Mit ‘Prosper-Christian Otto’ getaggte Beiträge

3,w=985,c=0.bildVon Kristian Stemmler

Wenn es noch einen Grund gegeben haben sollte, ein gewisses Mitgefühl mit Prosper-Christian Otto zu entwickeln, so sollte das spätestens jetzt vorbei sein. Denn der Tenor und Berufsquerulant, dessen schwarz gebautes Haus im Sprötzer Wohngebiet Lohbergen in den vergangenen Tagen abgerissen wurde (der buchholzblog berichtete), hatte offenbar kein Problem damit, jetzt auch noch die Bild-Zeitung in seine Kampagne einzuspannen.

Der buchholzblog hat 99 Cent investiert, um den Zugang zu dem betreffenden Beitrag bei Bild + zu erhalten. Unter der Überschrift „Mein Traum-Haus ist ein Trümmer-Haus“ ist da ein Foto von Prof. Otto im Anzug mit verschränkten Armen vor seinem schon halb abgerissenen Haus zu sehen. Ich kann nur sagen: Peinlicher geht’s nicht! Damit hat Otto alle Sympathiepunkte verspielt, die er zuletzt vielleicht noch als „Heimatvertriebener“ in Wenzendorf verdient hatte.

Im Text, der wie immer bei „Bild“ bis zum Äußersten komprimiert ist, wird der Streit zwischen Otto und der Stadt Buchholz zwar weitgehend korrekt wiedergegeben. Aber im Zusammenklang mit dem Foto bleibt eben doch der Eindruck hängen, dass hier ein aufrechter Mann Opfer staatlicher Willkür geworden ist. Otto wird am Schluss mit den Worten zitiert: „Ich überlege, ins Ausland zu ziehen.“

Da kann ich nur sagen: Nur zu, Herr Otto, möglichst weit weg! Wie wäre es mit Feuerland!

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Von Kristian Stemmler

Peter Rössner sieht die Sache gelassen. „Als ich in Lüneburg alte Fachwerkhäuser abreißen musste, das ging mir an die Nieren. Aber das hier ist für mich eigentlich nur ne Bude im Wald“, sagt er ohne erkennbare Erregung. Dann entschuldigt sich der Seniorchef der Abbruchfirma Rössner aus Wenzendorf aber doch halbwegs für sein Tun: „Ich bin ja hier nur der verlängerte Arm“, meint er achselzuckend.

Das kann man fast wörtlich nehmen, denn der Arm seines 16-Tonnen-Baggers und die daran befindliche Schaufel sind es, die am Donnerstagmittag kurzen Prozess mit dem Haus an der Straße Dependahl im Sprötzer Landschaftsschutzgebiet Lohbergen machen – und damit das Ausrufezeichen hinter eine Affäre setzen, die Buchholz jahrelang in Atem gehalten hat. Nach dem Nachnamen des Protagonisten meist als „Affäre Otto“ bekannt.

Kaum hätte man geglaubt, dass dieser Tag noch kommen würde. Denn dem Tenor und Vorstand des Musikschulvereins Prosper-Christian Otto war es immer wieder gelungen, den Vollzug der seit Jahren existierenden Abrissverfügung hinauszuschieben. Zuletzt mit dem Argument, in seinem Haus befinde sich ein Büro der Musikschule. Aber das ist jetzt umgezogen, und das Oberverwaltungsgericht Lüneburg hat auch die letzten drei Einsprüche Ottos abgeschmettert. Aus die Maus!

Triumphale Freude ist allerdings bei keinem festzustellen, an diesem Tag, auch wenn Otto die Stadt immer wieder provoziert und beschimpft hat. Auch Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos), der es sich nehmen lässt, gegen acht am Einsatzort aufzutauchen, hält sich in seinen Äußerungen erkennbar zurück. Auf der ehemaligen Terrasse von Familie Otto, gibt er den Reportern von Wochenblatt, Harburger Rundschau, Harburger Anzeigen und Nachrichten und dem NDR Hörfunk Auskunft. Auch dem aus Hannover angereisten NDR-Fernsehteam steht er Rede und Antwort.

Natürlich sei er erleichtert, dass der Streit mit Otto jetzt sein Ende findet, bekennt Geiger, der an diesem Tag wirklich eine gute Figur macht. Mehrfach weist er darauf hin, wie bedauerlich es sei, dass der Berufssänger nicht kompromissbereit gewesen ist: „Er hat immer auf seinen Maximalforderungen bestanden.“ Mit der Aufstellung eines Bebauungsplan habe die Stadt versucht, „den Spagat zu wagen“, die schwarz gebauten Häuser im Wald in einem gewissen Umfang nachträglich zu legalisieren.

