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Posts Tagged ‘Blau-Weiß Buchholz’

Logo Blau-WeißVon Kristian Stemmler

Muss die Stadt Buchholz eigentlich immer weiter für den Größenwahn eines Vereinsvorsitzenden bluten? Diese Frage sollte sich allen an der Kommunalpolitik interessierten Bürgern angesichts der maßlosen Forderungen des Vorsitzenden von Blau-Weiß Buchholz, Arno Reglitzky, allmählich stellen. Der kriegt offenbar den Hals einfach nicht voll. Die 188.000 Euro Zuschuss, die dem Verein für das völlig überflüssige Kletterzentrum hinterhergeworfen wurden, reichen nicht – jetzt will Reglitzky auch noch eine neue Sporthalle am Holzweg.

Dass ein Sportverein sein Angebot erweitert, dass die Mitgliederzahlen steigen, dass der Vorsitzende für den Verein wirbelt, alles schön und gut. Aber Blau-Weiß ist offenbar schon längst ein Unternehmen, bei dem es nur noch um Expansion um jeden Preis geht. Ständig wird irgendwas Neues gebaut oder irgendwo angebaut, die Abteilungen immer weiter aufgeblasen. Wenn dann die Nordheidehalle nicht mehr reicht, wird einfach eine neue Halle gefordert.

Mit der größten Selbstverständlichkeit gehen Reglitzky und seine Mitstreiter dabei davon aus, dass diese Expansion von der Stadt bezuschusst wird. Man hat keine Skrupel, Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) für den Bau der neuen Halle um ein 5000 Quadratmeter großes Grundstück am der Bendestorfer Straße anzugehen, das der Verein erwerben oder in Erbpacht nutzen möchte. Laut Wochenblatt sollen die Gesamtkosten für die Errichtung der Halle bei rund 1,3 Millionen Euro liegen. Natürlich soll die Stadt auch da ihren Teil beitragen.

Angesichts der finanziellen Herausforderungen durch die Flüchtlingskrise, der nach Röhses Aussage unter anderem die Dorferneuerung Dibbersen zum Opfer fallen könnte, sollten derartige Forderungen nicht mehr mit öffentlichen Geldern bezuschusst werden. Die Kommunen sind nicht dafür zuständig, dass gesettelte Mittelschichtler und ihre Kinder irgendwelche albernen Trendsportarten ausüben können. Blau-Weiß und auch die anderen Buchholzer Sportvereine haben genug zahlungskräftige Mitglieder, die mit einer Umlage Großprojekte wie die neue Halle locker finanzieren könnten.

Mehr als bedenklich ist in Buchholz auch die starke Vermischung von Sport und Politik. Reglitzky ist bekanntlich auch noch Fraktionschef der FDP im Stadtrat. Und das Projekt eines Hallenneubaus wird von dem Buchholzer Ex-Bürgermeister Wilfried Geiger betreut, der nach dem Ende seiner Amtszeit dem Vorstand von Blau-Weiß beitrat. Solch dreiste Vermischungen sind in der Bananenrepublik Deutschland zwar nichts ungewöhnliches, aber sie schaden der Allgemeinheit.

Bezeichnend ist im übrigen auch, dass Reglitzky ausgerechnet einer Partei angehört, die sich mit besonderem Nachdruck dafür einsetzt, dass die Vermögenden nicht genug Steuern zahlen und dadurch die Kassen der Kommunen immer leerer werden. Das hindert ihn nicht daran, immer wieder aufs Neue kräftig in diese Kassen zu langen…

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Zum Schreien! Die Sponsoren standen beim Stadtlauf wieder im Mittelpunkt.

Zum Schreien! Die Sponsoren standen beim Stadtlauf wieder im Mittelpunkt.

