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Von Kristian Stemmler

Der Klecker Wald ist voraussichtlich gerettet. Wie die Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) schreiben, hat Netzbetreiber Open Grid Europe, eine Tochter von E.on, Verhandlungen mit der Klägerin aus Klecken aufgenommen, die einen Eilbeschluss des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg gegen die urspüngliche Trasse erwirkt hatte. Der Beschluss hatte, wie berichtet, dazu geführt, dass das NEL-Konsortium eine neue Trasse quer durch den Klecker Wald plante. Diese Trasse würde nach Ansicht der Stadt Buchholz und des Forstamtes Sellhorn zu eklatanten Schäden führen und die Bedeutung des Waldes als Naherholungsgebiet erheblich mindern.

In der HAN erklärte der Projektleiter der NEL, Franz-Josef Kißing, man sei mit der Klägerin endlich ins Gespräch gekommen. Es bestehe begründeter Anlass zu der Hoffnung, dass man sich mit ihr einigt und zur alten, bereits planfestgestellten Trasse zurückkehrt, die zwischen Eckel und Neu-Eckel südlich des Kleckener Ortskerns verläuft. Auf deutsch: E.on dürfte, statt etwa 40 Millionen Euro Mehrkosten für den Schlenker durch den Klecker Wald zu berappen und wertvolle Zeit zu verlieren, die Klägerin mit zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen und einem weitaus niedrigeren Betrag davon überzeugen, von ihrem Recht keinen Gebrauch zu machen.

Kißing unterließ es diesmal tunlich, die Äußerung aus einem Interview mit der HAN vom 1. März u wiederholen, in dem er und E.on-Sprecher Helmut Roloff in Gutsherrenart erklärt hatten, ein bestehender Wald sei kein unüberwindbarer Raumwiderstand und sie könnten keinen Grund dafür sehen, dass der Kreis anderer Meinung sei. Die HAN zitierte den NEL-Projektleiter diesmal lediglich mit folgender Äußerung zur Durchschneidung des Klecker Waldes: „Wir wollen das auch nicht, aber wie werden es tun, wenn es nicht anders geht.“

Hintergrund: Die zuständige Stabsstelle des Landkreises muss derzeit abwägen, ob der Kreis ein Raumordnungsverfahren (ROV) eröffnet. Die Entscheidung wird in den nächsten Tagen erwartet. Stellt sich der Kreis auf den Standpunkt, dass die beantragte Trasse durch den Wald mit den Raumzielen unvereinbar ist, dann ist die Trasse vom Tisch. Eröffnet der Kreis dagegen das ROV kommt es zu einem Planfeststellungsverfahren, in dem dann auch die Öffentlichkeit beteiligt ist und Einwendungen erhoben werden können. Dies alles könnte aber obsolet werden, wenn die Klägerin sich mit Open Grid einigt.

Buchholz‛ Bürgermeister Wilfried Geiger (parteilos) hatte in zwei Brandbriefen an den Kreis bereits eindringlich vor der Trasse gewarnt und von irreversiblen Schäden für den Klecker Wald gesprochen. Das zuständige Forstamt Sellhorn schlägt jetzt in einer 16seitigen Stellungnahme laut HAN in dieselbe Kerbe. Das Amt erklärt, die etwa 30 Meter breite Schneise, die für die Pipeline durch den Wald geschlagen werden müsste, werde erhebliche wirtschaftliche Verluste nach sich ziehen sowie Folgeschäden durch Windwurf und Schädlinge. Der Forst sei als Naherholungsgebiet für Buchholz und Hamburg nicht zu ersetzen.

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