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Posts Tagged ‘Björn Dahler’

DSC_8565Von Kristian Stemmler

Das einschlägig bekannte Maklerbüro „Dahler & Company“, dessen Tochterfirma DC Commercial wir den „Bunker“ (vulgo: Buchholz Galerie) verdanken, hat jüngst, wie der buchholzblog aus gut unterrichten Kreisen erfuhr, nämlich im Wochenblatt las, „Ladenkonzept und Kundenservice neu gedacht“. Diese Nachricht möchte ich den Lesern des blogs auf keinen Fall vorenthalten. Wenn ich wüsste, wie das geht, würde ich einen Flashmob organisieren, so möchte ich aber zumindest alle auffordern, sich die neuen fabelhaften Angebote im Laden der Dahlers anzusehen – Sie können das Geschäft nicht verfehlen, es ist repräsentativ an der Ecke der Galerie nahe Treffpunkt installiert worden.

In einem zweispaltigen Beitrag harft das Wochenblatt über „Deutschlands führenden Luxusimmobilienmakler“: „Tablets laden zur Selbstbedienung ein, auf 14 Bildschirmen präsentieren sich Traumimmobilien, Bewegtbilder sorgen für die optimale Präsentation der Objekte“. Was auch sehr interessant ist: „Die Neupositionierung mit der Nutzung von Digital Signage, dem Einsatz digitaler Werbe- und Informationssysteme konnte bereits in den ersten Wochen eine Steigerung der Wahrnehmung der Laufkunden vor Ort von ca. 50 Prozent erreichen.“ Das ist doch schön!

Mit dem Testshop, so teilt das Wochenblatt dem geneigten Leser mit, geht „Dahler & Company“ den Schritt „in Richtung Zukunft, wo vor fast 20 Jahren die erste Filiale des Maklerunternehmens öffnete“. Und dann erreicht der Beitrag seinen Höhepunkt: „Die technische Ausstattung, eingebunden in das mit Holz gestaltete Interieur, das von einem mit Leder bezogenen Media-Desk durchkreuzt wird, knüpft darüber hinaus vor allem an die Sehgewohnheiten anspruchsvoller Konsumenten an.“ Das ist ja schon fast Lyrik!

Falls Sie also ein paar Euros für ein Resort auf Mauritius oder eine Reetdachvilla in Bendestorf übrig haben, schauen Sie mal bei Dahlers vorbei. Denn: „Immobilieninteressierte können Platz nehmen und sich bei einem Kaffee oder Tee informieren und in den High-End-Bilderwelten schwelgen.“ Wenn das nichts ist!

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DSC_6654Björn Dahler, Megaluxusmakler aus Hamburg mit Wohnsitz in Buchholz in der Nordheide, wird hiermit die Ehre zuteil, der Erste in einer neuen Rubrik im buchholzblog zu sein. Diese Rubrik trägt die Überschrift „Schwein gehabt“. Schwein gehabt hat der smarte Unternehmer, der dieser Stadt als Investor das im Volksmund als „Bunker“ bezeichnete Einkaufszentrum „Buchholz Galerie“, beschert hat, vor allem deshalb, weil die Staatsanwaltschaft Hamburg die Ermittlungen gegen ihn und seinen Kumpel Christoph Ahlhaus eingestellt hat.

Ahlhaus ist manchem vielleicht noch als der Mann bekannt, der in der Ahnenreihe der Hamburger Bürgermeister, in der Leute wie Max Brauer und Herbert Weichmann zu finden sind, einen zuvor undenkbaren Tiefpunkt markiert. Die völlige Abwesenheit von Charisma wird bei ihm noch durch eine totale Ahnungs- und Instinktlosigkeit ergänzt. Zum Glück amtierte er nur kurz.