Von Kristian Stemmler

Für die meisten Läufer ist der Buchholzer Stadtlauf sicher ein besonderes Ereignis, vor allem wenn sie vorn mit dabei sind oder zumindest ihren inneren Schweinehund überwunden haben. Für den Zuschauer kann der Stadtlauf durchaus auch ein Ereignis sein. Man trinkt ein oder zwei Bier, isst ein Steak im Brötchen oder so und guckt, welche Pappnasen sonst noch so in die Innenstadt gekommen sind. Das ist manchmal durchaus lehrreich.

Wenn man nicht so sehr auf die Läufer achtet, merkt man schnell, was eigentlich die Hauptsache an diesem Tag ist. Schon wer die vierseitige Beilage zum 17. Stadtlauf im Nordheide Wochenblatt durchgeblättert hat, sollte nicht es nicht übersehen haben: Im Mittelpunkt stehen weniger die Läufer, Geher und Skater, sondern eher die zahlreichen Sponsoren der Veranstaltung, wobei da fein unterschieden wird zwischen Hauptsponsoren, Sponsoren, „großzügigen Unterstützern“ und Firmen, die nur „Spenden mit Sachunterstützung“ beigetragen haben.

Natürlich war die Innenstadt zugepflastert mit Werbeflächen der Sponsoren, dann lief ein nicht geringer Teil der Teilnehmer kostenlos Reklame wie die Teams der Sparkassen oder der „Galerie Apotheke“. Vor allem aber wurden die Sponsoren alle Nase lang von den Moderatoren am Mikro genannt, eine Tätigkeit, die vor allem dem Blau-Weiß-Vorsitzenden Arno Reglitzky in Fleisch und Blut übergegangen ist. Diesmal hatte übrigens eine Firma einen Ehrenplatz beim PR-Gelaber: die Firma terra der Brüder Andreas und Michael Tietz.

Ihr Unternehmen überführt auf der ganzen Welt Fahrzeuge, zum Beispiel Spezialkräne. Das macht es aber schon seit Jahren. Neu ist, dass terra im Buchholzer Immbobiliengeschäft mitmischt. Man hat vor einiger Zeit eine Firma namens „terra Real Estate“ gegründet, die von der Stadt die Bahnhofsinsel südlich der Bahngleise anhand bekommen hat. Dort will man ein 160-Betten-Hotel, „bezahlbare Mietwohnungen“ (also nicht so teuer wie am Uhlengrund…), Geschäfte, Cafés, Büros und Praxen errichten. So die Absichtserklärungen.

Das mag ja alles schön und gut sei, aber wenn ich die derzeitige Kumpanei sehe, bekomme ich Bauchschmerzen. Warum muss eine Firma, die so etwas vor hat, plötzlich bei Blau-Weiß Buchholz und 08 als großer Sponsor einsteigen? Ist es angebracht, wenn Arno Reglitzky, der ja bekanntlich auch die FDP-Fraktion im Stadtrat führt, die Firma terra und die Brüder Tietz bei diesem Stadtlauf derart hochjubelt? Und was verrät es über die Nähe von Investoren und Politik, wenn Michael Tietz, der beim Jedermann-Lauf mitlief, im Ziel Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse und seinen Vorgänger Wilfried Geiger lachend abklatscht..?

Arno Reglitzky ist übrigens derjenige, der bei der letzten Sitzung des Stadtrates im Zusammenhang mit dem Bebauungsplan Hamburger Straße-Ost die Äußerung tätigte, man müsse froh sein, wenn überhaupt noch jemand Geld in die Hand nähme. Als ob das Errichten von Wohnungen nicht einer Lizenz zum Gelddrucken gleich käme. Wer Investoren dermaßen unkritisch sieht, hat in der Kommunalpolitik eigentlich nichts zu suchen.

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An den Pranger gestellt: Baudezernentin Doris Grondke.

An den Pranger gestellt: Baudezernentin Doris Grondke.

