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Posts Tagged ‘Polizeiinspektion Harburg’

Auch im Landkreis Harburg wird man nicht müde, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen, wenn es um so genannte Drogen geht. Folgende Meldung hat die Polizeiinspektion Harburg veröffentlicht:

„Marihuana, Haschisch und Kokain stellten Beamte des Kriminalermittlungsdienstes aus Winsen jetzt bei Durchsuchungen sicher. Vorausgegangen waren monatelange umfangreiche Ermittlungen gegen einen 22Jährigen aus dem Landkreis Harburg, welcher auch in Hamburg eine Wohnung hat. Der Täter verkaufte seine Drogen nicht nur im Landkreis Harburg, sondern auch in Hamburg und im Heidekreis. Bei einem Treffen schlugen Beamte des mobilen Einsatzkommandos dann zu und nahmen den 22 Jährigen und einen 29 Jährigen Abnehmer fest. Die anschließenden Wohnungsdurchsuchungen in Hamburg und Winsen förderten neben den fast zwei Kilogramm Drogen auch noch mutmaßliches Dealgeld in hoher vierstelliger Summe zu Tage. Desweiteren stellten die  Beamten einen Mercedes sicher, welche offenbar aus den Einnahmen der Drogengeschäfte bezahlt wurde. Der Täter sitzt jetzt in  Untersuchungshaft.“

Da wird also ein SEK eingesetzt wegen eines bisschen Gras und Koks. Traurig, aber wahr! In diesem Land sterben jedes Jahre rund 100.000 Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums, etwa die Hälfte an den Folgen des Tabakkonsums. Von daher müsste das SEK eigentlich mal einen Aldi-Markt stürmen…

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Der Winsener Anzeiger vom heutigen Freitag berichtet über einen Auftritt von Sabine Zunker bei „Stern TV“. Zunker ist eine Tochter von Sylvia Schulze, die mit ihrer jüngeren Tochter Miriam, im Juli 2015 verschwand – als „Fall Schulze“ machte der Vorgang bundesweit Schlagzeilen. In der Sendung räumte Michael Düker, Leiter der damals eingerichteten Sonderkommission, ein, dass die Leichen im Seppensener Mühlenteich, wo sie vermutet wurden, nicht unbedingt hätten gefunden werden müssen, da dort ein tiefer Morast vorherrscht. Aus diesem Anlass veröffentlicht die Redaktion des medienlotse-Blogs, die sich schon damals fragte, warum der Teich nicht trocken gelegt wurde, die Reportage von der Suche im Mühlenteich. Die Auskunft der Polizei damals übrigens: Das Wasser des gesamten Teichs abzulassen sei sehr aufwendig, alte, lange ungenutzte Wehre könnten brechen, was zu Überschwemmungen führen könnte. Der medienlotse meint wie der Winsener Anzeige: Versucht es!

Von Kristian Stemmler

Eine Entenmutter verlässt mit ihren Küken das schützende Schilf, über dem Seppenser Mühlenteich steigt Dunst auf. Eigentlich ist es an diesem regnerischen Abend ganz idyllisch an dieser ruhigen Ecke von Holm-Seppensen. Oder besser gesagt: Es wäre idyllisch, wenn da nicht die vielen Polizisten wären, die vielen Kamerateams und Reporter. Sie sind gekommen wegen einer sensationeller Wende im Fall Schulze, der seit Wochen bundesweit für Schlagzeilen sorgt: Der Fall der Ende Juli verschwundenen Familie aus Drage hat Buchholz erreicht.

Noch wagt es niemand ganz offen auszusprechen, natürlich auch nicht Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, der quasi von Amts wegen zu vorsichtigen Statements verpflichtet ist. Aber folgende Hypothese wird immer wahrscheinlich: Familienvater Marco Schulze (41) ist möglicherweise mit seiner Frau Sylvia (43) und der gemeinsamen Tochter Miriam (12) unter einem Vorwand nach Holm-Seppensen gekommen, hat sie am Ufer des Seppenser Mühlenteichs getötet und die Leichen in dem Gewässer verschwinden lassen.

