Mit ‘Polizeiinspektion Harburg’ getaggte Beiträge

Aus der Pressemeldung der Polizeiinspektion Harburg für den 21. bis 23. April 2017:

+++ Buchholz – Einbruch in Bäckerei

In der Nacht auf Sonntag kam es, gegen 01.00 Uhr, in der Hamburger
Straße in Buchholz zu einem Einbruch in eine Bäckerei. Hier
versuchten Täter zuerst die Tür aufzuhebeln. Als dies misslang,
schmissen sie die Verglasung mit einem Gullydeckel ein, stiegen in
das Geschäft und erbeuteten Diebesgut. Wer Hinweise zu der Taten
geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei in Buchholz unter
04181-285-0 zu melden.

+++ Buchholz – Nachbarschaftsstreit endet im Gewahrsam

In der Nacht zum Sonntag kam es im Dibberser Mühlenweg zu
Streitigkeiten zwischen Nachbarn. Grund soll die Nutzung eines
Besucherparkplatzes gewesen sein. Als einer der Nachbarn beleidigend
wurde und dem anderen mehrfach gegen die Wohnungstür trat, wurde die
Polizei hinzugerufen. Diese traf vor Ort auf den stark
alkoholisierten und uneinsichtigen Aggressor. Bei der anschließenden
Ingewahrsamnahme versuchte dieser das Verbringen in den
Funkstreifenwagen zu verhindern, indem er sich mit den Füßen gegen
den Streifenwagen stemmte. Nur durch das Zupacken mehrerer Beamten
konnte der Aggressor letztendlich seiner Übernachtungsmöglichkeit in
der Wache in Buchholz zugeführt werden. Jetzt erwarten den Buchholzer
Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung und Widerstand gegen
Polizeibeamte.

+++ Drestedt – Anwohnerstreit mit anschließender Trunkenheitsfahrt

In Drestedt kam es am Samstagmorgen zu Streitigkeiten zwischen
Anwohnern in der Sraße Zum Bauernholz. Im Verlauf fuhr eine
Anwohnerin mit ihrem Pkw gereizt und aggressiv vom Grundstück in das
benachbarte Waldstück, wo ihre Fahrt durch die Polizei gestoppt
wurde. Bei der anschließenden Kontrolle stellten die Beamten nicht
nur starken Atemalkoholgeruch bei der 22-jährigen Fahrerin fest,
sondern sie war auch nicht im Besitz einer Fahrerlaubnis. Ein
Atemalkoholtest ergab einen Wert von 1,85 Promille. Zudem wurden die
Beamten bei einer Durchsuchung des Pkw fündig und durften Haschisch
sicherstellen. In der Folge wurde die Fahrerin zur Wache nach
Buchholz verbracht und ihr eine Blutprobe entnommen. Jetzt erwarten
sie und ihren 25-jährigen Beifahrer mehrere Strafverfahren.

+++ Buchholz – Polizei holt stark betrunkenen Autofahrer aus
seiner Wohnung

In der Nacht zum Samstag meldet sich ein Zeuge telefonisch bei der
Polizei und teilt einen stark betrunkenen Autofahrer in der Stettiner
Straße in Buchholz mit, welcher soeben gerade seinen Pkw eingeparkt
habe, ausgestiegen und in einem Wohnhaus verschwunden sei. Da den
Beamten an der betroffenen Wohnung auf Klingeln und Rufen nicht
geöffnet wird, verständigen diese die Feuerwehr zur Türöffnung. Als
diese gerade ansetzen möchte, um die Tür zu öffnen, wird diese von
dem stark betrunkenen und schwankenden 55-jährigen Buchholzer
widerwillig geöffnet. In der Folge wird er zur Wache in Buchholz
verbracht, wo ihm eine Blutprobe entnommen wird. Hierbei zeigt der
Buchholzer den Beamten seinen Protest indem er sie mehrmals
beleidigt. Weiterhin wird ihm der Führerschein abgenommen sowie
mehrere Strafverfahren gegen ihn eingeleitet. Jetzt muss der
Buchholzer seinen Pkw für einige Zeit stehen lassen.

