Mit ‘City Center Buchholz’ getaggte Beiträge

Von Kristian Stemmler

Die intelligenteren unter den Lesern des buchholz express haben es natürlich gleich gemerkt: Die Meldung über die Umwandlung des maroden City Centers Buchholz in eine Flüchtlingsunterkunft war ein Aprilscherz. Eigentlich hatte ich gehofft, dass es den einen oder anderen gibt, der nicht auf das Datum achtet, die Sache für bare Münze nimmt und sich furchtbar aufregt. Aber vermutlich ist der Medienkonsument heutzutage schon zu sehr auf Fakes und Satire gefasst.

Natürlich habe ich mir vorher Gedanken gemacht, ob das heikle Thema Flüchtlinge für einen Aprilscherz geeignet ist. Dabei führte ich mir vor Augen, dass von ihrer Herkunft her solche Scherze/Eulenspiegeleien eine starke gesellschaftskritische Funktion haben – und an diese Tradition halte ich mich ja generell, wenn ich im blog satirisch oder polemisch schreibe. Warum also nicht einen Aprilscherz machen über ein gesellschaftlich brisantes Thema?!

Frappierend fand ich auch die Idee, an die Stelle eines Kommerztempels ein Asyl für Flüchtlinge aus Kriegs- und Krisengebieten zu errichten. Asyl, so muss man hier wohl erklären, kommt aus dem Griechischen, wo es ursprünglich die Bedeutung „ein Unverletzliches“ hat. Warum, so frage ich, müssen die Zentren unserer Städte dem Konsum geweiht sein, während die soziale Begegnung an der Peripherie stattfindet? Einige der Kommentare zu dem Beitrag sprechen übrigens für sich, in negativer Hinsicht, weshalb ich sie trotz ihres bedenklichen Inhalts freigegeben habe.

Apropos Aprilscherz: Was das Nordheide Wochenblatt sich da abgebrochen hat, ist ja mehr als peinlich! Natürlich erwarte ich nicht, dass man sich an der Bendestorfer Straße zu diesem Datum ein brisantes Thema vornimmt – das tut man ja auch sonst höchst ungern. Aber was man da stattdessen als Aprilscherz verkauft hat, war unterirdisch, nämlich die Meldung, Mc Donald’s würde am Lühe-Anleger an der Elbe eine neue Filiale aufmachen.

Das ist nun so etwas von unwitzig! Und natürlich geht es auch hier wieder nur um Eines: die Werbetrommel rühren für einen Kunden. Echt peinliche Nummer!

DSC_7918Buchholz (be) – Paukenschlag im Landkreis Harburg: Das in die Jahre gekommene City Center in Buchholz soll, wie der buchholz express erfuhr, in eine Flüchtlingsunterkunft für rund 150 Asylbewerber umgebaut werden. Die Läden sollen bis Ende Juni geschlossen werden, dann beginnt der Umbau des Einkaufszentrums. Schon im Herbst sollen die ersten Flüchtlinge, vor allem junge Männer aus dem Sudan, Syrien und dem Kosovo, in die neue Unterkunft ziehen.

Ein Sprecher der Acrest Property Group (Berlin), die für die Vermietung der Immobilie zuständig ist, verwies auf die vielen Leerstände in dem Center. „Wir verlieren immer mehr Mieter, da lohnt sich der Betrieb des Einkaufszentrums einfach nicht mehr“, sagte er dem buchholz express. „Der Landkreis Harburg hat uns ein gutes Angebot für die Anmietung des ganzen Objekts gemacht und hat daher den Zuschlag bekommen.“

Johannes Freudewald, Pressesprecher des Landkreises, sprach von einer „Win-win-Situation“. „Wegen des anhaltenden Zustroms von Asylbewerbern suchen wir im ganzen Landkreis nach Unterkünften“, sagte Freudewald dem buchholz express. „In diesem Fall handelt es sich einmal nicht um eine Unterbringung in Containern am Ortsrand oder in einem alten Gasthof, sondern in renovierten Räumen im Herzen der größten Stadt des Landkreises – das ist ein Signal, dass die Flüchtlinge bei uns willkommen sind.“

Bei den Geschäftsleuten im City Center kam die Nachricht vom Umbau weniger gut an. „Wir müssen jetzt in kurzer Zeit neue Räume in Buchholz finden, das wird nicht leicht“, beklagte sich ein Ladeninhaber, der nicht genannt werden wollte. „Natürlich haben wir überhaupt nichts gegen Flüchtlinge, aber man hätte uns früher informieren müssen.“