Otto hätte hier sein 177-Quadratmeter-Haus lediglich auf eine Grundfläche von 90 Quadratmeter zurückbauen müssen. Geiger: „Das wäre ein wunderbares Baugrundstück gewesen.“ Erst mit seinem prozessualen Feldzug gegen die Stadt habe Otto alle Voraussetzungen für einen Kompromiss zerstört. Das Bundesverwaltungsgericht gab dem Tenor Recht und kassierte den B-Plan. Ein Pyrrhussieg, denn jetzt stand Ottos Haus im Außenbereich, die Stadt hatte die juristische Grundlage für den Abriss.

Dass der Abriss die Krönung eines persönlichen Rachefeldzugs gegen Otto sei, wie das Nordheide Wochenblatt jetzt fabuliert hatte, weist der Bürgermeister entschieden zurück. Zwei Gespräche habe er mit dem Musikprofessor im Rathaus geführt: „Da ist nie ein böses Wort gefallen.“ Auch den Vorschlag, wegen der Erkrankung von Ottos, sie leidet an Multipler Sklerose, Gnade vor Recht ergehen zu lassen, kann Geiger nicht nachvollziehen. Es sei in seiner Verantwortung, sie zu schützen.

Mit Blick auf die angeschlagene Gesundheit von Christiane Otto hat die Stadt aber dennoch Vorsorge getroffen. Kurz nach Geiger trifft der Leiter des Sozialpsychiatrischen Dienstes im Landkreis Harburg, Folke Sumfleth, im Abrisshaus ein. „Für den Fall, dass Frau Otto akut unter dem Abriss leidet, wollten wir für ärztlichen Schutz sorgen“, erklärt Geiger, der den Psychiater aber mit Dank entlässt, weil die Ottos nicht erschienen sind.

Offenbar wollte sich das Ehepaar den Anblick des Abrissbaggers ersparen, was ja zu verstehen ist. Sie haben ihr Haus komplett leergeräumt, auf den Holzböden liegen nur noch ein paar Plastiktüten, CD-Rohlinge, alte Zeitschriften wie „Salzburg aktuell“ oder „Pro arte“, ein paar Spiegelfliesen. In einem Zimmer liegt noch eine einfache Gitarre mit nur noch drei Saiten. Im Carport vor dem Haus haben die Ottos noch Fahrräder und anderes zurückgelassen.

Bevor mit dem Abriss des Hauses begonnen werden kann, holen Arbeiter den Müll aus dem Haus und reißen im oberen Stockwerk schon mal einen Teil der Glaswolle aus dem Dach. Vor dem Grundstück wird inzwischen die Gasleitung abgestellt. Schwieriger gestaltet sich das Abklemmen des Stroms. Ein Nachbarhaus hängt mit an der Leitung der Ottos, mühsam müssen erstmal die Kabel unter der Terasse und der Rasenfläche freigelegt werden.

Mitarbeiter der Firma Bredehöft aus Harsefeld heben mit Kleinbagger und Schaufel Gräben aus. Ein Mitarbeiter der Stadtwerke hat zuvor mit einem Messgerät, das einen durchdringenden Piepton von sich gibt, den Verlauf der Stromleitung unter dem Boden festgestellt. Doch bis sie die Kabel freigelegt, eine Überbrückung zum Nachbarsgrundstück hergestellt und die Stromzufuhr zu Ottos Haus gekappt haben, dauert es noch etwas.

Die Reporter, der Buchholzer Pressesprecher Heinrich Helms, Gerhard Lüders, Chef des Fachdienstes Bauordnung, Abbruchunternehmer Rössner und zwei junge Polizeibeamte, ein Mann und eine Frau, stehen derweil auf dem wirklich schönen Waldgrundstück in der Sonne, die inzwischen den Schnürregen abgelöst hat, und warten. Für Kurzweil sorgt vor allem Peter Rössner mit Anekdoten aus seiner Laufbahn als Abreißer.

