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Klimakiller in Betrieb - ob ein Gast daneben sitzt, interessiert nicht...

Klimakiller in Betrieb – ob ein Gast daneben sitzt, interessiert nicht…

Buchholz (be) – Die Stadt Buchholz unternimmt viel für den Klimaschutz. Um so ärgerlicher ist es, dass einige Buchholzer Gastronomen es nach wie vor für notwendig zu halten scheinen, in ihrem Außenbereich so genannte Heizpilze aufzustellen und zu betreiben. Und zwar aus dem einzigen Grund: Damit Gäste nicht frieren, wenn sie ihren Cappuccino schlürfen oder ihre Zigarette rauchen. Oft sieht man nur einen Gast neben einem solchen Gerät sitzen.

Der parteilose Buchholzer Ratsherr Kristian Stemmler will den Klimakillern jetzt im Bereich der Stadt den Garaus machen. Er hat im Stadtrat den Antrag gestellt, per Verordnung das Betreiben von Heizpilzen sowohl durch Gaststätten als auch auf Privatgrundstücken zu untersagen, letzteres nur, soweit es rechtlich überhaupt möglich ist. Der Betrieb von Heizpilzen in der Gastronomie ist bereits in diversen Kommunen wegen ihrer schädlichen Auswirkungen fürs Klima verboten.

„Es ist doch ganz einfach: Wenn es zu kalt oder nass draußen ist, setzt man sich in die Gaststätte“, erklärt Stemmler, „oder wenn man unbedingt draußen sitzen will, zieht man sich entsprechend an.“ Heizpilze seien so überflüssig wie ein Kropf und Ausdruck der Degeneration der heutigen Menschen und eines überbordenden Anspruchsdenkens. Stemmler hofft jetzt auf Unterstützung der Fraktionen der Ratsmehrheit.

Hier der Antrag im Wortlaut:

Der Rat der Stadt möge beschließen:

Die Stadt Buchholz verfügt per Verordnung ein Verbot des Betriebs von Heizpilzen auf dem gesamten Gebiet der Stadt, sowohl vor Gaststätten als auch (soweit rechtlich zulässig) auf Privatgrundstücken.

Begründung: Heizpilze werden von Gastronomen aufgestellt, um Gästen an kühlen Tagen den Aufenthalt im Außenbereich ihrer Gaststätten zu ermöglichen. Auch in Buchholz stellen Gastronomen sowie Privatleute diese Geräte auf. Da propangasbetriebene Heizpilze pro Stunde bis zu 3,5 Kilogramm Kohlendioxid in die Luft pumpen, gelten sie als Klimakiller. Nach Angaben von Greenpeace kommen bei einem 36-Stunden-Betrieb in der Woche jährlich vier Tonnen Kohlendioxid pro Strahler zusammen.

Ein solche Schädigung der Umwelt steht in keinem Verhältnis zum Nutzen. Nach Beobachtung des Antragstellers sitzen vor Buchholzer Gaststätten oft nur ein oder zwei Gäste unter einem Heizpilz, nicht selten auch nur aus dem Grund, dass sie im Innenbereich der Gaststätten nicht rauchen dürfen. Nach Ansicht des Antragstellers besteht keine Notwendigkeit dafür, dass Gäste sich im Außenbereich einer Gastronomie aufhalten, wenn die Witterung dafür nicht geeignet ist.

Auch andere Kommunen – im Internet genannt werden zum Beispiel Stuttgart und Köln – sollen bereits den Betrieb von Heizpilzen verboten haben. Zum Schutz der Umwelt sollte Buchholz sich diesem Vorgehen anschließen.

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