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Porträt Kristian

Zieht als Parteiloser in den Wahlkampf: Ratsherr Kristian Stemmler

Buchholz (be) – Der Buchholzer Ratsherr Kristian Stemmler hat seinen Ausflug auf den satirischen Flügel der deutschen Parteienlandschaft beendet. Er ist aus der von Wikipedia als „Kleinpartei mit parodistischem Charakter“ bezeichneten Partei Die PARTEI, in die er im Oktober 2015 eingetreten war, wieder ausgetreten. Zur Begründung sagte Stemmler dem buchholz express, er wolle zur Kommunalwahl am 11. September als parteiloser Einzelkandidat antreten, weil er sich so bessere Chancen ausrechne.

„Ich bereue den Eintritt in Die PARTEI nicht“, erklärte Stemmler weiter. „Er war eine Reaktion darauf, dass meine Anträge im Stadtrat offensichtlich nicht mehr ernst genommen, ja noch nicht einmal diskutiert wurden.“ Mit seinem Schritt habe er demonstrieren wollen, dass es vielmehr die Kommunalpolitik in diesem Staat ist, und das auch in Buchholz, die immer absurdere Züge annimmt und eigentlich nur noch mit Mitteln der Satire zutreffend abgebildet werden könne.

„Das soziale Auseinanderfallen unseres Gemeinwesens tritt immer deutlicher zu Tage“, betonte der Ratsherr, „die aus Kriegs- und Krisengebieten ankommenden Menschen verschärfen diesen Druck noch mal. Weder Bund noch Länder noch Kommunen haben eine Antwort darauf und zwar allein aus einem Grund: Ober- und Mittelschicht haben nur Angst um ihre Besitzstände, sie glauben sich mit ihrem freiwilligen Engagement für eine Willkommenskultur aus der Affäre ziehen zu können, wollen aber nicht teilen.“

Für Stemmler liegt es auf der Hand, dass die Probleme nur durch eine Umverteilung von oben nach unten zu lösen sind: „Es müssen milliardenschwere Programme für alle marginalisierten Gruppen her, ob Deutsche oder Zuwanderer. Aber dazu sind die Herrschenden nicht bereit, und die Mittelschicht auch nicht. Auf seinen SUV und den Tauchurlaub auf den Malediven verzichtet keiner. Da riskiert man lieber, dass uns allen der Laden um die Ohren fliegt. Die Konflikte in der Gesellschaft werden an Zahl und Schärfe zunehmen, auch in Buchholz.“

Zur Kommunalwahl wolle er einen offensiven Wahlkampf führen, bei dem er die Parteien, denen er anfänglich im Rat nahe gestanden habe, nicht schonen werde. „Sowohl die SPD als auch die Grünen und die Buchholzer Liste zeigen zunehmend, dass sie nicht bereit sind, mehr als Kosmetik zu betreiben“, sagte Stemmler. „Im Rat sitzen durchweg saturierte Mittelschichtler, die kein Interesse daran haben, die skandalösen sozialen Zustände wirklich zu verändern.“

Er hoffe, der Linkspartei, die in Buchholz und im Landkreis in der Bedeutungslosigkeit versunken sei, und der Piratenpartei, für die – allerdings wegen allgemeiner politischer Trends und nicht wegen der Arbeit des sehr fleißigen Buchholzer Ratsherren – dasselbe gälte, Stimmen abnehmen zu können. „Vielleicht kommen ja noch ein paar unzufriedene, echte Sozialdemokraten und Grüne dazu, die mit der Abschiebepolitik ihrer Parteien nicht einverstanden sind“, so Stemmler, „dann könnte es reichen.“

PS.: Die kurze Mitgliedschaft bei der PARTEI brachte Stemmler immerhin eine Erwähnung bei Wikipedia, nämlich im politischen Teil des Artikels über Buchholz.

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Buchholz (be) – Für großes Aufsehen hat der Antrag des Buchholzer Ratsherren Kristian Stemmler (Die PARTEI) gesorgt, Benimmregeln für Flüchtlinge aufzustellen und diese als Flyer in deren Unterkünften zu verteilen. Seit Veröffentlichung am Sonnabend ist der entsprechende Beitrag im buchholz express vielfach aufgerufen worden. Es gab kritische Kommentare und Beiträge auf Nazi-Seiten. Im buchholz express nimmt Stemmler exklusiv Stellung zu seinem umstrittenen Antrag.

buchholz express: Herr Stemmler, Sie sind ja schon mehrfach mit skurrilen Anträgen im Stadtrat aufgefallen, zum Beispiel als Sie ein Alkoholverbot im Ratshauspark beantragten oder Heizpilze verbieten wollten. Aber sind Sie jetzt nicht ein bisschen weit gegangen?

