Mit ‘Neonazis’ getaggte Beiträge

Buchholz/Stade (qu) – „Freies Fluten – Die Nazis stoppen!“ heißt die Devise am morgigen Sonnabend in Stade. Wie berichtet, wollen die Nazis einen Tag vor der niedersächsischen Kommunalwahl hier ebenso wie in Göttingen aufmarschieren. Wie immer schaufeln ihnen die Behörden mit Verweis auf das Versammlungsrecht große Gebiete frei. „Nazis sollen eine Stadthälfte für sich bekommen“, meldet die Seite nonazisstade.blogsport.de. Weiter heißt es in dem Beitrag:

Eine der beiden Kundgebungen gegen den Naziaufmarsch am 10.09. in Stade wurde nun von der Stadt Stade per Auflagenbescheid verlegt. Sie darf jetzt nicht mehr in der Hospitalstraße stattfinden, sondern an der Skaterbahn am Bahnhofsvorplatz (nördliche Stadthälfte). Die Polizei und Stadt wollen Stade am 10.09. in zwei Hälften teilen. In der Nördlichen sollen Antifaschist*innen und andere Demokrat*innen auf die Straße gehen dürfen und in der Südlichen die Nazis und die Bullen. Die Bahnlinie soll die Trennlinie darstellen.

Zur zweiten Kundgebung auf dem Platz Am Sande ruft mittlerweile ein breites Bündnis unter dem Motto „Stade stellt sich quer“ auf. Diese Kundgebung, ist für den Tag ein Treffpunkt. Zu dieser Kundgebung ruft unteranderem die Antifaschistische Aktion Lüneburg/Uelzen auf.

Aktive Antifaschist*innen, die sich den Nazis direkt in den Weg stellen wollen, werden sich unabhängig von angemeldeten Veranstaltungen in der südlichen Stadthälfte treffen.

Der querschläger meint: Da die Zivilgesellschaft, die bürgerlichen Parteien und Medien, die Polizei und die Staatsanwaltschaften beim Kampf gegen Rechts versagen, kommt antifaschistischen Kämpfern zunehmend mehr Bedeutung zu. Eine Gewöhnung an die faschistische Hetze auf unseren Straßen darf und wird es nicht geben!

Will in Stade auch mitmischen gegen die Nazis: die klandestine Working Poor Army (WPA)

Will in Stade auch mitmischen gegen die Nazis: die klandestine Working Poor Army (WPA)

Buchholz/Stade (qu) – „Nazi-Aktionen zum Desaster machen!“ Unter diesem Motto steht die Mobilisierung für den 10. September nach Stade. Auch in Buchholz kleben bereits etliche Sticker mit dieser Aufschrift. In Stade wollen einen Tag vor den niedersächsischen Kommunalwahlen Nazis ab 14 Uhr unter der Überschrift „Gemeinsam für Deutschland“ aufmarschieren, der genaue Auftaktort der Neonazis ist noch nicht bekannt. Wie im Internet vermeldet wird, ist der Anmelder der Veranstaltung der NPD-Aktivist Andreas Haack, durch die Nähe seines Mitorganisators zu der Gruppierung „Hooligans gegen Salafisten“ sei von gewaltorientierten Teilnehmern auszugehen.

Näheres zu den geplanten Gegenaktionen ist auf dieser Seite zu finden: http://nonazisstade.blogsport.de/ Dort heißt es:

„Wenn am 10. September die Nazis in Stade versuchen einen Aufmarsch durchzuführen, wird es unübersehbare antifaschistische Proteste und Aktionen dagegen geben. Im Moment steht nur fest, dass sich die Nazis um 14 Uhr in Stade treffen wollen. Ein Großteil der Nazideppen wird mit dem Zug anreisen, was einen Treffpunkt am Bahnhof oder in direkter Umgebung dazu vermuten lässt. Eine Route ist bislang nicht bekannt.“ Und: „Unabhängig von Kundgebungen, Demos oder anderen Veranstaltungen, werden aktive Antifaschist*innen dort sein, wo die Nazis sind und ihnen den Weg versperren.“

Interessante Hintergrundinfos über die einzelnen Faschos, die in Stade vermutlich dabei sein werden, ist in diesem Beitrag zu erfahren: https://linksunten.indymedia.org/de/node/188112. Da heißt es, dass auch die Aktionsgruppe Nordheide mit ihrem Kader Denny Reitzenstein wohl in Stade auftauchen wird.