Unvermutet taucht Wochenblatt-Verleger Martin Schrader auf Ottos Grundstück auf. Seine Tochter ist Nachbarin des Tenors. Natürlich will sich auch Schrader dieses für Landkreis-Verhältnisse historische Ereignis nicht entgehen lassen. Er unterhält sich lautstark mit seinem ehemaligem Mitarbeiter Heinrich Helms und das gewohnt meinungsfreudig. Die Führung der Stadt kommt dabei nicht gut weg – und man versteht Manches besser, was im Wochenblatt steht…

Das NDR-Fernsehteam und weitere Kollegen sind indes kurzfristig ausgeflogen. Natürlich hat Prosper-Christian Otto es sich nicht nehmen lassen, auch seine Sicht der Dinge noch mal zu transportieren. In Wenzendorf habe er eine Vier-Zimmer-Wohnung bezogen, heißt es, pikanterweise direkt neben Rössner, der sein Haus abreißt (!), dort habe er auch zur Pressekonferenz gebeten. Und zwar im Café auf Hof Oelkers. Dort wusste man offenbar nichts von Ottos Auftritt.

Als das NDR-Team nach Sprötze zurückgekehrt ist, erzählen die jungen Leute, die Familie Oelkers sei nicht besonders erfreut von Ottos Vorgehen gewesen. Das Interview hätten sie darum im Wald führen müssen. Otto habe erklärt, er sei mit einem Rückbau seines Hauses einverstanden gewesen und habe dazu auch Anträge eingereicht, die die Stadt aber nicht genehmigt habe. Offenbar arbeitet Otto hier an seiner nächsten Legende.

Stadtsprecher Helms reagiert auch entsprechend empört: „Das stimmt wirklich nicht!“ Zwar habe Otto tatsächlich Anträge gestellt, aber da hätten Unterlagen gefehlt. Dass die Stadt hier Fehler gemacht habe, sei völlig abwegig. Dieses Statement wiederholt Helms auch noch mal vor der Kamera des NDR-Teams. Die Mitarbeiter von Bredehöft und den Buchholzer Stadtwerken sind inzwischen mit der Lösung des Stromproblems vorangekommen.

Gegen halb eins kommt das grüne Licht für Rössner, der sich, nach wie vor die Ruhe selbst, in seinen Bagger schwingt. Erstmal schiebt er die Gräben auf Rasenflächen und Terrasse wieder zu – und dann ist es soweit: Punkt 12.31 Uhr schlägt die Baggerschaufel zum erstenmal auf dem Dach von Ottos Anwesen auf. Der NDR filmt, die Kollegen fotografieren, auch die Polizei hält mit dem Smartphone das Ereignis fest. Zehn Minuten später liegt das halbe Dach und ein Flügel des Hauses in Trümmern. Rund 20.000 Euro wird der Abriss kosten, alles zu zahlen vom Ehepaar Otto. Ob diese Rechnung beglichen wird..?

Der Abriss hat begonnen, die Medien haben ihre Bilder und rücken ab. Etwa eine Woche werde er noch brauchen, hatte Peter Rössner bekundet. Die Materialen werden vor Ort getrennt, bevor sie zur Firma Husen verbracht werden. Was dort daraus wird, kann Rössner auch nicht so genau sagen: „Vielleicht ne Spanplatte.“

Der Leiter des Buchholzer Fachdienstes Bauordnung, Gerhard Lüders, der leidvolle Erfahrungen mit Otto gemacht hat, hat sich das Treiben mit durchaus gemischten Gefühlen angesehen. „Ich habe ja nun jahrelang mit der Sache zu tun gehabt“, sagt er nachdenklich, „aber das hier so mit anzusehen, ist nicht schön. So ein Abriss ist schon brutal.“ Über das Grundstück ziehen Zugvögel durch den blauen Himmel.

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Von Kristian Stemmler

Punkt 12.31 Uhr ließ Baggerführer Peter Rössner die Schaufel seines 16-Tonnen-Baggers das erste Mal auf das Dach des Hauses Dependahl 8 in Buchholz-Sprötze krachen. Heute mittag hat im Landschaftsschutzgebiet Lohbergen der Abriss des Hauses von Prosper-Christian Otto begonnen – damit hat eine jahrelange Auseinandersetzung zwischen dem Berufssänger und der Stadt Buchholz, die Otto bis vors Bundesverwaltungsgericht trug, ihr vorläufiges Ende gefunden.

