Mit ‘Krankenhaus Buchholz’ getaggte Beiträge

Von Kristian Stemmler

Kürzlich am Stadtwald gleich hinterm Krankenhaus. Aus Richtung Südost ist lautes Rotorengeräusch zu hören, der Rettungshubschrauber vom ADAC rauscht heran, geht auf dem Landplatz herunter. Zwei Passantinen, die mit Hund gerade in den Wald aufbrechen wollen, verfolgen die Landung, schauen einander an und werfen die folgende Frage auf: „War das heute das zweite oder dritte Mal?“

Tatsächlich ist offenbar nicht nur für die Anwohner des Buchholzer Krankenhauses der Lärm eines anfliegenden Hubschraubers zu einer ungeliebten Gewohnheit geworden. Auch in benachbarten Teilen der Stadt ist kaum zu überhören, dass die Helis nicht gerade selten die Klinik anfliegen. Wir erinnern uns: Die Anlage des Hubschrauberlandesplatzes ist im Juni 2013 mit der Behauptung durch die kommunalen Gremien gebracht worden, dass er eher selten angeflogen würde. Wurden die Buchholzer von der Krankenhaus-Führung verarscht?

Vor dem Stadtplanungsausschuss erklärte der Geschäftsführer des Krankenhauses Buchholz, Norbert Böttcher, damals, der Landesplatz sei notwendig, um den Status des Krankenhauses zu sichern. Sein Haus habe technisch in den letzten Jahren aufgerüstet, stelle inzwischen die Notfallversorgung für den gesamten westlichen Landkreis und die stationäre Versorgung von mehr als 150.000 Menschen sicher. Auf Betreiben des Sozialministeriums habe man einen Masterplan für die Weiterentwicklung der Klinik vorgelegt, eine Bedingung für die Weiterentwicklung sei eine Landemöglichkeit für Rettungshubschrauber.

Zwar würden keine Verletzten oder Erkrankten mit dem Hubschrauber nach Buchholz geflogen, so Böttcher weiter, aber es komme vor, dass in Notfällen Patienten vom Krankenhaus mit dem Hubschrauber nach Hamburg gebracht werden müssten. Bisher habe es einen Landeplatz bei der Buchholzer Feuerwehr gegeben. Der müsste aber wegen einer Änderung der gesetzlichen Anforderungen für viel Geld technisch angepasst werden. Auch die Krankenhäuser in Winsen, Lüneburg, Rotenburg und Buxtehude hätten Hubschrauberlandeplätze.

Was die Lärmemissionen durch die Hubschrauberlandungen und -starts anging, versuchten Böttcher und anwesende Gutachter etwaige Bedenken zu zerstreuen. Böttcher sprach von drei Landungen und Starts im Jahr, der Gutachter vom Hamburger Planungsbüro Argus von maximal 15 Flügen im halben Jahr bis zum Jahr 2023. Bei der Planung sei berücksichtigt worden, dass ein Gebiet, in dem 55 Dezibel (A) am Tag überschritten wird, von Wohnbebauung freizuhalten ist. Landungen und Starts in der Nacht würden die absolute Ausnahme sein, mit einem Spitzenpegel von 75 bis 80 dB (A) sei aber auch diese Belastung hinnehmbar.

Tja, was soll man davon halten? Der subjektive Eindruck spricht dafür, dass Böttcher die Öffentlichkeit damals getäuscht hat, um seinen Landeplatz zu bekommen. Vielleicht wusste er es damals auch nicht besser, was bei einem solchen Cleverle aber unwahrscheinlich ist. Jedenfalls wäre dies ja vielleicht mal ein Thema für das Nordheide Wochenblatt oder den einen oder anderen Ratspolitiker.

Buchholz Park 1Von Kristian Stemmler

Setzt die FDP aus Profilierungssucht und für die privaten Interessen eines Ratsmitglieds die Zukunft des Buchholzer Krankenhauses aufs Spiel? Wer gestern abend bei der Sitzung des Ausschusses für Stadtplanung, Mobilität, Bauen und Ordnung die Diskussion um die Nutzung des Zivildienstschulgeländes verfolgte, dem drängte sich zumindest dieser Verdacht auf.

