Mit ‘Ronald Bohn’ getaggte Beiträge

 

Porträt RöhseVon Kristian Stemmler

Um 20.48 Uhr brandet Beifall auf in der Kantine des Buchholzer Rathauses. Das vorläufige Endergebnis der Bürgermeisterwahl erscheint auf der Leinwand. Mit 49,0 Prozent hat der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, Kandidat von CDU und FDP, die absolute Mehrheit nur knapp verfehlt. Sein Vorgänger Wilfried Geiger dankt allen fünf Kandidaten, die sich zur Wahl stellten, und verkündet: „Es gibt also eine Stichwahl am 15. Juni.“

Die Überraschung des Abends war die Deutlichkeit des Abstands von Röhse zu seinem Mitbewerber Joachim Zinnecker, Kandidat von SPD, Grünen und Buchholzer Liste. Mit 27,4 Prozent lag er mehr als 20 Prozent hinter dem Konservativen. Zinnecker war die Enttäuschung deutlich anzumerken, eine Erklärung hatte er gestern abend noch nicht. Ob es doch der Ostring war? „Ich weiß es nicht.“

Für diese Erklärung spricht der Unterschied des Ergebnisses der Bürgermeisterwahl zu den beiden gleichzeitig stattfindenden Wahlen. Denn bei der Europawahl lag das rot-grüne Lager in Buchholz vorn, und bei der Landratswahl holte SPD-Kandidat Thomas Grambow mit 48,4 Prozent in der Nordheidestadt mehr Stimmen als auf Kreisebene (47,8 Prozent). Es ist also davon auszugehen, dass bei der Bürgermeisterwahl lokale Themen den Ausschlag für den konservativen Kandidaten gegeben haben.

Davon ging auch Röhse gestern aus. „Die Verkehrspolitik und der Ostring waren ja ganz klar das Hauptthema des Wahlkampf“, sagte er dem buchholz express. Überrascht war der Wahlsieger vom Abschneiden der drei parteilosen Kandidaten, die Achtungserfolge erzielen konnten. Makler Ronald Bohn kam immerhin auf 11,2 Prozent, Optiker Norbert Keese ohne nennenswerten Wahlkampf noch auf 7,1 Prozent und Betriebsrat Uwe Schulze auf 5,3 Prozent.

Für die kommenden drei Wochen bis zur Stichwahl will Röhse noch mal Gas geben, auch wenn er kürzlich schon gestöhnt hatte über die Mühen des Wahlkampfes. „Natürlich mache ich weiter Wahlkampf, nehme dafür auch noch mal Urlaub“, sagte er. Aber auch auf der Gegenseite will man sich trotz des großen Abstandes nicht entmutigen lassen.

Die Anhänger Zinneckers machten ihm gestern Mut. Jetzt müsse es darum gehen, die Unentschlossenen zu mobilisieren und die Wähler der anderen Kandidaten auf seine Seite zu ziehen. Seine Frau Sabine energisch: „Wir müssen das mit dem Bypass stärker nach vorn bringen.“ Der Bypass ist die verkürzte Umgehung im Osten, die den Ostring überflüssig machen soll.

Ob Zinnecker in den verbleibenden drei Wochen noch einen Stimmungsumschwung herbeiführen kann, muss man aber wohl eher als unwahrscheinlich einordnen. Der Abstand ist einfach sehr groß und zumindest die Stimmen von Bohn werden eher Röhse zugute kommen, die von Keese vermutlich auch mehrheitlich. Wenn nicht noch Entscheidendes passiert, wird Jan-Hendrik Röhse der nächste Bürgermeister von Buchholz sein.

 

Von Kristian Stemmler

Bei bestem Sommerwetter haben in Buchholz die Wahlen begonnen. Die Bürger der Stadt dürfen heute gleich dreimal abstimmen: Sie wählen nicht nur das Europaparlament, sondern auch den neuen Landrat für den Landkreis Harburg und den neuen Bürgermeister der Stadt. Daher dürfte die Wahlbeteiligung in Buchholz relativ hoch sein.

Für das Bürgermeisteramt kandidieren fünf Politiker. CDU und FDP unterstützen den Ersten Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, SPD, Grüne und Buchholzer Liste den grünen Fraktionschef im Stadtrat, Joachim Zinnecker. Darüberhinaus kandidieren der Makler Ronald Bohn, der Betriebsrat Uwe Schulze und der Optiker Norbert Keese. Als Favoriten der Wahl gelten Röhse und Zinnecker.

Mit Ergebnissen der Wahl wird ab 20.30 Uhr gerechnet, sie werden in der Rathauskantine und zugleich im Internet auf der Seite der Stadt, buchholz.de, verkündet. Die spannende Frage wird sein, ob es Röhse oder Zinnecker gelingen kann, beim ersten Anlauf die notwendige absolute Mehrheit zu holen. Röhse zeigte sich im Wochenblatt optimistisch, dass er das schaffen kann.

Fachkundige Beobachter gehen aber eher davon aus, dass sowohl Röhse als auch Zinnecker die absolute Mehrheit verfehlen, da auch die drei parteilosen Kandidaten ihre Anhänger haben und diese Stimmen den Favoriten fehlen werden. Es wird also damit gerechnet, dass es zu einer Stichwahl zwischen Röhse und Zinnecker am 15. Juni kommen wird und erst dann der Nachfolger von Wilfried Geiger, der nicht mehr antritt, feststeht.

Wahlberechtigt für die Bürgermeisterwahl sind die Staatsangehörigen aller Mitgliedsstaaten der Europäischen Union, soweit sie am Wahltag das 16. Lebensjahr vollendet haben und seit dem 25. Februar in Buchholz wohnen. Die Amtszeit des neuen Bürgermeisters oder Bürgermeisterin beginnt am 1. November 2014 und dauert bis zum 31. Oktober 2021.

