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Posts Tagged ‘Wolfgang Schnitter’

Buchholz (be) – Paukenschlag in der Weihnachtszeit: Nach Informationen des buchholz express hat ein Buchholzer den Edeka-Supermarkt von Ulrich Schreiber in Sprötze und den Rewe-Supermarkt von Ralf Lorzenz in Holm-Seppensen wegen Verstoßes gegen das Sonntagsöffnungsverbot bei der Stadt Buchholz angezeigt. Die Anzeige liegt dem buchholz express vor.

Hintergrund: Seit Jahren öffnen die beiden Supermärkte, Ralf Lorenz vor dem Neubau noch als Edeka-Händler, an Sonntagen vormittags für drei oder vier Stunden. Laut dem Niedersächsischen Gesetz über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten dürfen Läden aber an Sonn- und Feiertagen nur in eng umrissenen Ausnahmen geöffnet werden. Diese Ausnahmen gelten offenbar weder für Lorenz noch für Schreiber.

In der Anzeige an die Stadt wird auf den Paragraphen 3 des Gesetzes („Allgemein zulässige Verkaufszeiten“) hingewiesen, in dem es wörtlich heißt: „An Sonntagen und staatlich anerkannten Feiertagen dürfen Verkaufsstellen nur in den Ausnahmefällen der §§ 4 und 5 geöffnet werden.“ In der Anzeige heißt es dazu: „Nach Kenntnis des Anzeigenden treffen die Ausnahmen der Par. 4 und 5 auf die genannten Firmen nicht zu.“

Bereits Ende 2012 hatte es Diskussionen um die Sonntagsöffnungen in Buchholz gegeben. Der SPD-Ratsherr Frank Piwecki, mittlerweile stellvertretender Bürgermeister der Stadt, hatte in einer Anfrage an die Verwaltung das Thema problematisiert. Die Verwaltung hatte damals erklärt, nur Läden, die Waren des täglichen Bedarfs anbieten und deren Ladenfläche kleiner als 800 Quadratmeter ist, dürfen sonntags für drei Stunden öffnen, allerdings nur außerhalb der Gottesdienstzeiten.

Der neugebaute Rewe-Supermarkt von Ralf Lorenz hat mit Sicherheit einer größere Ladenfläche als 800 Quadratmeter, der Supermarkt, den Ulrich Schreiber in Sprötze neu bauen will, wird wohl auch größer. Zudem liegen die Öffnungszeiten der beiden Geschäfte sonntags genau in den Gottesdienstzeiten. Kein Zufall also, dass sich 2012 auch die Kirche in die öffentliche Debatte einschaltete. Superintendent Dirk Jäger vom Kirchenkreis Hittfeld stellte sich an die Seite der betroffenen Arbeitnehmer und mahnte den Schutz des Sonntags an.

Kein Problem mit den Rechtsverstößen hatten dagegen das Hamburger Abendblatt, der damalige Buchholzer Bürgermeister Wilfried Geiger und der Chef der Buchholzer Wirtschaftsrunde, Wolfgang Schnitter. Schnitter erklärte, dass die beiden Läden sonntags geöffnet hätten, sei seit Jahren gängige Praxis und störe keinen. Geiger sagte dem Abendblatt: „Wir sehen keinen Handlungsbedarf.“

Es bleibt abzuwarten, ob der neue Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU), der Jurist ist, ähnlich nonchalant mit dem Gesetz umgehen wird. In der Anzeige, die an den Fachdienst Ordnung und Gewerbe der Stadt gerichtet ist, heißt es: „Ich bitte Sie, den Vorgang zu prüfen, ggf. Bußgelder zu verhängen und weitere Verstöße zu unterbinden.“

SPD-Ratsherr Frank Piwecki ließ die Sache damals auf sich beruhen. Möglicherweise fehlte ihm der Mut, sich mit Schreiber, Lorenz und den Kunden, die sonntags in deren Läden einkaufen, wirklich anzulegen. Geiger hatte damals im Abendblatt durch die Blume gedroht: Er wolle den Ärger nicht erleben, wenn die beiden Supermärkte sonntags nicht mehr öffnen dürften.

Superintendent Jäger betonte dagegen die Bedeutung des Sonntags, der in dieser Gesellschaft immer mehr unter die Räder kommt. Er sagte: „Die wichtigste Frage ist, was wir verlieren, wenn wir mit dem arbeitsfreien Sonntag nicht einen gemeinschaftlichen Freiraum behalten.“ Familienfreundlich könne man es nicht nennen, wenn Eltern sonntags im Geschäft stünden und ihre Kinder allein auf den Fußballplatz müssten.