Nach seiner Demission als Bürgermeister wurde er auch parteiintern abgeschossen, und zwar durch das erwähnte, vor fast einem Jahr angeleierte Ermittlungsverfahren. Ahlhaus hatte angedroht, wieder für die Wahl zum CDU-Kreisvorsitzenden im Bezirk Nord und gar auch noch für den Bundestag zu kandidieren. Nach der Einstellung sprach Ahlhaus jetzt von einer „miesen politischen Intrige“ aus dem innerparteilichen Umfeld. Und wenn schon, kann ich da nur sagen: Such is life, und wenn es damit gelungen ist, ihn unschädlich zu machen – Respekt!

Was aber hat nun Makler Dahler mit der Sache zu tun? Nun, es geht um eine feine Villa in den Elbvororten, die Ahlhaus über Dahler & Company für rund 1,15 Millionen Euro im Jahr 2009 gekauft hatte. Der Verdacht: Der Politiker habe keine oder eine zu niedrige Courtage bezahlt, Vorteilsannahme heißt das Delikt. Dieser Verdacht hat sich offensichtlich nicht bestätigt, so dass das Verfahren sowohl gegen Ahlhaus als auch gegen Dahler, dem die Gewährung des Vorteils zur Last gelegt wurde, nun eingestellt werden konnte.

Warum aber sollte Dahler seinem Kumpanen einen Vorteil monetärer Art gewähren. Die Antwort ist ein wenig komplex, aber im Grunde auch wieder einfach. Im Spiel ist nämlich auch noch ein gewisser John Jahr jun. jun., Spross der stein- und einflussreichen Medienfamilie Jahr, Enkel des Gruner+Jahr-Verlagsgründers John Jahr. Jahr jun. jun. ist geschäftsführender Gesellschafter von Dahler & Company und Chef der Spielbank Hamburg. Und da wird es interessant!

Kurz bevor Ahlhaus die schmucke Villa über Dahler erwarb, wollte seine Innenbehörde die Spielbankabgabe an die Stadt stark senken. Dieser Vorstoß hätte dem Casino und damit John Jahr jun. jun. allein 2009 eine Ersparnis von schlappen 15 Millionen Euro gebracht. Allerdings wurde nichts aus dem Vorhaben. Dennoch ist hier glasklar ein Motiv für die Vorteilsnahme durch Ahlhaus und Vorteilsgewährung durch Dahler zu finden.

Dass das Hamburger Abendblatt jetzt triumphal auf der ersten Seite „Ahlhaus ein Jahr unschuldig in Verdacht“ titelt, ist verständlich, da in der Hamburger Verlagsbranche jeder was mit jedem hat. Aber es geht an der Realität vorbei. Dass es der Staatsanwaltschaft Hamburg nicht gelungen ist, den Verdacht zu erhärten, kann eigentlich nur bedeuten, dass die Beteiligten sich geschickt genug angestellt haben, um nichts wirklich Strafbares zu generieren. Sie haben also das spartanische Motto beherzigt: Man kann lügen, betrügen und stehlen – man darf sich aber nicht erwischen lassen.

Ach ja, ehe ich es vergesse: Bei Dahler & Company arbeitete damals Ahlhaus‘ Frau Simone. Also, wenn das kein Filz ist! Vermutlich hat sie fürs Kaffeetrinken ein fünfstelliges Gehalt bezogen, aber das will ich hier nicht behaupten. Tja, Herr Dahler, diesmal Schwein gehabt – oder um das Motto der Buchholz Galerie zu variieren: Schön dass du da bist und nicht im Knast…

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Von Kristian Stemmler

Der Investor kam als letzter. Lässig schlenderte Björn Dahler, Chef von DC Commercial, mit seiner Frau Kirsten an der Seite auf die Baustelle der Buchholz Galerie, wo bereits 80 Gäste und 70 Bauarbeiter auf den Beginn des Richtfestes warteten. Sogleich eilte Bürgermeister Wilfried Geiger – zur Feier des Tages mal nicht in braunen Nadelstreifen, sondern ganz in dunkelblau – auf Dahler zu, um dem Investor die Ehre zu erweisen und einen kleinen Schwatz mit den beiden Luxusmaklern zu halten. Jedes kommunale Oberhaupt hat ja heutzutage mit der Muttermilch aufgesogen, dass der Investor ein scheues Reh ist und bei Laune gehalten werden muss!