Der Einsatz ging überraschend reibungslos über die Bühne, weil das Ehepaar Otto das Haus geräumt hatte und darauf verzichtete, vor Ort zu erscheinen. Die Polizei musste ebenso wenig eingreifen, wie der Psychiater, den die Verwaltung vorsorglich zum Einsatzort gebeten hatte, weil Otto im Vorfeld auf die Erkrankung seiner Frau – sie leidet an Multipler Sklerose – und eine daraus resultierende Labilität hingewiesen hatte.

Bereits vor acht Uhr waren Mitarbeiter des Fachdienstes Bauordnung unter deren Leiter Gerhard Lüders auf dem mehr als 7000 Quadratmeter großen Waldgrundstück eingetroffen. Das Tor mit dem auffälligen Violinschlüssel, in den jemand weiße Rosen gesteckt hatte, war unverschlossen. Die Mitarbeiter fanden das Haus leer und verlassen vor, in den Räumen hatten die Ottos lediglich noch etwas Müll wie Plastiktüten, alte Zeitschriften und DVDs hinterlassen.

Gegen acht erschien Bürgermeister Wilfried Geiger, um sich ein Bild von der Lage zu machen und „meinen Mitarbeitern Rückendeckung zu geben“, wie er sagte. In Interviews mit den zahlreich erschienenen Medienvertretern nahm er Stellung zum Fall Otto. Neben Kollegen vom Nordheide Wochenblatt, von der Harburger Rundschau und den Harburger Anzeigen waren auch eine Reporterin vom NDR Hörfunk und ein Fernsehteam des NDR vor Ort (Bericht in „Hallo Niedersachsen“, heute um 19.30 Uhr, N 3).

Er sei erleichtert, das der jahrelange Streit jetzt ein Ende gefunden habe, sagte Geiger. Es sei allerdings auch sehr bedauerlich, dass Otto nicht die ausgestreckte Hand der Stadt ergriffen und sich auf einen Kompromiss eingelassen habe, als noch die Zeit dafür war. „Wenn er den Kompromiss akzeptiert und zurückgebaut hätte, dann hätte er hier ein wunderbares Baugrundstück und ein Haus mit einer Grundfläche von 90 Quadratmeter gehabt“, so der Bürgermeister, „aber er hat leider immer auf seinen Maximalforderungen bestanden.“

Den von Otto und dem Nordheide Wochenblatt vorgebrachten Verdacht, der Abriss des Hauses sei Ausdruck eines persönlichen Rachefeldzugs des Bürgermeisters, wies dieser „entschieden“ zurück. Die Stadt habe versucht, mit einem Bebauungsplan Rechtssicherheit im Gebiet Lohbergen herzustellen, „um den Leuten hier das Dach über dem Kopf zu lassen“. Dieser B-Plan habe Otto lediglich verpflichtet, das Haus zurückzubauen. Erst nachdem der Berufssänger beim Bundesverwaltungsgericht erreicht hatte, dass der B-Plan kassiert wurde, habe sein Haus im Außenbereich gestanden, mit dem Ergebnis, dass es abgerissen werden muss.

Nach etwa einer halben Stunde verließ Geiger den Einsatzort wieder. Arbeiter hatten inzwischen begonnen, den Müll aus dem Haus zu entfernen und im oberen Stockwerk die Isolierung des Dachs herauszureißen. Es dauerte allerdings noch ein paar Stunden bis der Bagger der Abbruchfirma Rössner zum Zuge kam. Die Stadtwerke und die Firma Bredehöft mussten erst im Garten und auf der Terrasse Stromleitungen freilegen. Da ein Nachbarhaus an der Stromleitung der Ottos hing, musste zuerst eine Überbrückung installiert werden, bevor die Stromzufuhr gekappt werden konnte.

Der Abriss des Hauses und der Abtransport des Schutts soll sich bis in die kommende Woche erstrecken. Die Kosten von etwa 20.000 Euro muss Otto tragen, da er der Verpflichtung zum Abriss nicht nachgekommen ist. Die Stadt Buchholz wird hier im Zuge einer so genannten Ersatzvornahme tätig.

Das Ehepaar soll, wie es hieß, vorläufig in einer Wohnung in Wenzendorf untergekommen sein. Otto lotste das NDR-Fernsehteam auf den Hof Oelkers, um ein Interview zu geben. Dort war man nicht sehr erfreut von dieser improvisierten Pressekonferenz, da Otto die Familie Oelkers offenbar nicht informiert hatte, so dass das Interview in den Wald verlegt wurde. Pikantes Detail am Rande: Die Wohnung der Ottos soll sich unmittelbar neben dem Sitz der Abbruchfirma Rössner befinden…

(Eine ausführliche Reportage zu den Vorgängen in Sprötze folgt demnächst.)