Tostedt – Fahrkartenautomat aufgebrochen

In der Nacht zu Sonntag versuchten Unbekannte am Bahnhof in
Tostedt einen Fahrkartenautomat aufzubrechen. Hierbei nutzen sie
zuerst vermutlich Böller, um diesen aufzusprengen. Als dies misslang,
versuchten sie mittels eines Straßengully’s den Automaten
aufzuhebeln. Wer Hinweise zu der Taten geben kann, wird gebeten, sich
bei der Polizei in Buchholz unter 04181-285-0 zu melden.
Rosengarten – Diebe fahren Pkw vom Grundstück

Am frühen Samstagmorgen kam es gegen 05:00 Uhr Alvesener Schulweg
in Rosengarten zu einem Diebstahl eines Mitsubishi Outlander. Durch
Geräusche am Fahrzeug wurde der Fahrzeuginhaber auf die Tat
aufmerksam. Bei seiner Nachschau musste er dann beobachten, wie sein
Fahrzeug durch bisher unbekannte Täter vom Grundstück gefahren wurde.
Das für das Fahrzeug zugeteilte Kennzeichen lautet WL-MW 542.
Personen, die Hinweise zu der Tat oder zu verdächtigen Beobachtungen
im Tatzeitraum machen können, werden gebeten, sich bei der Polizei
Hittfeld unter 04105-6200 zu melden.

+++ Ramelsloh – Trunkenheitsfahrt auf der A7

Am Sonntag den 23.04.2017, gegen 01.00 Uhr befuhr ein 28-jähriger
Kroate mit seinem Pkw die BAB 7 in Richtung Hannover. Zwischen dem
Horster Dreieck und der AS Ramelsloh fiel er einer
Streifenwagenbesatzung durch seine unsichere Fahrweise auf. Während
der anschließenden Kontrolle wurde beim Fahrer Alkoholgeruch
festgestellt. Ein Alcotest ergab einen Wert von 1,17 Promille. Eine
Blutentnahme wurde angeordnet, der Führerschein wurde sichergestellt.
Ein entsprechendes Strafverfahren wurde eingeleitet.

So berichtete Bild

Dieser Mann hat ein Herz für die Menschen, ein echter Freund und Helfer: Polizeioberrat Frank Freienberg, stellvertretender Leiter der in Buchholz residierenden Polizeiinspektion Harburg. Als Experte für Wohnungseinbrüche weiß er um die schrecklichen Folgen, die solche Taten für die Opfer haben. Wenn man nach Haus kommt und der 2000 Euro teure Flatscreen-Fernseher steht nicht mehr an seinem Platz, der Schmuck ist weg und der Wandtresor aufgebrochen, dann kann das schwere Traumatisierungen zur Folge haben.

„Ein Einbruch stellt einen erheblichen Eingriff in die Privatsphäre der Menschen dar, für viele wiegen die psychischen Folgen der Tat ebenso schwer wie die materiellen“, sagte Freienberg 2016 dem Nordheide Wochenblatt. Aber es gibt ja Leute wie ihn, Helden in blau, die sich gegen das Gesindel stellen, das die Unverletzlichkeit der Wohnung einfach nicht anerkennen will. „Dieser Mann weiß, wie man Einbrecher fängt“, schrieb das Polizeimitteilungsblatt Bild im Juli 2016 über den Oberrat aus der Nordheide und fasste seine offenbar wesentlichen Vorzüge so zusammen: „Er ist 1,90 Meter groß, hat blau-graue Augen und eine durchtrainierte Figur wie ein Zehnkämpfer.“

Wie oben erwähnt: Dieser Mann will vor allem die Privatsphäre der Menschen schützen – allerdings nicht aller, sondern vermutlich nur der Menschen, bei denen was zu holen ist, also sagen wir mal: seinesgleichen und höher. Wenn der Herr Freienberg dagegen meint, jemand sei „asozial“ oder habe es nicht anders verdient, dann ist ihm dessen Privatsphäre sowas von scheißegal. Dann ist alles erlaubt, dann wird diffamiert und desinformiert, was das Zeug hält, dann trägt er auch gern dazu bei, einer Familie die Wohnung zu nehmen, in der ein Einbruch ohnehin nicht in Frage kommt.

Herr Freienberg, ganz ehrlich: Denken Sie eigentlich manchmal noch darüber nach, dass auch polizeiliches Handel psychische Folgen für Menschen haben kann, die schwer wiegen. Oder geht Ihnen und Ihren Kollegen die Menschlichkeit vielleicht immer mehr abhanden, weil Sie in Ihrer Wagenburg die Polizei nur noch als Opfer von Respektlosigkeit und Aggressivität sehen können??

