine Meldung dazu, die ich im Medienzentrum absetze. Dann versuche ich erneut, es ist schon früher Abend, zu meiner Unterkunft in St. Georg durchzukommen. Am Neuen Pferdemarkt direkt neben dem Schanzenviertel braut sich gerade was zusammen. Die gesamte Budapester Straße ist mit Mannschaftswagen besetzt, am Südrand des Neuen Pferdemarktes stehen fünf Wasserwerfer und jede Menge Polizei in voller Montur.

Auch wenn die Kollegen da vermutlich ein Auge drauf haben, sehe ich mir die Sache näher an. Reporterneugier. Offenbar wird der Eingang zum Schanzenviertel, also Schulterblatt und Schanzenstraße, gegen den Angriff der Polizei verteidigt. Mehrfach rücken Wasserwerfer und Polizeiketten vor, um unter dem massiven Bewurf mit Steinen und Flaschen wieder zurückzuweichen. Ich versuche in einem großen Bogen durch Altona mein Quartier zu erreichen. Das gelingt mir schließlich über die Max-Brauer-Allee. Dabei komme ich auch am anderen Ende der Straße Schulterblatt vorbei.

Da steht keine Polizei. Merkwürdig. Strategisch etwas unlogisch, ein Areal nur von einer Seite zu attackieren, wenn es mehrere Zugänge gibt. Aber das ist nicht mein Problem. Ich bin froh, dass am U-Bahnhof Schlump die Züge fahren, lasse mich eine halbe Stunde später todmüde ins Bett fallen.

Samstag, 8. Juli 2017

Kurz nach fünf bin ich hellwach. Ganz ohne Hubschrauber. Der Ausnahmezustand in Hamburg versetzt auch meine Psyche in Aufruhr. Ein Ergebnis: verkürzte Schlafphasen. Egal. Heute ist der Festtag der Protestwoche. Heute ist die Großkundgebung »Grenzenlose Solidarität statt G 20«. Alle Versuche der Herrschenden zu demobilisieren, werden nicht fruchten. Auch nicht das, was gestern Nacht noch im Schanzenviertel geschah, als ich schon wieder in St. Georg war. Ich verschaffe mir im Internet einen Überblick.

Wut hat sich entladen, Läden wurden geplündert. Die Polizei habe sich stundenlang nicht ins Viertel getraut. Erst Sondereinsatzkommandos, bewaffnet mit Maschinenpistolen, hätten »die Ordnung wieder hergestellt«. Mir läuft ein kalter Schauer über den Rücken. Der Bürgerkrieg sollte an diesen Tagen an der Elbe geübt werden, das war mir vorher klar – aber dass es so aussehen würde.

Ich versuche, das aus dem Kopf zu kriegen, mache mich auf ins Mediencenter. Die anderen vom Team sind schon an den Deichtorhallen, wo die Auftaktkundgebung für die Großkundgebung stattfindet. Ich kümmere mich um die Pressekonferenz, die sich einem wichtigen Thema widmet.

Anwältin Gabriele Heinecke berichtet, man halte Gipfelgegner rechtswidrig in der Gefangenensammelstelle (Gesa) in der Nähe des Harburger Bahnhofs gefangen, teilweise schon mehr als 17 Stunden. Die nur für das Spitzentreffen auf dem Nachbargelände der Gesa eingerichtete Außenstelle Neuland des Amtsgerichts Hamburg bezeichnet Heinecke als »ein Sondergericht, das G-20-Gericht«. Dort herrsche »die Atmosphäre eines in der Wüste befindlichen Kriegsgerichts«. Die Richterschaft trage blaue Westen, die Verteidigung rosa Westen, die Polizei gelbe.

Das ist harter Stoff! Ich schreibe einen Text für unseren Blog, dann versuche ich, das Thema wieder zu vergessen, will mich endlich der Demo anschließen. Was ich draußen sehe, raubt mir den Atem. Kurz vorm Michel, von wo man die vierspurige Ausfallstraße fast bis zu den Deichtorhallen überblickt, ist alles voller Menschen. Zehntausende sind das.

Ein unglaublich buntes und schönes Bild, ein starkes Zeichen! Denn Politik und Polizei haben in den vergangenen Tagen alles getan, um den Protest gegen den Gipfel zu diskreditieren und zu diffamieren. Es hat ihnen nichts genützt. Ich gehe »gegen den Strom«, genieße den Anblick all der Organisationen, die hier protestieren, von den Kurden über die Linkspartei bis zu Friedensgruppen. Irgendwann klinke ich mich in die Demo ein und laufe mit. An der Abschlusskundgebung nehme ich aber nicht mehr teil.