Vieles spricht für ein solches Szenario. Aber an diesem Montagnachmittag steht erst einmal die Suche nach Mutter und Tochter im Mittelpunkt. Vier Polizeitaucher aus Braunschweig sind nach Buchholz gekommen und suchen seit etwa 16 Uhr den Mühlenteich ab. Zwei Beamte fahren mit einem Schlauchboot das gesamte Ufer ab und suchen dort nach den vermissten Frauen. Insgesamt hat die Polizei rund 35 Beamte im Einsatz.

Warum aber sollte Marco Schulze seine Familie nach Holm-Seppensen gebracht haben, eine Dreiviertelstunde Autofahrt von Drage entfernt? „ Die Familie hatte einen Bezug in die Region. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, erklärt Jan Krüger, der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Schon in der ersten Woche nach dem Verschwinden gab es dazu einen anonymen Hinweis an die Polizei. Nachdem über den Fall Schulze in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy…ungelöst“ berichtet wurde, meldete sich die Zeugin erneut und sagte aus, sie kenne die Familie Schulze und habe sie am 22. Juli auf einem Wanderweg in Holm-Seppensen gesehen.

Da klingelten bei den Ermittlern natürlich die Alarmglocken. Denn am 23. Juli, also einen Tag später, war Marco Schulze das letzte Mal gesehen worden. Er wurde am 31. Juli in Lauenburg tot aus der Elbe gezogen. Mit einem Betonklotz, den er am Körper festgebunden hatte, war Schulze von einer Elbbrücke ins Wasser gesprungen. Der Fund seiner Leiche sorgte bei aller Tragik für erste Klarheit: Wie vermutet, hatte sich ein Familiendrama abgespielt. Doch Mutter und Tochter blieben verschwunden.

„Aktenzeichen xy…ungelöst“ sorgte offenbar für einen neuen Schub in dem Fall. Nach dem Hinweis der Zeugin setzte die Polizei in Holm-Seppensen erfolgreich einen Mantrailer-Hund ein, also einen Spürhund, der Spuren lebender Menschen verfolgt. Er nahm an der Stelle, an der die Zeugin die Familie gesehen hatte, die Witterung auf und führte die Polizei an das Nordostufer des Seppenser Mühlenteichs. Das war der Startschuss für den Einsatz der Polizeitaucher, der heute nachmittag begann.

Natürlich waren auch die Medien sofort zur Stelle, da der Fall Schulze immer noch die Öffentlichkeit im ganzen Land beschäftigt. Am Südwestufer des Mühlenteichs, unweit der verfallenen Mühle hatten Krüger und ein Team einen kleinen Platz für die Presse freigehalten, wo ein halbes Dutzend Kamerateams, Reporter von Rundfunk und Presse ihr Zelt aufschlugen. RTL kam gar mit einem Übertragungswagen an den idyllischen Mühlenteich. Auch das NDR Fernsehen berichtete live.

Jan Krüger stand wie in den vergangenen Wochen wieder geduldig Rede und Antwort. Seit Wochen ist er auf allen Kanälen zu sehen. Auf die Frage, wie viele Interviews er zum Fall Schulze inzwischen gegeben hat, zuckt er nur die Schultern. Über mögliche persönliche Hintergründen des Familiendramas will oder kann er nichts Konkretes sagen. Seine Äußerungen lassen allerdings den Schluss zu, dass es wohl keinen ganz eindeutigen Auslöser gab wie in anderen Fällen.

Ob sich die Hintergründe des Dramas also jemals aufgeklärt werden bzw. ob das überhaupt in die Öffentlichkeit gehört, muss offen bleiben. Nach dem Stand der Dinge leben aber Sylvia und Miriam Schulze nicht mehr. Dass Marco Schulze einen Tag vor seinem Verschwinden mit ihnen am Ufer des Seppenser Mühlenteichs gewesen ist, lässt kaum einen anderen Schluss zu. Am Abend sollte der Einsatz der Taucher abgebrochen werden, um gegebenenfalls am Dienstag fortgesetzt zu werden – dann wird es vielleicht schon endgültige Klarheit geben.