Der querschläger wünscht der Antifa viel Erfolg bei ihren Aktionen!

PS: Einer der beiden AfD-Bundessprecher, Jörg Meuthen, kommt am morgigen Montag, 29. August, nach Hittfeld, um dort ab 19 Uhr in der Burg Seevetal seine rechte Hetze zu verbreiten.

Hier soll die Gedenktafel für Ernst Nauhaus hin: an das Haus, in dem das Kaleidoskop residiert, oder an die Mauer davor.

Hier soll die Gedenktafel für Ernst Neuhaus hin: an das Haus, in dem das Kaleidoskop residiert, oder an die Mauer davor.

Buchholz (qu) – Das parteilose Mitglied im Buchholzer Stadtrat Kristian Stemmler versucht mit zwei Anträgen zum Ende der Ratsperiode erneut, die Aufarbeitung der NS-Vergangenheit der Stadt voranzubringen. Zum einen beantragt Stemmler am Haus Steinstraße 2, in dem unter anderem das Mehrgenerationenhaus Kaleidoskop untergebracht ist, oder an der Umgrenzungsmauer des Grundstücks eine Gedenktafel für den Kommunisten Ernst Neuhaus anzubringen, der vermutlich von den Nazis ermordet wurde. Mit dem zweiten Antrag will er erreichen, dass eine neue Straße im Plangebiet „Schaftrift-West“ nach einem Sozialdemokraten benannt wird, der von den Nazis ins Elend getrieben wurde.

Ernst Neuhaus gehört zu den wenigen, genau gesagt sechs NS-Opfern, die in dem Buch „Buchholz 1925-1945 – die verschwiegenen 20 Jahre“ namentlich benannt werden konnten. Seine Wohnung an der Steinstraße galt als „Kommunistentreff“, er grüßte Genossen auf offener Straße mit dem Rotfront-Gruß und fuhr zur 1.-Mai-Demonstration nach Hamburg (natürlich vor der Machtergreifung). In der NS-Zeit verschwand Neuhaus „spurlos“, man muss also davon ausgehen, dass er von den Nazis umgebracht wurde.

Mit einer Gedenktafel am Eingang der Steinstraße würde Ernst Neuhaus, so heißt es in Stemmlers Antrag, als Opfer der NS-Tyrannei gewürdigt und ein Stückweit dem Vergessen entrissen. Und weiter: „Ein solcher Beschluss zum Ende der Ratsperiode würde ein deutliches Zeichen setzen angesichts der Gefahr des Aufkommens eines neuen Faschismus‘, die mit dem Erstarken rechtspopulistischer und protofaschistischer Kräfte wie der Alternative für Deutschland (AfD) immer klarer zu Tage tritt.“

Dieselbe Begründung gilt auch für den zweiten Antrag des parteilosen Ratsherren, der nicht erneut für den Stadtrat kandidiert. Darin beantragt er, die Straße im neuen Wohngebiet zwischen Schaftrift und AEG entweder Friedrich-Bode-Straße oder Anton-Tietjen-Straße zu benennen. Bode war Ortsvereinsvorsitzender der SPD und war 1933 eine Woche im Gewahrsam der Gestapo, wie es im oben genannten Buch heißt. Dort wurde er mit Sicherheit eingeschüchtert und vermutlich auch gefoltert. Er verlor seine Arbeit und lebte mit seiner Frau in materieller Not. Anton Tietjen, der die SPD in Buchholz mit aufbaute, wurde von den Nazis schikaniert und zermürbt, seine Familie ins Elend getrieben.

„Vielleicht kann sich der Rat, also vor allem die Mehrheit aus SPD, Grünen, Buchholzer Liste und dem Piraten Arne Ludwig, zum Ende der Ratsperiode noch aufraffen, endlich ein klares Zeichen zu setzen, dass es auch in Buchholz Verbrechen der Nazis gegeben hat“, sagte Stemmler dem querschläger. Der Ratsherr hatte bereits mit seinen ersten Anträgen und seitdem immer wieder versucht, für ein solches Zeichen zu sorgen, etwa indem er die Versetzung des „Kriegerdenkmals“ vom Marktplatz beantragte.