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Von Kristian Stemmler

Unter der Überschrift „PR-Grinsebacke soll die Nordheidestadt wachküssen“ hatte der buchholz express bereits Anfang März seine Skepsis über das neue Marketingkonzept für Buchholz dargelegt. Jetzt ist man offenbar auch im Rathaus und in der Wirtschaft zur Vernunft gekommen: Der neue Vorstand des Buchholzer Stadtmarketingvereins hat, wie das Nordheide Wochenblatt berichtet, die Notbremse gezogen und will das Konzept des PR-Mannes Matthias Kuchel und seines Büros „By Kuchel“ nicht umsetzen.

Natürlich muss man das Gesicht wahren und kleidet die Absage in schöne Worte: „Das Konzept ist klasse, passt aber derzeit noch nicht zu uns“, wird Freddy Brühler, der neue Vorsitzende des vor einem Jahr gegründeten Stadtmarketingvereins, im Wochenblatt zitiert. Wie dieses Konzept genau aussieht, wird allerdings nach wie vor nicht erklärt. Neue Wege habe man gehen wollen, heißt es da wolkig. Wie berichtet, war Kuchels Idee unter anderem, dass New Yorker Taxifahrer für Buchholz werben sollten.

Nach Lage der Dinge kann man wohl davon ausgehen, dass bei der Ablehnung des Konzeptes auch Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) eine Rolle gespielt hat. Er ist zusammen mit Brühler und Stadtwerke-Chef Christian Kuhse im Vorstand des Stadtmarketingvereins und hatte schon nach der Vorstellung von Kuchels Plänen Skepsis geäußert. Ihm fehle die Nachhaltigkeit, wurde er zitiert, und er wolle doch genau wissen, was man für 80.000 Euro pro Jahr in den kommenden drei Jahren bekomme.

Brühler kündigte im Wochenblatt an, man wolle sich „erst einmal klar werden, in welche Richtung wir gehen wollen“ – eine gute Idee! Der Vorstand des Vereins werde „hart arbeiten“. Das könne man jetzt tun, nachdem die von der Stadt avisierte Stelle im Stadtmarketing endgültig mit Jutta Hiller besetzt sei, die bisher fast ausschließlich mit dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK) befasst war (das ja mittlerweile vorliegt).

Matthias Kuchel denkt natürlich nicht darüber nach, ob sein Konzept vielleicht für Buchholz nicht so passend war, sondern gab im Wochenblatt der Stadt die Schuld. Nachdem der Verein seinem unkonventionellen Konzept zugestimmt habe, sei er davon ausgegangen, dass man in Buchholz mutig genug sei, es umzusetzen. Dem sei aber offenbar nicht so.

Auch das Wochenblatt sieht natürlich keinen Grund zur Selbstkritik. Dort hatte man das Konzept hoch gejubelt und dem ehemaligen Vorsitzenden des Stadtmarketingvereins, Wolfgang Schnitter, reichlich Raum gegeben, Kuchel und seine Ideen zu loben. Schnitter hatte sich bei der Gelegenheit übrigens auch noch abfällig über das bisherige Marketing der Stadt und Stadtbaudezernentin Doris Grondke geäußert. Es sei Zeit was Vernünftiges auf die Beine zu stellen: „Sonst würde man noch 27 Stadtspaziergänge machen.“

Etwas Vernünftiges auf die Beine stellen – das ist allerdings das Stichwort! Mit durchgeknallten PR-Ideen, die Buchholz aufgepropft werden, kommen wir nicht weiter. Ich glaube, es macht am meisten Sinn, sich in Ruhe zu überlegen, was die Stärken von Buchholz sind und wie man die Stadt in der Öffentlichkeit profilieren will. Das ist ganz schön schwierig, denn eigentlich ist Buchholz ja eine etwas gesichtslose Schlafstadt, oder?

Wie wäre es denn damit, Buchholz als Radfahrerparadies weiter zu entwickeln und dann auch so zu verkaufen? Das würde doch auch zu einer „Stadt im Grünen“ passen. Allerdings müsste man dann aufhören, riesige Umgehungen zu planen und die Baumbestände der Stadt zu dezimieren…

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Von Kristian Stemmler

New York, Rio, Buchholz – dieser Slogan ist ja allgemein bekannt. Durchaus naheliegend also, dass ein neues Marketingkonzept, das für die Nordheide-Metropole derzeit in Planung ist, sich auch auf Hilfe aus New York stützen will. „Video für Buchholz aus New York“ überschreibt das Nordheide Wochenblatt einen Beitrag über diese Sensation. Taxifahrer aus der amerikanischen Weltstadt sollten die „Vorzüge“ von Buchholz preisen, heißt es da, wie das genau aussehen werde, sei aber noch nicht klar.

