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Posts Tagged ‘Fall Schulze’

Der Winsener Anzeiger vom heutigen Freitag berichtet über einen Auftritt von Sabine Zunker bei „Stern TV“. Zunker ist eine Tochter von Sylvia Schulze, die mit ihrer jüngeren Tochter Miriam, im Juli 2015 verschwand – als „Fall Schulze“ machte der Vorgang bundesweit Schlagzeilen. In der Sendung räumte Michael Düker, Leiter der damals eingerichteten Sonderkommission, ein, dass die Leichen im Seppensener Mühlenteich, wo sie vermutet wurden, nicht unbedingt hätten gefunden werden müssen, da dort ein tiefer Morast vorherrscht. Aus diesem Anlass veröffentlicht die Redaktion des medienlotse-Blogs, die sich schon damals fragte, warum der Teich nicht trocken gelegt wurde, die Reportage von der Suche im Mühlenteich. Die Auskunft der Polizei damals übrigens: Das Wasser des gesamten Teichs abzulassen sei sehr aufwendig, alte, lange ungenutzte Wehre könnten brechen, was zu Überschwemmungen führen könnte. Der medienlotse meint wie der Winsener Anzeige: Versucht es!

Von Kristian Stemmler

Eine Entenmutter verlässt mit ihren Küken das schützende Schilf, über dem Seppenser Mühlenteich steigt Dunst auf. Eigentlich ist es an diesem regnerischen Abend ganz idyllisch an dieser ruhigen Ecke von Holm-Seppensen. Oder besser gesagt: Es wäre idyllisch, wenn da nicht die vielen Polizisten wären, die vielen Kamerateams und Reporter. Sie sind gekommen wegen einer sensationeller Wende im Fall Schulze, der seit Wochen bundesweit für Schlagzeilen sorgt: Der Fall der Ende Juli verschwundenen Familie aus Drage hat Buchholz erreicht.

Noch wagt es niemand ganz offen auszusprechen, natürlich auch nicht Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, der quasi von Amts wegen zu vorsichtigen Statements verpflichtet ist. Aber folgende Hypothese wird immer wahrscheinlich: Familienvater Marco Schulze (41) ist möglicherweise mit seiner Frau Sylvia (43) und der gemeinsamen Tochter Miriam (12) unter einem Vorwand nach Holm-Seppensen gekommen, hat sie am Ufer des Seppenser Mühlenteichs getötet und die Leichen in dem Gewässer verschwinden lassen.

Vieles spricht für ein solches Szenario. Aber an diesem Montagnachmittag steht erst einmal die Suche nach Mutter und Tochter im Mittelpunkt. Vier Polizeitaucher aus Braunschweig sind nach Buchholz gekommen und suchen seit etwa 16 Uhr den Mühlenteich ab. Zwei Beamte fahren mit einem Schlauchboot das gesamte Ufer ab und suchen dort nach den vermissten Frauen. Insgesamt hat die Polizei rund 35 Beamte im Einsatz.

Warum aber sollte Marco Schulze seine Familie nach Holm-Seppensen gebracht haben, eine Dreiviertelstunde Autofahrt von Drage entfernt? „ Die Familie hatte einen Bezug in die Region. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, erklärt Jan Krüger, der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Schon in der ersten Woche nach dem Verschwinden gab es dazu einen anonymen Hinweis an die Polizei. Nachdem über den Fall Schulze in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy…ungelöst“ berichtet wurde, meldete sich die Zeugin erneut und sagte aus, sie kenne die Familie Schulze und habe sie am 22. Juli auf einem Wanderweg in Holm-Seppensen gesehen.

Da klingelten bei den Ermittlern natürlich die Alarmglocken. Denn am 23. Juli, also einen Tag später, war Marco Schulze das letzte Mal gesehen worden. Er wurde am 31. Juli in Lauenburg tot aus der Elbe gezogen. Mit einem Betonklotz, den er am Körper festgebunden hatte, war Schulze von einer Elbbrücke ins Wasser gesprungen. Der Fund seiner Leiche sorgte bei aller Tragik für erste Klarheit: Wie vermutet, hatte sich ein Familiendrama abgespielt. Doch Mutter und Tochter blieben verschwunden.