Von Kristian Stemmler

Es zeichnete sich schon ab. Das Nordheide Wochenblatt hat offenbar einen neuen Prügelknaben oder genauer: ein neues Prügelmädel in der Buchholzer Verwaltungsführung auserkoren. In der aktuellen Ausgabe wird die Baudezernentin der Stadt, Doris Grondke, an den Pranger gestellt. Unter der Überschrift „Wird die Sporthalle ein Millionengrab?“ werden die gestiegenen Baukosten für die Sporthalle der Mühlenschule in Holm-Seppensen, die abgebrannt war und neu aufgebaut wird, thematisiert und Grondke angelastet. „Sie wird für Buchholz immer teurer“, wird ein ungenannter Verwaltungsmitarbeiter zitiert.

Zwar sind die vom Wochenblatt genannten Zahlen, die aus der Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der FDP-Fraktion im Rat hervorgehen, zum größten Teil richtig. Aber wie so oft unterschlägt das Wochenblatt entscheidende Details, setzt Dinge in falsche Kontexte und übertreibt maßlos in der Darstellung. Der buchholzblog sieht sich erneut genötigt, auf die tatsächlichen Zusammenhänge und mögliche Hintergründe hinzuweisen.

Schon die Überschrift ist mehr als tendenziös. „Millionengrab“ bedeutet für gewöhnlich, dass Millionen verschwendet werden. Hier geht es aber um Mehrkosten für den Hallenbau von 307.000 Euro (effektiv noch weniger!) im Vergleich zum Haushaltsansatz. Auch der in der Unterzeile genannte Betrag von 2,2 Millionen Euro ist schlichtweg falsch, tatsächlich liegen die Kosten für den Bau der Halle bei etwas über 2,1 Millionen Euro! Und der Löwenanteil wird von der Versicherung gezahlt

Der Haushaltsansatz für eine schlüsselfertige Eineinhalb-Feld-Halle lag bei 1,8 Millionen Euro. Grundlage für diesen Ansatz war eine Preisabfrage aus dem Jahr 2012 bei einem Architekten, der Hallen in Systembauweise erstellt. In einem hochbaulichen Gutachterverfahren entschied sich die Jury für den Entwurf des Hamburger Büros Dohse, der bereits mit 1.841.848 Euro etwas über dem vorgegebenen Ansatz lag. Im weiteren Planungsverlauf wurde ein detailliertes Raumprogramm erarbeitet und eine konkrete Kostenberechnung erstellt.

Zur Erstellung des Bauantrags wurden dann die Fachplaner, etwa Statiker, Akustiker und Brandschutzexperten, einbezogen. Die auf Basis ihrer Angaben überarbeitete Kostenberechnung ergab schließlich einen Betrag von 2.107.000 Euro. Die Begründung für diese Kostensteigerung erscheint mir plausibel. Es geht um drei Posten:

  • Um 89.000 Euro, von 58.900 auf 145.900 Euro, steigen die Ausgaben im Bereich der Außenanlagen, im Wesentlichen für die Herstellung der Ver- und Entsorgung der Halle.
  • Mehrkosten von 69.000 Euro ergeben sich durch Änderungen an der Planung durch Verwaltung und Nutzer (Schule, Sportverein). Beispiel: türhohe Fliesen in den Umkleiden statt Anstrich. Auf Wunsch der Nutzer wurde eine transparente Bande sowie eine Spossenwand und Gitterleiter eingeplant.
  • 149.000 Euro Mehrkosten kommen durch die konkretisierten Kostenschätzungen der Fachplaner zustande. Auch dies ist nach meiner Einschätzung ein völlig normaler Vorgang.

Auf 2,2 Millionen Euro für den Bau der Halle kommt das Wochenblatt, weil es einfach den Betrag von 90.000 Euro einrechnet, der für die Ausstattung der Halle mit beweglichen Sportgeräten (Sprunggeräte, Barren, Matten, Bälle etc.) anfällt. Diese Kosten aber, und das steht auch so in der Antwort auf die Frage der FDP-Fraktion, die dem Wochenblatt offenbar vorliegt, werden von der Versicherung separat ersetzt.