Als einziges Geschäft soll die Filiale der Drogeriekette Rossmann im City Center bleiben. „Sie ist vom rückwärtigen Eingang erreichbar, so dass Kunden nicht durch die Unterkunft gehen müssen“, sagte Freudewald, „in der Filiale können sich die Flüchtlinge zudem mit Dingen des Alltags versorgen.“ In der Nähe seien auch Lebensmitteldiscounter und viele andere Läden. Freudewald: „Das ist der optimale Standort!“

CityCenter

 

Von Kristian Stemmler

Wie mehrfach berichtet, gibt es im City Center Buchholz immer mehr Leerstände. Auch der bauliche Zustand lässt zu wünschen übrig. So werden bei Regenwetter Wassereimer in den Gängen bereitgestellt, weil es offenbar durch das Dach regnet. In meiner Eigenschaft als Ratsherr habe ich die Buchholzer Verwaltung gefragt, ob sie da einschreiten kann oder sogar muss. Diese offizielle Anfrage habe ich im Wortlaut vor einigen Tagen in diesen Blog eingestellt, sie ist also öffentlich. Das ist natürlich für das Nordheide Wochenblatt kein Grund über diese Anfrage oder zumindest über die Wassereimer im City Center zu berichten. Abgesehen davon, dass ich in dem Blatt totgeschwiegen werde, tritt man dort Anzeigenkunden ohnehin so gut wie nie auf die Füße.

Dafür berichtet das Wochenblatt aber, dass jetzt der Buchholzer Makler René Borkenhagen die Vermarktung freier Flächen in dem Einkaufszentrum übernommen hat und verbreitet grundlosen Optimismus. Borkenhagen hat natürlich schon tolle Ideen, wer da alles einziehen könnte. Der buchholz express will da nicht abseits stehen und greift dem Makler mit der improvisierten Anzeige, die oben zu lesen ist, ein wenig unter die Arme. Man will den Interessenten ja nichts vormachen…

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Eimer vor Keese Optik – im City Center regnet es durch.

Buchholz (be) – Der parteilose Buchholzer Ratsherr Kristian Stemmler hat eine Anfrage zum Thema City Center an Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse gerichtet. Darin nimmt er Bezug auf den schlechten baulichen Zustand des Einkaufszentrums und die vielen Leerstände. „Es geht mir vor allem darum herauszufinden, welche Möglichkeiten die Stadt hat, in der Sache einzugreifen“, sagte Stemmler dem buchholz express.

Hier die Anfrage im Wortlaut:

Vorbemerkung: Nach Beobachtungen des Fragestellers befindet sich das City Center Buchholz in einem schlechten baulichen Zustand. So stehen bei Regenwetter zum Beispiel in Höhe des Geschäftes Keese mehrere Eimer, weil es offenbar durch das Dach regnet. Es ist auch für einen Laien erkennbar, dass das Dach und andere Teile des Einkaufszentrums in keinem guten Zustand sind. Zudem hat sich auch die wirtschaftliche Situation des Centers durch zwei weitere Ladenschließungen (Teeladen und Pretty Moden) weiter verschärft.

Dies vorausgeschickt frage ich:

  1. Sind bauliche Schäden des City Centers in der Verwaltung bekannt?
  2. Können bauliche Schäden wie ein undichtes Dach die Sicherheit der Kunden und damit den Betrieb des Einkaufszentrums gefährden?
  3. Welche Maßnahmen kann oder muss die Verwaltung ergreifen, wenn massive Schäden am City Center festgestellt werden?
  4. Kann oder muss die Verwaltung in einem solchen Fall den Eigentümer auffordern, die Schäden zu beseitigen?
  5. Ist insbesondere eine vorübergehende Schließung des City Centers angesichts der Auswirkungen der Schäden möglich oder sogar angezeigt?
  6. Ist der Verwaltung bekannt, welche Pläne der Investor für das City Center hat?
  7. Welche Nutzungen sind für das Gebäude rechtlich möglich? Ist eine Nutzung des Gebäudes mit Miet- oder Eigentumswohnungen möglich?
  8. Wird in der Verwaltung erörtert, wie es mit dem City Center weitergeht und welche etwaigen Folgen eine Schließung haben könnte?
  9. Wird insbesondere erörtert, welche Folgen eine Schließung für das auf dem benachbarten Parkplatz geplante Bauvorhaben haben könnte?“

DSC_0901Von Kristian Stemmler

Es ist wie beim Domino – der nächste Stein fällt! Nach Informationen des buchholz express macht das City Café und Bistro von Reinhard und Miranda Blohm in der Mitte des Obergeschosses im City Center, das vor allem Anziehungspunkt für ältere Mitbürger war, Ende des Monats dicht. Auf einem Schild wird ein Nachfolger gesucht, aber das Vorhaben dürfte angesichts der Lage nicht von Erfolg gekrönt sein. Damit werden dann schon sieben Läden in dem 25 Jahre alten Center leerstehen.