„Aktenzeichen xy…ungelöst“ sorgte offenbar für einen neuen Schub in dem Fall. Nach dem Hinweis der Zeugin setzte die Polizei in Holm-Seppensen erfolgreich einen Mantrailer-Hund ein, also einen Spürhund, der Spuren lebender Menschen verfolgt. Er nahm an der Stelle, an der die Zeugin die Familie gesehen hatte, die Witterung auf und führte die Polizei an das Nordostufer des Seppenser Mühlenteichs. Das war der Startschuss für den Einsatz der Polizeitaucher, der heute nachmittag begann.

Natürlich waren auch die Medien sofort zur Stelle, da der Fall Schulze immer noch die Öffentlichkeit im ganzen Land beschäftigt. Am Südwestufer des Mühlenteichs, unweit der verfallenen Mühle hatten Krüger und ein Team einen kleinen Platz für die Presse freigehalten, wo ein halbes Dutzend Kamerateams, Reporter von Rundfunk und Presse ihr Zelt aufschlugen. RTL kam gar mit einem Übertragungswagen an den idyllischen Mühlenteich. Auch das NDR Fernsehen berichtete live.

Jan Krüger stand wie in den vergangenen Wochen wieder geduldig Rede und Antwort. Seit Wochen ist er auf allen Kanälen zu sehen. Auf die Frage, wie viele Interviews er zum Fall Schulze inzwischen gegeben hat, zuckt er nur die Schultern. Über mögliche persönliche Hintergründen des Familiendramas will oder kann er nichts Konkretes sagen. Seine Äußerungen lassen allerdings den Schluss zu, dass es wohl keinen ganz eindeutigen Auslöser gab wie in anderen Fällen.

Ob sich die Hintergründe des Dramas also jemals aufgeklärt werden bzw. ob das überhaupt in die Öffentlichkeit gehört, muss offen bleiben. Nach dem Stand der Dinge leben aber Sylvia und Miriam Schulze nicht mehr. Dass Marco Schulze einen Tag vor seinem Verschwinden mit ihnen am Ufer des Seppenser Mühlenteichs gewesen ist, lässt kaum einen anderen Schluss zu. Am Abend sollte der Einsatz der Taucher abgebrochen werden, um gegebenenfalls am Dienstag fortgesetzt zu werden – dann wird es vielleicht schon endgültige Klarheit geben.

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Still ruht der See. Im Seppenser Mühlenteich wird erst mal nicht mehr gesucht.

Still ruht der See. Im Seppenser Mühlenteich wird erst mal nicht mehr gesucht.

Von Kristian Stemmler

Bei der Polizeiinspektion Harburg ließ man am Freitag quasi die Jalousien herunter. Die Pressestelle mailte eine kurze Notiz an die Medienvertreter, sie sei an diesem Tag nicht besetzt, man möge sich bei Anfragen zu aktuellen Ereignissen an die örtlich zuständigen Dienststellen richten. Nach vier Tagen erfolgloser Suche nach Sylvia und Miriam Schulze aus Drage im und am Seppenser Mühlenteich, nach ebenso langer intensiver Medienbegleitung, wollte man sich offenbar erst einmal eine Atempause verschaffen.

Anfang der Woche war der Optimismus noch groß gewesen bei der „Soko Schulze“ der Polizeiinspektion Harburg. Als am Montag ein Spürhund die Spuren der vermissten Sylvia und Miriam und die des Familienvaters Marco nahe des Seppenser Mühlenteichs aufgenommen und bis zum Teich verfolgt hatte, schien der Durchbruch nah. Die Spuren von Mutter, Vater und Tochter führte zum Teich, wieder weg aber nur die des Vaters. Zwei weitere Hunde bestätigten die Spuren.

Für die Soko Schulze stand damit so gut wie fest, dass die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze nur im Mühlenteich oder im angrenzenden Wald zu finden sein können. Noch am Montag begannen die Suchmaßnahmen. Taucher durchsuchten einen Teil des Teichs, wobei sie den Grund wegen der morastigen Beschaffenheit abtasten mussten. Aus Emden wurde ein Sonarboot angefordert, das mit seiner auf Schallwellen basierenden Technik 17 Auffälligkeiten im Teich entdeckte.

Auch am Mittwoch rückten 60 Beamten der Bereitschaftspolizei aus Lüneburg in Seppensen an. Sie durchsuchten etwa acht Stunden die Umgebung des Mühlenteichs intensiv, ohne jedes Ergebnis. Am Donnerstag rückten erneut sechs Polizeitaucher an. Sie untersuchten die 17 auffälligen Stellen, die das Sonarboot aus Emden entdeckt hatte. Auch das hatte kein Erfolg, die Auffälligkeiten erwiesen sich als Baumstämme oder ähnliches.