„Das Einzige, was durchzusetzen war, das war das Mahnmal für NS-Opfer gegenüber von dem widerlichen, kriegsverherrlichenden Findling“, so Stemmler, „das ist aber so allgemein gehalten und wirkt im Verhältnis zu dem Stein so unscheinbar, das es eher kontraproduktiv ist.“ Auf der anderen Seite bilde genau dieses Größenverhältnis und Erscheinungsbild in der zentralen Grünanlage der Stadt die Realität ab: „Der Schatten der NS-Vergangenheit in der braunen Lüneburger Heide ist lang und reicht in die Gegenwart. Kein Wunder, dass hier so viele alte und neue Nazis herumlaufen!“

Hier die Links zu den Anträgen im Informationssystem der Stadt:

https://www.buchholz.de/allris/___tmp/tmp/450810361043323969/1043323969/00081662/62-Anlagen/01/AntragRmStemmlervom02082016.pdf

https://www.buchholz.de/allris/___tmp/tmp/450810361043323969/1043323969/00081357/57-Anlagen/01/AnlageDS0978001-AntragKristianStemmlervom02082.pdf

So war es vor sechs Jahren: machtvolle Demo gegen die Kundgebung der Nazis.

 

Von Kristian Stemmler

Gelingt es den Neonazis der Region am kommenden Sonntag nach sechs Jahren wieder im Zentrum von Buchholz ihre Hetze zu verbreiten? Wie der Pressesprecher der Stadt Buchholz, Heinrich Helms, bestätigt, haben für diesen Tag um 14 Uhr Vertreter der „Bürgerbewegung Nordheide“ eine Kundgebung unter dem Motto „Asylflut stoppen!“ für die Fußgängerzone angemeldet. Doch der Protest formiert sich bereits, trotz der kurzen Vorlaufzeit. Auch die Polizei bereitet sich vor, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.

Mittlerweile ist noch eine zweite Kundgebung angemeldet, ebenfalls in der Fußgängerzone, Anmelder ist nach Helms‘ Angaben die antifaschistische Begegnungsstätte Heideruh aus Holm-Seppensen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich politische Parteien, die Kirchen, das „Bündnis für Flüchtlinge“ und andere diesem Protest anschließen. Die Antifa mobilisiert überregional über das linke Portal linksunten.indymedia.org, sie will den Aufmarsch der Nazis verhindern.

Schon aus Sicherheitsgründen müssen die beiden von der „Bürgerbewegung Nordheide“ und Heideruh angemeldeten Kundgebungen in einem gewissen Abstand stattfinden. Daher könnte der „Bürgerbewegung“, hinter der die faschistische Aktionsgruppe (AG) Nordheide des Buchholzer Ex-Soldaten Denny Reitzenstein und der Alt-Nazi Wolfram Schiedewitz aus Seevetal stecken, die Auflage gemacht werden, nicht direkt im Zentrum zu demonstrieren. Wobei die rechtliche Lage kompliziert ist.

Vor sechs Jahren, auf den Tag genau, nämlich am 3. April 2010, haben die Nazis zuletzt in Buchholz demonstriert, die NPD hatte die Demo unter der Überschrift „Gegen Ausländerkriminalität!“ angemeldet. Damals gelang es, die Nazis auf die andere Seite der Bahnlinie zu verbannen, weil es sich um einem Sonnabend handelte, also einen Markttag und parallel eine Veranstaltung mit Kindern in der Empore stattfand. Da die rechte Demo diesmal für einen Sonntag angemeldet ist, sind ein Verbot oder eine Verlegung schwieriger durchzusetzen.

Auf dem Buchholzer Rathausplatz kam es vor sechs Jahren zu einer machtvollen Gegendemonstration hunderter Nazi-Gegner, während sich am Bahnhof nur ein Häuflein Rechter versammelte. Damals war die Vorlaufzeit für eine Mobilisierung allerdings auch deutlich länger. Diesmal ist das Vorhaben der Nazis erst wenige Tage vor ihrer Kundgebung öffentlich geworden.

Ob es wie vor kurzem in Hittfeld, wo die „Bürgerbewegung Nordheide“ zum ersten Mal unter diesem Namen auftrat, zu Auseinandersetzungen zwischen Antifa und Nazis kommt, ist ungewiss. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Antifa auf jeden Fall verhindern will, dass die Nazis direkt am Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes auf dem Marktplatz, das am 27. Januar eingeweiht wurde, ihre Hetze verbreiten. Das Ziel der Nazis wiederum dürfte sein, genau diesen symbolischen Ort zu besetzen.

