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Buchholz (be) – Die Tsunami-Katastrophe in Japan mit dem dreifachen atomaren Supergau in Fukushima ist vier Jahre her – und aus den Schlagzeilen verschwunden. Aber die radioaktive Verseuchung und die Leiden der betroffenen Menschen gehen weiter: Große Teile der Präfektur Fukushima sind weiterhin verstrahlt, über 100.000 Menschen können nicht in ihre Heimat zurückkehren, und die explodierten Atomreaktoren geben weiter Strahlung ab und verseuchen das Grundwasser und den Ozean.

Vergessen scheinen die Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima bei den regierenden Volksvertretern auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Statt den Ausstieg aus der Atomenergie zu beschleunigen, wachsen die Probleme: Atommüllfässer im stillgelegten Atomkraftwerk Brunsbüttel rosten vor sich hin, in der Asse säuft der Salzstock mit dem eingelagerten Atommüll ab, laufende Atomkraftwerke produzieren weiteren Atommüll und für die Uranfabriken Gronau und Lingen gibt es keine Laufzeitbeschränkungen. Gleichzeitig wird die Energiewende ausgebremst.

„Wir müssen raus aus der Atomenergie, bevor es zu spät ist, bevor es auch in Deutschland zu einer Katastrophe kommt. Es gibt keine Alternative zur konsequenten Energiewende“, sagen Minnegard Holtermann (Greenpeace Buchholz) und Lisa Bischoff (BUND). Zum Gedenken an den vierten Jahrestag der Reaktorkatastrophe in Fukushima werden deshalb bundesweit Demonstrationen und Mahnwachen organisiert. Auch in unserer Region finden Veranstaltungen statt:

Die Buchholzer Gruppen BUND, Friedensgruppe Nordheide und Greenpeace rufen zur Mahnwache am heutigen Montag um 18 Uhr in Buchholz am Emporeteich auf (bitte Kerzen und Gläser mitbringen). Am kommenden Sonnabend findet in Buxtehude um 11 Uhr eine Mahnwache am Has- und Igel-Brunnen statt.

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Demo EnergiewendeEin Bericht von der gestrigen Demonstration für die Energiewende in Hannover:

„In den Landeshauptstädten Hannover, Düsseldorf, Kiel, Potsdam, München, Mainz und Wiesbaden gingen am Sonnabend rund 30.000 Menschen gegen ein Ausbremsen der Energiewende auf die Straße. Sie kritisierten die Pläne der Bundesregierung, den Ausbau von erneuerbaren Energien einzuschränken. Nach Minister Gabriels Plänen soll es insbesondere der preisgünstigen Windkraft an Land und der von vielen Bürgergenossenschaften installierten Photovoltaik an den Kragen gehen, während ausgerechnet für den Klimakiller Kohle neue Tagebaue in NRW und Brandenburg genehmigt werden.

Mit einer Gruppe von 25 Buchholzern waren wir in Hannover, wo mit 8000 Teilnehmern bei Sonnenschein – der liebe Gott ist auf unserer Seite! – die größte Demo stattfand. Auf der Rednertribüne forderten Jochen Stay (ausgestrahlt), Dr. Angelika Claußen (IPPNW), Jan Haverkamp (Greenpeace), Peter Wortmann (Netzwerk der Energie Initiativen Elbe-Weser-Raum) und Ulf Allhoff-Cramer für die Bauern aus dem Wendland und der Region Grohnde das entschlossene Weiterführen der Energiewende, denn nur so könne der Klimawandel gestoppt werden.

Außerdem müsse der Atomausstieg endgültig vollzogen und Fracking verboten werden, Niedersachsen die Atomanlagen in Gorleben sowie das Endlager Asse schließen. Wir dürfen es uns nicht gefallen lassen, dass CDU-Merkel, SPD-Gabriel und CSU-Seehofer die Gesundheit und Sicherheit heutiger und späterer Generationen den Profitinteressen der großen Energiekonzernen opfern!!!