Was das Wochenblatt ebenfalls tunlich verschweigt: Zwar gibt es Mehrkosten von 307.000 Euro, auf der anderen Seite kommt es aber zu Verbesserungen durch Nachverhandlungen mit dem Versicherer. Und zwar übernimmt dieser etwaige Kostensteigerungen (Baupreisindex) und Mehrkosten für die Aufwendung zur Inklusion. Im Haushalt 2013 waren 1.550.000 Euro veranschlagt, die Einnahmen erhöhen sich durch den Erfolg bei den Nachverhandlungen voraussichtlich um 275.00 Euro.

In seinem tendenziösen Beitrag wirft das Wochenblatt Doris Grondke auch Verzögerungen beim Bau der Halle vor. Sie habe durch das Gutachterverfahren für eine „massive Verzögerung“ gesorgt. Mit Verlaub: Das ist Blödsinn! Von massiven Verzögerungen kann nicht die Rede sein. Hier erweist sich das Wochenblatt offenbar zum wiederholten Male als verlängerter Arm der Opposition im Rat und vor allem von FDP-Fraktionschef Arno Reglitzky, der auch die Anfrage zum Thema formuliert hat.

Ein Gutachterverfahren ist ein bewährtes und effektives Verfahren, um ein so großes Projekt wie den Bau einer Sporthalle durchzuführen. Eine fachkundige Jury, zu der neben Vertretern der Verwaltung und des Rates zwei renommierte Architekturprofessoren und die Führung von Mühlenschule und dem SV Holm-Seppensen gehörten, hat auf mehreren Sitzungen eingehend über die Vor- und Nachteile der eingereichten drei Entwürfe beraten und ist so zu einem maßgeschneiderten Entwurf gelangt.

Wochenblatt und FDP sind offenbar auch sauer, weil eines der drei Architekturbüros, MRO, das Hallen in Systembauweise erstellt und ein Festangebot über 1,8 Millionen Euro abgegeben habe, nicht zum Zuge kam. Dazu ist festzustellen: Die Mehrheit der Jury lehnte den Entwurf von MRO ab, unter anderem weil das Design als industriell und kalt wahrgenommen wurde. Der Vertreter des Büros, der den Entwurf der Jury vorstellte, düpierte deren Mitglieder übrigens mit seinem unverschämten Auftreten.

Es wird erneut deutlich, dass sowohl die Oppositionsparteien im Rat als auch der Wochenblatt-Verlag, der die heimische Wirtschaft vertritt, die neue Baudezernentin Doris Grondke vor allem deshalb torpedieren, weil sie versucht, eine neue, offenere Form von Stadtplanung zu etablieren. Dass dieses Vorgehen vielen nicht gefällt, die bisher bei Auftragsvergaben an den Stellschrauben gedreht und/oder von diesen profitiert haben, lässt sich denken.

Natürlich muss auch Kritik an der Baudezernentin erlaubt sein, aber hier ist allzu offensichtlich, dass es nicht um die Sache, sondern um Interessen geht. Dass ausgerechnet ein Arno Reglitzky, Chef von Blau-Weiß, die Verwaltung wegen Verschwendung attackiert, ist absurd! Sind es doch die Sportvereine, die zu den gerade begonnenen Haushaltsberatungen jede Menge Forderungen angemeldet haben.

Blau-Weiß ist natürlich auch dabei, man möchte zum Beispiel einen Zuschuss von 12.400 Euro für „investive Maßnahmen“ haben. Zu diesen Maßnahmen gehört unter anderem das „Herstellen eines behindertengerechten Zugangs zur Kletterhalle“ und ein „gelenkschonender Belag“ für den Holzfußboden der neu geschaffen Sportfläche auf dem Terrassendach des Sportzentrums von Blau-Weiß. Hatte Reglitzky sich nicht im Wochenblatt gebrüstet, bei diesem Anbau ohne öffentliche Mittel ausgekommen zu sein…

Dass mal eben ein Sanitäranbau für die Nordheidehalle für mehr als 300.000 Euro errichtet werden soll, scheint das Wochenblatt übrigens auch nicht zu stören. Wer wird denn hier für Buchholzer immer teurer?

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