Der Aufruf der Antifa auf linksunten.indymedia.org steht unter der Überschrift „Neonazi-Kundgebung in Buchholz verhindern“. In dem Aufruf werden die Zugverbindungen von Hamburg und Bremen explizit genannt, die Antifa will sich um 13 Uhr an der Poststraße treffen, also eine Stunde vor Beginn der Versammlung der Nazis. Wörtlich heißt es im Aufruf: „Egal ob in Buchholz oder woanders, gilt es sich den Nazis und Rassist*innen in den Weg zu stellen und ihre menschenfeindliche Propaganda zu unterbinden.“

Wie schon der buchholz express weist auch die Antifa auf die Strategie der Nazis hin: „Die Bürgerbewegung Nordheide ist ein Versuch der Neonazi-Kameradschaft AG Nordheide Rassist*innen abseits der Neonaziszene anzusprechen. Seit drei Jahren versuchen die Neonazis der AG Nordheide mit spontanen Aktionen und Störungen von Infoveranstaltungen gezielt im bürgerlichen Spektrum rechte Propaganda zu verbreiten. Führender Kopf der Kameradschaft ist der Buchholzer Denny Reitzenstein, der seit langem versucht neonazistische Strukturen aufzubauen, wie die Kameradschaft Buchholz oder die AG Nordheide.“

Aktuell hängen sich Reitzenstein & Co. an den Protest gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft auf der Jordanfläche. Sowohl auf dem Facebook-Account der „Bürgerbewegung“ als auch auf der Homepage seiner AG Nordheide greift er die aktuelle Berichterstattung des Nordheide Wochenblattes über ein Anfrage des CDU-Ratsherren Klaus Gütlbauer auf. Gütlbauer will mit der Anfrage die Umstände des Verkaufs der Fläche an den Investor Holger Cassens aufklären.

Die Polizei bereitet sich derweil darauf vor, Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und der Antifa zu verhindern. „Wir werden mit ausreichenden Kräften vor Ort sein“, sagte Lars Nickelsen, der Sprecher der Polizeiinspektion Buchholz, dem buchholz express. Zu Details der Lageeinschätzung wolle er sich nicht äußern, die Polizei mache sich aber, wie immer bei solchen Einsätzen, ein genaues Bild der Lage.

Von Kristian Stemmler

Es hat etwas gedauert, aber immerhin. Am heutigen Mittwoch hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die Neonazi-Vereinigung „Weisse Wölfe Terrorcrew“ (WWT) verboten. Am frühen Mittwochmorgen hätten Ermittler in zehn Bundesländern Wohnungen durchsucht und 16 führenden Mitgliedern der WWT Verbotsverfügungen des Innenministeriums zugestellt, berichten Medien. Bei den Razzien seien neben Vereinsinsignien, Kleidung und Datenträgern auch Wurfsterne, eine Armbrust und Kleinkaliberwaffen gefunden worden.

„Dieser Verein ist eine Vereinigung von Neonazis, die offen und aggressiv Hetze betreiben gegen unseren Staat, gegen unsere Gesellschaft, gegen politisch Andersdenkende, gegen Migranten, auch gegen Polizisten“, sagte der Innenminister. Ihre Ursprünge hat die Gruppierung besonders in Hamburg, wo sie seit 2008 aktiv ist. Darum war das Verbotsverfahren auch maßgeblich von der Hamburger Innenbehörde, also dort vor allem dem Verfassungsschutz und dem Staatsschutz der Polizei, vorbereitet worden.

Auch Buchholz wurde im Zusammenhang mit dem Verbot von WWT, die als „Weisse Wölfe Terrorcrew/Hamburger Nationalkollektiv“ gegründet wurde, wieder genannt. So berichtete die Springer-Zeitung „Die Welt“, dass der Rädelsführer der Vereinigung, Sebastian R., zwar in Hamburg-Horn wohne, wo er auch am Mittwochmorgen Besuch der Ermittler bekam.

Sebastian R. solle aber „wie mehrere andere Hamburger Neonazis mittlerweile einen Wohnsitz in Buchholz“ haben. Bei Sebastian R. handelt es sich offenbar um Sebastian Rudow, genannt Basti, der zu den Gründungsmitglieder der WWT gehören soll. Im Januar 2010 musste er eine Haftstrafe von 14 Monaten antreten wegen Widerstands gegen die Staatsgewalt und gefährlicher Körperverletzung.