Im Ernst, lieber Leser, der eingangs erwähnte Slogan ist natürlich Quatsch, aber der Rest stimmt. Offenbar ist man bei den Verantwortlichen des vor einem Jahr gegründeten Stadtmarketingvereins jetzt endgültig größenwahnsinnig geworden. Jedenfalls klingt das, was über das ominöse neue Marketingkonzept für Buchholz im Wochenblatt steht, ganz danach. Und nicht nur die geplante Einbindung von New York lässt Schlimmes befürchten.

Eine PR-Grinsebacke namens Matthias Kuchel, der seine Firma ganz bescheiden „By Kuchel“ genannt hat, stellte seine Pläne küzlich zusammen mit Freddy Brühler vom Stadtmarketingverein im Verwaltungsausschuss vor. Dieser Ausschuss ist leider nicht öffentlich. Das Wochenblatt erfuhr aber immerhin, dass der VA weitere 20.000 Euro für die Umsetzung von Maßnahmen freigab. Die Stadt und der Verein hatten sich darauf geeinigt, für zunächst drei Jahre insgesamt jeweils 80.000 Euro in das Stadtmarketing zu investieren.

Substanzielles über das neue Konzept ist den Beiträgen des Wochenblattes auf den Seiten 1 und 3 nicht zu entnehmen. Das hält die Redaktion natürlich nicht davon ab, das Projekt hochzujubeln. So wird der FDP-Fraktionschef im Stadtrat, Arno Reglitzky, mit dem Satz zitiert, Kuchel sei „ein Querdenker mit erfrischenden Ansätzen“. Wenn Reglitzky einen Mann als Querdenker bezeichnet, ist höchste Vorsicht geboten!

Selbstverständlich darf sich auch Wolfgang Schnitter, Steuerberater in Buchholz und bis vor kurzem Vorsitzender des Stadtmarketingvereins, abendfüllend äußern. „Wir wollen mit einer gemeinsamen Strategie ein Wir-Gefühl in Buchholz schaffen“, deliriert er. Natürlich verbittet sich der Verein irgendwelche Kritik. „Wir müssen die Maßnahmen vorgeben können und dürfen sie nicht in endlosen Diskussion kleinreden“, diktiert der Steuerberater. Mit anderen Worten: Politik und Verwaltung sollen die Klappe halten!

Schnitter versäumt es natürlich nicht, der Verwaltung bei der Gelegenheit noch eins überzubraten. Jahrelang habe das städtische Marketing brach gelegen, behauptet er frech, und es sei Zeit, was Vernünftiges auf die Beine zu stellen. „Sonst würde man noch 27 Stadtspaziergänge machen.“ Das ist ein Seitenhieb auf die Stadtbaudezernentin Doris Grondke, den Kollege Oliver Sander natürlich genüsslich zitiert, steht doch Grondke auf der Abschussliste des Blattes.

Lieber Herr Schnitter, schreiben Sie sich folgendes mal hinter die Ohren. Doris Grondke hat es in der noch relativ kurzen Zeit, die sie in Buchholz ist, immerhin geschafft, mit dem ISEK und den „Buchholzer Dialogen“ einen Dialog über die Stadtentwicklung in Gang zu bringen und so etwas wie ein bisschen großstädtisches Flair in die Nordheide zu importieren. Dass Frau Grondke Ihnen und dem Wochenblatt nicht passt, ist klar, da sie ihre Aufgabe nicht darin sieht, Investoren und der Wirtschaft den roten Teppich auszurollen.

Jetzt mit New York anzukommen und sich über die „Stadtspaziergänge“ zu erheben, ist ebenso billig wie absurd. Fassen Sie sich als Wirtschaftsvertreter lieber mal an die eigene Nase! Wenn ich mir allein die unglaublich provinzielle, mit irgendwelchen Neuwagen von Köhnke oder sonstwem vollgestellte Buchholz Galerie ansehe oder den ebenso langweiligen wie spießigen Weihnachtsmarkt – dann kann ich nur sagen: Wo ist denn da bitte Profil, wo ist da Niveau? Und davon, dass das Gesicht der Innenstadt von Buchholz mit der Galerie und dem Volksbank-Gebäude gegenüber zerstört worden ist, will ich erst gar nicht reden.