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Disharmonien bis zum Schluss – das Tor zum Anwesen von P. C. Otto.

 

Was soll ich länger weilen, dass man mich trieb hinaus? Lass irre Hunde heulen vor ihres Herren Haus. (aus der „Winterreise“ von Franz Schubert)

Von Kristian Stemmler

Es war große Oper. Es gab viele Aufs und Abs, überraschende Wendungen und ein ausgesprochen ausgedehntes Finale – jetzt aber scheint der letzte Aufzug für den „Don Quichotte vom Höllental“ bevorzustehen. Nachdem das Oberverwaltungsgericht Lüneburg auch seine letzten drei Einsprüche abgeschmettert hat, soll das schwarz gebaute Haus von Tenor Prosper-Christian Otto im Sprötzer Wald am Brunsberg am kommenden Donnerstag geräumt und dann mit dem Abriss begonnen werden. Das berichtet die Harburger Rundschau. Um 8 Uhr wolle die Stadt mit Hilfskräften an der Straße Dependahl anrücken.

Angesichts seiner endgültigen Niederlage dreht Otto offenbar endgültig durch. In einem Brief an die Eltern der rund 800 Schüler der Musikschule, dessen Trägerverein er vorsitzt, wirft er mit haltlosen Vorwürfen gegen die Stadt um sich und droht mit einer Gebührenerhöhung, weil ein Büro der Musikschule, das sich bisher in seinem Haus befand, aufgelöst werden musste. Die Stadt reagierte jetzt mit einer geharnischten Pressemitteilung auf ihrer Homepage, die am Ende dieses Beitrags dokumentiert ist.

Angesichts von Ottos bisherigen Eskapaden ist kaum zu glauben, was die Harburger Rundschau berichtet. Otto soll sich angeblich mit seinem Schicksal abgefunden haben. Das Blatt zitiert ihn mit den Worten: „Wir packen jetzt unsere Sachen und suchen nach einem Ausweichquartier.“ Hat der Berufssänger Kreide gefressen? Bisher hat er Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt, ist sogar bis nach Karlsruhe gegangen, um den Abriss seines Hauses zu verhindern.

Ganz offenbar hat der Professor zumindest nichts dagegen, den letzten Akt vor einem mehr oder weniger großen Publikum zu spielen, warum sollte er sonst den Termin der Räumung bekannt geben. Die Buchholzer Verwaltung hätte das von sich aus nicht getan. Jetzt werden natürlich etliche Medienvertreter, vermutlich auch Fernsehen, vor Ort sein, sicher auch einige Schaulustige. Zu befürchten ist, dass Otto noch Boulevardmedien alarmiert, die die Hintergründe des Falls nicht kennen.

Die Stadt wird sich mit Sicherheit keine Blöße geben wollen und dürfte den Einsatz generalstabsmäßig vorbereitet haben. Neben den eigenen Mitarbeitern und Bauarbeitern werden vermutlich auch Einsatzkräfte der Polizei und andere Hilfskräfte vor Ort sein. Bürgermeister Wilfried Geiger hatte in der Ratssitzung am vergangenen Dienstag deutlich gemacht, dass man sogar Regelungen für den Fall getroffen hat, dass Otto und seine Frau untergebracht werden müssen (Notunterkunft Bremer Straße oder Zivildienstschule wurde hier von Ratsmitgliedern vorgeschlagen…).

Jegliches Mitleid mit Prosper-Christian Otto ist übrigens fehl am Platze. Der Tenor hat mit einer Mischung aus Halsstarrigkeit, Ignoranz, Maßlosigkeit und Unverschämtheit überall nur verbrannte Erde hinterlassen. Er hat die Verwaltung und den Rat kriminellen Verhaltens bezichtigt, sein gesamtes Umfeld in seinen Kampf hineingezogen, hat seinen Nachbarn im Wohngebiet Lohbergen mit seinem juristischen Feldzug geschadet (sie dürfen zum Beispiel ihr Haus nicht wiederaufbauen, falls es abbrennen sollte) und die Musikschule, deren Trägerverein er vorsitzt, in Geiselhaft genommen.

