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Kurzfristig umsetzbar: Steckbrief der Fläche Schaftrift West in der Broschüre zum Wohnungsbau

Kurzfristig umsetzbar: Steckbrief der Fläche Schaftrift West in der Broschüre zum Wohnungsbau

Von Kristian Stemmler

Wenn man sich bei der sterbenden Drei-Prozent-Partei FDP auf eines verlassen kann, dann ist es die Nibelungentreue zu ihrer Klientel, also zum Beispiel zu den Maklern. Auch in der Agonie versucht sie für die alles rauszuholen. So warfen sich die Buchholzer Liberalen zuletzt im Nordheide Wochenblatt für die Makler in die Bresche, jammerten lauthals, durch das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISEK) sei es zu einem „Quasi-Baustopp“ in Buchholz gekommen.

Das Wochenblatt nahm den Ball natürlich nur allzu gern auf, da man auch dort den Maklern recht nahe steht. Mit der knalligen Überschrift „Die Nachfrage ist gewaltig!“ wurde der Beitrag über den FDP-Vorstoß auf der ersten Seite angerissen und dazu der Makler Wolfgang Bohn herangezogen, bekanntlich ein Amigo von Wochenblatt-Verleger Martin Schrader. Die Baupreise hätten sich in den vergangenen drei Jahren fast verdoppelt, darf Bohn lamentieren und kritisieren, mit Verweis auf das ISEK seien zuletzt keine Baugebiete mehr ausgewiesen worden.

Die Attacke von FDP/Bohn/Schrader/Wochenblatt richtet sich nicht zum erstenmal gegen die Buchholzer Baudezernentin Doris Grondke, die das ISEK angekurbelt hat. Ihre Agenda einer transparenteren Auftragsvergabe und verstärkten Bürgerbeteiligung stört offenbar die Kreise der Buchholzer Magnaten. Grondke platzte nach der aktuellen Kritik jedenfalls der Kragen. In einem Pressegespräch informierte sie jetzt über die tatsächlichen Hintergründe auf dem Gebiet des Wohnungsbaus.

Dass es durch das ISEK einen Quasi-Baustopp gegeben habe, sei eine „falsche Darstellung“, formulierte die Baudezernentin gewohnt diplomatisch. Man habe vielmehr im Rahmen des ISEK systematisch, anhand festgelegter Kriterien alle für Wohnungsbau in Frage kommenden Flächen untersucht. Die Ergebnisse dieser Untersuchung sei den Ratsmitgliedern vor der Sommerpause in Form einer Broschüre vorgelegt worden, jetzt sei die Politik am Zug.

„Es geht uns darum, das strategische Vorgehen auf diesem Gebiet besser zu steuern, es gab da früher ja kaum Instrumente“, erklärte Grondke. Mit anderen Worten: Die Buchholzer Stadtentwicklung und damit auch der Wohnungsbau befanden sich vor Grondkes Amtsantritt im Blindflug. Baugebiete wurden nach Gutdünken ausgewiesen resp. den Interessen und Wünschen von Investoren folgend.

Mit der Untersuchung vorhandener Flächenpotenziale liegt jetzt zum erstenmal eine sachliche und überprüfbare Grundlage für die Wohnungsbauentwicklung vor. 48 Flächen wurden geprüft und nach festen Kriterien mit Punkten bewertet. So gab es zum Beispiel je mehr Punkte, desto besser die Infrastruktur im Umfeld der Flächen ist, desto näher etwa eine Schule oder eine Kita liegt, ein Versorgungszentrum oder ein Arzt. Für zentrumsnahe Flächen gab es mehr Punkte als für Flächen am Stadtrand, für Flächen im städtischen Besitz mehr als für solche im Privateigentum.

Grondke griff beim Pressegespräch einige Flächen heraus, die für eine baldige Bebauung in Frage kommen. „Meine besondere Empfehlung wären die Gebiete Schaftrift West und Bremer Straße Südwest“, sagte sie. Diese Flächen seien kurzfristig entwickelbar, die Realisierung könne ein „erster Aufschlag“ sein, so die Dezernentin.

