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NotausgangVon Kristian Stemmler

Ist das die Lösung der Flüchtlingskrise? Engagierte junge Unternehmer aus dem Hamburger Schanzenviertel haben ein Startup unter dem Namen „Rent-a-Refugee“ gegründet. Das Konzept klingt vielversprechend. „Wir bieten unseren Kunden aus allen Bereichen der Wirtschaft Flüchtlinge als Arbeitskräfte an“, sagt Magnus von Hirsch, Geschäftsführer der neuen Firma. „Das ist eine Win-win-Situation: Die Kunden bekommen schnell und unkompliziert motivierte und günstige Fachkräfte – und die Flüchtlinge werden ebenso schnell und unkompliziert in den Arbeitsmarkt integriert.“

„Rent-a-Refugee“ hat bereits Flüchtlinge aus diversen Herkunftsländern unter Vertrag. „Natürlich haben wir zuletzt vor allem Syrer frisch reinbekommen“, sagt Hirsch. „Sie sind in der Mehrzahl hoch qualifiziert. Wir haben Juristen, Architekten, Ärzte, um nur drei Berufe zu nennen.“ Vor allem seien diese Fachkräfte, und das sei ihr entscheidender Vorteil, bereit, zu weit schlechteren Bedingungen zu arbeiten als Deutsche mit vergleichbaren Qualifikationen.

„Wissen Sie, wenn Sie aus einem Land entkommen sind, dass in Trümmern liegt, wenn Sie es übers Mittelmeer und durch Ungarn geschafft haben, sind Sie froh, ein Dach über dem Kopf und eine Arbeit zu haben, egal wie und wo“, so der Jungunternehmer. Das gelte aber für sämtliche Arbeitskräfte von „Rent-a-Refugee“: „Alle sind pflegeleicht, dankbar und mit wenig zufrieden. Das erleichtert Haltung und Führung sehr.“

Natürlich biete man auch Arbeitskräfte für einfache Tätigkeiten an, etwa Schwarzafrikaner für die Gastronomie oder den Reinigungsbereich. „Die Afrikaner sind in der Regel in der Haltung noch wesentlich günstiger als etwa die Syrer“, sagt Hirsch. Sie seien sehr einfache Verhältnisse gewohnt und ließen sich, so der Geschäftsführer, zum Beispiel auf engstem Raum unterbringen.

Mit allen wichtigen deutschen Behörden sei man im Kontakt, um die gesetzlichen Regelungen anzupassen. „Uns ist signalisiert worden, dass der Mindestlohn für Flüchtlinge natürlich nicht gilt. Da haben wir auch die volle Rückendeckung der Arbeitgeberverbände“, betont der Geschäftsführer von „Rent-a-Refugee“. Auch die maßlos übertriebenen deutschen Arbeitsschutzregelungen sollen für die Flüchtlinge angepasst werden.

Ihr Startup könne für den Wirtschaftsstandort Deutschland wegweisend sein, erklärt Magnus von Hirsch. „Der deutsche Arbeitnehmer ist in der Regel sehr verwöhnt. Er pocht auf den Mindestlohn, auf bestimmte Arbeitszeiten und die Bezahlung von Überstunden, er beschwert sich gern und lässt sich ungern etwas sagen.“ Das sei bei den Flüchtlingen anders. Von Hirsch: „Wenn Sie der Hölle von Aleppo entronnen sind, beschweren Sie sich nicht gleich, wenn Sie abends mal länger da bleiben sollen.“

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