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Posts Tagged ‘Werder Bremen’

Von Kristian Stemmler

Das ist der Wiesenhof-Fluch: Werder Bremen kassiert nach einer 2:0-Führung heute gegen Hoffenheim in der Nachspielzeit noch den Ausgleich und befindet sich damit weiterhin im Abstiegskampf. Das ist die gerechte Strafe dafür, dass der Verein sich vom viel kritisierten Tierquäler-Konzern Wiesenhof sponsern lässt. Natürlich möchte ich nicht als Besserwisser da stehen – aber ich habe bereits am 10. August 2012, als der Sponsorenvertrag ruchbar wurde, in diesem Blog geschrieben: „Und natürlich muss Werder auf jeden Fall zur Strafe absteigen.“

Wer für den Geflügelmörder Wiesenhof Werbung macht, muss gebraten werden, das ist doch logisch. Wiesenhof gehört zu der Handvoll deutscher Konzerne die für das millionenfache Leid in den Ställen der Massentierhaltung verantwortlich ist. Sollte Werder Bremen tatsächlich absteigen, wäre das sicher ein schwerer Schlag für Wiesenhof und die Whitewashing-Strategie des Unternehmens wäre nicht so richtig aufgegangen.

Also noch einmal: Auf Wiedersehen Werder Wiesenhof! Viel Spaß in der Zweiten Liga!

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Bravo!! Der für den Massentierhaltungskonzern Wiesenhof werbende Fußballverein Werder Bremen hat in der 1. Bundesliga einen auf den Sack gekriegt. Mit einem 1:4 bei Eintracht Frankfurt bekamen die Bremer das, was sie verdienen. Ich kann nur erneut meiner Hoffnung Ausdruck verleihen, dass Werder-Wiesenhof Bremen in diesem Jahr aus der Liga absteigt. Es wäre die gerechte Strafe dafür, dass der Verein dazu beiträgt, einem Konzern ausgerechnet in dem Moment einen weißen Fuß zu machen, in dem das Thema Massentierhaltung in der Öffentlichkeit an kritischer Aufmerksamkeit gewinnt!

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Chapeau, Herr Trittin! Obwohl ich bei Grünen als Linker grundsätzlich gewisse Vorbehalte habe, da diese Partei bekanntlich sowohl die Hartz-Reformen wie auch den Kosovo-Krieg mitgetragen hat, finde ich es großartig wie der frühere Umweltminister sich in Sachen Werder Bremen verhält. Wie die Medien berichten, hat Trittin in einem Schreiben an Werder-Präsident Klaus-Dieter Fischer seinen Rücktritt als Umweltbotschafter des Vereins erklärt. Begründung: Dass Werder sich von Wiesenhof, „einem der Martkführer der industriellen Billig-Fleischproduktion sponsern lässt“, verbiete es, in dieser Funktion für den Verein tätig zu sein.

Der Brief, den Trittin an Fischer geschrieben hat und der auf seiner Homepage veröffentlicht wurde, verdient es, weiterverbreitet zu werden, denn er enthält alle guten Argumente gegen Wiesenhof und die anderen Konzerne des agrarindustriellen Komplexes. Trittins Motto: „Lebenslang Werder – kein Tag Wiesenhof“. Hier der Wortlaut des Briefes:

Sehr geehrter Herr Präsident Fischer,

Trainer und Management setzen auf einen mutigen Neustart, dem alle Werder-Fans nur die Daumen drücken können – auch wenn der Auftakt im Pokal bedauerlicherweise danebenging.

Leider wird dieser hoffnungsvolle Saison-Start von Managemententscheidungen überschattet, die von umweltbewussten Werderfans nicht mit getragen werden können. Das Management des SV Werder hat sich nun trotz vieler Proteste für Wiesenhof als Sponsor entschieden. Für mich heißt das, dass ich meine Tätigkeit als Botschafter von „Lebenslang umweltbewusst“ leider beenden muss.