Schaftrift West ist ein 1,8 Hektar großes Gelände neben der Heideschule in Privatbesitz, das jetzt noch von Unkraut und Obstbäumen bewachsen ist. Hier könnten Mehrfamilienhäuser entstehen, rund 80 Wohneinheiten. Bremer Straße Südwest bezeichnet eine rund acht Hektar große Fläche am Stadtrand kurz vor der B 75, die für die Bebauung mit Einfamilienhäusern für junge Familien, 70 bis 90 Wohneinheiten, geeignet ist. Die Fläche ist teilweise in städtischem, teilweise in privatem Besitz.

Große Flächen für Wohnungsbau liegen im Osten der Stadt, also zum Beispiel an der Bgm.-Adolf-Meyer-Straße und am Fischbüttenweg. Ein Vorteil dieser Flächen sei die Innenstadtnähe so Grondke, gelöst werden müssten aber die verkehrlichen Probleme. Sie könne sich da ein autofreies Quartier vorstellen.

Als „optimal geeignete Fläche“ bezeichnete Grondke auch das so genannte City Center II, also den Parkplatz neben dem City Center. Die Fläche führt mit 44 von 47 möglichen Punkten die Wertung der 48 geprüften Flächen an. Eigentümer ist die Stadt, hier könnten in einem Mehrfamilienhaus rund 40 Einheiten entstehen, im Erdgeschoss wäre Platz für einen Supermarkt und andere Läden.

Ein Eisen im Feuer ist natürlich auch weiterhin das so genannte Rütgersgelände südlich des Bahnhofs. Die 16,5 Hektar große Fläche ist allerdings noch kontaminiert. „Der Sanierungsplan liegt beim Landkreis, darauf haben wir keinen Einfluss. Wir würden sofort anfangen“, sagte Grondke. Denkbar für eine schnelle Bebauung wären auch das „Hillmergelände“ an der Soltauer Straße oder eine Fläche an der Bremer Straße, die jetzt noch von einem kleinen Wäldchen bewachsen ist, das allerdings nicht begehbar ist.

Die Baudezernentin betonte, dass es jetzt Sache der Politik sei, die Vorschläge der Verwaltung umzusetzen. Dabei müsse es auch ein Ziel sein, in Buchholz für mehr bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Die Untersuchungen im Rahmen des ISEK haben ergeben, dass jeder sechste Haushalt, knapp 3000, in Buchholz auf günstigen Wohnraum angewiesen ist. Und nur jeder zehnte Haushalt, der auf günstigen Wohnraum angewiesen ist, kann auf eine öffentlich geförderte Wohnung zurückgreifen.

Grondke machte auch deutlich, dass sie vom Sinn und Erfolg des ISEK weiterhin voll überzeugt ist. Im Februar werde es ein Abschlussforum geben. Wenn das ISEK fertig sei, werde man zu Förderbanken und Ministerien gehen, „um den einen oder anderen Fördertopf anzuzapfen“. Nach der erfolgreichen Reihe „Buchholzer Dialoge“ in diesem Jahr werde es im nächsten Jahr eine neue Gesprächsreihe unter dem Titel „Urbanität wagen“, bei der es um das Thema Wohnen gehen werde.

Diese Gesprächsreihe ist Reglitzky, Schrader und Bohn sehr anzuempfehlen, obwohl ich meine Zweifel habe, dass eingefleischte Provinzler daran interessiert sind, Urbanität zu wagen…

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Website BohnVon Kristian Stemmler

Es war also doch kein verspäteter Aprilscherz des Wochenblattes! Der Makler Ronald „Ronny“ Bohn kandidiert tatsächlich bei der Wahl zum Bürgermeister von Buchholz, die vermutlich am 25. Mai 2014 stattfinden wird. Auf einer eigenen Homepage www.ronaldbohn.de kündigt er seine Kandidatur unter dem Slogan „Mein Herz schlägt für Buchholz!“ mit dem Satz an: „Ich bin Ronald Bohn und möchte mich auf den folgenden Seiten bei Ihnen als Bürgermeisterkandidat für die Stadt Buchholz vorstellen.“

Auf der Seite „Über mich“ präsentiert Bohn seine biographischen Eckdaten und erklärt in einem mehr als hölzernen Text, was ihn zur Kandidatur bewegt hat. Es seien „viele Gespräch mit Menschen aus und um Buchholz in den letzten 6 Monaten“ gewesen, „denn so lange beschäftige ich mich schon damit“. So lange schon, denkt der Leser und wundert sich dann auch nicht über die Fortsetzung: „Diese Gespräche bestanden überwiegend aus negativen Inhalten und darüber habe ich mir Gedanken gemacht.“ Mit Verlaub, das klingt ziemlich naiv.