Für Beobachter überraschend verkündete die Polizeiinspektion dann am Donnerstag, sie beende die Suchmaßnahmen in Seppensen. „Für die Polizei gibt es damit derzeit keine Anhaltspunkte, die weitere Suchmaßnahmen möglich machen würden“, heißt es in der Mitteilung, „Die Beamten der Soko Schulze arbeiten nun die noch offenen Spuren ab. Eine heiße Spur ist aber nicht darunter.“

Überraschend ist diese Mitteilung, weil es noch in der Mitte der Woche noch hieß, es sei quasi gesichert, dass die Leichen von Sylvia und Miriam im oder am Seppenser Mühlenteich zu finden seien. Eventuell hat Marco Schulze sie so gut versteckt, dass eine Entdeckung schwer ist. Bei seinem Selbstmord hatte er sich selbst mit einem Betonklotz beschwert, um in der Elbe nicht entdeckt zu werden. Offenbar wollte er nicht, dass seine und die Leichen seiner Frau und Tochter gefunden werden. Für ein Familiendrama eher ungewöhnlich.

Fernsehsendern gegenüber erklärte Jan Krüger, der vielbeschäftigte Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, am Montag werde man sich wieder zusammensetzen und über das weitere Vorgehen beraten. Dabei solle es auch darum gehen, ob die Ermittlungen noch von einer Sonderkommission geführten werden müssten.

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Buchholz (kst) – In Holm-Seppensen ist heute die Suche nach den Leichen von Sylvia und Miriam Schulze fortgesetzt worden. Zwischen halb zehn und 18 Uhr durchsuchten rund 60 Beamte der Bereitschaftspolizei aus Lüneburg die an den Seppenser Mühlenteich grenzenden Waldstücke – ohne Erfolg. Auf dem Teich wurde ein Sonarboot der Wasserschutzpolizei Emden eingesetzt, das mit einer auf Schallwellen basierenden Technik den Grund auf besondere Objekte untersuchen kann.

„Durch das Sonarboot wurden Aufnahmen von mehreren auffälligen Stellen am Grund des Teiches gemacht“, teilte die Polizeiinspektion Harburg am Abend mit. Die Aufnahmen sollten in der Nacht ausgewertet werden. Morgen Vormittag sollen Polizeitaucher die markierten Stellen überprüfen. Danach werde die Polizei entscheiden, „ob weitere Suchmaßnahmen erforderlich sind“.

Auch die Option, das Wasser des Mühlenteichs zumindest teilweise abzulassen, ist nach wie vor im Gespräch. Wie Medien berichten, seien aber noch technische Probleme zu klären. So sei das Wehr des Teiches lange nicht mehr benutzt worden und in keinem guten Zustand.

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Liegen im Seppenser Mühlenteich die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze?

Liegen im Seppenser Mühlenteich die Leichen von Sylvia und Miriam Schulze?

Buchholz (kst) – Im Fall Schulze plant die Polizei jetzt, ein so genanntes Sonarboot einzusetzen, das den Boden des Seppenser Mühlenteiches mit einer auf Schallwellen beruhenden Technik nach Objekten absuchen kann. Das teilte die Polizeiinspektion Harburg mit. Zugleich soll das Wasser des Mühlenteichs zumindest teilweise abgelassen werden, um den morastigen Untergrund besser untersuchen zu können. Am morgigen Mittwoch soll eine Hundertschaft anrücken, die den Wald am Ufer des Teiches durchsuchen wird. Der Einsatz von vier Polizeitauchern war am Montagabend ergebnislos abgebrochen worden.

Die Polizei geht, wie berichtet, davon aus, dass sich die Leichen der verschwundenen Sylvia (43) und Miriam Schulze (12) im Mühlenteich oder im Uferbereich befinden. Am heutigen Dienstag setzte die Polizei zwei Personenspürhunde (Mantrailer-Hunde) ein, die das Ergebnis der Suche durch einen anderen Personenspürhund am Vortag bestätigen sollten. „Da die Geruchsspur mittlerweile rund vier Wochen alt ist, waren witterungsbedingte Ungenauigkeiten nicht auszuschließen“, erklärte die Polizeiinspektion Harburg.