Mit drastischen Worten machte Krankenhaus-Chef Norbert Böttcher klar, dass die von den Liberalen geforderte Verlegung des Hubschrauberlandeplatzes zu zeitlichen Verzögerungen führen könnte. Die aber könnten den Status der Klinik und damit die medizinische Versorgung der Buchholzer Bevölkerung gefährden. „Ich bitte Sie dringend, es bei dieser Planung zu belassen“, appellierte Böttcher an die Ausschussmitglieder.

Wie berichtet, hat die FDP zwei Anträge gestellt, die gestern im Ausschuss diskutiert, aber noch nicht beschlossen wurden. Sie fordert für das Areal eine Rahmenplanung, die Verlegung des Hubschrauberlandeplatzes, eine neue Anbindung und die Begrenzung der Wohnbebauung auf zwei Geschosse plus Staffelgeschoss. Der Verdacht liegt nahe, dass hinter den Anträgen auch die privaten Interessen von FDP-Ratsmitglied Jürgen Kempf stehen, der am Anfang des Hopfenbergs wohnt.

Derzeit lande der Rettungshubschrauber noch an der Feuerwehr, so Böttcher. Die Flugsicherung dulde das aber nur, weil der neue Hubschrauberlandeplatz auf dem Zivildienstschulgelände in Aussicht stehe. Auch den Status eines regionalen Traumazentrums und eines berufsgenossenschaftlich anerkannten Krankenhauses für Arbeitsunfälle habe sein Haus nur, weil der neue Landeplatz bald gebaut werden soll. Böttcher: „Wenn die Realisierung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschoben wird, ist das in Gefahr. Das würde auch eine deutlich schlechtere Versorgung der Buchholzer Bevölkerung bedeuten.“

Wenn der Landeplatz, wie von der FDP vorgeschlagen, auf die andere Seite des Krankenhauses, zwischen die beiden dort befindlichen Parkplätzen verlegt würde, müsse ganz neu geplant werden. Die Flächen dort seien zudem nicht alle im Besitz des Krankenhauses. Zudem solle die Station M erweitert werden und die Einfahrt des Krankenhauses dann an diese Seite verlegt werden. Eine Liegendzufahrt und ein Hubschrauberlandeplatz schlössen sich aber gegenseitig aus, da bei Großereignissen Rettungsfahrzeuge bei einer Landung des Hubschraubers die Zufahrt nicht nutzen könnten.

Böttcher machte deutlich, dass die Belästigungen durch Hubschrauberlandungen und -starts gering sein werden: „Wir reden über zehn Bewegungen im Jahr.“ Das Buchholzer Krankenhaus wird nicht mit Schwerverletzten angeflogen. Ein Rettungshubschrauber wird nur angefordert, wenn bei einem Patienten „unter der Behandlung“ ein lebensrettender Eingriff am Kopf oder am offenen Herzen nötig wird und er oder sie verlegt werden muss. Vom Landeplatz werde man auch sonst nicht viel merken, erklärte der Krankenhaus-Chef: „Eine grüne Wiese mit einem roten H und ein Windsack, mehr ist da nicht.“

Auf Böttchers harsche Kritik reagierte FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky, der die beiden Ergänzungsanträge seiner Partei vorher begründet hatte, ziemlich angefasst, wobei er sich nur noch mehr blamierte. Es sei „nicht fair“ ihm zu unterstellen, er wolle die Planung auf den Sankt-Nimmerleins-Tag verschieben, jammerte er und warf Böttcher vor, mit „Totschlagargumenten“ zu arbeiten.

Reglitzky fühlte sich offenbar durch Böttchers ebenso professionell wie stichhaltig vorgebrachte Argumentation derartig auf den Schlips getreten, dass er meinte, dem Spitzenmanager Nachhilfe in Staatsbürgerkunde erteilen zu müssen. Der Stadtrat habe ja „eine gewisse Aufgabe“ und sei „nicht nur ein Abnickgremium“. Bürgermeister Wilfried Geiger beruhigte die Diskussion, in dem er vorschlug, wegen des vorherrschenden Zeitdrucks die Bauleitplanung weiterlaufen zu lassen und zum Hubschrauberlandeplatz ein eigenes Papier zu erarbeiten.

