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Posts Tagged ‘Nicolas Krüger’

Vblog Romann HANon Kristian Stemmler

Erich Romann ist wieder da. Der Paradiesvogel, der Ende 2011 und Anfang 2012 mit seinem seltsamen Verhalten, exotischen Vorstößen und wirren Äußerungen für Schlagzeilen in der lokalen und zuletzt auch überregionalen Presse sorgte, will sich offenbar für das Bürgermeisteramt von Buchholz bewerben. „Ja, es ist richtig, Herr Romann hat sich dafür Unterlagen im Rathaus abgeholt“, bestätigte Heinrich Helms, Pressesprecher der Stadt. Romann müsse lediglich 190 Unterschriften zusammenbekommen, dann stehe seiner Kandidatur nichts im Wege. Neben dem 39 Jahre alten Romann und dem Makler Ronald Bohn gibt es auch noch einen weiteren Einzelbewerber. Es ist der 31 Jahre alte Christian Thal, der sich auf einer Internetseite, auf der er seine Kandidatur verkündet, als Tiefbaufacharbeiter/Gleisbauer und Eisenbahnfan vorstellt. Auch er muss 190 Unterschriften sammeln, um kandidieren zu können.

Damit kandidieren jetzt bereits fünf Personen um das Amt des Bürgermeisters von Buchholz, der am 25. Mai 2014 gewählt wird. Romann und Thal sind sicher absolut chancenlos, auch Bohn dürfte höchstens ein Achtungserfolg zuzutrauen sein. Alles läuft auf einen Zweikampf zwischen Joachim Zinnecker, Grünen-Fraktionschef im Stadtrat, und dem Ersten Stadtrat Jan-Hendrik Röhse hinaus – dafür spricht auch das Ergebnis der Umfrage zur Bürgermeisterwahl hier im blog (dazu demnächst mehr).

Erich Romann sorgte bereits kurz nach seiner Wahl in den Kreistag für die Piraten im Herbst 2011 für Schlagzeilen. In Erinnerung geblieben ist das Bild von Romann auf einer Kreistagssitzung mit der Bierflasche in der Hand. Den Harburger Anzeigen und Nachrichten (HAN) erzählte der frischgewählte Abgeordnete, er verdiene sein Geld als professioneller Pokerspieler, sei „Islam-Konvertit mit deutsch-nationaler Einstellung“ und habe zehn Kinder, die er nicht sehen dürfe. Immer wieder sei er auf Heiratsschwindlerinnen hereingefallen.

Mehrfach machte Romann mit skurrilen Vorschlägen und teilweise paranoiden Bemerkungen von sich reden. So forderte er den Bau einer Moschee in Buchholz und die Einrichtung eines Open-air-Boxringes, den Mergelweg in seinem damaligen Wohnort Handeloh wollte er in Merkelweg umbenennen lassen. Als einziger Kreistagsabgeordneter lehnte er die Nutzung eines Laptops ab. Über das Internet habe der amerikanische Geheimdienst sonst Zugriff auf alles eine Daten, sagte er der HAN, er nehme auch immer wieder den Akku aus seinem Handy, weil er sonst zu orten sei.

Den Piraten schwante relativ schnell, wen sie da an Bord geholt hatten. Wegen seiner bizarren Auftritte und Einlassungen leitete der Kreisverband ein Ausschlussverfahren gegen Romann ein. Romann konterte, in der Piratenpartei seien im Moment nur Linksradikale am Ruder, seine Kollegen Nicolas Krüger und Arne Ludwig seien Verfassungsschutzagenten, die versucht hätten, ihn unter Druck zu setzen, zu manipulieren und zu kontrollieren. Die HAN zitiert ihn mit dem Satz: „Und ich lasse mich weder vom Verfassungsschutz noch von der CIA manipulieren.“

Im Frühjahr 2012 trat Romann von sich aus bei den Piraten aus, wenig später legte er auch sein Kreistagsmandat nieder, mit der Begründung, er werde von Al-Kaida bedroht und bekomme keinen Schutz. So könne er nichts für die Bürger tun. In den folgenden Monaten versuchte er, bei anderen Parteien Unterschlupf zu finden, so bei der FDP und gar bei der NPD. Aber nicht mal die Nazis wollten ihn haben. Jetzt will er also Bürgermeister werden.

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