Die beiden heute eingesetzten Hunde bestätigten aber das Ergebnis des Personenspürhundes vom Montag. Dieser Hund hatte die Fährten von Mutter und Tochter von einem Waldweg in der Nähe des Mühlenteichs, wo eine Zeugin die gesamte Familie am 22. Juli gesehen hatte, über eine Strecke von rund 200 Metern bis zum Ufer des Gewässers verfolgt. Die Spur des Vaters Marco – er nahm sich kurz danach mit einem Sprung in die Elbe das Leben -, führte wieder vom Mühlenteich weg, die von Sylvia und Miriam Schulze nicht.

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Der Winsener Anzeiger vom heutigen Freitag berichtet über einen Auftritt von Sabine Zunker bei „Stern TV“. Zunker ist eine Tochter von Sylvia Schulze, die mit ihrer jüngeren Tochter Miriam, im Juli 2015 verschwand – als „Fall Schulze“ machte der Vorgang bundesweit Schlagzeilen. In der Sendung räumte Michael Düker, Leiter der damals eingerichteten Sonderkommission, ein, dass die Leichen im Seppensener Mühlenteich, wo sie vermutet wurden, nicht unbedingt hätten gefunden werden müssen, da dort ein tiefer Morast vorherrscht. Aus diesem Anlass veröffentlicht die Redaktion des medienlotse-Blogs, die sich schon damals fragte, warum der Teich nicht trocken gelegt wurde, die Reportage von der Suche im Mühlenteich. Die Auskunft der Polizei damals übrigens: Das Wasser des gesamten Teichs abzulassen sei sehr aufwendig, alte, lange ungenutzte Wehre könnten brechen, was zu Überschwemmungen führen könnte. Der medienlotse meint wie der Winsener Anzeige: Versucht es!

Von Kristian Stemmler

Eine Entenmutter verlässt mit ihren Küken das schützende Schilf, über dem Seppenser Mühlenteich steigt Dunst auf. Eigentlich ist es an diesem regnerischen Abend ganz idyllisch an dieser ruhigen Ecke von Holm-Seppensen. Oder besser gesagt: Es wäre idyllisch, wenn da nicht die vielen Polizisten wären, die vielen Kamerateams und Reporter. Sie sind gekommen wegen einer sensationeller Wende im Fall Schulze, der seit Wochen bundesweit für Schlagzeilen sorgt: Der Fall der Ende Juli verschwundenen Familie aus Drage hat Buchholz erreicht.

Noch wagt es niemand ganz offen auszusprechen, natürlich auch nicht Jan Krüger, Pressesprecher der Polizeiinspektion Harburg, der quasi von Amts wegen zu vorsichtigen Statements verpflichtet ist. Aber folgende Hypothese wird immer wahrscheinlich: Familienvater Marco Schulze (41) ist möglicherweise mit seiner Frau Sylvia (43) und der gemeinsamen Tochter Miriam (12) unter einem Vorwand nach Holm-Seppensen gekommen, hat sie am Ufer des Seppenser Mühlenteichs getötet und die Leichen in dem Gewässer verschwinden lassen.

Vieles spricht für ein solches Szenario. Aber an diesem Montagnachmittag steht erst einmal die Suche nach Mutter und Tochter im Mittelpunkt. Vier Polizeitaucher aus Braunschweig sind nach Buchholz gekommen und suchen seit etwa 16 Uhr den Mühlenteich ab. Zwei Beamte fahren mit einem Schlauchboot das gesamte Ufer ab und suchen dort nach den vermissten Frauen. Insgesamt hat die Polizei rund 35 Beamte im Einsatz.

Warum aber sollte Marco Schulze seine Familie nach Holm-Seppensen gebracht haben, eine Dreiviertelstunde Autofahrt von Drage entfernt? „ Die Familie hatte einen Bezug in die Region. Mehr kann ich dazu nicht sagen“, erklärt Jan Krüger, der Sprecher der Polizeiinspektion Harburg. Schon in der ersten Woche nach dem Verschwinden gab es dazu einen anonymen Hinweis an die Polizei. Nachdem über den Fall Schulze in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy…ungelöst“ berichtet wurde, meldete sich die Zeugin erneut und sagte aus, sie kenne die Familie Schulze und habe sie am 22. Juli auf einem Wanderweg in Holm-Seppensen gesehen.