Überraschend bekam die FDP auch von der befreundeten CDU bei diesem Thema deutlich kontra. Peter Noetzel stellte klar, dass für ihn eine Verlegung auf die andere Krankenhausseite nicht in Frage kommt. „Das wäre viel zu dicht an den ersten Häusern dort“, sagte er, „dann würde ich da nicht mehr wohnen wollen.“ Am jetzt geplanten Standort seien die Belastungen durch den Landeplatz dagegen eher in Kauf zu nehmen.

Ein Kompromiss zeichnet sich dagegen beim Punkt Zuwegung ab. Etwas südlich vom Hopfenberg könnte eine Zufahrt zum Neubaugebiet entstehen, so dass der Verkehr, der durch Altenheim, Kita und Wohngebiet stark zunehmen wird, nicht über den Hopfenberg ablaufen würde. Bei einer Begehung des Gelände, zu der der Ausschuss sich vor seiner Sitzung traf, wurde auch diese Lösung besprochen und begutachtet.

Für FDP-Urgestein Jürgen Kempf und seine Nachbarn vom Hopfenberg wäre das doch schon mal ein Erfolg, oder? Um den Hubschrauber (zehn mal im Jahr!) werden sie wohl nicht herumkommen. Aber dieser Vorgang wirft erneut die Frage auf: Ist die FDP eigentlich noch zu retten?!

Von Kristian Stemmler

Herbe Abfuhr für die FDP im Ausschuss für Stadtplanung, Mobilität, Bauen und Ordnung: Der Geschäftsführer des Buchholzer Krankenhauses, Norbert Böttcher, reagierte mit scharfer Kritik auf den Vorstoß der Liberalen, den auf dem Areal der ehemaligen Zivildienstschulgelände geplanten Hubschrauberlandeplatz auf die andere Seite der Klinik zu verlegen. Böttcher machte klar, dass eine Verlegung des Landeplatzes aus mehreren Gründen nicht möglich ist.

Indirekt warf er der FDP sogar vor, die medizinische Versorgung der Buchholzer zu gefährden, weil eine Verlegung des Hubschrauberlandeplatzes eine Zeitverzögerung bedeute, die den Verlust des Status als Traumazentrum und berufsgenossenschaftlich anerkanntes Krankenhaus für Arbeitsunfälle nach sich ziehen könne. Und das alles – wohlgemerkt –, weil offenbar FDP-Ratsmitglied Jürgen Kempf, der unter den Zuhörern saß, und seine Nachbarn vom Hopfenberg den Hubschrauberlärm nicht wollen.

Weitere Nachrichten aus dem Ausschuss: Der Peets Hoff soll nach vielen Verzögerungen jetzt endgültig am 28. August abgenommen werden und ab Mitte September voll nutzbar sein. Das versprach Tiefbau-Chef Jürgen Steinhage. Ob die Planungen für den Mühlentunnel weitergehen können, wird sich am 1. Oktober entscheiden. An diesem Tag befasst sich das Oberlandesgericht Celle mit dem Einspruch eines Unternehmens, das bei der Ausschreibung nur den zweiten Platz belegt hatte.

Die Verwaltung will die Anwohner der Lohbergenstraße befragen, ob sie eine Sperrung der Straße wegen der großen Staubbelastung wollen. Zugleich soll geprüft werden, ob der für das Jahr 2017 geplante Ausbau der Straße um ein oder zwei Jahre vorgezogen werden kann. Bei diesem Tagesordnungspunkt reagierten erregte Anwohner der Lohbergenstraße mit Zwischenrufen auf die Diskussion im Ausschuss.

Einstimmig abgelehnt wurde der Antrag des Autors, ein Alkoholverbot im Rathauspark zu verhängen, um einer Verwahrlosung des Parks vorzubeugen und eine Handhabe gegen betrunkene Jugendliche und junge Erwachsene zu haben. Hier nutzte FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky die Gelgenheit, sich für die kritische Blog-Berichterstattung über seine Partei zu rächen und bezeichnete den Vorstoß als „Schnapsidee“ (was immerhin ein lustiges Wortspiel ist!). Auch die CDU – sonst immer für law and order zu haben – war fürs Weitersaufen (zumal die JU ja beim Stadtfest immer ne Menge Kohle mit dem Bierausschank im Park macht…).