Zum Kernbestand von Umweltpolitik gehört der Klimaschutz. Als Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/ Die Grünen streite ich auch deshalb für die Einführung nachhaltiger Landwirtschaft und die Abschaffung von Massentierhaltung. Das verbietet es als Umweltbotschafter für einen Verein tätig zu sein, der sich von einem der Marktführer der industriellen Billig-Fleischproduktion sponsoren lässt.

Ich bedauere das außerordentlich, da ich nicht aufhöre, Werder-Fan zu sein. Ich fühle mich dem Verein sehr verbunden. Das gilt auch für die bisherigen Aktivitäten zum Thema Nachhaltigkeit. Umso mehr bin ich enttäuscht, dass mit der Sponsorenentscheidung von dieser Linie abgewichen wurde. Wiesenhof kann kein Partner für einen umweltbewussten Verein sein.

Es ist weder umweltfreundlich noch nachhaltig, mit importierten Futtermitteln, die auf gerodeten Regenwaldflächen angebaut werden, in Massentierhaltung billige Hühnerbrüste zu produzieren. Agrarindustrielle Betriebe wie Wiesenhof betrachten Tiere nicht als Lebewesen, sondern als Produktionsfaktor.

Wie viele andere Betriebe mit Massentierhaltung ist Wiesenhof darauf ausgerichtet, Unmengen von Fleisch und Wurstwaren zu Dumpingpreisen zu erzeugen. Die weitreichenden negativen Auswirkungen dieser Produktion werden dabei in Kauf genommen:

  • Intensivtierhaltung bedroht unser Klima – sie ist für 18 Prozent der globalen Treibhausgas-Emissionen verantwortlich.

  • Zu viel Fleisch gefährdet die weltweite Ernährungssicherheit – schon heute wandern 30 Prozent der Weltgetreideernte in die Futtertröge, Deutschland nutzt bereits 2,5 Millionen Hektar Landfläche für Sojaanbau in Südamerika.

  • Zur Zeit erleben wir angesichts globaler Dürren eine Debatte über die wachsende Flächenkonkurrenz und daraus steigenden Preisen. Gegen die weltweit explodierende Flächennachfrage für Futtermittel ist die energetische Landnutzung eher bescheiden.

  • Futtermittelanbau gefährdet die biologische Vielfalt – durch den Umbruch von Grünland bei uns, die Rodung von Regenwald in den Tropen und den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen weltweit.

  • Massentierhaltung ist nicht artgerecht – sie ist mit großen Tierleiden, Krankheiten und hohem Antibiotikaeinsatz verbunden.

  • Industrielle Tierhaltung schadet den ländlichen Räumen – sie greift in gewachsene Wirtschaftsstrukturen ein, zerstört die Lebensqualität in den Dörfern.

  • Fleischlastige Ernährung gefährdet die eigene Gesundheit – zu hoher Fleischkonsum erhöht das Risiko, an Krebs, Diabetes und Herz-Kreislaufleiden zu erkranken.

Die Massentierhaltung in Deutschland hat zu Zuständen geführt, die das Ende des bisherigen Systems der Fleischproduktion erforderlich machen. Was in unseren Ställen stattfindet, ist nicht länger verantwortbar. Das gilt gerade für Norddeutschland. Immer mehr Landkreise sind von der Ausweitung der Massentierproduktion durch Wiesenhof, Rothkötter und andere betroffen. Vom zunehmenden Schwerlastverkehr von und zu den Schlachthöfen bis dahin, dass man sonnabends die Sportschau nur bei geschlossenem Fenster gucken kann, weil der benachbarte Lohnmäster mal wieder Hühnergülle ausgebracht hat. Deshalb bilden sich überall im Lande Initiativen gegen die industrielle Massentierhaltung. Gerade diese Menschen werden die Sponsorenentscheidung ihres Vereins nicht verstehen.