Kristian Stemmler: Wieso?

Benimmregeln für Flüchtlinge, das ist ja keine abwegige Idee. Aber was Sie da empfehlen, ist doch kompletter Unsinn.

Das sehe ich anders. Meine Benimmregeln knüpfen an Benimmregeln für Flüchtlinge an, wie sie von Kommunen bereits aufgestellt wurden. Mit dem Unterschied, dass ich versucht habe, den Flüchtlingen zu erklären, wie es in Deutschland wirklich läuft.

Ja, dass Umweltverschmutzung hierzulande industriell organisiert sei und das Berauben Bankern und Maklern überlassen sei. Das ist starker Tobak!

Aber so ist es doch! Das ist doch die Realität hinter der Fassade! Lesen Sie mal dagegen nach, was die Gemeinde Hardberg im Odenwald in ihre Benimmregeln für Flüchtlinge hineingeschrieben hat. Zum Beispiel: „In Deutschland respektiert man das Eigentum der anderen. Man betritt kein Privatgrundstück, Scheunen und andere Gebäude und erntet auch kein Obst und Gemüse, das einem nicht gehört“. Das ist doch unglaublicher Tinnef!

Finden Sie?

Ja, oder das hier: „In Deutschland wird Wasser zum Kochen, Waschen, Putzen verwendet. Auch wird es hier für Toilettenspülungen benutzt.“ Oder: „Unsere Notdurft verrichten wir ausschließlich auf Toiletten, nicht in Gärten und Parks, auch nicht an Hecken und hinter Büschen.“ Geht’s noch! Also, meine Benimmregeln nehmen die Flüchtlinge weitaus ernster und zeichnen ein zutreffenderes Bild vom Land.

Dass es praktisch keinen Bereich mehr gibt, in dem man sich noch mit Respekt behandelt, wie Sie indirekt formulieren – das halten Sie für zutreffend?

Na gut, da habe ich vielleicht ein wenig überzeichnet. Aber ich bin ja nicht der einzige, der darauf hinweist, dass überall, sei es im Supermarkt, auf der Autobahn oder am Arbeitsplatz die Rücksicht auf den anderen schwindet und die Menschen zunehmend auf ihren eigenen Vorteil aus sind.

Der internetaffine Buchholzer Nazikader Denny Reitzenstein von der AG Nordheide hat Ihre Benimmregeln begierig aufgegriffen und sie auf seiner Nazi-Seite und der Nazi-Internetseite „Preußischer Anzeiger“ kritisiert. Er wirft Ihnen unter anderem vor, die Opfer von Köln zu verhöhnen, in dem Sie das Thema „sexuelle Belästigungen“ ins Lächerliche ziehen.

Ich ziehe da nichts ins Lächerliche, sondern weise mit Mitteln der Satire darauf hin, was für Dimensionen das Thema hat und dass die Diskussion, ob „der arabische Mann“ oder ein Muslim quasi von Natur aus ein Chauvi und Belästiger ist, völlig absurd ist. Lesen Sie mal, was der Schriftsteller Navid Kermani im Spiegel zum Thema gesagt hat. Der weist endlich mal auf soziale Hintergründe hin.

Aber mal Hand aufs Herz, Herr Stemmler! Der Antrag ist doch Satire.

Was heißt das schon?! Die Grenzen sind da heute doch mehr als fließend. Die Benimmregeln von Hardheim lesen sich doch auch wie eine gut gemachte Satire. Der römische Dichter Juvenal schrieb einst: „Difficile est saturam non scribere“ – da fällt es schwer, keine Satire zu schreiben. Wenn das damals schon galt, um wie viel mehr heute.

Könnte Ihr Übertritt zur Spaßpartei „Die PARTEI“ hier eine Rolle spielen?

Die PARTEI ist keine Spaßpartei, ich verbitte mir das! Da gibt es andere, die FDP zum Beispiel.

Aber es nimmt Sie in der Buchholzer Kommunalpolitik doch langsam keiner mehr ernst.