Einziger Lichtblick im Moment: Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) ist offenbar noch nicht richtig überzeugt von dem neuen Konzept. „Das Konzept hat gute Ansätze, aber mir fehlt noch die Nachhaltigkeit“, zitiert ihn das Wochenblatt, „wir brauchen noch mehr Details, was wir für die 80.000 Euro im Jahr bekommen.“ Na, das ist ja frech, dass ein Politiker jetzt auch noch Gegenleistungen von der Wirtschaft fordert…

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Von Kristian Stemmler

Das Wettrüsten hat begonnen! In der Buchholzer Innenstadt versuchen die etablierten Einzelhändler, sich mit Abwehrangeboten gegen die große neue Konkurrenz, die Buchholz Galerie, zu behaupten. Im City Center etwa wirbt das Schuhgeschäft mit Outletverkauf, in der Breiten Straße locken die Klammottenläden mit Rabatten („20 Prozent auf alles!“) und die Geschäfte der Neuen Straße halten mit einer Couponaktion dagegen, die im Nordheide Wochenblatt präsentiert wurde – pikanterweise in der Beilage, mit der die Galerie bejubelt wird.

Das zeigt, dass die Buchholzer Einzelhändler offenbar den Ernst der Lage begriffen haben. Ihnen scheint klar zu sein, dass die Galerie eine Sogwirkung entfalten kann, die ihre eigenen Umsätze auf breiter Front einbrechen lassen könnte. Nun laufen die Leute derzeit natürlich noch alle in die Shopping Mall, weil sie brandneu ist. Wie sich die Galerie aufs Gefüge des Buchholzer Einzelhandels tatsächlich auswirkt, wird sich erst feststellen lassen, wenn die „Flitterwochen“ vorbei sind.

Dennoch finde ich es mindestens ambivalent, wenn sich die örtliche CDU das Verdienst, die Buchholz Galerie in die Stadt geholt zu haben, ans eigene Revers heftet, weil die Entscheidung für das Shopping Center zufällig in die Zeit der CDU-geführten Mehrheit fiel. Ob das eine Entscheidung zum Wohl der Gemeinde war, muss sich nämlich erst noch herausstellen, Leute! Im Moment kann ich nur erkennen, dass die Politik den großen Ketten die Tür geöffnet hat und dass vermutlich nicht nur das komplette City Center über die Klinge springen wird, sondern auch noch etliche andere Einzelhändler.

Natürlich macht der heimische Einzelhandel derzeit noch gute Miene zum bösen Spiel, denn bekanntlich ist nichts geschäftsschädigender, als ins Gerede zu kommen. Da die Galerie nun mal da ist, hofft man offenbar, dass, wie es Politik und Verwaltung versprochen haben, das Einkaufszentrum mehr Kunden nach Buchholz zieht und diese auch noch in anderen Geschäften einkaufen. Sicher lässt sich kaum bezweifeln, dass die Galerie zusätzliche Kunden in die Stadt locken wird bzw. dass Buchholzer in der Galerie Einkäufe tätigen werden, für die sie sonst in Hamburg gefahren wären. Nur ist die Frage völlig offen, wie viele Kunden das sein werden – und vor allem steht in den Sternen, ob die dann wirklich etwa in die Neue Straße gehen.

Vor diesem Hintergrund finde ich die Stellungnahme von Wolfgang Schnitter, Chef der Buchholzer Wirtschaftsrunde, zum Thema Galerie im Wochenblatt doch ein wenig bedenklich. Dass die Nachfrage in Buchholz noch nicht gesättigt ist, wie er meint, mag ja sein. Aber den Hinweis auf mögliche Verdrängung durch die Galerie mit der lapidaren Feststellung zu kontern, in der Wirtschaft redeten doch immer alle von Wettbewerb, dann müsste sie sich diesem auch stellen – das halte ich nicht gerade für Lokalpatriotismus! Ich hatte eigentlich gedacht, dass die Wirtschaftrunde die Interessen der Buchholzer Wirtschaft vertritt.

Im Moment ist noch Gesundbeten angezeigt. Hinter Schnitters Äußerungen steckt vermutlich die Überlegung, dass wir es hier mit einer unvermeidlichen Flurbereinigung zu tun haben. Einige Einzelhändler, die nicht mithalten können, gehen den Bach runter, aber die profilierten Spezialgeschäfte finden ihre Nischen und überleben. Mag sein, dass dieses Kalkül aufgeht – möglicherweise aber entfaltet sich die Sogwirkung der Galerie auch auf negative Weise, so dass am Ende nur die Galerie selbst und ein Kranz von Läden drumherum florieren. Und der Rest der Einzelhändler siecht dahin.

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