Wiesenhof ist Teil dieses agrarindustriellen Systems. Das Unternehmen will zwar nun auch Produkte aus artgerechter Haltung anbieten, doch das betrifft nur einen kleinen Bruchteil der Wiesenhof Produktion. Derweil werden die traditionellen Großschlachthöfe weiter aufgestockt und der für viele kleine Landwirte ruinöse Preiskampf mit den anderen großen Fleischindustriebetrieben geht weiter.

All das ist dem Vorstand des SV Werder durch die Diskussionen und Proteste im Vorfeld der Entscheidung sicher bewusst gemacht worden. Dennoch ist die Entscheidung für Wiesenhof gefallen.

Unter diesen Umständen kann ich leider nicht weiter Umweltbotschafter des Vereins bleiben. Lebenslang Werder – kein Tag Wiesenhof.

Mit Bedauern und freundlichen Grüßen

Jürgen Trittin

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Von Kristian Stemmler

Für einen richtigen Hamburger ist Werder Bremen ja ohnehin so etwas wie ein Erbfeind, wobei es in der Hansestadt und dem Umland durchaus auch Werder-Fans gibt. Das wird sich hoffentlich bald ändern, denn der Verein disqualifiziert sich gerade nach Kräften selbst. Heute wurde bekannt, dass der umstrittene Wiesenhof-Konzern Hauptsponsor von Werder Bremen wird. Wiesenhof gehört zu der Handvoll Konzerne in Deutschland, die für die inakzeptable Massentierhaltung von Hühnern und Puten verantwortlich ist, also für millionenfache Tierquälerei! Laut Süddeutsche Zeitung gehört Wiesenhof zur PHW-Gruppe Lohmann, die jede Woche 4,5 Millionen Hühner schlachtet.

Was Wiesenhof mit der Werbung auf den Trikots der Bremer Bundesligakicker bezweckt, liegt auf der Hand. Die Massentierhaltung von Geflügel gerät immer öfter in die Schlagzeilen, immer mehr Menschen kritisieren die barbarischen Haltungsbedingungen, wo immer Anlagen gebaut werden sollen, wie ja auch in unserer Region, flammt Protest auf. Da ist Werder ein willkommener Partner in einer Strategie des Whitewashing.

„Wir sind davon überzeugt, dass der Verein in der Bundesliga weiter Geschichte schreiben wird und freuen uns, dass wir von nun an Teil dieser Erfolgsgeschichte sein werden“, jubiliert Ingo Stryck, Marketing-Chef von Wiesenhof in einer Pressemitteilung des Vereins. Fünf bis acht Millionen Euro soll Werder pro Saison für seine willfährige Propaganda bekommen.

Ob die Strategie der Hühnerbarone aufgeht, muss allerdings abgewartet werden. Denn der Protest hat sich bereits im Vorfeld der Vertragsverkündung formiert. Bei Facebook ist eine Gruppe namens „Wiesenhof als Werder-Sponsor? Nein, danke“ ins Leben gerufen worden, die stündlich wächst und derzeit rund 13.000 Anhänger umfasst. Der Vorgang könnte die Diskussion um die Massentierhaltung also eher noch zusätzlich befeuern und sollte dazu genutzt werden, die Haltungsbedingungen der Tiere in der Massentierhaltung noch intensiver zu thematisieren. In allen Stadien, in denen Werder in der kommenden Saison auftaucht, sollen und müssen Tierschützer präsent sein und ihren Protest lautstark artikulieren. Die Aufmerksamkeit der Medien ist ihnen gewiss. Der Coup von Wiesenhof könnte also gehörig nach hinten losgehen.

Und natürlich muss Werder auf jeden Fall zur Strafe absteigen. Wie wäre es denn, wenn die Tierschutzbewegung bundesweit sammelt und eine Sonderprämie auslobt für jedes Tor, das gegen die Bremer erzielt wird? Natürlich müssen auch Aufkleber entwickelt werden, die den Skandal thematisieren. Es gibt viel zu tun, packen wir‛s an!

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