Bereits im Juli 2013 war Buchholz bundesweit wegen der Weisse Wölfe Terrorcrew in den Schlagzeilen. Damals wurde im Rahmen einer von der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe veranlassten Razzia gegen Neonazis in Norddeutschland, der Schweiz und den Niederlanden auch Denny Reitzenstein, Vorturner der Aktionsgruppe (AG) Nordheide, in seiner Buchholzer Wohnung aufgesucht. Die Ermittlungen gegen Reitzenstein wie auch andere Verdächtige wurden allerdings später eingestellt.

Große Aufmerksamkeit erregte die WWT im Dezember 2011, als sie in Harburg eine Spontandemo organisierte. 35 Neonazis mit Fackeln und weißen Masken, die sich selbst als „Die Unsterblichen“ bezeichneten, zogen durch Eißendorf. Im Anschluss kam es in Hamburg und Niedersachsen zu Hausdurchsuchungen in 17 Wohnungen.

„In Buchholz traf es Tim Müller und Denny Reitzenstein, in Tostedt und Wistedt Phillip Tolksdorf, Fabian Rath, Ricardo Pazola und Andre Bostelmann“, hieß es dazu später in einem Inforeader der Antifa. Die Gruppe zeigte sich unbeeindruckt: „Wir lassen uns aber nun durch die Aktion des Systems nicht einschüchtern und werden unseren Kampf weiterführen“, bloggte sie. Mehr dazu unter diesem Link: https://buchholzblog.wordpress.com/2013/07/18/buchholz-und-die-weisen-wolfe-das-netzwerk-des-denny-reitzenstein/

Auch die Homepage „Blick nach rechts“ (http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/terrorcrew-verboten) berichtet aktuell über das Verbot von WWT und dabei auch über Buchholz und Denny Reitzenstein. So heißt es da über die Razzia vom Juli 2013:

„Im Sommer 2013 hatten Polizisten die Wohnungen von einem Mitglied der WWT und einem Neonazi, der ehemals der Gruppe angehörte, in Norddeutschland durchsucht. Hintergrund war ein Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft wegen Bildung einer terroristischen Vereinigung. Der Schweizer Neonazi Sebastien N., Hauptverdächtiger in dem Verfahren, unterhält beste Verbindungen zu den WWT-Kameraden im Norden.

Die Bundesanwaltschaft war hellhörig geworden, als innerhalb der Gruppe offenbar ein Anschlag auf eine nicht näher benannte israelische Botschaft diskutiert wurde. Im Oktober 2014 stellten die Behörden das Verfahren ein, da der Terrorverdacht nicht erhärtet werden konnte. (bnr.de berichtete) Einer der damaligen Verdächtigen, der zur WWT gehörte, war der heutige Inhaber des Neonazi-Online-Shops „Streetwear Tostedt“, Denny Reitzenstein aus Buchholz in der Nordheide (Landkreis Harburg).“

Auch wenn Reitzenstein wohl der WWT nicht mehr angehört, ließ er es sich natürlich nicht nehmen, auf dem Twitter-Account seiner AG Nordheide sein Mitgefühl zu bekunden. Dort hießt es heute vormittag: „System lässt wieder die Muskeln spielen! WWT (Weisse Wölfe Terrorcrew) wurde heute verboten. Solidarität mit den betroffenen Kameraden“.

Der buchholz express präsentiert einen Adventskalender, der den vielen Flüchtlingen gewidmet ist, die derzeit in unser Land kommen – ein „Advent Calendar for Refugees“. Dieser Kalender ist gestaltet als kleines Abc und soll den Flüchtlingen helfen, die deutsche Kultur, deutsche Traditionen und Sitten besser zu verstehen. Er will damit nicht nur unterhalten, sondern auch zur Integration seinen Beitrag leisten.

+++ 14 +++ Nazis

Nazi oder Neonazi ist die Abkürzung des Begriffs Nationalsozialist, wobei dieses Wort natürlich ein Scherz ist, weil die gleichnamige Partei weder national noch sozialistisch war. Die Vorsilbe „Neo“ verweist wiederum darauf, dass es sich um neue Nazis handelt, also Leute, die es immer noch nicht begriffen haben. Nazis mögen Euch, liebe Flüchtlinge, nicht besonders, weil sie alles Fremde hassen und das „Deutschtum“ bewahren wollen.