 

Von Kristian Stemmler

Dass eine gepflegte Paranoia zur Hardware von AfD-Anhängern, Pegida-Jüngern und anderen Nazis gehört, sollte kein Geheimnis mehr sein. Diese Herrschaften glauben zum Beispiel, die islamische Weltherrschaft stehe vor der Tür oder die Wahlen würden regelmäßig zu ihren Ungunsten gefälscht. Eine besonders durchgeknallte Ausgabe der Nazis sind die „Reichsbürger“, die zuletzt in die Schlagzeilen gerieten, nachdem im fränkischen Georgensgmünd einer von ihnen einen SEK-Beamten erschoss. Die Polizei hatte dem Mann seine zahlreichen Waffen abnehmen wollen.

Am gestrigen Mittwoch gab es einen ähnlichen Einsatz im Landkreis Harburg, und zwar in Neu Wulmstorf, wo die Polizei das Waffenlager eines 67 Jahre alten „Reichsbürgers“ aushob. Nach den Erfahrungen von Georgensgmünd und anderer Einsatzorte hatte die Polizei einiges an Kräften aufgefahren. Neben Polizeibeamten der Polizeiinspektion Harburg waren auch das Sondereinsatzkommando (SEK) Niedersachsen und das Mobile Einsatzkommando (MEK) Hamburg an dem Einsatz beteiligt, insgesamt rund 50 Beamten.

Der 67-Jährige und seine Lebensgefährtin wurden bereits vor der Erstürmung außerhalb des Hauses in Gewahrsam genommen, wie die Polizeiinspektion Harburg mitteilt. Im Haus trafen die Polizisten einen Untermieter an. Auch dieser wurde kurzfristig festgehalten und durchsucht, um jegliche Gefahr für die einschreitenden Beamten zu minimieren. Bei der Durchsuchung wurden mehrere Gewehre, Pistolen und Revolver gefunden und beschlagnahmt. Diese werden nun kriminaltechnisch überprüft und dann der Vernichtung zugeführt.

Die Inspektion zitiert den Einsatzleiter mit den Worten: „Illegaler Waffenbesitz ist kein Kavaliersdelikt, da muss der Staat konsequent durchgreifen. Die aktuelle Situation im Zusammenhang mit sogenannten Reichsbürgern war ausschlaggebend, mit größtmöglicher Vorsicht vorzugehen. Ich bin froh, dass meine Beamten und alle beteiligten Personen unverletzt geblieben sind.“

Wie in Georgensgmünd war dem 67-Jährigen die waffenrechtliche Erlaubnis entzogen worden, nachdem ihn die Behörden als unzuverlässig eingestuft hatten, wie die Polizeiinspektion Harburg mitteilte. Auf Aufforderungen, seine Waffen abzugeben, hatte der Mann nicht reagiert, der Landkreis Harburg habe Anzeige erstattet. Aus schriftlichen Äußerungen hätte sich die „Vermutung“ ergeben, dass der 67-Jährige sich als „Reichsbürger“ sieht und behördliche Maßnahmen nicht akzeptieren würde.

Ein Waffenarsenal haben offenbar nicht wenige „Reichsbürger“ angelegt, da sie bekanntlich felsenfest die Überzeugung vertreten, das deutsche Reich existiere noch und der Staat habe ihnen nicht zu sagen. Wieso die Behörden angeblich erst jetzt darauf kommen, dass der Mann „Reichsbürger“ ist und lieber keine Waffen haben sollte, das darf allerdings gefragt werden. Denn offenbar ist er bereits im Juli des Jahres in Neu-Wulmstorf in Erscheinung getreten, wie der querschläger damals berichtete (https://buchholzblog.wordpress.com/2016/07/17/sie-haben-mir-gar-nichts-zu-sagen-reichsbuerger-legen-sich-in-neu-wulmstorf-mit-der-polizei-an/).

Und zwar hatten zwei Polizistinnen, ihn und seine Lebensgefährtin (72) angehalten, weil die Frau auf dem Beifahrersitz nicht angeschnallt war. Beide hatten ihre Personalien nicht angeben wollen, der 67-Jährige hatte nicht damit hinterm Berg gehalten, dass er sich als „Reichsbürger“ sieht und daher die Autorität der Beamtinnen nicht anerkenne. Dass Landkreis und Polizei nicht schon damals auf die Idee kamen, dass ein solcher Mann lieber keine Waffen haben sollte, ist schwer nachzuvollziehen.

Die „Reichsbürgerbewegung“ lässt sich als eine Art Sekte beschreiben, zu der deutschlandweit nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums mehrere hundert Personen, vielleicht über 1000, zu rechnen sind, die sich selbst als „Reichsbürger“ bezeichnen. Ihre kruden Theorien gipfeln in der These, dass das Deutsche Reich völkerrechtlich fortbestehe, da die Weimarer Reichsverfassung weder von den Nazis noch von den alliierten Siegermächten nach dem Zweiten Weltkrieg jemals abgeschafft worden sei. Die Bundesrepublik sei daher de jure nicht existent.