Einer ernsthaften Diskussion befand man (von Grünen-Fraktionschef Joachim Zinnecker abgesehen) das Thema nicht für würdig. Das dürfte bei meinem nächsten Antrag anders laufen…

(Ausführliche Beiträge zur Sitzung des Stamobau-Auschusses folgen demnächst.)

Buchholz Park 2Von Kristian Stemmler

Die FDP ist bekanntlich so etwas wie die Verkörperung von Klientelpolitik und Vetternwirtschaft. Ein Beispiel aus der jüngeren Buchholzer Vergangenheit ist der Zuschuss zum Bau des umstrittenen Kletterturms am Holzweg, für den Blau-Weiß-Präsident Arno Reglitzky seinen Einfluss als liberaler Fraktionschef im Stadtrat nutzte. Jetzt bahnt sich ein neuer Fall von Vetternwirtschaft bei der Buchholzer FDP an: Die Fraktion versucht, die Planungen auf dem Zivildienstschulgelände zu korrigieren – offenbar stehen dahinter auch die privaten Interessen ihres Mitglieds Jürgen Kempf!

Mit einem Antrag vom 14. August fordert die FDP den auf dem Areal geplanten Hubschrauberlandeplatz zu verlegen, die Verkehrsanbindung zu ändern und die Gebäudekörper auf zwei Geschosse plus Staffelgeschoss zu begrenzen. All dies käme Jürgen Kempf und seinen Nachbarn zugute, denn der Mann ist Anwohner des Zivildienstschulgeländes. Er wohnt in einem Einfamilienhaus am Hopfenberg, und zwar am Anfang der Straße, so dass er und seine Nachbarn sowohl vom Hubschrauberlandeplatz wie auch vom Verkehr des Neubaugebiets unmittelbar betroffen wären.

Besonders dreist: Die FDP-Fraktion schiebt ökologische Gründe vor. Mehr als 8000 Quadratmeter Bäume und Grün im Stadtwald für die An- und Abflugschneise zu vernichten sei „nicht akzeptabel“ – einen solchen Einsatz für Bäume hätte man sich bei der Diskussion über die neue Baumschutzsatzung gewünscht! Dann müsse die Gefährdung der Bewohner des Gebäudes Hermann-Stöhr-Straße 1 durch mögliche Luftverwirbelungen bei Hubschrauberan- und -abflügen ausgeschlossen werden. Auch das ist vorgeschoben: Ein Experte hat im Stadtplanungsauschuss ausdrücklich erklärt, diese Gefahren seien ausgeschlossen.

Die FDP scheut sich auch nicht, die Interessen der Bewohner der geplanten Altenwohnanlage zu instrumentalisieren. Im Bereich der Anlage würde der Hubschrauberlandeplatz für „unzulässigen und unerträglichen Lärm“ sorgen, heißt es in der Begründung des Antrags. Darum fordern die Liberalen, den Landeplatz auf die andere Seite des Krankenhauses, in das kleine Waldstück zwischen den Parkplätzen zu verlegen. Nach meiner Erinnerung sind Standorte wie dieser von den Fachleuten auch geprüft, aber verworfen worden.

Auch beim zweiten Punkt des Antrags sind die Interessen von Kempf und Nachbarn zu erkennen. Die FDP lehnt die „strahlenmäßige Erschließung des B-Plangebietes allein über die als Anliegerstraßen verkehrsberuhigt ausgebauten einspurigen Straßen Hopfenberg und Hermann-Stöhr-Straße“ ab. Es seien die vorhandenen alternativen Direktanbindungs-Trassen an die Steinbecker Straße zu nutzen. Das ist ein Punkt, über den schon eher zu reden ist.

Natürlich will man am Hopfenberg auch nicht so große Gebäude in der neuen Nachbarschaft haben. Darum sollen die Gebäudekörper zwei Geschosse plus Staffelgeschoss nicht überschreiten. So etwas beantragt ausgerechnet eine Partei, die für gewöhnlich die Interessen ihrer Klientel, also vor allem auch Makler, Investoren, Grundstückseigentümer, nicht aus dem Auge verliert!