Auf ihrer Seite ruft die Stadt die Bürger auf, zur Wahl zu gehen. Wörtlich heißt es dort: „Wählen bedeutet, die Richtung der Politik zu bestimmen. Und nirgendwo sind die Chancen der Einwirkung auf die Politik so groß wie auf kommunaler Ebene. Wer wählt, wirkt am politischen Entscheidungsprozess mit, übt direkt und indirekt Einfluss aus, vertritt seine bürgerlichen Interessen und entscheidet ganz konkret, welche Persönlichkeit die Stadtverwaltung führen wird. Mit Abgabe unserer Stimme können wir somit Einfluss auf die zukünftige Politik in unserer Stadt nehmen.“

 

Der Makler Ronald Bohn, der bei der Bürgermeisterwahl am 25. Mai als parteiloser Kandidat antritt, hat sich bei einem Sturz in seinem Büro verletzt. Das meldet das Nordheide Wochenblatt. Bohn sei auf der Treppe ins Stolpern geraten und aus zwei Metern Höhe auf den Boden gefallen. Dann sei er gegen eine Küchenzeile geprallt. Mitarbeiter hätten den Rettungsdienst alarmiert, der Bohn ins Buchholzer Krankenhaus gebracht habe. Nach ersten Untersuchungen habe sich der 43-Jährige keine Brüche zugezogen, musste aber die Nacht auf der Intensivstation verbringen. „Ich gehe aber davon aus, dass mein Mann das Krankenhaus bald verlassen kann“, zitiert das Wochenblatt Bohns Ehefrau Claudia. (be)

 

Wenn es nach dem Applaus für die Kandidaten geht, wird die Bürgermeisterwahl am 25. Mai ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Die fünf Kandidaten für das Amt – Jan-Hendrik Röhse, Ronald Bohn, Norbert Keese, Uwe Schulze und Joachim Zinnecker – stellten sich vor kurzem den Fragen der Schülerinnen und Schülern der Klassen 9 und 10 an der Realschule am Kattenberge sowie der Klassen 8, 10 und 11 des Gymnasiums am Kattenberge (GAK).

„Beide Schulen waren sehr gut vorbereitet“, berichtet Stadtjugendpfleger Olaf Blohm, der die Debatten initiiert und organisiert hat. „Die Moderatorinnen und Moderatoren hatten einen guten Zeitplan und über einen Beamer konnten die Zuschauer die Fragen jederzeit sehen.“

Und so mussten die Kandidaten in der ersten Runde Antworten auf Fragen der Realschüler zur Verkehrssituation in Buchholz finden und beantworten, was sie zur Förderung der Bildung und zur Schaffung von Ausbildungsplätzen beitragen könnten. Auch die Freigabe von Sportplätzen für die öffentliche Nutzung und die Erweiterung des Stadtbusstreckenplans wurden thematisiert.
Nach zwei intensiven Stunden ging es für die Bürgermeisterkandidaten in die nächste Runde zum Gymnasium. Dort erwarteten sie Fragen zu Freizeitangeboten für Jugendliche in Buchholz, zum Verkehr sowie allgemeine politische Fragen zum Klimaschutz und der Jugendbeteiligung.

Am GAK waren die Schülerinnen und Schüler nach jedem Frageblock aufgerufen, die Kandidatenbeiträge durch die Lautstärke ihres Beifalls zu bewerten. Dabei konnte sich Jan-Hendrik Röhse knapp vor Joachim Zinnecker behaupten. Auf dem dritten Rang wechselten sich – je nach Themenblock – Uwe Schulze, Norbert Keese und Ronald Bohn ab.
„Ich glaube, die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur den Unterrichtsausfall genossen, sondern auch ein Stück Demokratie praktiziert“, bilanziert Stadtjugendpfleger Blohm. „Eine Motivation, zur Wahl zu gehen waren diese Veranstaltungen auf jeden Fall.“ (ein/hh)

 

 

IMG_4217Fünf Kandidaten treten bei der Wahl zum Bürgermeister von Buchholz am 25. Mai des Jahres an. Heute hat zum Ablauf der betreffenden Frist auch Uwe Schulze, Betriebrat vom TÜV Nord und gebürtiger Buchholzer, die nötigen 190 Unterschriften abgegeben. Außer ihm kandidieren noch Joachim Zinnecker, der die Unterstützung der SPD, der Grünen und der Buchholzer Liste hat, der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse, der von CDU und FDP unterstützt wird, sowie der Makler Ronald Bohn und der Optiker Norbert Keese. Uwe Schulze scheint, zumindest im Internet, eine Menge Fans zu haben. Jedenfalls liegt er bei der Umfrage im buchholz express zur Bürgermeisterwahl klar vorn, mit 67 Stimmen. Auf dem zweiten Platz liegt Zinnecker (44 Stimmen) mit Abstand zu Bohn (30 Stimmen). Röhse hat nur 16 Stimmen, was bei der eher linksliberalen Ausrichtung der Express-Leserschaft aber nicht überraschen kann. Keese liegt abgeschlagen mit sechs Stimmen auf dem letzten Platz. (kst)

 

Bohn StandaufbauWenn Sie sich heute trotz der Sturmböen auf den Markt trauen, können Sie dort Ronald Bohn treffen. Der Bürgermeisterkandidat steht mit einem Bistrotisch (siehe Foto beim Aufbau) unter der großen Uhr gegenüber vom „Ehrenmal“. Fragen Sie ihn doch mal nach seiner Aktion mit den Rollstuhlfahrern (be berichtete) und ob er in seinem Verein TSV Sprötze eine Sparte für behinderte Sportler hat… (km/red)