Mit ‘Polizei Buchholz’ getaggte Beiträge

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Beliebtes Fotomotiv: der notgelandete Rettungshubschrauber vor der Polizei an der Buchholzer Schützenstraße, der inzwischen abtransportiert worden ist.

Ist die Buchholzer Polizei noch zu retten? Ist man dort jetzt aufgrund der bekannt dünnen Personaldecke so überarbeitet, dass man ständig einen Rettungshubschrauber vor der Tür braucht? Diese und andere Fragen kamen bei kritischen Beobachtern angesichts der Tatsache auf, dass seit Sonnabend mittag ein Rettungshubschrauber des ADAC auf dem Parkplatz vor der Zentrale der Polizeiinspektion Harburg an der Schützenstraße steht.

Aber ganz im Ernst: Hintergrund der Sache ist ein Vorfall, der glückerweise noch glimpflich verlief. Wie die Polizeiinspektion mitteilte, war der „Christoph Hansa“ vom ADAC Rettungsdienst am Sonnabend gegen 13:54 Uhr an der Schützenstraße im Landeanflug, weil es einen Notfall an der Straße gab. Ob es vom Piloten schlau war, den Parkplatz vor der Polizei zu wählen, sei dahin gestellt. Jedenfalls rasierten die Rotorblätter eine Straßenlaterne. Die umherfliegenden Teile trafen gottseidank keinen Menschen, beschädigten aber einen Rettungswagen, der bereits vor Ort war, leicht.

Der Pilot konnte den Hubschrauber sicher absetzen, da aber neben der Laterne auch die Rotorblätter beschädigt waren, war ein Weiterflug nicht mehr möglich. Der Helikopter verblieb vor dem Polizeigebäude, wurde inzwischen von einem Transporter abgeholt. Am Wochenende und am Montag war das noch nicht geschehen, der Hubschrauber vor der Polizei wurde zum beliebten Fotomotiv. Auch die Medien von Hamburger Abendblatt bis Bild berichteten.

Möglicherweise hat der Pilot des Hubschraubers den Abstand zwischen Gebäude und Laternenmast falsch eingeschätzt, denn selbst für Laien ist erkennbar, dass die Rotoren da kaum dazwischen passen. Sinnvoller wäre vermutlich eine Landung auf der Fahrbahn vor der Polizei gewesen, wozu diese aber natürlich hätte gesperrt werden müssen.

Übrigens ist die Polizei im Landkreis, um das klar zu stellen, tatsächlich personell schlecht besetzt. Die Einsätze werden nicht weniger, der Respekt vor Uniformierten schwindet immer mehr. Dies aber, um das hier noch einmal zu betonen, hat gesellschaftliche Ursachen. Die fortschreitende Eventisierung bleibt nicht folgenlos.

Schon Jugendlichen wird auf allen Kanälen signalisiert: Amüsier Dich, verwirkliche Dich, mach einen drauf, Du lebst nur einmal! Also gibt man sich allerorten die Kante. Die Ausgrenzung ganzer Bevölkerungsschichten tut ihr übriges, erhöht den Druck auf viele Familien. Auch das führt zu mehr Einsätzen für die Polizei, weil der Frust und die Aggressionen sich entladen.

Allerdings macht die Polizei sich manchmal auch selbst unnötige Arbeit, wenn sie zum Beispiel Leute verfolgt, die lediglich auf die genannten gesellschaftlichen Ursachen aufmerksam machen und diese bekämpfen wollen…

Buchholz (be) – Dass die Sitten im Straßenverkehr immer mehr verrohen, ist nichts Neues. Am Dienstag und Mittwoch dieser Woche gab es an zwei Stellen von Buchholz gute Beispiele für die Richtigkeit dieser Feststellung. Am Buenser Weg suchte ein Mercedes-Fahrer einfach das Weite, nachdem er eine 77Jährige umgefahren hatte. An der Straße Am Kattenberge würgte ein Autofahrer einen 13Jährigen, weil offenbar auf seinem Auto eine von diesem geworfene Eichel gelandet war.

Die Unfallflucht ereignete sich am Mittwoch gegen 14.40 Uhr am Buenser Weg/Ecke Bendestorfer Straße. Die 77 Jahre alte Buchholzerin schob ihr Fahrrad über die Fußgängerfahrt des Buenser Wegs, als ein schwarzes Mercedes Coupé aus der Bendestorfer Straße in den Buenser Weg abbog. Offenbar übersah der Fahrer die Frau oder war zu schnell, jedenfalls fuhr er die Rentnerin um. Die stürzte und erlitt leichte Verletzungen. Die Polizei Buchholz bittet um Hinweise unter Tel. 04181-2850.

Der Vorfall mit dem Schüler hatte sich bereits am Dienstag ereignet. Der 13Jährige stand mit einem Mitschüler an einer Haltestelle. Die beiden sammelten zum Zeitvertreib Eicheln auf und warfen sie in die Luft. Die Polizeiinspektion Harburg schreibt in ihrer Pressemitteilung: „Womöglich fiel eine dieser Eicheln auf einen vorbeifahrenden Pkw.“ Ich gehe mal eher davon aus, dass die Schüler gezielt auf Autos geworfen oder damit gerechnet haben, dass die Eicheln auf Autos landen.

Wie dem auch sei. Jedenfalls bremste der Fahrer des betreffenden Wagens, stieg aus und fing sofort an, den 13Jährigen zu beschimpfen. Unvermittelt griff der Mann dem Jugendlichen an den Hals und würgte ihn. Dann setzte er sich wieder in sein Auto und verschwand. Der geschockte Schüler fuhr unter starken Schmerzen ins Krankenhaus, später erstattete er Anzeige. Die Polizei leitete Körperverletzung gegen den unbekannten Autofahrer ein. Auch Zeugen dieses Vorfalls werden gebeten, sich bei der Polizei Buchholz zu melden.

Natürlich ist es in keiner Weise zu tolerieren, wenn Autofahrer im Wege der Selbstjustiz Jugendliche körperlich angreifen. Auf der anderen Seite ist auch zu registrieren, dass nicht wenige Jugendliche sich im heutigen gesellschaftlichen Klima zu Provokationen hinreißen lassen und ihre Grenzen nicht kennen. Ihnen sollte nachhaltig beigebracht werden, dass man im öffentlichen Raum nie weiß, an wen man gerät. Es laufen ne Menge gestresste Leute da draußen herum!