Meinen Sie? Also, meine letzten Anträge sind teilweise noch nicht einmal richtig diskutiert wurden. Wenn ernstgemeinte Anträge nicht ernst genommen werden, dann vielleicht nicht so ernst gemeinte…

Glauben Sie denn, dass das intellektuelle Niveau in der Kleinstadt Buchholz ausreicht, um eine solche Satire nachvollziehen zu können.

Nein.

Wir danken für das Gespräch.

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NotausgangBuchholz (be) – Paukenschlag in der Buchholzer Kommunalpolitik: Der Ratsherr Kristian Stemmler (Die Partei) hat einen Antrag in den Stadtrat eingebracht, Benimmregeln für die in der Stadt ankommenden Flüchtlinge aufzustellen. Diese Verhaltenshinweise sollen in einen Flyer umgesetzt werden, der dann in den Unterkünften an die Flüchtlinge verteilt werden soll.

„Die Vorfälle von Köln in der Silvesternacht zeigen, dass unsere Werte in Gefahr sind“, sagte Stemmler dem buchholz express, „wir müssen den Flüchtlingen klar machen, dass sie sich an die hier geltenden Regeln zu halten haben. Wenn ich irgendwo zu Gast bin, benehme ich mich ja auch anständig. Flüchtlinge brauchen Grenzen!“

Und so lautet der Antrag im Wortlaut:

Der Rat möge beschließen: Die Verwaltung setzt die im folgenden niedergelegten „Benimmregeln für Flüchtlinge“ in einen Flyer um, der in den Flüchtlingsunterkünften an die Bewohner verteilt wird.

Begründung: Nach den Ereignissen in Köln und anderen Großstädten in der Silvesternacht wird auch über das Verhalten von Flüchtlingen diskutiert. Dabei geht es unter anderem um die Frage, wie Flüchtlingen aus anderen Kulturkreisen die Regeln des Zusammenlebens in Deutschland zu vermitteln sind. Die folgenden Benimmregeln sollen ihnen die wichtigsten dieser Regeln vermitteln und so einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge leisten. Hier der Text, wie er in dem beantragten Flyer abzudrucken ist:

Lieber Flüchtling, dear refugee,

willkommen in Deutschland, willkommen in Buchholz! Sie sind aus Ihrer Heimat geflohen und in unser Land gekommen. Sie sind also ein Gast, der sich an gewisse Regeln halten muss. Die wichtigsten haben wir Ihnen hier zusammengestellt.

Eine kleine Bitte zu Beginn: Bitte lernen Sie schnell deutsch, damit Sie sich mit ihren deutschen Mitbürgern verständigen und Anweisungen in Ämtern, bei der Polizei oder am Arbeitsplatz verstehen können.

In Deutschland respektiert man das Eigentum anderer Menschen. Brechen Sie also bitte nicht in Häuser ein und bezahlen Sie die Ware im Supermarkt. Das Berauben anderer Menschen ist in Deutschland bestimmten Personengruppen vorbehalten, etwa Bankern, Maklern und Versicherungsagenten.

Deutschland ist ein sauberes Land. Abfall entsorgen Sie bitte in den dafür vorgesehenen Mülltonnen. Die Verschmutzung der Umwelt ist hierzulande industriell organisiert und darf nur von dafür zugelassenen Unternehmen wie RWE oder Vattenfall durchgeführt werden.

Im öffentlichen Raum sind sexuelle Belästigungen von Frauen nicht gern gesehen. Diese gehören in den familiären Bereich, in Diskotheken oder auf Großveranstaltungen wie Oktoberfest, Karneval oder Schützenfeste.

In Deutschland begegnen sich die Menschen mit Respekt. Eine Ausnahme bilden Supermarktkassen, der Fußballplatz, Talkshows im Fernsehen, Versammlungen politischer Parteien oder Vereine, der Straßenverkehr, die Nachbarschaft, die Familie und der Arbeitsplatz.

Bedenken Sie, dass Sie neu in Deutschland sind und daher noch nicht zu den Gruppen gehören, die andere mobben oder unterdrücken dürfen, sondern zu denen, die gemobbt und unterdrückt werden. Dies gilt vor allem am Arbeitsplatz, sollten Sie eine Arbeit finden. Verhalten Sie sich gegenüber Vorgesetzten und deutschen Kollegen unterwürfig und folgsam.