Am Mittwoch steht der Antrag der FDP im Stadtplanungsausschuss auf der Tagesordnung, man darf auf die Diskussion gespannt sein. Auf dem Tisch liegt auch ein zweiter Antrag der FDP zum selben Thema, in dem die Aufstellung eines Rahmenplans für das Krankenhaus, das Zivildienstschulgelände und das nähere Umfeld gefordert wird. Es solle darum gehen, die „städtebaulichen Erfordernisse und Möglichkeiten aus der Sicht aller Interessierten zu ermitteln“. Für welchen „Interessierten“ die FDP sich ins Zeug legt, scheint jedenfalls klar…

Von Kristian Stemmler

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Jahrelang tat sich nichts auf dem Gelände der ehemaligen Zivildienstschule südlich des Krankenhauses, jetzt gibt es handfeste Planungen für das Gebiet. In der vergangenen Woche wurden die Pläne dem Ausschuss für Stadtplanung, Mobilität, Bauen und Ordnung vorgestellt. Die Vertreter des Stadtrates nahmen sie wohlwollend zur Kenntnis – im Gegensatz zu etwa einem Dutzend Anwohnern, die in den Ausschuss gekommen waren. Sie befürchten vor allem mehr Autoverkehr und mehr Lärm.

Die vom Hamburger Planungsbüro Elbberg vorgelegte Rahmenplanung, die in eine Änderung des Flächennutzungsplans und die Aufstellung eines Bebauungsplans münden soll, umfasst ein Gebiet von insgesamt 6,6 Hektar. Auf diesem Gelände soll der Neubau der Kita „Am Zauberwald“ mit 70 Plätzen, ein neues Senioren- und Pflegeheim mit 120 Plätzen für das sanierungsbedürftige Gebäude an der Steinbeker Straße und sechs Stadtvillen mit 50 Wohneinheiten errichtet werden. Ferner soll für das Krankenhaus ein Hubschrauberlandeplatz eingerichtet werden. Der Wald- und Parkcharakter des Gebiets soll weitgehend erhalten bleiben, neue Wege sollen es zum Stadtwald öffnen.

Der Geschäftsführer des Krankenhauses Buchholz, Norbert Böttcher, begründete vor dem Ausschuss die Notwendigkeit eines Landeplatzes für Hubschrauber. Das Krankenhaus habe technisch in den letzten Jahren aufgerüstet, stelle inzwischen die Notfallversorgung für den gesamten westlichen Landkreis und die stationäre Versorgung von mehr als 150.000 Menschen sicher. Auf Betreiben des Sozialministeriums habe man einen Masterplan für die Weiterentwicklung der Klinik vorgelegt, eine Bedingung für die Weiterentwicklung sei eine Landemöglichkeit für Rettungshubschrauber.

Zwar würden keine Verletzten oder Erkrankten mit dem Hubschrauber nach Buchholz geflogen, aber es komme vor, dass in Notfällen Patienten vom Krankenhaus mit dem Hubschrauber nach Hamburg gebracht werden müssten. Bisher habe es einen Landeplatz bei der Buchholzer Feuerwehr gegeben. Der müsste aber wegen einer Änderung der gesetzlichen Anforderungen für viel Geld technisch angepasst werden. Auch die Krankenhäuser in Winsen, Lüneburg, Rotenburg und Buxtehude hätten Hubschrauberlandeplätze.

Vier Varianten seien geprüft worden, so Böttcher, man habe sich für eine Fläche direkt am Krankenhaus in direkter Nähe zur Internistischen Abteilung und zum OP-Zentrum entschieden. Auf Nachfrage aus dem Ausschuss erklärte der Geschäftsführer dass ein Landeplatz auf dem Dach des Anbaus am Bettenhaus West nicht in Frage komme. Das Dach müsse für einen Landeplatz erheblich verstärkt werde, aus statischen Gründen sei eine riesige Betonwanne erforderlich. Die Kosten lägen bei mehr als einer Million Euro.

Was die Lärmemissionen durch die Hubschrauberlandungen und -starts angeht, versuchten Böttcher und die Gutachter etwaige Bedenken zu zerstreuen. Böttcher sprach von drei Landungen und Starts im Jahr, der Gutachter vom Hamburger Planungsbüro Argus von maximal 15 Flügen im halben Jahr bis zum Jahr 2023. Bei der Planung sei berücksichtigt worden, dass ein Gebiet, in dem 55 Dezibel (A) am Tag überschritten wird, von Wohnbebauung freizuhalten ist. Landungen und Starts in der Nacht würden die absolute Ausnahme sein, mit einem Spitzenpegel von 75 bis 80 dB (A) sei aber auch diese Belastung hinnehmbar.