Die Demonstrationen in den sieben Landeshauptstädten wurden vom BUND gemeinsam mit der Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt, dem Kampagnen-Netzwerk campact und den Naturfreunden Deutschlands sowie zahlreichen regionalen Trägern organisiert.“

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Bis zum Sommer will Energieminister Sigmar Gabriel (SPD) das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) überarbeiten und durch den Bundestag bringen. Die bisherigen Entwürfe lassen Schlimmes ahnen: Die Energiewende soll ausgebremst werden, während neun AKW und viele Kohlekraftwerke weiter laufen. Einfluss nehmen darauf können am ehesten die Bundesländer. Deshalb werden am morgigen Sonnabend Zehntausende in sieben Landeshauptstädten unter dem Motto „Energiewende retten“ demonstrieren: Potsdam, Kiel, Hannover, Düsseldorf, Mainz/Wiesbaden und München. M

Alle Informationen über Treffpunkte, Zeitpläne, Mitwirkende, Anfahrt und – ganz wichtig – Mobilisierungs-Materialien findet man hier: http://www.ausgestrahlt.de/mitmachen/energiewende-demo. In Buchhholz rufen Greenpeace, Klimaforum und BUND auf, zahlreich an dieser Veranstaltung in Hannover teilzunehmen.

Die Gruppe fährt mit dem Erixx nach Hannover und organisiert Fahrgemeinschaften für das Niedersachsenticket. Treffen am Metronombüro am Bahnhof Buchholz um 9.50 Uhr. Abfahrt 10.09 Uhr, Rückfahrt 15.51 Uhrt ab Hannover. Um Anmeldung wegen der Planung wird gebeten. Greenpeace Buchholz: alexavetter@t-online.de oder Tel. 04181/ 97914. (kst)

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Buchholz (be) Aus Anlass des dritten Jahrestags der Reaktorkatastrophe von Fukushima werden an diesem Wochenende bundesweit Mahnwachen und Demonstrationen organisiert, auch im Landkreis Harburg. BUND, die Greenpeace-Gruppe Buchholz und die Friedensgruppe Nordheide rufen zur Teilnahme an einer Mahnwache am Emporeteich in Buchholz auf, am morgigen Montag, 18 Uhr.

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Von Kristian Stemmler

„Zwei Wiener und ein Pfund Gehacktes bitte!“ Am Verkaufswagen der Fleischerei Rex auf dem Buchholzer Wochenmarkt, dessen Rückseite ein niedliches Schweinchen ziert, geht’s an diesem Sonnabend wie immer um die Wurst. Doch plötzlich gucken das Verkaufspersonal und die Kunden etwas irritiert in Richtung Caspers Hoff. „Was sind denn das für Leute?!“ Ein bunter Haufen mit einer Menge Kindern und Hunden kreuzt schweigend die Poststraße, sie halten Schilder und Spruchbänder hoch auf denen „Stoppt den Mord!“ oder „Tierfabriken, nein danke!“ steht.

Buchholz erlebte heute eine seiner seltenen Demos. Mit einem Schweigemarsch durch die Innenstadt protestierten rund 100 Menschen gegen den geplanten Bau einer Schweinemastanlage für 1080 Tiere in Meilsen, mitten im Landschaftsschutzgebiet Stuvenwald. Neben Vertretern von Tierschutz- und Naturschutzverbänden zeigte auch die Buchholzer Kommunalpolitik Flagge: SPD-Fraktionschef Wolfgang Niesler, Chef der Mehrheitsgruppe im Stadtrat, war ebenso gekommen, wie der Fraktionschef der Buchholzer Liste, Peter Eckhoff, und die grüne Kreistagsabgeordnete Elisabeth Bischoff.

Dagmar Schaller-Wolf und ihr Mann Lothar Schaller von der Interessengemeinschaft zum Erhalt des Landschaftsschutzgebietes Stuvenwald (I.G.E.L), die die Kundgebung angemeldet hatte, waren zufrieden mit dem Andrang. „Immerhin ist heute in Berlin eine große Demo gegen die Agrarindustrie“, sagte Dagmar Schaller-Wolf, eine ebenso freundlich wie entschlossen auftretende Frau, „da sind auch etliche Buchholzer.“

Tatsächlich starteten fast zur selben Zeit am Potsdamer Platz in der Hauptstadt rund 30.000 Menschen – mehr als erwartet – zur 4. „Wir haben es satt“-Demonstration. Aus Anlass der Grünen Woche forderten sie eine agrarpolitische Wende, prangerten die Massentierhaltung an. Zur Demo aufgerufen hatte ein Bündnis aus rund 100 Umwelt-, Verbraucherschutz- und Entwicklungsorganisationen sowie Bürgerinitiative und Landwirtschaftsvebänden. Aktivisten gelang es, auf den Funkturm zu klettern und ein Spruchband zu entrollen (Bravo!).