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Aus der Pressemeldung der Polizeiinspektion Harburg für den 21. bis 23. April 2017:

+++ Buchholz – Einbruch in Bäckerei

In der Nacht auf Sonntag kam es, gegen 01.00 Uhr, in der Hamburger
Straße in Buchholz zu einem Einbruch in eine Bäckerei. Hier
versuchten Täter zuerst die Tür aufzuhebeln. Als dies misslang,
schmissen sie die Verglasung mit einem Gullydeckel ein, stiegen in
das Geschäft und erbeuteten Diebesgut. Wer Hinweise zu der Taten
geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Buchholz unter
04181-285-0 zu melden.

+++ Buchholz – Nachbarschaftsstreit endet im Gewahrsam

In der Nacht zum Sonntag kam es im Dibberser Mühlenweg zu
Streitigkeiten zwischen Nachbarn. Grund soll die Nutzung eines
Besucherparkplatzes gewesen sein. Als einer der Nachbarn beleidigend
wurde und dem anderen mehrfach gegen die Wohnungstür trat, wurde die
Polizei hinzugerufen. Diese traf vor Ort auf den stark
alkoholisierten und uneinsichtigen Aggressor. Bei der anschließenden
Ingewahrsamnahme versuchte dieser das Verbringen in den
Funkstreifenwagen zu verhindern, indem er sich mit den Füßen gegen
den Streifenwagen stemmte. Nur durch das Zupacken mehrerer Beamten
konnte der Aggressor letztendlich seiner Übernachtungsmöglichkeit in
der Wache in Buchholz zugeführt werden. Jetzt erwarten den Buchholzer
Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Widerstand gegen
Polizeibeamte.

+++ Drestedt – Anwohnerstreit mit anschließender Trunkenheitsfahrt

In Drestedt kam es am Samstagmorgen zu Streitigkeiten zwischen
Anwohnern in der Sraße Zum Bauernholz. Im Verlauf fuhr eine
Anwohnerin mit ihrem Pkw gereizt und aggressiv vom Grundstück in das
benachbarte Waldstück, wo ihre Fahrt durch die Polizei gestoppt
wurde. Bei der anschließenden Kontrolle stellten die Beamten nicht
nur starken Atemalkoholgeruch bei der 22-jährigen Fahrerin fest,
sondern sie war auch nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Ein
Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,85 Promille. Zudem wurden die
Beamten bei einer Durchsuchung des Pkw fündig und durften Haschisch
sicherstellen. In der Folge wurde die Fahrerin zur Wache nach
Buchholz verbracht und ihr eine Blutprobe entnommen. Jetzt erwarten
sie und ihren 25-jährigen Beifahrer mehrere Strafverfahren.

+++ Buchholz – Polizei holt stark betrunkenen Autofahrer aus
seiner Wohnung

In der Nacht zum Samstag meldet sich ein Zeuge telefonisch bei der
Polizei und teilt einen stark betrunkenen Autofahrer in der Stettiner
Straße in Buchholz mit, welcher soeben gerade seinen Pkw eingeparkt
habe, ausgestiegen und in einem Wohnhaus verschwunden sei. Da den
Beamten an der betroffenen Wohnung auf Klingeln und Rufen nicht
geöffnet wird, verständigen diese die Feuerwehr zur Türöffnung. Als
diese gerade ansetzen möchte, um die Tür zu öffnen, wird diese von
dem stark betrunkenen und schwankenden 55-jährigen Buchholzer
widerwillig geöffnet. In der Folge wird er zur Wache in Buchholz
verbracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen wird. Hierbei zeigt der
Buchholzer den Beamten seinen Protest indem er sie mehrmals
beleidigt. Weiterhin wird ihm der Führerschein abgenommen sowie
mehrere Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Jetzt muss der
Buchholzer seinen Pkw für einige Zeit stehen lassen.