Mit Heymann und Lidl gingen schon vor Monaten zwei Ankermieter im Untergeschoss. Seitdem geht es bergab mit der renovierungsbedürftigen Shopping Mall. Zuletzt hatten im Untergeschoss auch noch Street Shoes und „Vom Fass“ aufgegeben, seitdem sieht man dort kaum noch Kunden. Waltraud Baumgarten vom beliebten Teeladen neben Rossmann hatte Anfang Februar bekundet, das sie auf der Suche nach einem neuen Standort ist.

Seit die insolvente Secur-Gruppe, zu der das City Center gehört, im Sommer an den US-Investmentkonzern Cerberus Capital Management, eine der berüchtigten „Heuschrecken“, verhökert wurde, regiert das Chaos. Zuerst wurde groß getönt, es werde sich schon bald was tun, der Investor habe Pläne für das Einkaufszentrum. Doch bis heute passiert gar nichts, und die Mieter tappen im Dunkeln.

Der buchholz express (vormals buchholzblog) hat bereits vor Monaten darauf hingewiesen, dass das City Center stark gefährdet ist und im Sommer die Frage in den Raum gestellt, was eine „Immobilien-Heuschrecke“ mit Einkaufszentren will. Angesichts des Kompetenzwirrwarr und der aktuellen Hinhaltetaktik entsteht schnell der Eindruck, der Investor wolle das Center gar nicht weiterbetreiben,sondern mit der Immobilie etwas anderes machen.

DSC_7918Und das nächste Geschäft im City Center macht dicht. Im Untergeschoss hat die Filiale der Schuhdiscount-kette street shoes die Schließung angekündigt, auf Schildern mit der Aufschrift „Wir schließen – Räumungsverkauf“. Street shoes gehört zur Kienast Unternehmensgruppe, einem der größten deutschen Schuhfilialisten mit rund 2000 Mitarbeitern und über 370 Filialen. Zur Gruppe zählen auch die ABC-Schuhzentren.

Es ist davon auszugehen, dass dem Konzern die Umsatzzahlen in der Buchholzer Filiale nicht mehr genügt haben. Nach der Eröffnung der Buchholz Galerie, dem Umzug von Heymann dorthin und der Schließung von Lidl ist die Kundenzahl im City Center zurückgegangen, vor allem im Untergeschoss. Zuletzt hat dort der Feinkosthandel Vom Fass dicht gemacht (der buchholzblog berichtete). Im Obergeschoss steht Pretty Moden vor der Schließung.

Vom neuen Eigentümer, der US-Heuschrecke Cerberus Capital Management, der das City Center und weitere Einkaufszentren vor einigen Wochen übernommen hat, ist weiterhin nichts Offizielles zu vernehmen. Bei der Bekanntgabe der Übernahme waren neue Konzepte und neue Mietaspiranten avisiert worden. (kst)

Das Schild am Laden Vom Fass

Das Schild am Laden Vom Fass

Auch nach der Übernahme durch einen US-amerikanischen Konzern geht es mit dem City Center weiter bergab. Im Erdgeschoss hat jetzt ein weiteres Geschäft dicht gemacht. Der Feinkosthandel Vom Fass, bei dem es Wein, Spirituosen, Öle und anderes gab, hat seit heute geschlossen. Nach dem Auszug von Heymann, der in die Buchholz Galerie wechselte, und Lidl herrscht im Erdgeschoss tote Hose. Aber auch im Obergeschoss des Einkaufszentrums ist die Laufkundschaft weniger geworden. Dort macht nach Information des buchholzblogs demnächst das Textilgeschäft Pretty Moden dicht. Nach wie vor leer stehen in diesem Stockwerk die Flächen, auf denen sich ein Geschenkartikelladen und eine Filiale der Bäckerei Seifert befunden haben. Der einzige Magnet im City Center ist noch Rossmann, auch die Fachgeschäfte wie Keese Optik, der Teeladen oder Tabakwaren Kahlert kommen dank ihrer Stammkundschaft über die Runden.

Von einem neuen Konzept für das marode Center ist bisher nichts zu sehen. Zwar sollen schon eifrige Herren durch die Shopping Mall gelaufen sein, um alles zu vermessen, aber mehr ist bisher nicht passiert. Wie berichtet, war Anfang Juli bekannt geworden, dass das US-amerikanische Unternehmen Cerberus Capital Management die insolvente Secur-Gruppe übernommen, zu der das City Center gehört. Angeblich sollen alle übernommenen Center modernisiert und weiterentwickelt werden.

Der Manager des City Centers, Franz Jebavy, jubilierte damals: „Jetzt geht es steil bergauf. Der neue Eigentümer erstellt neue Konzepte, es gibt schon einige Mietaspiranten, die für den Standort interessant sind.“ Bisher sind das nur schöne Worte. (kst)