Solche Aktionen waren in Buchholz eher nicht zu erwarten, auch mangels Funkturm, aber trotzdem war einiges los. Wie schon vor knapp zwei Jahren, als eine ähnliche Zahl von Bürgern mit einer Fahrraddemo gegen den Bau einer zweiten Hühnermastfabrik in Sprötze protestierte, war das Medieninteresse groß. Das NDR Fernsehen hatte aus Hamburg ein Team entsandt, Dagmar Schaller-Wolf war bereits am Vortrag vom NDR Hörfunk Lüneburg interviewt worden. Und zur Demo kamen natürlich auch Kolleginnen von Abendblatt und Wochenblatt (und der buchholzblog).

Bei milden Temperaturen und durchbrochener Bewölkung versammelten sich die Demonstranten am Bahnhof, seitwärts des Kabenhofs. Die Stimmung war fröhlich und gelöst. Kinder tobten über den Platz, Hunde schnüffelten herum, die Erwachsenen tauschten sich aus. Neben engagierten Umwelt- und Tierschützern, die man öfter sieht, waren vor allem Anwohner des geplanten Stalls in Steinbeck gekommen, aber auch etliche „Normalos“, denen es offenbar einfach nur ein Bedürfnis war, gegen die vorherrschende Form von Landwirtschaft ein Zeichen zu setzen.

Auch die Polizei, mit einer Handvoll Beamten im Einsatz, war entspannt. Ihre Aufgabe war vor allem Verkehrslenkung und Absicherung, militante Tierschützer waren nicht zu sehen. Kurz nach zehn ging’s los. Ein Streifenwagen und zwei junge Männer mit dem Spruchband „Keine Massentierhaltung im LSG Stuvenwald!“ voraus bewegte sich der Aufzug die Neue Straße hoch, bog auf den Caspers Hoff ein und stoppte auf dem Peets Hoff vor der Galerie. Vereinbarungsgemäß wurde hier kurz auf die Abfahrt der Buchholz Busse gewartet.

Dann ging es über den Treffpunkt und die Breite Straße weiter zum Rathaus. Der Begriff Schweigemarsch wurde unterwegs etwas relativiert, denn ein nicht geringer Teil der Demonstranten ließ es sich nicht nehmen, zumindest in gedämpfter Lautstärke miteinander zu reden. Aber das ist auch kein Wunder: Angesichts des Skandals der Massentierhaltung kann und soll man einfach den Mund nicht halten…

Im Rathauspark endete der kurze Marsch und es gab noch ein paar kurze, viel bejubelte Ansprachen. Bernd Wenzel, Vorsitzender der Naturfreunde Nordheide, stellte überzeugend dar, dass die Behörden gute Gründe haben, das Projekt abzulehnen, auch wenn sie etwas anderes behaupten. Die Privilegierung der Landwirte nach dem Baugesetzbuch greife hier eben nicht. In einem Flugblatt, das er verteilt hatte, zitiert Wenzel etliche Urteile von Gerichten, die die Errichtung von ähnlichen Anlagen in Landschaftsschutzgebieten ganz klar als Verunstaltung gesehen und sie untersagt haben.

Wenzel verkündete, dass er das Umweltministerium in Hannover gebeten hat, sich als Aufsichtsinstanz in das beim Landkreis laufende Verfahren „mit richtungsweisendem Rechtsrat“ einzuschalten. Dort habe man ihn allerdings ans Sozialministerium verweisen, das merkwürdigerweise hier zuständig sei. Er dankte der I.G.E.L. für ihren Einsatz und ihre gut Öffentlichkeitsarbeit.

Auch die grüne Kreistagsabgeordnete Elisabeth Bischoff, die auch für den BUND sprach, wandte sich klar gegen den Maststall im LSG Stuvenwald. Das sei ein „Raum von Erholung und Entspannung“ für die Anwohner und alle Buchholzer, die dort spazieren gehen. Bischoff wies darauf hin, dass die miserablen Haltungsbedingungen nur eine Seite des Problems seien. Die Massentierhaltung in Deutschland sorge zum Beispiel für den Import von Soja aus Ländern, in denen für deren Anbau Ökosysteme zerstört würden.