Tostedt – Fahrkartenautomat aufgebrochen

In der Nacht zu Sonntag versuchten Unbekannte am Bahnhof in
Tostedt einen Fahrkartenautomat aufzubrechen. Hierbei nutzen sie
zuerst vermutlich Böller, um diesen aufzusprengen. Als dies misslang,
versuchten sie mittels eines Straßengully’s den Automaten
aufzuhebeln. Wer Hinweise zu der Taten geben kann, wird gebeten, sich
bei der Polizei in Buchholz unter 04181-285-0 zu melden.
Rosengarten – Diebe fahren Pkw vom Grundstück

Am frühen Samstagmorgen kam es gegen 05:00 Uhr Alvesener Schulweg
in Rosengarten zu einem Diebstahl eines Mitsubishi Outlander. Durch
Geräusche am Fahrzeug wurde der Fahrzeuginhaber auf die Tat
aufmerksam. Bei seiner Nachschau musste er dann beobachten, wie sein
Fahrzeug durch bisher unbekannte Täter vom Grundstück gefahren wurde.
Das für das Fahrzeug zugeteilte Kennzeichen lautet WL-MW 542.
Personen, die Hinweise zu der Tat oder zu verdächtigen Beobachtungen
im Tatzeitraum machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei
Hittfeld unter 04105-6200 zu melden.

+++ Ramelsloh – Trunkenheitsfahrt auf der A7

Am Sonntag den 23.04.2017, gegen 01.00 Uhr befuhr ein 28-jähriger
Kroate mit seinem Pkw die BAB 7 in Richtung Hannover. Zwischen dem
Horster Dreieck und der AS Ramelsloh fiel er einer
Streifenwagenbesatzung durch seine unsichere Fahrweise auf. Während
der anschließenden Kontrolle wurde beim Fahrer Alkoholgeruch
festgestellt. Ein Alcotest ergab einen Wert von 1,17 Promille. Eine
Blutentnahme wurde angeordnet, der Führerschein wurde sichergestellt.
Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet.

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Von Kristian Stemmler

Dass eine gepflegte Paranoia zur Hardware von AfD-Anhängern, Pegida-Jüngern und anderen Nazis gehört, sollte kein Geheimnis mehr sein. Diese Herrschaften glauben zum Beispiel, die islamische Weltherrschaft stehe vor der Tür oder die Wahlen würden regelmäßig zu ihren Ungunsten gefälscht. Eine besonders durchgeknallte Ausgabe der Nazis sind die „Reichsbürger“, die zuletzt in die Schlagzeilen gerieten, nachdem im fränkischen Georgensgmünd einer von ihnen einen SEK-Beamten erschoss. Die Polizei hatte dem Mann seine zahlreichen Waffen abnehmen wollen.

Am gestrigen Mittwoch gab es einen ähnlichen Einsatz im Landkreis Harburg, und zwar in Neu Wulmstorf, wo die Polizei das Waffenlager eines 67 Jahre alten „Reichsbürgers“ aushob. Nach den Erfahrungen von Georgensgmünd und anderer Einsatzorte hatte die Polizei einiges an Kräften aufgefahren. Neben Polizeibeamten der Polizeiinspektion Harburg waren auch das Sondereinsatzkommando (SEK) Niedersachsen und das Mobile Einsatzkommando (MEK) Hamburg an dem Einsatz beteiligt, insgesamt rund 50 Beamten.

Der 67-Jährige und seine Lebensgefährtin wurden bereits vor der Erstürmung außerhalb des Hauses in Gewahrsam genommen, wie die Polizeiinspektion Harburg mitteilt. Im Haus trafen die Polizisten einen Untermieter an. Auch dieser wurde kurzfristig festgehalten und durchsucht, um jegliche Gefahr für die einschreitenden Beamten zu minimieren. Bei der Durchsuchung wurden mehrere Gewehre, Pistolen und Revolver gefunden und beschlagnahmt. Diese werden nun kriminaltechnisch überprüft und dann der Vernichtung zugeführt.

Die Inspektion zitiert den Einsatzleiter mit den Worten: „Illegaler Waffenbesitz ist kein Kavaliersdelikt, da muss der Staat konsequent durchgreifen. Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit sogenannten Reichsbürgern war ausschlaggebend, mit größtmöglicher Vorsicht vorzugehen. Ich bin froh, dass meine Beamten und alle beteiligten Personen unverletzt geblieben sind.“

Wie in Georgensgmünd war dem 67-Jährigen die waffenrechtliche Erlaubnis entzogen worden, nachdem ihn die Behörden als unzuverlässig eingestuft hatten, wie die Polizeiinspektion Harburg mitteilte. Auf Aufforderungen, seine Waffen abzugeben, hatte der Mann nicht reagiert, der Landkreis Harburg habe Anzeige erstattet. Aus schriftlichen Äußerungen hätte sich die „Vermutung“ ergeben, dass der 67-Jährige sich als „Reichsbürger“ sieht und behördliche Maßnahmen nicht akzeptieren würde.