In Deutschland ist es allgemein nicht üblich, dass die Arbeit Spaß oder Sinn macht. Daher kann es sein, dass am Arbeitsplatz Frust und Ärger entstehen. Diesen Ärger baut der Deutsche zum Beispiel durch Pöbeln und Drängeln beim Autofahren, so genanntes Partymachen am Wochenende und das Drangsalieren nächster Familienangehöriger ab. Wenn Sie sich wirklich integrieren wollen, folgen Sie bitte diesem Muster.

Die wichtigste deutsche Sitte ist das Einkaufen, Konsumieren oder Shoppen. Der Deutsche findet sich in regelmäßigen Abständen in so genannten Einkaufszentren und Elektronikmärkten ein, um dort die so genannte Ware anzubeten. Bitte übernehmen Sie diese Sitte!

Lieber Flüchtling, wenn Sie in Deutschland nicht auffallen und sich schnell integrieren wollen, beherzigen Sie bitte diese Regeln. Denn eines müssen Sie sich merken: Wer sein Gastrecht missbraucht, hat sein Gastrecht verwirkt!

Ihre Stadt Buchholz in der Nordheide

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DIE PARTEI LogoBuchholz (be) – Seit dieser Woche gibt es kein Mitglied mehr im Rat der Stadt Buchholz in der Nordheide ohne Parteizuordnung: Der Bundesverband der Partei „Die Partei“ hat dem Aufnahmeantrag des Buchholzer Ratsherrn Kristian Stemmler, der zuletzt keiner Partei mehr angehörte, stattgegeben. „Ich bin sehr glücklich über diese Entscheidung“, sagte Stemmler in einer ersten Stellungnahme, „endlich kann ich mich wieder in eine politische Organisation einbringen, deren programmatische Inhalte ich von ganzem Herzen teile.“

In einem persönlichen Brief übermittelte der Bundesvorsitzender von „Die Partei“, Martin Sonneborn, die frohe Botschaft und ermahnte das neue Mitglied: „Bitte erweisen Sie sich als mündiger Bürger, verbreiten Sie das Gedankengut der PARTEI in Ihrem Umfeld, verachten Sie die AfD und organisieren Sie sich sich in einem Orts- und/oder Kreisverband. Unterstützen Sie uns in den anstehenden zähen Wahlkämpfen und halten Sie sich bereit für den historischen Moment, in dem es heißt: Wir bauen die Mauer wieder auf!“

Die PARTEI wurde am 2. August 2004 gegründet und hat heute laut Wikipedia rund 12.350 Mitglieder. Die Anfangsbuchstaben stehen für Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative. In der Präambel des Parteiprogramms heißt es: „Wir, die Mitglieder der PARTEI, stellen den Menschen in den Mittelpunkt unserer Politik.“ Die Präambel nennt als Ziel die Verwirklichung einer „wirklich menschlichen, das heißt friedlichen und gerechten Gesellschaft“.

Im Programm wird unter anderem eine „breit angelegte Kampagne für eine weitreichende Verkürzung der allgemeinen Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich“, „eine gerechte Verteilung der Güter und gleiche Lebenschancen für alle“ und „eine nachhaltige Reform des Gesundheitswesens“ gefordert. Ein weiterer Punkt ist die Zusammenfassung der fünf Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu einem „Ost-Bundesland, das den Namen „Sonderbewirtschaftungszone“ (SBZ) tragen soll.

Das Regierungsprogramm 2013 setzte sich aus 13 Punkten zusammen – und zwar folgende: 1. Einführung der Faulenquote, 2. Abschaffung der Sommerzeit, 3. Fracking? Na klar!, 4. Begrenzung von Managergehältern, 5. Gegen die Verblödung der Innenstädte, 6. Wir haben die Absicht, eine Mauer zu bauen, 7. Von Griechenland lernen, 8. G1-Schulsystem, 9. Reform des Steuersystems, 10. Artenschutz für die Grünen, 11. Änderung des Wahlalters, 12. Merkel muss weg!, 13. Das Bier entscheidet.

Mit dem Eintritt von Kristian Stemmler hat DIE PARTEI ein neues Ratsmitglied in ihren Reihen. Laut Wikipedia hat sie auch jeweils einen Sitz in den Räten von Freibug, Karlsruhe, Tübingen, Krefeld und Halle (Saale). Stemmler: „Es freut mich sehr, dass ich diese Partei kommunalpolitisch stärken kann, die sich erfrischend aus dem Einheitsbrei der kaum noch zu unterscheidbaren etablierten Parteien von CDU bis Linke heraushebt.“

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