Auch jetzt noch kann Otto nicht damit aufhören, die Musikschule für seine Zwecke einzuspannen, wie oben erwähnt. In der Harburger Rundschau kündigte er bereits an, die Gebühren für die rund 800 Musikschüler müssten um acht Prozent steigen, wenn die Musikschule neue Räume anmieten müsste. Die Schule hatte bisher ein Büro in Ottos Haus, das sie aber jetzt räumen musste. Der neue Leiter, Thomas Hansen, zog in die beiden Räume im Dachgeschoss des Standesamtes, die der Musikschule auch bisher schon zur Verfügung standen.

Die Räume seien aber nicht ausreichend, wird Hansen zitiert, er sei auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten. Er bedauere es sehr, dass die Musikschule in den Konflikt zwischen Otto und der Stadt hineingezogen worden sei. Dazu lässt sich anmerken, dass dies allein die Schuld des Sängers ist, der nicht zum ersten Mal die Musikschule als Druckmittel gegen die Verwaltung missbraucht. Es ist höchste Zeit, dass der Verein dieses Verhalten ihres Vorsitzenden thematisiert.

Die Stadt wird wohl nicht in die Verlegenheit kommen, das Ehepaar Otto unterbringen zum müssen. Otto hat offenbar eine Unterkunft an der Hand, das sagte er jedenfalls der Harburger Rundschau. Sie liege außerhalb von Buchholz, aber noch in der Nordheide. Er spiele mit dem Gedanken, Deutschland zu verlassen (eine gute Idee!). Was sich in der Sache bis heute abgespielt habe, sei „ein Stück aus dem Tollhaus“. Da hat er recht!

Und hier die Mitteilung des Pressesprechers der Stadt, Heinrich Helms, im Wortlaut:

Dieses Schreiben bringt das Fass zum Überlaufen. „Das können wir nicht auf sich beruhen lassen.“ Erster Stadtrat Jan-Hendrik Röhse ist stinksauer. Grund ist ein Brief Prosper C. Ottos, den der in seiner Funktion als Vorstand der Musikschule für die Stadt Buchholz den Eltern der rund 800 Schülerinnen und Schüler geschrieben hat. Vor dem Hintergrund des jahrelangen Rechtsstreits zwischen Otto und Stadt um den Schwarzbau im Landschaftsschutzgebiet Lohbergen in Sprötze, „instrumentalisiert Otto die Schule für seine privaten Zwecke, stellt hanebüchene Behauptungen auf und verdreht den Sachverhalt“, empört sich Röhse, dessen Kinder die Musikschule ebenfalls besuchen.

In dem besagten Schreiben wirft Otto Bürgermeister Wilfried Geiger unter anderem vor, die Musikschule, die ein Büro in Ottos Haus betrieben hat, in den Konflikt mit hineingezogen zu haben. Er behauptet überdies, Geiger wolle Gerichtsentscheidungen nicht abwarten. Vielmehr müsse damit gerechnet werden, „dass der Bürgermeister das Musikschulbüro auch dann zerstören lässt, wenn die Rechtslage dies verbietet“. Deshalb müsse sich die Einrichtung neue Räume suchen. Weil das koste, hat Otto dem Schreiben gleich den neuen (erhöhten) Gebührentarif beigelegt. Er fordert die Eltern deshalb auf, sich an Geiger zu wenden, „der durch sein kompromissloses Verhalten die Notwendigkeit dieser Gebührenerhöhung erzwungen hat“.

Ottos Behauptungen sind rufschädigend und verletzen Persönlichkeitsrechte“, sagt Röhse. Die Abrissverfügung gegen Ottos Schwarzbau sei seit dem Beschluss des Lüneburger Oberverwaltungsgerichtes (OVG) vom März vergangenen Jahres rechtskräftig. Das sei sowohl dem Privatmann Otto wie auch dem Musikschulvorstand Otto bekannt. Die jüngsten Beschwerden Ottos beim OVG in dieser und in seiner privaten Sache seien überdies vom Gericht alle abschlägig beschieden worden. Das Gericht habe den Abriss des Schwarzbaus also nicht untersagt, sondern explizit erlaubt.