Es ist schön hier, aber die Wechselbäder haben mich geschafft.

Sonntag, 9. Juli 2017

Die Staatsgäste sind abgereist, die meisten Aktivisten auch. Aber einige Genossen sitzen noch in den Knästen. Ich höre von einer Demo, die am Vormittag an der Gesa Solidarität bekunden will, und biete der Redaktion an hinzugehen, was dankend angenommen wird. Ein Missverständnis ist schuld, dass der Einsatz ganz anders verläuft als gedacht.

Schon am Bahnhof Harburg, von dem der Knast nur ein, zwei Straßen entfernt ist, wundere ich mich. Kaum Leute zu sehen. Vielleicht hat die Kundgebung an der Gesa schon begonnen. Erst langsam dämmert mir, dass sich die Demonstranten offenbar in der Harburger Innenstadt versammeln. Egal, jetzt bin ich hier. Es werden die surrealistischsten, gruseligsten Eindrücke der gesamten Gipfeltage – wobei gruselig zu harmlos klingt, grauenvoll trifft es eher.

Der Ort wirkt unheimlich. Die Gesa liegt an einer ruhigen Seitenstraße, die tatsächlich Schlachthofstraße heißt und sich auf Schwemmland der nahen Elbe befindet – darum der Stadtteilname Neuland. Die Polizei hat den Knast in einer früheren Lagerhalle und Containern eingerichtet.

Das Gelände ist stark gesichert durch einen Metallzaun, der mit messerscharfem NATO-Stacheldraht erhöht und verstärkt worden ist. Uniformierte, tatsächlich in gelben Westen, bewachen das Areal. Ich suche die benachbarte Außenstelle des Amtsgerichts Hamburg-Mitte und finde sie nur mit Glück, denn der Zugang, ein Pfad zu einem hohen Stahltor, ist mit Schilf und Unkraut fast zugewachsen. Zufällig kommen gerade zwei Anwälte des Notdienstes heraus. Sie berichten, dass ihre Mandanten schlecht verpflegt werden, stundenlang nur Knäckebrot und Wasser bekommen, dass sie in den Zellen jedes Zeitgefühl verlieren. Manche säßen hier schon 30 Stunden, ohne dass sie einen Richter gesehen hätten.

Ich sehe zu, dass ich zum Bahnhof zurückkomme – nicht nur, weil ich meinen Beitrag schreiben muss, sondern auch weil mir der Ort immer mehr angst macht. Die Demo finde ich nicht mehr, höre aber später, dass einige hundert Aktivisten den Genossen in der Gesa ihre Solidarität signalisiert haben.

Der Gipfel ist vorbei, aber die Aufarbeitung wird noch Wochen, wenn nicht Monate dauern. Mein Gefühl als gebürtiger Hamburger: Die »schlafende Schöne«, wie Helmut Schmidt seine Heimatstadt einmal genannt hat, hat einen schlimmen Alptraum erlebt und erlebt ihn noch. Aber in diesem Alptraum hat es auch Bilder von einem ganz anderen Leben, einem ganz anderen Umgang miteinander gegeben, die sich hoffentlich als die stärkeren erweisen. Der »Hamburger Aufstand« hat sich nicht ersticken lassen. Auch dazu gibt es ein Zitat von Ambrose Bierce: »Ungehorsam ist ein Silberstreif am Horizont der Knechtschaft.«

(zuerst erschienen in junge Welt, 27. Juli 2017)

 

Bild  —  Veröffentlicht: 2017-07-02 in Widerstand

Zitat der Woche

Veröffentlicht: 2017-06-27 in Lokales

Das Medium der ersten Aufklärung ist die Vernunft. Im Namen der Vernunft wurden aber Einbildungskraft, Körperlichkeit und Begehren unterdrückt. Eine fatale Dialektik der Aufklärung lässt diese in eine Barbarei umschlagen. Dieselbe Dialektik droht der zweiten Aufklärung, die sich auf Information, Daten und Transparenz beruft. Die zweite Aufklärung bringt eine neue Form von Gewalt hervor.