Ein Waffenarsenal haben offenbar nicht wenige „Reichsbürger“ angelegt, da sie bekanntlich felsenfest die Überzeugung vertreten, das deutsche Reich existiere noch und der Staat habe ihnen nicht zu sagen. Wieso die Behörden angeblich erst jetzt darauf kommen, dass der Mann „Reichsbürger“ ist und lieber keine Waffen haben sollte, das darf allerdings gefragt werden. Denn offenbar ist er bereits im Juli des Jahres in Neu-Wulmstorf in Erscheinung getreten, wie der querschläger damals berichtete (https://buchholzblog.wordpress.com/2016/07/17/sie-haben-mir-gar-nichts-zu-sagen-reichsbuerger-legen-sich-in-neu-wulmstorf-mit-der-polizei-an/).

Und zwar hatten zwei Polizistinnen, ihn und seine Lebensgefährtin (72) angehalten, weil die Frau auf dem Beifahrersitz nicht angeschnallt war. Beide hatten ihre Personalien nicht angeben wollen, der 67-Jährige hatte nicht damit hinterm Berg gehalten, dass er sich als „Reichsbürger“ sieht und daher die Autorität der Beamtinnen nicht anerkenne. Dass Landkreis und Polizei nicht schon damals auf die Idee kamen, dass ein solcher Mann lieber keine Waffen haben sollte, ist schwer nachzuvollziehen.

Die „Reichsbürgerbewegung“ lässt sich als eine Art Sekte beschreiben, zu der deutschlandweit nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums mehrere hundert Personen, vielleicht über 1000, zu rechnen sind, die sich selbst als „Reichsbürger“ bezeichnen. Ihre kruden Theorien gipfeln in der These, dass das Deutsche Reich völkerrechtlich fortbestehe, da die Weimarer Reichsverfassung weder von den Nazis noch von den alliierten Siegermächten nach dem Zweiten Weltkrieg jemals abgeschafft worden sei. Die Bundesrepublik sei daher de jure nicht existent.

Der Unsinn kam in den 80ern auf, als ein verrückter Eisenbahner namens Wolfgang Gerhard Günter Ebel aus West-Berlin als erste bekannte Reichsbürgergruppe die „Kommissarische Regierung des Deutsches Reiches“ (KRR) gründete. Mittlerweile gibt es von diesen Regierungen gleich mehrere. Ihre Haupttätigkeit besteht darin, gestützt auf ihre abwegige juristische Argumentation allerlei „offizielle“ Papiere gegen Entgelt auszugeben, wie etwa „Reichsführerscheine“,„Reichsbaugenehmigungen“ oder „Reichsgewerbescheine“, vor allem aber „Reichspersonal-“ oder „-Personenausweise“ (zum Teil auch als „Reichspässe“ bezeichnet).

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Schon wieder sauber: der Sitz der Polzeiinspektion Harburg in Buchholz

Schon wieder sauber: der Sitz der Polzeiinspektion Harburg in Buchholz

Buchholz (qu) – In Buchholz haben bereits in der Nacht zum Dienstag Unbekannte von der Schützenstraße aus Farbbeutel gegen das Gebäude der Polizei Buchholz geworfen, in dem auch die Polizeiinspektion Harburg, die für den gesamten Landkreis zuständig ist, ihren Sitz hat. Das teilte die Pressestelle der Polizeiinspektion heute mit. Teile der Fassade und der Parkplatz vor dem Gebäude seien von der Farbe in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bei derartigen Farbbeutelwürfen fällt der Verdacht automatisch auf Linke. Aber diesmal sollte der Staatsschutz vielleicht lieber nach rechts schauen. Die örtlichen Nazis dürften immer noch etwas sauer sein über einen Polizeieinsatz vor dem Oktoberfestzelt bei Möbel Kraft vor einer Woche. In der Nacht zum Sonntag hatte es gegen ein Uhr dort eine Schlägerei gegeben, so dass erst durch den Einsatz mehrerer Streifenwagen resp. von deren Besatzungen die Ruhe wieder hergestellt werden konnte.