Es kann also gar keine Rede davon sein, dass der Bürgermeister ein Büro ohne Rechtsgrundlage zerstören lässt“, stellt Röhse klar. Hinzu kommt, dass der Bürgermeister in dieser Sache die einstimmige Auffassung des Rates vertritt. Darüber hinaus stellt die Stadt der Musikschule seit Jahrzehnten Büroraum im städtischen Standesamt zur Verfügung, den diese auch nutzt. So trägt das Schreiben der Musikschule bezeichnenderweise im Briefkopf als Absender eben diese Büroadresse in der Kirchenstraße. Unabhängig davon fördert die Stadt die Musikschule der Stadt Buchholz jährlich mit rund 80 000 Euro und stellt Schulen kostenlos für den Musikunterricht zur Verfügung.

Ob Ottos Strategie aufgeht, darf indes bezweifelt werden. „Da instrumentalisiert jemand die Schule für seine privaten Zwecke“, sagt einer der Adressaten des Briefes am Bürgertelefon. Das Fazit des Vaters: „Dieses Schreiben ist ein Frechheit.“ Die Stadt erwägt jetzt rechtliche Schritte gegen den Verfasser des Briefes.

Von Kristian Stemmler

High Noon im Höllental: Am Sonnabend läuft die endgültig letzte Frist für den Tenor und Schwarzbauer Prosper-Christian Otto ab! Das heißt: Wenn er bis dahin sein in weiten Teilen schwarz gebautes Anwesen in dem Sprötzer Landschaftsschutzgebiet nicht selbst abgerissen hat, womit im Ernst nicht zu rechnen ist, wird die Stadt das im Zuge der Ersatzvornahme selbst erledigen. Schon bald könnten also die Abrissbagger rollen und der fast unendlich erscheinenden Geschichte ein Ende bereiten.

Wie es von Otto, der sich in den vergangenen Jahren als unbelehrbarer Querulant erwiesen hat, nicht anders zu erwarten war, beschäftigt er auch jetzt noch die Gerichte – weiterhin ohne Erfolg. Bürgermeister Wilfried Geiger teilte im Standplanungsausschuss mit, dass das Verwaltungsgericht Lüneburg eine Klage abgewiesen hat, mit der Otto versucht hatte, den Abriss hinauszuzögern. Bei dieser Klage war es darum gegangen, dass die Musikschule, die sich in Ottos Haus befindet, nicht rechtzeitig von der Stadt informiert worden sei. „Auch hier haben wir wieder obsiegt“, freute sich Geiger im Ausschuss.

Otto hat sich mit seiner Arroganz und Unbelehrbarkeit, mit haltlosen Drohungen und verbalen Ausrastern in den letzten Jahren sämtliche Sympathien verscherzt. Unter anderem drohte er, die lange von seiner Frau geleitete Musikschule aus Buchholz abzuziehen, an die Mitglieder des Stadtrates schrieb er einen unverschämten Brief. Skandalöser Höhepunkt seines „Feldzugs“: Die Durchsetzung einer Abrissverfügung, betreffend Außenanlagen auf seinem Grundstück, kommentierte Otto mit dem Satz: „Hier werden Methoden wie bei den Nazis angewendet!“ Vor diesem Hintergrund ist es verständlich, dass die Stadt in der Sache keinen Millimeter mehr nachgibt. „Abgerissen wird auf jeden Fall“, sagte Geiger dem Wochenblatt.

Wie berichtet, kämpft Otto seit Jahren mit harten Bandagen gegen die Stadt, um sein Anwesen und die Häuser von Nachbarn im Höllental zu erhalten. Vor dem Bundesverwaltungsgericht errang er einen Pyrrhussieg. Das Gericht kassierte zwar, wie von Otto angestrebt, den Bebauungsplan, mit dem die Stadt die Schwarzbauten in dem Gebiet in einem bestimmten Rahmen legalisieren wollte. Doch danach standen die Häuser von Otto und seinen Mitstreitern im Außenbereich und müssen abgerissen werden.

Geradezu besorgniserregend ist der Realitätsverlust, der bei Otto zu beobachten ist. „Die Chancen der Stadt, mein Wohnhaus abzureißen, tendieren gegen null“, behauptet er doch allen Ernstes im Wochenblatt. Man kann nur hoffen, dass der Mann nicht noch durchdreht, sich an sein Haus kettet, wenn die Bagger kommen, oder mit einer abgesägten Schrotflinte im Rathaus erscheint. Ähnliches hat es ja leider in den letzten Monaten und Jahren mehrfach gegeben.