Bohn zeigt sich aber als diskreter Mann. „Ich möchte aber an dieser Stelle nicht weiter darauf eingehen, denn ich bin ein Mensch, der positiv nach vorne schaut“, schreibt er, „passierte Dinge können wir alle nicht mehr ändern.“ Im Gegensatz zu passierten Tomaten, aus denen kann man noch Suppe machen…

Aber der Kandidat hat durchaus was zu bieten, zum Beispiel „Verwaltungserfahrung“. Bohn schreibt: „Auch meine Erfahrungen mit der Buchholzer Verwaltung, die ich seit 1994 gesammelt habe, sind ein Grund für diesen Schritt. Ich hatte in dieser Zeit mit vielen unterschiedlichen Abteilungen und Mitarbeitern zu tun, zwar immer nur vor dem Schreibtisch, aber durch diesen Zusammenarbeit habe ich einen guten Einblick bekommen und möchte auch hier etwas bewegen.“

Und schließlich liefert ein noch sein politisches Credo ab: „Des weiteren bin ich der Auffassung, dass eine Stadt wie ein Wirtschaftsunternehmen gesehen werden muss und eine Person an die Spitze gehört, die aus der Buchholzer Wirtschaft kommt.“ Das ist an Schlichtheit nicht mehr zu überbieten! Ebenso wie der Satz: „Ich sehe den hauptamtlichen Bürgermeister nicht als politisches Amt.“

Ich will Herrn Bohn nicht zu nahe treten. Er ist vermutlich ein guter Makler, vielleicht auch ein netter Kerl, ich weiß es nicht, und dass er sich als Vorsitzender des TSV Sprötze ehrenamtlich engagiert, ist sicher lobenswert. Aber das alles prädestiniert ihn in keiner Weise, Bürgermeister einer Stadt mit mehr als 38.000 Einwohnern und Chef einer Verwaltung mit rund 340 Mitarbeitern zu werden. Dazu gehört mehr!

Für diesen Posten braucht man Verwaltungserfahrung oder entsprechende Führungserfahrung in der Wirtschaft, man braucht kommunalpolitische Erfahrung, man muss reden können, man muss führen können, man muss repräsentieren können. Tut mir leid, aber all das traue ich Ronald Bohn nicht in ausreichendem Maße zu. Ich fürchte, das wird das Wochenblatt nicht davon abhalten, ihn als „Mann der Wirtschaft“, als neues Gesicht in der Politik und als Streiter gegen Bürokratie hochzujubeln.

Nur gut, dass Bohn bei der Wahl chancenlos sein dürfte!

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Von Kristian Stemmler

Das Nordheide Wochenblatt hat es in zwei bedeutende und vielgelesene überregionale Blogs geschafft: und zwar in den BILDblog, der wiederum auf einen Beitrag im Autorenblog Carta (www.carta.info) verweist. Dort präsentiert der renommierte Kollege Wolfgang Michal, der unter anderem für taz, Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Freitag und Geo schreibt, das Wochenblatt als Beispiel für das Ausnutzen medialer Macht im Lokaljournalismus.

Unter der Überschrift „Unverblümt. Ein Fall von Journalismusverweigerung“ beschreibt Michal, wie der Wochenblatt-Verlag jede Berichterstattung über die Internationale Gartenschau in Wilhelmsburg eingestellt hat, weil die Organisatoren ein Angebot, den Verlag als Werbepartner ins Boot zu holen, abgebügelt hatten. Das Beste: Chefredakteur Reinhard Schrader brüstete sich damit auch noch im eigenen Blatt! Ich muss zugeben, das ist mir leider entgangen.

Um so erfreulicher, dass es dem Kollegen Michal aufgefallen ist. Besonders spannend finde ich, wie er in seinem Text die journalistische Lage im südlichen Hamburger Umland beschreibt. Wobei es schon ein wenig frech, aber auch nicht ganz unzutreffend, ist, dass er von einem weißen Fleck schreibt. Da kennt er wohl den buchholzblog noch nicht…

Aber was Zeitungen angeht, sieht es tatsächlich, gerade auch nach dem Ende der HAN, ziemlich düster im Landkreis Harburg aus. Leider ist die Herausgabe einer Zeitung nicht ganz billig, sonst würde sich vielleicht ja mal jemand finden, der dem Wochenblatt Paroli bietet.