Die Polizeiinspektion Harburg vermeldete, dass offenbar „Provokationen zwischen mehreren Gästen“ der Auslöser gewesen sei. In der Folge habe ein 40 Jahre alter Buchholzer mit der Faust auf einen 29 Jahre alten Jesteburger und einen 18 Jahre alten Buchholzer eingeschlagen. Beide Personen seien im Gesicht verletzt worden. Gegen den 40jährigen sei ein Strafverfahren eingeleitet worden.

Was die Polizeiinspektion verschweigt, ist der Umstand, dass hier offenbar wieder einmal Buchholzer Nazis und Vertreter der Antifa aneinander geraten waren. Das ist auf der Website des Nazikaders Denny Reitzenstein von der Aktionsgruppe (AG) Nordheide zu erfahren. Dort wird behauptet, dass 15 bis 20 Linke auf dem Oktoberfest feiernde Nazis provoziert und angegriffen hätten. Diese hätten sich nur gewehrt und die Antifa „in die Flucht geschlagen“.

Wie bei den Nazis üblich, sehen sie sich als Opfer der Linken und der Ordnungsmacht. Die Buchholzer Polizei, so der Beitrag auf der Homepage der AG Nordheide, habe sich „nicht lumpen lassen“ und sei mit mehreren Streifenwagen erschienen. Wörtlich heißt es: „Wie öfters zu vor wurden aus den Opfer, da sie als Patrioten bekannt sind, Tätern gemacht und die wahrhaftigen Täter wurden zu Opfern gemacht. So liest sich auch die Pressemitteilung der Polizei, die sie am Sonntag über ihren Presseportal veröffentlicht haben.“

Natürlich versäumen es die Faschos auch nicht, die bei ihnen übliche Kraftmeierei verbal zu pflegen. In dem Beitrag rühmt sich Denny Reitzenstein, der der Autor des Textes sein dürfte, dass sich wohl einige Angreifer bei ihrem vereitelten Angriff verletzt hätten und jetzt einen Gips tragen müssten. Und weiter: „Dieser Vorfall zeigt ein weiteres Mal, dass die Buchholzer Antifa sich nur in großen Gruppen einen Angriff traut und das dieser Angriff von entschlossenen Bürger auch erfolgreich abgewehrt werden kann.“

Es ist nicht ganz abwegig, den Farbbeutelwurf auf den Sitz der Polizeiinspektion Harburg in Buchholz den Nazis zuzuschreiben. Sie könnten damit ihren Unmut über den Einsatz bei Möbel Kraft Ausdruck gegeben und zugleich dafür gesorgt haben, dass die Linken verdächtigt werden. Jedenfalls gibt es für den Staatsschutz der Inspektion, der sich mit politischen Delikten befasst, genug Grund, sich mit Reitzenstein & Co. zu befassen. Auch weil dieser den Staatsschutz aktuell frontal angeht.

Auf seinem Blog hat sich Reitzenstein triumphal darüber ausgelassen, dass eine in rechten Kreisen offenbar unbeliebte Staatsschützerin die Polizeiinspektion verlässt und zwar mit einem Porträtfoto der Polizistin. Ich nehme einmal an, dass auch eine Polizeibeamtin ein Recht am eigenen Bild hat – jedenfalls wurden an der Roten Flora in Hamburg vor kurzem Bilder von verdeckten Bildern ruckizucki von der Polizei übermalt, genau mit dieser Begründung.

Es stellt sich nach wie vor die Frage, warum es sich Denny Reitzenstein erlauben kann, nicht nur die Polizei so dreist zu attackieren, sondern auch seine Hetze so ungestört zu verbreiten. Hält da jemand seine Hand über ihn?

Dass man an die Website des umtriebigen Nazis, der unter anderem den von Stefan Silar aus Tostedt übernommenen Versand Streetwear Tostedt weiterführt, nicht ohne weiteres herankommt, ist klar. Der läuft auf Servern von logr.org, einem bei Nazis beliebten Anbieter. Aber der Herr Reitzenstein hat ja keine Probleme damit, sich im Impressum namentlich auszuweisen – allerdings mit einer Adresse in Arizona (wie der querschläger bereits berichtete).

