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Von Kristian Stemmler

Erregte Anwohner der Lohbergenstraße sorgten am Mittwoch im Ausschuss für Stadtplanung, Mobilität, Bauen und Ordnung in der Rathauskantine für einen kleinen Eklat. Obwohl Zuhörer außerhalb der Bürgerfragestunde kein Rederecht haben, schrien und pöbelten sie dazwischen, als der Ausschuss über die mögliche Dauersperrung der Straße diskutierte. Eine Zuhörerin mittleren Alters fuhr den Ausschussvorsitzenden Norbert Stein (SPD) mit den Worten an: „Sie haben doch keine Ahnung!“

Grund der Erregung: Die Anwohner wollen, dass die marode Straße dauerhaft gesperrt bleibt, weil sie unter der Belastung durch aufgewirbelten Staub leiden. In ihren Zwischenrufen behauptete die Gruppe von etwa sechs Personen, sie repräsentiere quasi sämtliche Anwohner der Lohbergenstraße, was allerdings etwas übertrieben war. Im Publikum saßen auch Anwohner, die gegen die Sperrung sind, weil sie dadurch Umwege in Kauf nehmen müssen. Bei einer Unterschriftenaktion kamen immerhin 40 Unterschriften gegen die Sperrung zusammen.

Das Ergebnis der Ausschusssitzung: Die Verwaltung will die Anwohner demnächst befragen, um ein komplettes Meinungsbild zu bekommen, zugleich wird geprüft, ob der Ausbau der Straße von 2017 auf 2016 oder sogar 2015 vorgezogen werden kann.

Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) zeigte in der Diskussion Verständnis für beide Seiten. Die viel befahrene Lohbergenstraße sei in einem beklagenswerten Zustand, ein Teil sei Kopfsteinpflaster, ein Teil teerähnliche Elemente, ein dritter Sand. Schon seit vielen Jahren sei ein Ausbau geplant gewesen, der jedoch von einem Grundeigentümer lange verhindert wurde, so dass die Straße jetzt, nachdem die Eigentumsverhältnisse geklärt sind, erst 2017 ausgebaut werden könne. „Wenn das nicht gewesen wäre, hätte die Straße schon 2005 ausgebaut werden können“, sagte Geiger.

Schweren Herzens habe er sich vor kurzem entschieden, die Lohbergenstraße in Höhe Wiesenstraße zu sperren. Von vielen Autofahrern werde die Straße als Durchgangsstraße genutzt, das habe sich im Sommer noch verschärft, auch durch die Sperrung der K28. Der Verkehr und die Staubbelastung für die Anwohner hätten erheblich zugenommen. Geiger: „Das war für mich eine Abwägung. Da mute ich eher den Autofahrern zu, einen Umweg von einem halben oder einem Kilometer zu fahren. Die sitzen im Trockenen.“

Mit anderen technischen Maßnahmen könne man gegen den Staub nicht ankommen, auch Tempobeschränkungen hätten nichts gebracht. Jürgen Steinhage, Leiter des Fachbereichs Betriebe, erklärte, die Verwaltung habe im oberen Teil der Straße kürzlich eine Tränkdecke aufgebracht, was die Belastung bis zum Ausbau minimiert. Im unteren Teil sei das aber wegen des desolaten Kopfsteinpflasters nicht möglich.

Arno Reglitzky von der FDP bestätigte zwar, dass auf der Straße ziemlich gerast würde, wie er aus eigenem Erleben wisse (er joggt dort), eine Sperrung sei aber „ein rabiater Eingriff“. An anderen staubbelasteten Straßen könne das möglicherweise als Präjudiz genommen werden, Ähnliches zu verlangen. Grünen-Fraktionschef Joachim Zinnecker fragte, ob die Anwohner denn wirklich für die Sperrung seien. Und Peter Eckhoff von der Buchholzer Liste schlug vor, den Ausbau der Straße vorzuziehen.

Dies soll nun geprüft werden. Geiger machte allerdings deutlich, dass auch dann „frühestens 2015, eher 2016“ mit dem Ausbau zu rechnen sei. Bis dahin müsse man mit einer Sperrung leben, wenn die Politik diese beschließt. Zuerst sollen, wie erwähnt, aber noch die Anwohner befragt werden. Zu den Gegnern der Sperrung gehört das Restaurant „Il Sole“ am unteren Ende der Lohbergenstraße. Nach Informationen erwägt man dort sogar, gegen eine Sperrung zu klagen.

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