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Wilfried-Geiger-Gedächtnis-Säule NEUVon Kristian Stemmler

Gibt es eigentlich optische Umweltverschmutzung? Wenn nicht, sollte der Begriff schleunigst erfunden werden. Was sich die Stadt mit der Aufstellung eines E-Towers für Elektrobikes an einer der exponiertesten Stellen der Innenstadt (der buchholzblog berichtete) geleistet hat, lässt sich locker unter diesem Begriff subsummieren. Da stellt sich die Frage, ob dieser ziemlich kleine Beitrag für den Klimaschutz es wert ist, dass das Stadtbild derart versaut wird.

Viele Buchholzer wunderten sich in den vergangenen Tagen über das mehrere Meter hohe Teil mit dem Solarpaneel oben drauf und den Werbeschildern im unteren Bereich, das über Nacht an der Breiten Straße in Höhe Juwelier Klenke installiert wurde. Es handelt sich um einen E-Tower, also eine Ladestation für E-Bikes, die von der Firma BlueTerra Wind Media aus Cloppenburg im Auftrag von Kommunen aufgestellt wird. Dass eine Ladestation für E-Bikes eine sinnvolle Sache ist, kann man nicht ernsthaft bezweifeln – aber muss es an der Stelle sein, muss das Ding so leuchtend rot-grün angestrichen sein und muss diese ganze Werbung sein?

Wie versprochen, geht der Autor der Sache weiter nach. In meiner Eigenschaft als parteiloses Ratsmitglied habe ich eine Anfrage an die Verwaltung gerichtet, mit der ich vor allem ergründen will, wer das Ganze erlaubt hat, auf welcher Rechtsgrundlage das steht und warum keine politischen Gremien beteiligt werden. Wenn diese Fragen beantwortet sind, lässt sich übersehen, wie man den Werbepylon da wieder wegbekommt.

Bis dahin bitte ich die Buchholzer um Mithilfe bei der Findung eines treffenden Namen für das Ding. Die Berliner sind beim Ausdenken solcher Spottnamen bekanntlich besonders talentiert, wenn ich an Begriffe wie „Hohler Zahn“ oder „Schwangere Auster“ denke. Das sollten wir auch können. Ich schlage schon mal den Namen „Wilfried-Geiger-Gedächtnissäule“ (siehe Fotomontage) vor. Weitere Namensvorschläge können in der Kommentarfunktion abgegeben werden. Es gibt was zu gewinnen – erster Preis: Besuch einer Sitzung des Stadtrates, zweiter Preis: Besuch zweiter Sitzungen des Stadtrates.

Hier die Anfrage im Wortlaut:

Anfrage gem. § 17 der GO

Vorbemerkung: Vor wenigen Tagen wurde in der Breiten Straße, etwa in Höhe des Juweliers Klenke, ein so genannter E-Tower der Firma BlueTerra Wind Media aus Cloppenburg aufgestellt. Die Säule ist mehrere Meter hoch, in einem grellen rot und grün gestrichen und mit mehreren Werbetafeln bestückt. Sie ist, vor allem wegen ihrer Höhe und der grellen Farben, noch vom City Center aus zu sehen und steht unmittelbar vor zwei der letzten Backsteingebäude der Stadt und unweit der Pauluskirche.

Dies vorausgeschickt frage ich:

1) Wer hat den E-Tower aufgestellt?
2) Wie wird die Aufstellung, das Objekt rechtlich bewertet? Musste dafür ein Bauantrag gestellt werden?
3) Wenn ja, wäre es rechtlich möglich gewesen, den Antrag abzulehnen?
4) Welche Abteilung der Verwaltung hat den Vorgang bearbeitet?
5) Wie sind die Stadtwerke beteiligt?
6) Warum wurden keine politischen Gremien beteiligt?
7) Teilt die Verwaltung die Ansicht des Fragestellers, dass das Objekt an einer exponierten Stelle der Stadt steht und einen signifikanten Eingriff in das Stadtbild darstellt?
8) Warum wurde das Objekt an dieser Stelle aufgestellt?
9) Warum sind Werbeschilder an dem Objekt angebracht?
10) Ist es richtig, dass die Auftraggeber der Werbung daran interessiert sind, dass das Objekt, und damit auch die Werbung, an einer exponierten Stelle der Stadt zu sehen sind?
11) Wurden Alternativstandorte geprüft?
12) Teilt die Verwaltung die Ansicht, dass das Objekt etwa am Bahnhof das Stadtbild weniger verändern würde?
13) Welche Möglichkeiten sieht die Stadt, das Objekt zu entfernen bzw. zu verlagern?

Buchholz, 29. Januar 2014

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