Hier der Beitrag von Wolfgang Michal im Carta-Blog im Wortlaut:

Im südlichen Hamburger Umland gibt es keine richtige Tageszeitung. Und auch kein befriedigendes Online-Angebot. Informationspolitisch ist dieser Teil Nordniedersachsens ein weißer Fleck wie Zentralafrika im frühen 19. Jahrhundert. Weder das Hamburger Abendblatt noch die Lüneburger Landeszeitung noch der Winsener Anzeiger decken das Gebiet so umfassend ab, dass man als Einwohner gerne eine Lokalzeitung abonnieren möchte.

Stattdessen gibt es das Wochenblatt. Das ist ein Anzeigenblättchen, das mit seinen verschiedenen Lokalausgaben nach eigenen Angaben etwa 400.000 Haushalte erreicht. Das Wochenblatt, das mittwochs und samstags erscheint, verfügt in weiten Landstrichen über das lokale Informationsmonopol. Was nicht im Wochenblatt steht, steht meist auch nirgendwo anders.

In diesem Jahr nun fanden in Wilhelmsburg, einem südlichen Hamburger Stadtteil, der zusammen mit der Hafencity das neue Schaufenster der „Elbmetropole“ bilden soll, zwei Großereignisse statt: die Internationale Bauausstellung und die Internationale Gartenschau. Von Letzterer erfuhr man allerdings wenig, und so wurde die Gartenschau, die Mitte Oktober ihre Pforten schließt, laut Wochenblatt ein „Mega-Flop“. Statt der erhofften zweieinhalb Millionen Besucher kamen nur eine Million.

Der Chefredakteur des Wochenblatts, Reinhard Schrader, nennt einen einleuchtenden Grund dafür: das aus seiner Sicht verfehlte Werbekonzept. Um seine Meinung zu belegen, zitiert Schrader den Geschäftsführer des eigenen Verlags: „Wir haben uns als Werbepartner angeboten, sind aber überheblich abgebügelt worden.“ Dann fügt der Chefredakteur seiner Analyse noch einen bemerkenswerten Satz hinzu:

„Die Wochenblatt-Gruppe, die mit ihren Zeitungen 400.000 Haushalte pro Woche zwischen Winsen und Stade erreicht und inzwischen über ein stark frequentiertes Online-Portal verfügt, verzichtete daraufhin auf jede Berichterstattung über die Gartenschau. Wie sagte es Henry Ford: ‚Wer nicht wirbt, stirbt’.“

Das also ist das Geschäftsmodell des realen Journalismus im Hamburger Umland. Wer als Veranstalter nicht bereit ist, “Werbepartner” zu werden, über den wird nicht berichtet. Berichterstattung ergibt sich nicht etwa aus der journalistischen Chronistenpflicht, sie ist Ausdruck eines Gegengeschäfts. Beim nächsten Mal trifft es vielleicht die örtliche CDU, ein internationales Reitturnier oder einen Stromversorger. Und weil man als Monopolist eine Macht ist in der Region, müssen solche Geschäfte auch gar nicht in irgendwelchen Hinterzimmern besprochen werden, nein, der Chefredakteur schreibt darüber ganz offen und unverblümt in der eigenen Zeitung.

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Die Homepage der Immobilienfirma Bohn - will das Wochenblatt Makler Ronny Bohn zum Bürgermeisterkandidaten aufbauen?

Die Homepage der Immobilienfirma Bohn – will das Wochenblatt Makler Ronny Bohn zum Bürgermeisterkandidaten aufbauen?

Von Kristian Stemmler

Das Nordheide Wochenblatt hat noch einmal drauf gelegt. In reißerischer Manier berichtet der Quasi-Monopolist des Landkreises in seiner Sonnabend-Ausgabe über den Abriss des Hauses von Berufssänger Prosper-Christian Otto in Sprötze. Die Aufmachung erinnert stark an die „Bild“-Zeitung, unter der knalligen Überschrift „Gnadenloser Bürgermeister“ wird der Buchholzer Bürgermeister Wilfried Geiger attackiert, weil er die Abrissverfügung gegen Otto durchgesetzt hat. Dabei nutzt das Wochenblatt erneut die Erkrankung von Ottos Ehefrau Christiane, die an Multipler Sklerose leidet.