Das ist besonders deshalb lustig, weil es gar keine bewahrenswerte deutsche Kultur mehr gibt, sondern nur noch einen bewusstlosen Konsumismus und ein ständiges Eventhopping. Nazis sind eigentlich Knechte der Kapitalisten, weil sie für die Mächtigen die Drecksarbeit erledigen. Sie sind Ausdruck der Strategie, den Unmut der Schwachen auf noch Schwächere abzulenken und Minderheiten gegeneinander aufzuhetzen.

Außerdem binden sie Kräfte. Viele gerade junge Linke, man spricht hier von der Antifa, bekämpfen hauptsächlich Nazi-Formationen, was natürlich sehr verdienstvoll ist. Aber dadurch werden sie davon abgehalten, die wirklich Mächtigen zu attackieren – die Herrenmenschen in den Vorstandsetagen der Konzerne und ihre Handlanger in Medien und Gesellschaft.

Nazis sind in der Regel strohdoof und können mal gerade ihren Namen schreiben. Wer von ihnen einen geraden Satz schreiben kann, wird sofort zum „Führer“ bestimmt und betreibt im Internet Homepages, um faschistische Propaganda zu verbreiten. Viele Nazis sind gut darin, Kreide zu fressen und sich als „besorgte Bürger“ zu tarnen. Für die gibt es sogar eine eigene Partei: die „Alternative für Deutschland“, kurz AfD.

Screenshot AG NordheideVon Kristian Stemmler

Kommt es in den nächsten Wochen zu Anschlägen auf Einrichtungen für Asylbewerber im Landkreis? Diese Befürchtung ist angesichts neuer Aktivitäten von Neonazis aus Buchholz und der Region nicht aus der Luft gegegriffen. Nach einer längeren Pause hat sich jetzt die rechtsextremistische „Aktions-gemeinschaft (AG) Nordheide“ des Neonazis Denny Reitzenstein zurückgemeldet. Auf ihrer Homepage hat sie zum Jahreswechsel ein Video und Beiträge eingestellt, die Behörden und Bürger alarmieren sollten.

Unter der Überschrift „Willkommen neues Kampfjahr 2014“ zeigt das 2:36 Minuten lange Video, das auch auf YouTube eingestellt worden ist, eine „nationale Aktion in der Silvesternacht in Buchholz in der Nordheide“. Zu sehen sind drei junge Männer – mit Halstüchern vermummt, zwei halten Fackeln in den Händen -, die einmal vor dem Gedenkstein auf dem Marktplatz und dann vor dem Eingang des Rathauses ein Spruchband hoch halten – also an hoch symbolischen Orten, an denen schon gegen die Nazis demonstriert wurde.

Auf dem Spruchband steht: „Überfremdung stoppen! Wir sind kein Sammelbecken fremder Völker!“ Darunter ist die Zeichnung eines Containerdorfes zu sehen, wie es etwa aktuell am Fischbüttenweg errichtet wurde, um Asylbewerber aufzunehmen. Das Video ist mit martialischer Instrumentalmusik untermalt. Unter dem Video steht der Text: „Das Kampfjahr 2013 geht nun zu Ende und damit nimmt ein sehr interessantes Jahr sein Ende! Das Kampfjahr 2014 kann kommen und wir werden dann auch wieder mit einigen Aktionen dabei sein.“

Hinter der Aktion und den Beiträgen auf der Homepage der AG Nordheide dürfte der Buchholzer Neonazi und Ex-Soldat Denny Reitzenstein und/oder sein Umfeld stecken. Zuletzt war Reitzenstein durch eine Razzia der Bundesanwaltschaft im Juli, bei der unter anderem seine Wohnung durchsucht wurde (Näheres zu Reitzenstein und seinem Umfeld unter https://buchholzblog.wordpress.com/2013/07/18/buchholz-und-die-weisen-wolfe-das-netzwerk-des-denny-reitzenstein/), und seine Verurteilung zu einer Geldstrafe wegen Teilnahme an einem Umzug der „Unsterblichen“ in Eißendorf unter Druck geraten.