Der Unsinn kam in den 80ern auf, als ein verrückter Eisenbahner namens Wolfgang Gerhard Günter Ebel aus West-Berlin als erste bekannte Reichsbürgergruppe die „Kommissarische Regierung des Deutsches Reiches“ (KRR) gründete. Mittlerweile gibt es von diesen Regierungen gleich mehrere. Ihre Haupttätigkeit besteht darin, gestützt auf ihre abwegige juristische Argumentation allerlei „offizielle“ Papiere gegen Entgelt auszugeben, wie etwa „Reichsführerscheine“,„Reichsbaugenehmigungen“ oder „Reichsgewerbescheine“, vor allem aber „Reichspersonal-“ oder „-Personenausweise“ (zum Teil auch als „Reichspässe“ bezeichnet).

Schon wieder sauber: der Sitz der Polzeiinspektion Harburg in Buchholz

Schon wieder sauber: der Sitz der Polzeiinspektion Harburg in Buchholz

Buchholz (qu) – In Buchholz haben bereits in der Nacht zum Dienstag Unbekannte von der Schützenstraße aus Farbbeutel gegen das Gebäude der Polizei Buchholz geworfen, in dem auch die Polizeiinspektion Harburg, die für den gesamten Landkreis zuständig ist, ihren Sitz hat. Das teilte die Pressestelle der Polizeiinspektion heute mit. Teile der Fassade und der Parkplatz vor dem Gebäude seien von der Farbe in Mitleidenschaft gezogen worden. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen aufgenommen.

Bei derartigen Farbbeutelwürfen fällt der Verdacht automatisch auf Linke. Aber diesmal sollte der Staatsschutz vielleicht lieber nach rechts schauen. Die örtlichen Nazis dürften immer noch etwas sauer sein über einen Polizeieinsatz vor dem Oktoberfestzelt bei Möbel Kraft vor einer Woche. In der Nacht zum Sonntag hatte es gegen ein Uhr dort eine Schlägerei gegeben, so dass erst durch den Einsatz mehrerer Streifenwagen resp. von deren Besatzungen die Ruhe wieder hergestellt werden konnte.

Die Polizeiinspektion Harburg vermeldete, dass offenbar „Provokationen zwischen mehreren Gästen“ der Auslöser gewesen sei. In der Folge habe ein 40 Jahre alter Buchholzer mit der Faust auf einen 29 Jahre alten Jesteburger und einen 18 Jahre alten Buchholzer eingeschlagen. Beide Personen seien im Gesicht verletzt worden. Gegen den 40jährigen sei ein Strafverfahren eingeleitet worden.

Was die Polizeiinspektion verschweigt, ist der Umstand, dass hier offenbar wieder einmal Buchholzer Nazis und Vertreter der Antifa aneinander geraten waren. Das ist auf der Website des Nazikaders Denny Reitzenstein von der Aktionsgruppe (AG) Nordheide zu erfahren. Dort wird behauptet, dass 15 bis 20 Linke auf dem Oktoberfest feiernde Nazis provoziert und angegriffen hätten. Diese hätten sich nur gewehrt und die Antifa „in die Flucht geschlagen“.

Wie bei den Nazis üblich, sehen sie sich als Opfer der Linken und der Ordnungsmacht. Die Buchholzer Polizei, so der Beitrag auf der Homepage der AG Nordheide, habe sich „nicht lumpen lassen“ und sei mit mehreren Streifenwagen erschienen. Wörtlich heißt es: „Wie öfters zu vor wurden aus den Opfer, da sie als Patrioten bekannt sind, Tätern gemacht und die wahrhaftigen Täter wurden zu Opfern gemacht. So liest sich auch die Pressemitteilung der Polizei, die sie am Sonntag über ihren Presseportal veröffentlicht haben.“

Natürlich versäumen es die Faschos auch nicht, die bei ihnen übliche Kraftmeierei verbal zu pflegen. In dem Beitrag rühmt sich Denny Reitzenstein, der der Autor des Textes sein dürfte, dass sich wohl einige Angreifer bei ihrem vereitelten Angriff verletzt hätten und jetzt einen Gips tragen müssten. Und weiter: „Dieser Vorfall zeigt ein weiteres Mal, dass die Buchholzer Antifa sich nur in großen Gruppen einen Angriff traut und das dieser Angriff von entschlossenen Bürger auch erfolgreich abgewehrt werden kann.“

Es ist nicht ganz abwegig, den Farbbeutelwurf auf den Sitz der Polizeiinspektion Harburg in Buchholz den Nazis zuzuschreiben. Sie könnten damit ihren Unmut über den Einsatz bei Möbel Kraft Ausdruck gegeben und zugleich dafür gesorgt haben, dass die Linken verdächtigt werden. Jedenfalls gibt es für den Staatsschutz der Inspektion, der sich mit politischen Delikten befasst, genug Grund, sich mit Reitzenstein & Co. zu befassen. Auch weil dieser den Staatsschutz aktuell frontal angeht.