Dass sich das Wochenblatt mit solcher Vehemenz auf die Seite Ottos schlägt, hat möglicherweise sachfremde Gründe. Welche das sein könnten, für die Antwort auf diese Frage gibt es einige Seiten weiter zumindest einen Hinweis. Dort wird über die bevorstehenden Bürgermeisterwahlen in mehreren Gemeinden des Landkreises berichtet, auch in Buchholz, wo vermutlich am 25. Mai 2014 gewählt wird, und über die möglichen Kandidaten spekuliert. Angesichts dieses Beitrags stellt sich die Frage: Geht es dem Wochenblatt bei der Berichterstattung über den Fall Otto vor allem darum, Bürgermeister Wilfried Geiger anzuschießen und einen eigenen Kandidaten in Stellung zu bringen?

Ins Spiel gebracht werden vom Wochenblatt Geiger selbst, von dem es heißt, er werde „vermutlich“ antreten, und Joachim Zinnecker, Fraktionchef der Grünen im Stadtrat und Geschäftsführer einer Tochter von Hamburg Wasser, der sich öffentlich aber noch nicht erklärt hat. Er könnte der erste grüne Bürgermeister von Buchholz werden. Das Wochenblatt nennt dann noch Remo Rauber, Ortsvereinsvorsitzender der SPD und Angestellter in der Tiefbauabteilung der Stadt. Bei ihm sehen Beobachter das Problem, dass er bei einer erfolgreichen Wahl von der Stelle eines Sachbearbeiters auf den Chefsessel der gesamten Verwaltung katapultiert würde.

Am aufschlussreichsten aber ist der vierte Name, den das Wochenblatt aufführt. Als „Mann der Wirtschaft“ wolle der selbstständige Immobilienkaufmann Ronald (Ronny) Bohn seinen Hut in den Ring werfen. Bohn ist politisch bisher nicht in Erscheinung getreten, der Makler, der in Tostedt wohnt, ist Vorsitzender des TSV Sprötze und organisiert die Konzerte „Rock unter Eichen“ in Trelde. Sein Vater Wolfgang Bohn hat die Immobilienfirma Bohn 1971 gegründet (sie bezeichnet sich auf ihrer Homepage als die älteste Immobilienfirma in Buchholz) und ist – hier wird es interessant – ein alter Weggefährte von Wochenblatt-Verleger Martin Schrader!

Es würde der Linie des Wochenblatt-Verlages entsprechen, einen „Mann der Wirtschaft“ auf den Schild zu heben und zu promoten, vor allem wenn er dem Verlag nahe steht. Denn der Meinungsführer in Landkreis und Stadt lässt keine Gelegenheit aus, um die Verwaltung und deren Führung als unfähig und verschlafen schlecht zu machen, so auch im Fall Otto. Das Credo des Verlages heißt: Die Wirtschaft kann es besser!

Aus Sicht des buchholzblogs wäre es allerdings geradezu grotesk, einen Makler ohne jede Verwaltungserfahrung zum Bürgermeister zu machen. Wobei es andererseits eine gewisse Logik hätte, denn in den vergangenen Jahre ist in Buchholz ja immer wieder Politik für diese Berufsgruppe gemacht worden, und für alle, die sonst noch an Grundstücksgeschäften hängen wie Banken, Notare, Grundeigentümer etc. Das Rathaus könnte dann ja gleich an die Bendestorfer Straße verlegt werden.

Angeblich hat der Wochenblatt Verlag das Haus an der Kreuzung neben seinem Sitz gekauft. Das könnte man ja ebenso abreißen wie das Stammhaus des Verlages und dort sechsstöckig neu bauen. Verlag und Verwaltung in einem Gebäude, das würde die Wege doch erheblich verkürzen…

Jedenfalls dürfte die Bürgermeisterwahl in Buchholz spannend wie selten werden. Neben den genannten Personen werden noch weitere als Kandidaten gehandelt, so der Erste Stadtrat, Jan-Hendrik Röhse. Wen die CDU unterstützt, muss abgewartet werden. Die Mehrheitsgruppe im Stadtrat aus SPD und Grüne hätte mit Zinnecker und Rauber, so sie tatsächlich antreten, schon mal zwei Kandidaten im Rennen.

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