Da klingelten bei den Ermittlern natürlich die Alarmglocken. Denn am 23. Juli, also einen Tag später, war Marco Schulze das letzte Mal gesehen worden. Er wurde am 31. Juli in Lauenburg tot aus der Elbe gezogen. Mit einem Betonklotz, den er am Körper festgebunden hatte, war Schulze von einer Elbbrücke ins Wasser gesprungen. Der Fund seiner Leiche sorgte bei aller Tragik für erste Klarheit: Wie vermutet, hatte sich ein Familiendrama abgespielt. Doch Mutter und Tochter blieben verschwunden.

„Aktenzeichen xy…ungelöst“ sorgte offenbar für einen neuen Schub in dem Fall. Nach dem Hinweis der Zeugin setzte die Polizei in Holm-Seppensen erfolgreich einen Mantrailer-Hund ein, also einen Spürhund, der Spuren lebender Menschen verfolgt. Er nahm an der Stelle, an der die Zeugin die Familie gesehen hatte, die Witterung auf und führte die Polizei an das Nordostufer des Seppenser Mühlenteichs. Das war der Startschuss für den Einsatz der Polizeitaucher, der heute nachmittag begann.

Natürlich waren auch die Medien sofort zur Stelle, da der Fall Schulze immer noch die Öffentlichkeit im ganzen Land beschäftigt. Am Südwestufer des Mühlenteichs, unweit der verfallenen Mühle hatten Krüger und ein Team einen kleinen Platz für die Presse freigehalten, wo ein halbes Dutzend Kamerateams, Reporter von Rundfunk und Presse ihr Zelt aufschlugen. RTL kam gar mit einem Übertragungswagen an den idyllischen Mühlenteich. Auch das NDR Fernsehen berichtete live.

Jan Krüger stand wie in den vergangenen Wochen wieder geduldig Rede und Antwort. Seit Wochen ist er auf allen Kanälen zu sehen. Auf die Frage, wie viele Interviews er zum Fall Schulze inzwischen gegeben hat, zuckt er nur die Schultern. Über mögliche persönliche Hintergründen des Familiendramas will oder kann er nichts Konkretes sagen. Seine Äußerungen lassen allerdings den Schluss zu, dass es wohl keinen ganz eindeutigen Auslöser gab wie in anderen Fällen.

Ob sich die Hintergründe des Dramas also jemals aufgeklärt werden bzw. ob das überhaupt in die Öffentlichkeit gehört, muss offen bleiben. Nach dem Stand der Dinge leben aber Sylvia und Miriam Schulze nicht mehr. Dass Marco Schulze einen Tag vor seinem Verschwinden mit ihnen am Ufer des Seppenser Mühlenteichs gewesen ist, lässt kaum einen anderen Schluss zu. Am Abend sollte der Einsatz der Taucher abgebrochen werden, um gegebenenfalls am Dienstag fortgesetzt zu werden – dann wird es vielleicht schon endgültige Klarheit geben.

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Buchholz (qu) – Sensationelle Wende im Fall Schulze, der seit Wochen bundesweit Schlagzeilen macht: Die Spur der Familie aus Drage, die Ende Juli verschwand, führt nach Buchholz! Seit heute nachmittag suchen vier Polizeitaucher den Seppenser Mühlenteich ab, in dem die Leichen von Sylvia Schulze (43) und der Tochter Miriam (12) liegen könnten. Zuvor hatte die Polizei einen Hinweis auf Holm-Seppensen bekommen. Heute suchte daraufhin ein Spürhund die Gegen ab und fand Lebendspuren von Mutter und Tochter, die zum Ufer des Teiches führten.

Die Zeugin, die den Hinweis gab, hatte sich bereits in der ersten Woche nach dem Verschwinden der Schulzes anonym gemeldet. Nachdem über den Fall in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen xy…ungelöst“ berichtet wurde, meldete sie sich erneut bei der Polizei und gab an, die dreiköpfige Familie am 22. Juli auf einem Wanderweg in Holm-Seppensen gesehen zu haben. Einen Tag später war der Vater (41) das letzte Mal gesehen worden, er nahm sich mit einem Sprung in die Elbe das Leben.

„Die Schulzes hatten einen familiären Bezug zur Region“, sagte Jan Krüger, Pressesprecher der federführenden Polizeiinspektion Harburg dem querschläger. Mehr wolle er dazu nicht sagen. Ein längerer Bericht mit weiteren Einzelheiten folgt demnächst.

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