Auf seinem Blog hat sich Reitzenstein triumphal darüber ausgelassen, dass eine in rechten Kreisen offenbar unbeliebte Staatsschützerin die Polizeiinspektion verlässt und zwar mit einem Porträtfoto der Polizistin. Ich nehme einmal an, dass auch eine Polizeibeamtin ein Recht am eigenen Bild hat – jedenfalls wurden an der Roten Flora in Hamburg vor kurzem Bilder von verdeckten Bildern ruckizucki von der Polizei übermalt, genau mit dieser Begründung.

Es stellt sich nach wie vor die Frage, warum es sich Denny Reitzenstein erlauben kann, nicht nur die Polizei so dreist zu attackieren, sondern auch seine Hetze so ungestört zu verbreiten. Hält da jemand seine Hand über ihn?

Dass man an die Website des umtriebigen Nazis, der unter anderem den von Stefan Silar aus Tostedt übernommenen Versand Streetwear Tostedt weiterführt, nicht ohne weiteres herankommt, ist klar. Der läuft auf Servern von logr.org, einem bei Nazis beliebten Anbieter. Aber der Herr Reitzenstein hat ja keine Probleme damit, sich im Impressum namentlich auszuweisen – allerdings mit einer Adresse in Arizona (wie der querschläger bereits berichtete).

Nun hat aber die Staatsanwaltschaft Stade in einem Schreiben an das parteilose Ratsmitglied Kristian Stemmler bereits vor einiger Zeit durchblicken lassen, ihr sei bewusst, dass es sich um jenen Denny Reitzenstein handelt, der in Buchholz residiert. Folgen hat das keine: Er darf offenbar schreiben und tun, was er will.

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Beliebtes Fotomotiv: der notgelandete Rettungshubschrauber vor der Polizei an der Buchholzer Schützenstraße, der inzwischen abtransportiert worden ist.

Ist die Buchholzer Polizei noch zu retten? Ist man dort jetzt aufgrund der bekannt dünnen Personaldecke so überarbeitet, dass man ständig einen Rettungshubschrauber vor der Tür braucht? Diese und andere Fragen kamen bei kritischen Beobachtern angesichts der Tatsache auf, dass seit Sonnabend mittag ein Rettungshubschrauber des ADAC auf dem Parkplatz vor der Zentrale der Polizeiinspektion Harburg an der Schützenstraße steht.

Aber ganz im Ernst: Hintergrund der Sache ist ein Vorfall, der glückerweise noch glimpflich verlief. Wie die Polizeiinspektion mitteilte, war der „Christoph Hansa“ vom ADAC Rettungsdienst am Sonnabend gegen 13:54 Uhr an der Schützenstraße im Landeanflug, weil es einen Notfall an der Straße gab. Ob es vom Piloten schlau war, den Parkplatz vor der Polizei zu wählen, sei dahin gestellt. Jedenfalls rasierten die Rotorblätter eine Straßenlaterne. Die umherfliegenden Teile trafen gottseidank keinen Menschen, beschädigten aber einen Rettungswagen, der bereits vor Ort war, leicht.

Der Pilot konnte den Hubschrauber sicher absetzen, da aber neben der Laterne auch die Rotorblätter beschädigt waren, war ein Weiterflug nicht mehr möglich. Der Helikopter verblieb vor dem Polizeigebäude, wurde inzwischen von einem Transporter abgeholt. Am Wochenende und am Montag war das noch nicht geschehen, der Hubschrauber vor der Polizei wurde zum beliebten Fotomotiv. Auch die Medien von Hamburger Abendblatt bis Bild berichteten.

Möglicherweise hat der Pilot des Hubschraubers den Abstand zwischen Gebäude und Laternenmast falsch eingeschätzt, denn selbst für Laien ist erkennbar, dass die Rotoren da kaum dazwischen passen. Sinnvoller wäre vermutlich eine Landung auf der Fahrbahn vor der Polizei gewesen, wozu diese aber natürlich hätte gesperrt werden müssen.