Byung-Chul Han

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Nach Recherchen des querschläger wird US-Präsident Donald Trump während des G-20-Gipfels in Hamburg am 7. und 8. Juli an einem geheimen Ort untergebracht. Der Pressesprecher des Hamburger Senats, Jörg Schmoll, bestätigte diese Information gegenüber diesem Blog, wollte sich aber zu dem Ort selbst nicht äußern. Aus gut unterrichteten Quellen konnte der querschläger aber in Erfahrung bringen, wo Trump während des Gipfeltreffens schläft: Es ist das abgebildete, unauffällige Haus in einer niedersächsischen Kleinstadt. Ein Informant zum querschläger: „Hier wird der Präsident nicht auffallen, weil er unter seinesgleichen ist. Eventuell will er auch gar nicht wieder weg.“

G 20 – Yes, we camp!

Veröffentlicht: 2017-05-18 in Politik

Aktion vor den Messehallen am Sonnabend – am 7. Juli wird hier blockiert.

Juhu! Die Millionäre von den Rollling Stones, die seit Jahrzehnten immer denselben Scheiß spielen, und geschätzte 80.000 Fans dürfen im September den Stadtpark vollmüllen und alles kaputttreten – aber 10.000 Gegner des G-20-Gipfels wollen der Bezirk Nord und die Polizei nicht im Stadtpark haben. Ihr „Antikapitalistisches Camp“ wurde mit fadenscheinigen Begründungen abgelehnt. Innensenator Andy Grote und sein Dienstherr, Brechmittel-Olaf, glauben offenbar immer noch, den Protest klein halten zu können. Armes Hamburg! Ich könnte kotzen, wenn ich sehe, was diese Leute aus der Stadt gemacht haben, ganz ohne Ipecacuanha!!

Aus der Pressemeldung der Polizeiinspektion Harburg für den 21. bis 23. April 2017:

+++ Buchholz – Einbruch in Bäckerei

In der Nacht auf Sonntag kam es, gegen 01.00 Uhr, in der Hamburger
Straße in Buchholz zu einem Einbruch in eine Bäckerei. Hier
versuchten Täter zuerst die Tür aufzuhebeln. Als dies misslang,
schmissen sie die Verglasung mit einem Gullydeckel ein, stiegen in
das Geschäft und erbeuteten Diebesgut. Wer Hinweise zu der Taten
geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Buchholz unter
04181-285-0 zu melden.

+++ Buchholz – Nachbarschaftsstreit endet im Gewahrsam

In der Nacht zum Sonntag kam es im Dibberser Mühlenweg zu
Streitigkeiten zwischen Nachbarn. Grund soll die Nutzung eines
Besucherparkplatzes gewesen sein. Als einer der Nachbarn beleidigend
wurde und dem anderen mehrfach gegen die Wohnungstür trat, wurde die
Polizei hinzugerufen. Diese traf vor Ort auf den stark
alkoholisierten und uneinsichtigen Aggressor. Bei der anschließenden
Ingewahrsamnahme versuchte dieser das Verbringen in den
Funkstreifenwagen zu verhindern, indem er sich mit den Füßen gegen
den Streifenwagen stemmte. Nur durch das Zupacken mehrerer Beamten
konnte der Aggressor letztendlich seiner Übernachtungsmöglichkeit in
der Wache in Buchholz zugeführt werden. Jetzt erwarten den Buchholzer
Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Widerstand gegen
Polizeibeamte.

+++ Drestedt – Anwohnerstreit mit anschließender Trunkenheitsfahrt

In Drestedt kam es am Samstagmorgen zu Streitigkeiten zwischen
Anwohnern in der Sraße Zum Bauernholz. Im Verlauf fuhr eine
Anwohnerin mit ihrem Pkw gereizt und aggressiv vom Grundstück in das
benachbarte Waldstück, wo ihre Fahrt durch die Polizei gestoppt
wurde. Bei der anschließenden Kontrolle stellten die Beamten nicht
nur starken Atemalkoholgeruch bei der 22-jährigen Fahrerin fest,
sondern sie war auch nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Ein
Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,85 Promille. Zudem wurden die
Beamten bei einer Durchsuchung des Pkw fündig und durften Haschisch
sicherstellen. In der Folge wurde die Fahrerin zur Wache nach
Buchholz verbracht und ihr eine Blutprobe entnommen. Jetzt erwarten
sie und ihren 25-jährigen Beifahrer mehrere Strafverfahren.