Von Kristian Stemmler

Prosper-Christian Otto kommt mit seinem unsäglichen NS-Vergleich vorerst ungeschoren davon. Wie aus einer Antwort auf meine Anfrage an die Stadt zu dem Thema hervorgeht, sieht die Verwaltung vorerst davon ab, wegen Ottos Äußerungen im Zusammenhang mit dem Abriss von Nebenanlagen Strafantrag wegen Beleidigung zu stellen. Der Berufssänger und notorische Schwarzbauer hatte, wie im blog berichtet, laut Nordheide Wochenblatt zum Vorgehen von Beamten der Stadt gesagt: „Hier werden Methoden wie bei den Nazis angewendet.“

Dazu erklärt die Rechtsdezernentin Hilke Henningsmeyer für die Stadt: „Unterstellt, dass die in der Presse wiedergegebenen Zitate tatsächlich von Herrn P.-C. Otto stammen, wertet die Verwaltung diese derzeit als einmalige verbale Entgleisung in einer besonderen psychischen Belastungssituation.“ Es werde berücksichtigt, dass Otto bei der Vollstreckung der Beseitigungsverfügung hinsichtlich der Nebenanlagen „erstmals mit sichtbaren Konsequenzen seines Handelns konfrontiert wurde“.

Vor dem Hintergrund dieser Bewertung hält die Stadt es derzeit auch nicht für angebracht, den Äußerungen des Sängers noch deutlicher, etwa mit einer Presseerklärung des Bürgermeisters, entgegen zu treten. Allerdings will die Verwaltung im Wiederholungsfall Zeichen setzen. „Sollte Herr P.-C. Otto in den nächsten drei Monaten entsprechende Äußerungen wiederholen“, würde die Verwaltung an der genannten Bewertung nicht mehr festhalten, „und die Staatsanwaltschaft einschalten“.

Also, hüten Sie Ihre Zunge, Herr Otto! Singen Sie lieber was Feines!

Von Kristian Stemmler

Wen ruft er als nächstes an? Den Internationalen Gerichtshof in Den Haag, die UNO? Prosper-Christian Otto lässt nicht locker. Im Nordheide Wochenblatt und in den Harburger Anzeigen und Nachrichten kündigte der Tenor jetzt an, im Kampf um sein Haus in Sprötze-Lohbergen vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Otto sieht den Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt.

Die Stadt Buchholz teilte unterdessen ungerührt mit, dass der notorische Gerichtebeschäftiger sein schwarz gebautes Anwesen (177 Quadratmeter Grundfläche) am Brunsberg bis zum 31. März 2013 abreißen muss. Die Nebenanlagen – zwei Holzschuppen, Baumhaus, Swimming Pool, Zaun und Sichtschutz – müssen schon bis zum 30. Juni diesen Jahres abgeräumt sein. Drei weitere Betroffene haben bis zum 31. Mai bzw. 31. August 2012 Zeit, Teile ihrer baulichen Anlagen zu entfernen.

Wie berichtet, kämpft Otto seit Jahren mit harten Bandagen gegen die Stadt Buchholz, um sein Anwesen und die Häuser von Nachbarn zu erhalten. Vor dem Bundesverwaltungsgericht hatte er zuletzt einen Pyrrhussieg errungen. Das Bundesverwaltungsgericht kassierte den Bebauungsplan, mit dem die Stadt die Schwarzbauten in dem Gebiet in einem bestimmten Rahmen legalisieren wollte, mit dem Argument, dass ein Gebiet nicht gleichzeitig zum Wohnen und als Wald ausgewiesen werde dürfe. Jetzt stehen die Häuser von Otto und drei Mitstreitern im Außenbereich und die Stadt sieht sich genötigt, den Abriss zu verfügen. Zuletzt war das Quartett vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg mit Anträgen auf Zulassung der Berufung im Kampf gegen die Abrissverfügungen der Stadt gescheitert.

Die Stadt zeigt sich trotz der Starrköpfigkeit Ottos durchaus kulant und lässt ihm und seinen Mitstreitern Zeit. „Wir wollen den Betroffenen ausreichend Zeit geben, ihre Angelegenheiten zu regeln“, sagte Bürgermeister Wilfried Geiger, „für Ottos Wohnhaus gilt dabei der längste Zeitraum.“Wenn die Galgenfrist abgelaufen ist, ist allerdings, so die Stadt, auch endgültig Feierabend. Sollte Otto sein Grundstück bis dahin nicht geräumt haben, bestellt die Stadt im Rahmen der so genannten Ersatzvornahme auf seine Kosten ein Abrissunternehmen.