Übrigens ist die Polizei im Landkreis, um das klar zu stellen, tatsächlich personell schlecht besetzt. Die Einsätze werden nicht weniger, der Respekt vor Uniformierten schwindet immer mehr. Dies aber, um das hier noch einmal zu betonen, hat gesellschaftliche Ursachen. Die fortschreitende Eventisierung bleibt nicht folgenlos.

Schon Jugendlichen wird auf allen Kanälen signalisiert: Amüsier Dich, verwirkliche Dich, mach einen drauf, Du lebst nur einmal! Also gibt man sich allerorten die Kante. Die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsschichten tut ihr übriges, erhöht den Druck auf viele Familien. Auch das führt zu mehr Einsätzen für die Polizei, weil der Frust und die Aggressionen sich entladen.

Allerdings macht die Polizei sich manchmal auch selbst unnötige Arbeit, wenn sie zum Beispiel Leute verfolgt, die lediglich auf die genannten gesellschaftlichen Ursachen aufmerksam machen und diese bekämpfen wollen…

Buchholz/Neu Wulmstorf (qu) – Die Polizei im Landkreis Harburg hat wahrlich genug zu tun, gerade im Hochsommer, wenn an allen Ecken und Enden gefeiert, gelärmt und randaliert wird. Da erscheinen bestimmte Einsätze doch als eher überflüssig. So ein Einsatz in Neu Wulmstorf, bei dem es eigentlich nur um einen nicht angelegten Sicherheitsgurt ging – die beiden Polizeibeamtinnen, die das abstellen wollten, es aber dann mit Spinnern zu tun bekamen, die sich offenbar der so genannten Reichsbürgerbewegung zugetan fühlen.

Diese Bewegung lässt sich als eine Art Sekte beschreiben, zu der deutschlandweit nach Schätzungen des Bundesinnenministeriums mehrere hundert Personen zu rechnen sind, die sich selbst als „Reichsbürger“ bezeichnen. Ihre kruden Theorien gipfeln in der These, dass das Deutsche Reich völkerrechtlich fortbestehe, da die Weimarer Reichsverfassung weder von den Nazis noch von den alliierten Siegermächten nach dem Zweiten Weltkrieg jemals abgeschafft worden sei. Die Bundesrepublik sei daher de jure nicht existent.

Der Unsinn kam in den 80ern auf, als ein verrückter Eisenbahner namens Wolfgang Gerhard Günter Ebel aus West-Berlin als erste bekannte Reichsbürgergruppe die „Kommissarische Regierung des Deutsches Reiches“ (KRR) gründete. Mittlerweile gibt es von diesen Regierungen gleich mehrere. Ihre Haupttätigkeit besteht darin, gestützt auf ihre abwegige juristische Argumentation allerlei „offizielle“ Papiere gegen Entgelt auszugeben, wie etwa „Reichsführerscheine“,„Reichsbaugenehmigungen“ oder „Reichsgewerbescheine“, vor allem aber „Reichspersonal-“ oder „-Personenausweise“ (zum Teil auch als „Reichspässe“ bezeichnet).

Heutzutage gibt es ja keine noch so absurde Theorie, die nicht irgendwelche verwirrten Anhänger findet, in diesem Fall hauptsächlich Querulanten, echte oder vermeintliche Justizopfer, Nazis und Verschwörungstheoretiker (manchmal sind sie alles gleichzeitig…). Natürlich erkennen sie die deutsche Regierung und die Behörden nicht an, sondern nur ihre jeweilige kommissarische Regierung.

Mit Angehörigen dieser durchgeknallten Sekte bekamen es die beiden erwähnten Beamtinnen also unvermutet am vergangenen Mittwoch, gegen 10.15 Uhr, in Neu Wulmstorf zu tun, als sie an der Liliencronstraße ein Auto anhielten, weil die Beifahrerin nicht angeschnallt war. Wie die Polizeiinspektion Harburg mitteilt, wiesen die Polizistinnen die Frau, sie ist 72 Jahre alt, wie sich später herausstellte, auf das Problem hin, wurden dabei aber sofort vom Fahrer (67) unterbrochen. Er sei deutscher Reichsbürger, für ihn gälten die Gesetze nicht.

Unbeeindruckt fragten die Beamtinnen nach den Personalien, woraufhin die 72-Jährige angab, sie habe keinen Ausweis dabei und wolle ihren Namen auch nicht nennen. Dann wollte sie plötzlich ihre Tür zuschlagen. Als eine der beiden Polizistinnen die Tür festhielt, schlug die Rentnerin die Tür noch mal zu und verletzte die Polizistin leicht am Arm. Jetzt wurde es den Ordnungshüterinnen zu dumm und sie drohten, die Frau zur Identitätsfeststellung mit zur Dienststelle zu nehmen. Erst jetzt gab der Mann die Personalien der Frau zu Protokoll.

