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So berichtet das Nordheide Wochenblatt über Abibälle.

So berichtet das Nordheide Wochenblatt über Abibälle.

Von Kristian Stemmler

Der querschläger – vormals buchholz express – kritisiert immer wieder und aus gutem Grund das Nordheide Wochenblatt, Quasi-Monopolist in Buchholz und im Landkreis. Um so mehr sollte darum hier auch einmal darauf hingewiesen werden, wenn das Wochenblatt aus Sicht dieses Blogs ein positives Feedback verdient hat. Die Rede ist von einem Beitrag in der Ausgabe vom 18. Juli.

Unter der Überschrift „Kaviar und Krawall“ berichtet das Wochenblatt darüber, dass Abibälle zunehmend aus dem Ruder laufen. Gegenstand des Beitrags ist einmal die Kritik des Schulleiters des Albert-Einstein-Gymnasiums, Hans-Ludwig Hennig, am von Schülern und Eltern organisierten Abiball im Harburger Luxushotel Lindner. Zum zweiten geht es um Vorfälle beim Abiball des Hittfelder Gymnasiums im Harburger Restaurant „Leuchtturm“.

Dort haben sich etliche der Halbstarken, nachdem ab halb elf alle Getränke frei waren, laut Wochenblatt erheblich daneben benommen. Es seien Weinflaschen entwendet worden, von wildem Urinieren ist die Rede. Selbst die angeheuerten Security-Kräfte hätten die besoffenen Jung-Erwachsenen nicht unter Kontrolle bringen können, daher habe die Polizei einschreiten müssen. Es habe sogar eine Festnahme gegeben.

Es wäre ganz nett gewesen, wenn die Kollegen erwähnt hätten, dass ihr Text sich auf einen Beitrag im querschläger bezieht. Bereits am 19. Juni hatte dieser Blog nämlich über Hennigs Kritik berichtet, die im Wochenblatt in indirekter Rede wiedergegeben wird., ohne dass der querschläger erwähnt wird. Das liegt vermutlich daran, dass sowohl der querschläger/buchholz express wie auch der Autor dieser Zeilen offenbar an der Bendestorfer Straße auf der schwarzen Liste stehen.

Aber sei’s drum, es bleibt anerkennenswert, dass das Wochenblatt das Thema überhaupt angefasst und es noch in einem Pro und Kontra vertieft hat. Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang vor allem, dass die Kritik am Luxustrend der Abibälle von Mitja Schrader vorgetragen wird, nicht nur Redakteur des Wochenblattes, sondern auch Mitglied der Verlegerfamilie. Er ist schon öfter mit kritischen Beiträgen aufgefallen.

Natürlich kann er mit seiner Kritik auch nicht zu sehr an den Fundamenten rütteln, aber für Wochenblatt-Verhältnisse geht sie doch schon recht weit und trifft aus Sicht des querschlägers durchaus wesentliche Punkte. Vor allem da wo es um den „richtigen Stall“ geht, es also nicht schwer fällt, sich die elitären oder sich elitär vorkommenden Kreise der Region vor Augen zu führen. Hier Schraders Kommentar, nur leicht gekürzt, im Wortlaut:

Sicher, ein Abiball ist ein festlicher Anlass und sollte in einem angemessenen Rahmen begangen werden. Luxusveranstaltungen, bei denen weniger gut betuchte Familien per Los entscheiden müssen, wer Sohn oder Tochter begleiten darf, weil es sonst einfach zu teuer wird, sind für mich allerdings weder festlich noch feierlich, sondern schlicht und einfach unsinniges Protzen. Noch dazu mit fremdem Geld – nämlich dem der Eltern.
Was ist die Botschaft dahinter? Um mit uns zu feiern reicht es nicht, das Du Dein Abi hast. Nein, Du musst auch aus dem richtigen „Stall“ kommen. „Spiel nicht mit den Schmuddelkindern“ also. Lernt man das heute in der Schule? Oder geht es eher darum, dass auch für Abifeiern das neoliberale Mantra gilt: Nur was richtig kostet, ist auch richtig was wert. Das Abi an sich also keinen Wert mehr darstellt, sondern der Abiturient seine Wichtigkeit durch eine teure und exklusive Feier herausstellen muss. Wie auch immer; mit Reife hat eine Prunk- und Protzsause wenig zu tun. Aber heute heißt es ja auch Abitur und nicht mehr Reifeprüfung.

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