+++ Buchholz – Polizei holt stark betrunkenen Autofahrer aus
seiner Wohnung

In der Nacht zum Samstag meldet sich ein Zeuge telefonisch bei der
Polizei und teilt einen stark betrunkenen Autofahrer in der Stettiner
Straße in Buchholz mit, welcher soeben gerade seinen Pkw eingeparkt
habe, ausgestiegen und in einem Wohnhaus verschwunden sei. Da den
Beamten an der betroffenen Wohnung auf Klingeln und Rufen nicht
geöffnet wird, verständigen diese die Feuerwehr zur Türöffnung. Als
diese gerade ansetzen möchte, um die Tür zu öffnen, wird diese von
dem stark betrunkenen und schwankenden 55-jährigen Buchholzer
widerwillig geöffnet. In der Folge wird er zur Wache in Buchholz
verbracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen wird. Hierbei zeigt der
Buchholzer den Beamten seinen Protest indem er sie mehrmals
beleidigt. Weiterhin wird ihm der Führerschein abgenommen sowie
mehrere Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Jetzt muss der
Buchholzer seinen Pkw für einige Zeit stehen lassen.

Tostedt – Fahrkartenautomat aufgebrochen

In der Nacht zu Sonntag versuchten Unbekannte am Bahnhof in
Tostedt einen Fahrkartenautomat aufzubrechen. Hierbei nutzen sie
zuerst vermutlich Böller, um diesen aufzusprengen. Als dies misslang,
versuchten sie mittels eines Straßengully’s den Automaten
aufzuhebeln. Wer Hinweise zu der Taten geben kann, wird gebeten, sich
bei der Polizei in Buchholz unter 04181-285-0 zu melden.
Rosengarten – Diebe fahren Pkw vom Grundstück

Am frühen Samstagmorgen kam es gegen 05:00 Uhr Alvesener Schulweg
in Rosengarten zu einem Diebstahl eines Mitsubishi Outlander. Durch
Geräusche am Fahrzeug wurde der Fahrzeuginhaber auf die Tat
aufmerksam. Bei seiner Nachschau musste er dann beobachten, wie sein
Fahrzeug durch bisher unbekannte Täter vom Grundstück gefahren wurde.
Das für das Fahrzeug zugeteilte Kennzeichen lautet WL-MW 542.
Personen, die Hinweise zu der Tat oder zu verdächtigen Beobachtungen
im Tatzeitraum machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei
Hittfeld unter 04105-6200 zu melden.

+++ Ramelsloh – Trunkenheitsfahrt auf der A7

Am Sonntag den 23.04.2017, gegen 01.00 Uhr befuhr ein 28-jähriger
Kroate mit seinem Pkw die BAB 7 in Richtung Hannover. Zwischen dem
Horster Dreieck und der AS Ramelsloh fiel er einer
Streifenwagenbesatzung durch seine unsichere Fahrweise auf. Während
der anschließenden Kontrolle wurde beim Fahrer Alkoholgeruch
festgestellt. Ein Alcotest ergab einen Wert von 1,17 Promille. Eine
Blutentnahme wurde angeordnet, der Führerschein wurde sichergestellt.
Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet.

https://www.jungewelt.de/artikel/307756.amok-und-abbildung.html

 

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Von Kristian Stemmler

Sicher. Es gibt immer noch schöne Stellen in Hamburg. Aber alles in allem fällt mir zu Hamburg heute nur noch Eines sein – mit Verlaub: Hamburg, du kotzt mich an! Was haben sie aus dir gemacht!

Eigentlich ist die Stadt überhaupt nur noch da erträglich, wo das große Geld mangels Renditeaussichten nicht seine unappetitliche Pranke draufgelegt hat. Also in den Vierteln, die sich gar nicht oder nur leicht entwickelt haben. Also Stadtteile, deren Bewohner eher „einkommensschwach“ sind, wie man das heute nennt: Barmbek-Süd, Jenfeld, Eißendorf, Wilhelmsburg oder Billstedt.

Schön sind die nicht unbedingt, aber dafür authentisch. Wer in diesen Vierteln in den Lidl geht, der sieht Leute deren Gesichter vom Leben gezeichnet sind – auf ihre Kosten lebt der große Rest. Und der lebt gut. In Eimsbüttel und Eppendorf, an der Sternschanze und in Volksdorf.

Die Quartiere, in denen das reiche Pack sich ausgebreitet hat, kann man sowieso vergessen, die sind verloren, also Harvestehude, Blankenese, Ohlstedt und Rissen. Der Protz der Villen, das Durchgestylte der Gärten, das bornierte Gehabe der Einwohner ist obszön und abstoßend.