Das neue Alten- und Pflegeheim soll unterhalb des Bettenhauses West als langgestrecker Baukörper mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss gebaut werden. Wenn die Bewohner des bisherigen Heimes an der Steinbeker Straße umgezogen sind, soll das alte Gebäude saniert werden. Das Krankenhaus hat Interesse daran, dass dort kliniknahe Nutzungen einziehen. So gibt es bereits Anfragen von Arztpraxen, die gern ihren Sitz an das Krankenhaus verlegen sollen. Auch könnten in dem Gebäude ambulante geriatrische Leistungen erbracht werden.

Neben dem neuen Heim ist der Neubau der Kita „Am Zauberwald“ geplant. Das Gebäude der vom Krankenhaus im Auftrag der Stadt betriebenen Kita wurde 1972 für etwa 30 Kinder gebaut, heute beherbergt es 70 Kinder. Das Haus ist zu klein, das Heizungssystem ist ineffizient, in zwei Gruppenräumen kommt es zu Schimmelbefall, es zieht durch die Fenster. Für das Krankenhaus ist die Kita wichtig, weil die Mitarbeiter dort ihre Kinder unterbringen können. So gibt es die Möglichkeit, die Kinder ab Beginn der Frühschicht um sechs Uhr betreuen zu lassen.

Die Erschließung des Geländes soll über die Hermann-Stöhr-Straße von Norden her erfolgen. Volker Rathje vom Hamburger Planungsbüro Elbberg sprach von 600 bis 650 Fahrten am Tag, die aus der Neunutzung des Geländes zu erwarten seien, das sei ein Plus von sechs bis sieben Prozent zum derzeitigen Verkehrsaufkommen auf der Steinbeker Straße. Rathje bezeichnete dieses Mehr an Verkehr als „befriedigend“ und „gut abwickelbar“, was von Anwohnerinnen auf den Zuhörerplätzen mit vernehmbarem Murren quittiert wurde.

Eine Besonderheit des Geländes, so erklärte Rathje dem Ausschuss, sei die Topographie. Es fällt von etwa 78 Meter über Normalnull an der Steinbecker Straße über 70 Meter über Normalnull an der Zufahrt zur Zivildienstschule nach Westen bis auf etwa 60 Meter über Normalnull ab. Durch das „Auffädeln“ der Wohnbebauung entlang der Höhenlinien soll neben den privaten Gartenflächen eine öffentlich zugängliche Grünfläche zwischen den Hausgruppen entstehen. Diese Fläche soll als waldartig bepflanzte Parkanlage realisiert werden.

Die Eingriffe in den bestehenden Wald sollten minimiert werden, betonte Rathje. Für den Hubschrauberlandeplatz müsse aber eine Fläche von rund 8000 Quadratmetern gerodet werden, auch für das Heim und die Kita seien Eingriffe in den Waldbestand unvermeidbar. Insgesamt wird von einer zu rodenden Waldfläche von 1,4 Hektar ausgegangen, für diese Rodung wird es eine Ersatzaufforstung geben.

Die Ausschussmitglieder nahmen den Vortrag der Planer wohlwollend zur Kenntnis und lobten die gute Vorarbeit. Alle Fraktionen wiesen aber darauf hin, dass sie noch Zeit bräuchten, um sich eingehender mit dem Vorhaben zu befassen. Darum wurde der Beschlussvorschlag für den Verwaltungsausschuss leicht abgeändert. Um ein Signal für die weiteren Planungen zu geben, nahm der Ausschuss die Rahmenplanung „positiv zur Kenntnis“.

Was die Bedenken und den zu erwartenden Protest der Anwohner vom Hopfenberg angeht, so ist es sicher verständlich, wenn man angesichts eines solchen Bauvorhabens Fragen hat. Aber sowohl der Umfang des Kfz-Verkehrs durch die Neunutzung als auch der Lärm durch die (seltenen) Hubschrauberflüge erscheinen doch nicht so gravierend. Und wenn man in einer Stadt wohnt, muss man halt mit gewissen Belästigungen rechnen.