Nun hat aber die Staatsanwaltschaft Stade in einem Schreiben an das parteilose Ratsmitglied Kristian Stemmler bereits vor einiger Zeit durchblicken lassen, ihr sei bewusst, dass es sich um jenen Denny Reitzenstein handelt, der in Buchholz residiert. Folgen hat das keine: Er darf offenbar schreiben und tun, was er will.

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Beliebtes Fotomotiv: der notgelandete Rettungshubschrauber vor der Polizei an der Buchholzer Schützenstraße, der inzwischen abtransportiert worden ist.

Ist die Buchholzer Polizei noch zu retten? Ist man dort jetzt aufgrund der bekannt dünnen Personaldecke so überarbeitet, dass man ständig einen Rettungshubschrauber vor der Tür braucht? Diese und andere Fragen kamen bei kritischen Beobachtern angesichts der Tatsache auf, dass seit Sonnabend mittag ein Rettungshubschrauber des ADAC auf dem Parkplatz vor der Zentrale der Polizeiinspektion Harburg an der Schützenstraße steht.

Aber ganz im Ernst: Hintergrund der Sache ist ein Vorfall, der glückerweise noch glimpflich verlief. Wie die Polizeiinspektion mitteilte, war der „Christoph Hansa“ vom ADAC Rettungsdienst am Sonnabend gegen 13:54 Uhr an der Schützenstraße im Landeanflug, weil es einen Notfall an der Straße gab. Ob es vom Piloten schlau war, den Parkplatz vor der Polizei zu wählen, sei dahin gestellt. Jedenfalls rasierten die Rotorblätter eine Straßenlaterne. Die umherfliegenden Teile trafen gottseidank keinen Menschen, beschädigten aber einen Rettungswagen, der bereits vor Ort war, leicht.

Der Pilot konnte den Hubschrauber sicher absetzen, da aber neben der Laterne auch die Rotorblätter beschädigt waren, war ein Weiterflug nicht mehr möglich. Der Helikopter verblieb vor dem Polizeigebäude, wurde inzwischen von einem Transporter abgeholt. Am Wochenende und am Montag war das noch nicht geschehen, der Hubschrauber vor der Polizei wurde zum beliebten Fotomotiv. Auch die Medien von Hamburger Abendblatt bis Bild berichteten.

Möglicherweise hat der Pilot des Hubschraubers den Abstand zwischen Gebäude und Laternenmast falsch eingeschätzt, denn selbst für Laien ist erkennbar, dass die Rotoren da kaum dazwischen passen. Sinnvoller wäre vermutlich eine Landung auf der Fahrbahn vor der Polizei gewesen, wozu diese aber natürlich hätte gesperrt werden müssen.

Übrigens ist die Polizei im Landkreis, um das klar zu stellen, tatsächlich personell schlecht besetzt. Die Einsätze werden nicht weniger, der Respekt vor Uniformierten schwindet immer mehr. Dies aber, um das hier noch einmal zu betonen, hat gesellschaftliche Ursachen. Die fortschreitende Eventisierung bleibt nicht folgenlos.

Schon Jugendlichen wird auf allen Kanälen signalisiert: Amüsier Dich, verwirkliche Dich, mach einen drauf, Du lebst nur einmal! Also gibt man sich allerorten die Kante. Die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsschichten tut ihr übriges, erhöht den Druck auf viele Familien. Auch das führt zu mehr Einsätzen für die Polizei, weil der Frust und die Aggressionen sich entladen.

Allerdings macht die Polizei sich manchmal auch selbst unnötige Arbeit, wenn sie zum Beispiel Leute verfolgt, die lediglich auf die genannten gesellschaftlichen Ursachen aufmerksam machen und diese bekämpfen wollen…

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Buchholz/Neu Wulmstorf (qu) – Die Polizei im Landkreis Harburg hat wahrlich genug zu tun, gerade im Hochsommer, wenn an allen Ecken und Enden gefeiert, gelärmt und randaliert wird. Da erscheinen bestimmte Einsätze doch als eher überflüssig. So ein Einsatz in Neu Wulmstorf, bei dem es eigentlich nur um einen nicht angelegten Sicherheitsgurt ging – die beiden Polizeibeamtinnen, die das abstellen wollten, es aber dann mit Spinnern zu tun bekamen, die sich offenbar der so genannten Reichsbürgerbewegung zugetan fühlen.