Diese Viertel sind nur noch für komplette Planierung geeignet. Umgraben und Kartoffelfelder drauf anlegen, die natürlich von den ehemaligen Bewohnern bestellt werden müssen. Dann hat man da wenigstens eine Monokultur, die fruchtbar ist.

Aber es gibt auch noch Quartiere, die noch nicht ganz verloren sind, aber schon die Hitliste des Ekels anführen. Quartiere, die bei politisch denkenden und fühlenden Menschen nichts als Brechreiz auslösen sollten, genau die, auf die Standortpolitiker vom Schlage König Olafs am stolzesten sind. All die schon gentrifizierten oder noch im Prozess der Gentrifizierung befindlichen Viertel: Ottensen, Sternschanze, Eimsbüttel in Teilen, Altona in Teilen, St. Georg.

Eimsbüttel galt als Hochburg der Kommunisten, das „rote Eimsbüttel“. Was ist daraus geworden? Chichi-Läden an jeder zweite Ecke mit irgendwelchem Krempel, den kein Mensch braucht, Tierarztpraxen nur für Katzen, „Brasilian Waxing“ und Läden für Babboe-Lastenräder, Gefährte für vierstellige Beträge. Mit denen kutschiert die Familie des Hipsters seinen Nachwuchs herum.

Aber nicht nur auf den Straßen Eimsbüttels laufen Typen herum, die ich als „die neuen Herrenmenschen“ bezeichnen würde. Ihnen gehört die Welt, sie sind die Sieger. Das Schicksal der Marginalisierten geht ihnen im Großen und Ganzen am Arsch vorbei. Vor sich selbst und anderen gibt man sich aber durchaus liberal und sozial. Die leergetrunkene Flasche Beck’s stellt man selbstverständlich neben den Mülleimer, um den Flaschensammlern die Arbeit zu erleichtern.

Im Schanzenviertel laufen fast dieselben Leute rum, wobei die Durchmischung dort noch größer ist, also auch ne Menge „Normalos“ und andere unterwegs sind. Aber die Ladenzeilen sind schon so gut wie durchgentrifiziert. Man sieht den üblichen Krempel (siehe oben), die Läden haben lustige Namen, und alternative Kneipen und türkische Gemüseläden werden nur noch für den exotischen Flair benötigt.

Ganz schlimm ist St. Georg. Hier hat zwar noch so etwas wie eine (linke) Stadtteilarbeit überlebt, aber das Angebot und das Publikum sind unterirdisch, etwa an der Langen Reihe. Am Ende dieser einst so bunten Straße stehen heute statt „1000 Töpfe“ Schickimicki-Bars wie das „Neumann’s“ und „Peter Pane“, ein Burgergrill fürs gehobene Publikum. Schräg gegenüber ist ein neuer Edeka-Markt, dem man gesehen haben muss! Einen so luxuriösen Supermarkt habe ich persönlich noch nicht erlebt.

Soweit, so schlecht! Dass einkommensstarke Bevölkerungskreise ärmere Schichten aus innerstädtischen und innenstadtnahen Lagen verdrängen und Letztere immer weiter an die Peripherie abgedrängt werden, an den Rand (im doppelten Sinn), das ist nichts Neues. Ein viel untersuchter, viel beschriebener, viel kritisierter Prozess. Aber alle Studien, alle Kritik haben überhaupt nichts geändert, dieser zerstörerische Prozess hat sich in Großstädten eher noch beschleunigt – das muss man sich immer wieder bewusst machen!

Die niedlichen Chichi-Läden in Eimsbüttel und anderswo sind nur eine kitschige Fassade, die brutale Spaltungsprozesse verdeckt. Was diese soziale Spaltung, die sich immer mehr vertieft, wirklich bedeutet, kann man in Vierteln wie Billstedt, Wilhelmsburg und Jenfeld fast physisch erfahren. Die Gesichter der Leute im Lidl in diesen Vierteln, sie sind gezeichnet von den Anstrengungen des Alltags, von Mühe und Depression.

Aber so depressiv die Atmosphäre in diesen Discountern auch sein mag – ich fühl mich da hundertmal wohler als in den Einkaufsstraßen von Volksdorf und Eppendorf. Die Verlogenheit und Borniertheit in diesen Vierteln der Wohlhabenden ist unerträglich und ekelhaft. Hier führen die Profiteure der turbokapitalistischen Beschleunigungsprozesse ihre Markenjacken spazieren – leider oft viel zu ungestört.

Song der Woche

Veröffentlicht: 2018-05-15 in Politik