Die Daten stellten sich, wie eine Nachfrage ergab, als richtig heraus, allerdings hatte die 72-Jährige zuvor einen falschen Herkunftsort angegeben. Daher muss sie vermutlich jetzt nicht nur für die Verkehrsordnungswidrigkeit wegen des nicht angelegten Sicherheitsgurtes zahlen, es wurde auch wegen der Angabe falscher Personalien ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Außerdem wird strafrechtlich wegen Widerstands gegen Polizeivollzugsbeamte gegen die Frau ermittelt.

Aber ihr kann ja nichts passieren, ihre kommissarische Regierung wird sie da schon rausboxen…

Buchholz (qu) – In Buchholz benötigt man nicht die Räumung oder Teilräumung eines besetzten Hauses wie in Berlin um Gewalt gegen Polizeibeamte zu generieren. Da reicht ein Schützenfest und reichlich Alkohol. Wie die Polizeiinspektion Harburg heute mitteilt, sind Polizeibeamte der Inspektion am frühen Sonntagmorgen am Rande der auslaufenden Sonnabendfeiern des Buchholzer Schützenfestes von mehreren Personen attackiert worden. Ein Beamter wurde leicht verletzt, drei Angreifer in Gewahrsam genommen.

Hier der Text der Polizeimeldung:

„Am frühen Sonntagmorgen wurde kurz vor 5:30 Uhr der Polizei ein PKW-Aufbruch beim Schützenplatz mitgeteilt. Die alarmierten Polizeibeamten konnten zwei 20-jährige Tatverdächtige aus Tostedt antreffen, von dem noch einer im PKW saß und gerade ein Autoradio ausbaute. Die offensichtlich stark berauschten Männer stellten die Polizeikontrolle in höchst aggressiver Form in Frage und solidarisierten sich mit umherstehenden Personen, die gerade vom
auslaufenden Schützenfest kamen und den Polizeieinsatz massiv behinderten. Platzverweisen kamen die Störer nicht nach.

Als zwei der Aggressoren dabei selbst untereinander in Streit gerieten und ein Polizeibeamter die beiden trennen wollte, griffen die beiden Tatverdächtigen zum Pkw-Aufbruch und ein weiterer 20-jähriger Tostedter die Polizeibeamten unvermittelt mit Schlägen und Tritten an. Nur durch das Eintreffen weiterer Polizeibeamter und der Anwendung von Zwangsmaßnahmen, auch unter Anwendung von Reizstoffsprühgeräten, konnten weitere Störer ferngehalten und die drei Tostedter in Gewahrsam genommen werden.

Ein Polizeibeamter wurde bei der Auseinandersetzung leicht verletzt. Den Beschuldigten wurden für die Strafverfahren auf der Polizeiwache Blutproben zur Feststellung von berauschenden Mitteln entnommen, anschließend wurden sie nach einer kurzen Ausnüchterungszeit entlassen. Zeugen zum Vorfall werden gebeten, sich bei der Polizei Buchholz zum melden, Tel. 04181-2850.“

Und das ist im Landkreis noch am Wochenende passiert: Mutter schubst in Meckelfeld ihr etwa vier Jahre altes Kind aus Bus, zwei Männer drohen 15-Jährigem in Buchholz ihn „abzuknallen“, in Ohlendorf randalieren zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren und zwei 15-Jährige versuchen in einem Laden in Salzhausen Spirituosen zu entwenden, bei der Kontrolle findet die Polizei einen Elektroschocker in ihrem Rucksack… (die Texte der entsprechenden Polizeimeldungen folgen unten)

Zu alldem eine Anmerkung des querschläger:

Die Redaktion verurteilt alle Angriffe, bei denen Menschen zu Schaden kommen, also auch wenn Polizeibeamte angegriffen werden. Aber wer heute zur Polizei geht oder gegangen ist, muss wissen, worauf er sich einlässt. Die Polizei ist längst zum Prügelknaben und zum Ausfallbürgen für gesellschaftliche Erosionsprozesse geworden. Den Menschen wird heute an allen Ecken und Enden beigebracht, dass sie sich nichts gefallen lassen sollen, dass „Sichselbstverwirklichen“ eine Art Grundrecht und jeder sich selbst der Nächste ist.