Auch die Pharmaindustrie verdiene im großen Maßstab mit, weil in der Massentierhaltung Hormone und Antibiotika in großen Mengen eingesetzt würden. Der Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung, so Bischoff weiter, sorge dafür, dass die Erreger Resistenzen entwickelten, was wiederum für den Menschen mit unkalkulierbaren Gefahren verbunden sei. Die Grüne endete mit dem Appell: „Essen Sie weniger Fleisch!“ (was die Demonstranten vermutlich ohnehin tun!).

Dem schloss sich Ilona Reisen vom Runden Tisch für Natur-, Umwelt- und Tierschutz Buchholz an. Sie wies daraufhin, dass im Großen und Ganzen fünf große Konzerne dafür verantwortlich sind, dass die Massentierhaltung in Deutschland so forciert werde. Sie diktierten den Landwirten die Form ihrer Betriebshaltung. Reisen appellierte an die Konsumenten, Biobauern zu unterstützen, und endete mit dem Ausruf: „Ich wünsche Ihnen ein fleischfreies Wochenende. Es gibt ja gutes Gemüse!“

Ein gutes Schlusswort für diese Demo, die sich danach langsam auflöste. Es war eine kurze, aber kompakte Kundgebung, die ein Zeichen gesetzt hat. Dabei wurde vor allem noch mal klar, dass das Argument der Buchholzer Verwaltung, man könne nicht anders, als diesem Projekt zuzustimmen, einfach nicht stimmt! Am Rande der Veranstaltung machte Martin Dieckmann von der Buchholzer Liste, erfahrener Jurist und Kenner des Umweltrechts, eindeutig klar, dass sachlich nichts dagegen spricht, dem Bauvorhaben das Einvernehmen zu verweigern.

Dieckmann hat den Eindruck, dass die beteiligten Behörden bislang nicht genau genug gearbeitet haben, etwa was den Immissionsschutz angeht. „Die Geruchs- und Keimbelastung ist offensichtlich noch nicht mit der erforderlichen Sorgfalt geprüft worden“, sagt er. „Hier ist nach der niedersächsischen Geruchsimmissionsrichtlinie eine Einzelfallprüfung erforderlich, die die konkreten Bedingungen vor Ort zum Gegenstand hat, also u. a. die vorherrschende Windrichtung im betreffenden Gebiet, die nach erster Einschätzung gerade die am nähesten gelegenen Anlieger stark belasten würde. Es reicht unter diesen Umständen nicht, die üblichen Regelabstände zugrunde zu legen.

Vor allem aber sprächen Gesichtspunkte des Landschaftsschutzes nachhaltig gegen die Genehmigung des Vorhabens. Der groß dimensionierte Schweinemaststall zerstöre unwiederbringlich den bislang freien Blick über die Hügellandschaft und stelle damit offenkundig eine Verunstaltung des Landschaftsbildes dar. Diese wäre schon außerhalb eines Landschaftsschutzgebietes nicht akzeptabel. Der Jurist: „Erst recht ist sie aber in einem Landschaftsschutzgebiet, das zugleich ein wichtiges Naherholungsgebiet für die Buchholzer Bevölkerung darstellt und an dem mehrere regionale Wanderwege vorbeiführen, nicht hinzunehmen.“

Diese Verunstaltung könne auch durch eine bloße Begrünung des Bauwerks nicht ernsthaft beseitigt werden, wie die Buchholzer Verwaltung behauptet: „Eine Versagung der Baugenehmigung ist aus diesem Grunde sachlich gerechtfertigt.“ Nach Dieckmanns Auffassung kann daher der Buchholzer Verwaltungsausschuss das Einvernehmen verweigern, so dass die Baugenehmigung nicht erteilt werden kann. Der Drohung mit einer Klage gegen die Versagung der Baugenehmigung solle man „gelassen entgegensehen“. Wenn es hierzu überhaupt komme, werde es dem Bauherrn schwer fallen, das Gericht von der Genehmigungsfähigkeit des Großstalles im Landschaftsschutzgebiet zu überzeugen.

Im Verwaltungsausschuss haben die Parteien der neuen Ratsmehrheit, die alle gegen den Bau des Schweinemaststalls sind, die Mehrheit. Auch die FDP spricht sich bisher gegen das Vorhaben aus. Nur die CDU steht in Nibelungentreue zur Agrarlobby. Es wird jetzt darauf ankommen, dass die Parteien den Mut haben, ihren Statements Taten im Verwaltungsausschuss folgen zu lassen. Angesichts der Lage wäre alles andere als eine Ablehnung des Einvernehmenfalls Nr. 461 ein Skandal!

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