Diese Bewegung lässt sich als eine Art Sekte beschreiben, zu der deutschlandweit nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums mehrere hundert Personen zu rechnen sind, die sich selbst als „Reichsbürger“ bezeichnen. Ihre kruden Theorien gipfeln in der These, dass das Deutsche Reich völkerrechtlich fortbestehe, da die Weimarer Reichsverfassung weder von den Nazis noch von den alliierten Siegermächten nach dem Zweiten Weltkrieg jemals abgeschafft worden sei. Die Bundesrepublik sei daher de jure nicht existent.

Der Unsinn kam in den 80ern auf, als ein verrückter Eisenbahner namens Wolfgang Gerhard Günter Ebel aus West-Berlin als erste bekannte Reichsbürgergruppe die „Kommissarische Regierung des Deutsches Reiches“ (KRR) gründete. Mittlerweile gibt es von diesen Regierungen gleich mehrere. Ihre Haupttätigkeit besteht darin, gestützt auf ihre abwegige juristische Argumentation allerlei „offizielle“ Papiere gegen Entgelt auszugeben, wie etwa „Reichsführerscheine“,„Reichsbaugenehmigungen“ oder „Reichsgewerbescheine“, vor allem aber „Reichspersonal-“ oder „-Personenausweise“ (zum Teil auch als „Reichspässe“ bezeichnet).

Heutzutage gibt es ja keine noch so absurde Theorie, die nicht irgendwelche verwirrten Anhänger findet, in diesem Fall hauptsächlich Querulanten, echte oder vermeintliche Justizopfer, Nazis und Verschwörungstheoretiker (manchmal sind sie alles gleichzeitig…). Natürlich erkennen sie die deutsche Regierung und die Behörden nicht an, sondern nur ihre jeweilige kommissarische Regierung.

Mit Angehörigen dieser durchgeknallten Sekte bekamen es die beiden erwähnten Beamtinnen also unvermutet am vergangenen Mittwoch, gegen 10.15 Uhr, in Neu Wulmstorf zu tun, als sie an der Liliencronstraße ein Auto anhielten, weil die Beifahrerin nicht angeschnallt war. Wie die Polizeiinspektion Harburg mitteilt, wiesen die Polizistinnen die Frau, sie ist 72 Jahre alt, wie sich später herausstellte, auf das Problem hin, wurden dabei aber sofort vom Fahrer (67) unterbrochen. Er sei deutscher Reichsbürger, für ihn gälten die Gesetze nicht.

Unbeeindruckt fragten die Beamtinnen nach den Personalien, woraufhin die 72-Jährige angab, sie habe keinen Ausweis dabei und wolle ihren Namen auch nicht nennen. Dann wollte sie plötzlich ihre Tür zuschlagen. Als eine der beiden Polizistinnen die Tür festhielt, schlug die Rentnerin die Tür noch mal zu und verletzte die Polizistin leicht am Arm. Jetzt wurde es den Ordnungshüterinnen zu dumm und sie drohten, die Frau zur Identitätsfeststellung mit zur Dienststelle zu nehmen. Erst jetzt gab der Mann die Personalien der Frau zu Protokoll.

Die Daten stellten sich, wie eine Nachfrage ergab, als richtig heraus, allerdings hatte die 72-Jährige zuvor einen falschen Herkunftsort angegeben. Daher muss sie vermutlich jetzt nicht nur für die Verkehrsordnungswidrigkeit wegen des nicht angelegten Sicherheitsgurtes zahlen, es wurde auch wegen der Angabe falscher Personalien ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Außerdem wird strafrechtlich wegen Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte gegen die Frau ermittelt.

Aber ihr kann ja nichts passieren, ihre kommissarische Regierung wird sie da schon rausboxen…

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