Tatsächlich werden aber immer mehr Menschen mit Konsum und Eventhopping abgespeist und abgelenkt, während sie im Alltag, am Arbeitsplatz und anderswo, zu funktionieren und zu gehorchen haben. Dass dies der beste Nährboden für Frustration, Wut und Angst und daraus resultierend für Rücksichtslosigkeit, Brutalität und Egoismus ist, bedarf keiner näheren Erklärung. Vor allem und zuerst natürlich in marginalisierten Schichten, die Mittelschicht zieht derweil den Kopf ein.

Auf derartige Hintergründe und Zusammenhänge sollten auch Polizisten über ihre Gewerkschaften aufmerksam machen, statt sich als Schutzmacht der Wohlhabenden und Beschleuniger für von manchem Politiker herbeigesehnte „Weimarer Verhältnisse“ missbrauchen zu lassen. Das gilt sicher insbesondere für Großstädte, aber nicht minder für Städte wie Buchholz, wo der gesellschaftliche Zerfall schon längst angekommen ist – wobei das Wort „Zerfall“ die Dynamik der Prozesse schlecht abbildet.

Ist hinter der bürgerlichen Fassade nicht längst die Anarchie ausgebrochen?

Hier die oben angesprochenen weiteren Meldungen der Polizeiinspektion Harburg vom Wochenende:

Buchholz/Nordheide – 15-jähriger mit Schussabgabe bedroht
Am Sonntag, kurz vor drei Uhr morgens, wurde einem 15-jährigen Fahrradfahrer der Weg nach hause von einem hellblauen PKW versperrt. Zwei deutsch sprechende Männer bepöbelten aus dem Auto heraus den Jungen und fuhren mit bis zu seiner Wohnanschrift. Dabei drohten sie unter anderem, ihn abzuknallen, wenn er frech sei. Kurze Zeit später hörte der Junge einen Knall. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass in der Nähe eine Schreckschusspistole abgefeuert worden ist. Die unbekannten Täter sind flüchtig. Hinweise nimmt die Polizei Buchholz entgegen (04181-2850)

Buchholz/Nordheide – Unfallflucht

Am Samstag, zwischen 16:25 Uhr und 17:25 Uhr, hinterließ ein Unfallflüchtiger einen geparkten Ford Focus beschädigt auf dem Parkplatz vor dem Rathaus, ohne sich um die Schadensregulierung zu kümmern. Hinweise nimmt die Polizei Buchholz entgegen (04181-2850)

Seevetal /Ohlendorf – randalierende Mädchen

Freitagnacht wurden der Polizei randalierende Jugendliche gemeldet, welche mehrere Mülltonnen umgeworfen haben. Als eine Anwohnerin die Mädchen ansprach, beschädigten die Jugendlichen zum Dank das Auto der Frau. Die Beamten folgten der Spur der Verwüstung und konnten zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren antreffen, welche sich nun verantworten müssen.

Rosengarten – Täter gehen PKW an

In der Nacht von Freitag aus Samstag kam es in Rosengarten/Klecken zu einem versuchten Diebstahl eines Mercedes Viano. Täter versuchten vergeblich, das Schloss des Fahrzeugs zu knacken. In Emmelndorf gelang es Tätern hingegen, an einem Audi SQ 5 Nebelscheinwerfergitter im Wert von ca. 300 Euro zu entwenden. Hinweise nimmt die Polizei Seevetal entgegen (04105-6200)

Meckelfeld – Mutter schubst Kind aus Bus

Eine bislang unbekannte Frau schubste am Samstag gegen 17:00 Uhr nach Zeugenangaben ihr schreiendes Kleinkind (vermutl. vier Jahre) bei der Höpenstraße mehrfach aus dem Linienbus, so dass das Kind hinfiel. Eingreifende Zeugen konnten das Verhalten der Mutter unterbinden und verständigten die Polizei. Die Mutter entfernte sich mit dem Kleinkind noch vor dem Eintreffen der Polizei von der Bgm.-Heitmann- Straße in Richtung Glüsinger Straße. Hinweise an Polizei Seevetal (04105-6200)

Salzhausen – Jugendliche Ladendiebe mit Tarn-Elektroschocker

Zwei 15-jährige versuchten am Samstag in einem Supermarkt zwei Flaschen hochprozentige Spirituosen in einem Rucksack zu entwenden. Bei der polizeilichen Aufnahme wurde festgestellt, dass der eine Jugendliche einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker mit sich
führte. Darüber hinaus wurde bei ihm Tütchen mit Marihuanaresten aufgefunden. Es wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet und der Jugendliche an seine Eltern übergeben.