Auf diese Ereignisse wird auf der Homepage der AG Nordheide explizit Bezug genommen. Dort heißt es: „Die letzten Monate waren zahlreich von Ereignissen geprägt, darum wurde auch erst einmal nichts auf dieser Infoseite veröffentlicht. Denn das System hat versucht alles in Bewegung zu setzen, um uns Mundtod zu bekommen. Seit Juli gab es immer wieder Repressionen gegen AG – Mitglieder in Form von Hausdurchsuchungen. Uns wurden etliche Sachen angehängt, um uns in der Öffentlichkeit als Verbrecher, bis hin zu Terroristen darzustellen. Diese Tatsachen sind aber allesamt aus der Nase gezogen, denn sonst wäre es nicht nur bei einer Hausdurchsuchung geblieben.“

Zur Razzia wegen des Verdachts der Gründung einer terroristischen Vereinigung nach „Werwolf“-Muster“ schreiben die Neonazis: „Dieser Verdacht entpuppte sich immer mehr zu einer reinen Lachnummer, denn es gab keine einzige Verhaftung und es wurden bis heute ,was auch schon in den Medien berichtet wurde, keine klaren Beweise gefunden. Dieser Verdacht wurde nur durch eine einzige Aussage beim Verfassungsschutz ins Leben gerufen und sonst gab es keinerlei Hinweise, dass es so eine Gründung gab.“

Auch zu der Verhandlung gegen Reitzenstein wird Stellung genommen: „Dann kam der Unsterblichen Prozess, wo der Gründer der AG angeklagt war. Diese Verhandlung wurde sehr stark von den Medien begleitet, womit er in seinem Privatleben einiges durch machen musste. … Nach 4 Verhandlungstagen, die von Skandalen bestückt waren, wurde der Kamerad, wie erwartet, in allen Punkten für Schuldig gesprochen. Die ausgesprochene Begründung war ein reiner Witz, denn die Aussagen von Zeugen wurde nach deren Stellenwert in der Öffentlichkeit beurteilt, so waren die Aussagen der Systemknechte glaubwürdig und die Aussagen der beteiligten Aktivisten unglaubwürdig.“

In einem weiteren aktuellen Beitrag befassen sich die Buchholzer Neonazis mit einer Anfrage vom August der Fraktion Bündnis90/Die Grünen und von mir selbst im Stadtrat, die nähere Informationen über die Umtriebe von Neonazis in Buchholz und die Aktivitäten der Stadt gegen diese Umtriebe erbringen sollte. Reitzenstein & Co. schreiben: „Sehr geehrte Gutmenschen von der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und sehr geehrter Herr Stemmler, Sie sind vielleicht geschockt das es in der Nordheide Stadt national und Heimat bewusste Personen leben.“

Und weiter: „Ja auch in der schönen Nordheide Stadt Buchholz gibt es Nationalisten und diese wird es auch immer geben.“ Dann wird diverser Blödsinn über angebliche Forderungen der Grünen abgesondert, „um zu zeigen, wie krank eigentlich die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in Wirklichkeit ist“. Auch der buchholzblog wird explizit erwähnt: „Herr Stemmler wir verfolgen ihren Blog seit einigen Monaten und müssen feststellen, das ihr Interesse gegen die nationale Bewegung zu hetzen sehr groß ist. Denn Sie berichten ja sehr ausführlich über alles, was angeblich von seitens der Bewegung passiert ist.“

Es kann nicht überraschen, dass sodann die Vorfälle angeführt werden, die im Jahr 2012 zu meinem Ausschluss aus der Partei „Die Linke“ geführt haben und die in aller Ausführlichkeit sowohl hier im blog als auch in der lokalen Presse erörtert worden sind (und über die man sich im Internet natürlich noch informieren kann). Die Faschos schreiben: „Trotz dieser schweren Tat sind sie immer noch im Stadtrat tätig und uns wollen Sie als Verbrecher darstellen. Das Motto wer im Glashaus sitzt sollte nicht mit Steinen werfen, sollten Sie sich mal zu Herzen nehmen.“

Dazu stelle ich fest: Ich habe Neonazis nicht pauschal als Verbrecher bezeichnet, sondern sehe viele von ihnen eher als fehlgeleitet. Ihre Gesinnung halte ich allerdings für verbrecherisch und gefährlich. Was ich getan habe, steht auf einem anderen Blatt. Ich habe mich dafür selbst angezeigt und vor der Öffentlichkeit verantwortet. Ist Euch das nicht deutsch genug..?