Wie nicht anders zu erwarten war, wollte bei den Redebeiträgen im Inneren des Rohbaus der Jubel über die Buchholz Galerie und ihre großartigen Perspektiven kein Ende nehmen. Skepsis oder auch nur vorsichtige Prognosen waren nicht gefragt. Geiger musste schon in die sakrale Kiste greifen, um seine Bemerkung bei der Grundsteinlegung, die Buchholz Galerie sei ein „Sprung nach vorn“ für die Stadt, noch zu toppen. Diesmal verstieg er sich zu der Behauptung, das Einkaufszentrum sei „für die Entwicklung unserer Stadt ein Segen“.

Die Galerie werde verhindern, dass weiter Kaufkraft nach Harburg, Lüneburg und Buxtehude abfließe. Die Aufenthaltsqualität in der Stadt werde sich verbessern, der Einzelhandel werde befruchtet. Auch die Architektur des monströsen Bauwerks im Herzen der Stadt lobte Geiger über den grünen Klee. Derzeit sei die Galerie nur ein großer Block aus Stahl und Beton, aber jeden Tag werde sie ein bisschen schöner. Aus einem hässlichen Entlein oder Enterich werde mit Sicherheit „ein wunderschöner Schwan“, behauptete das Stadtoberhaupt. Der Bürgermeister lobte auch den reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten, hier werde „ein rasantes Tempo“ vorgelegt.

Auch der Geschäftsführer von DC Commercial, Lothar Schubert, der mit seinen langen blonden Haaren ein wenig wie die jüngere Ausgabe von Dahler wirkt, erging sich naturgemäß in Lobeshymnen über das Projekt. Die Galerie werde der Einkaufsmagnet der Region sein, mehrere Millionen Kunden würden pro Jahr durch das Zentrum flanieren. Schubert dankte ausführlich und überschwänglich allen am Projekt beteiligten Firmen, bedachte seine Mitarbeiter im typischen Yuppie-Sprech mit der Bemerkung: „Es ist so emotional mit Euch!“, wobei er das Wort „emotional“ englisch aussprach.

Der smarte Geschäftsführer verkündete, dass bereits 81,5 Prozent der Galerie (8500 Quadratmeter Verkaufsfläche, 40 Läden, 260 Parkplätze) vermietet seien. Und er sei sich sicher, dass es bis zur Eröffnung, die für den 27. September geplant ist, 100 Prozent sein werden. Ein moderner „Foodcourt“ mit Terassenplätzen soll die Galerie-Besucher zum Verweilen einladen, so genannte „Ankermieter“ sind Hennes & Mauritz und der Drogeriemarkt dm.

Auch die Parfümerie Douglas und Schuhkay gehen in das neue Center, die Textilfirma Ramelow bringe, so Schubert, „allein 15 Labels mit“. Der Buchhandel wird, wie später zu hören war, nicht von Thalia vertreten, sondern von Heymann. Das dürfte bedeuten, dass Heymann das City Center verlässt. Der erwartete Jahresumsatz der Galerie liegt bei rund 40 Millionen Euro, das Investitionsvolumen für den Bau rund 45 Millionen Euro. Die Stadt gibt noch mal 550.000 Euro aus, um die Fußgängerzone um die Galerie herum attraktiver zu gestalten.

Schubert dankte auch den Bauarbeitern, die sich an den Tischen niedergelassen hatten, sich am Freibier labten und den Auftritt einer hübschen Blondine am Rednerpult mit dem Zwischenruf „Ausziehen!“ kommentierten. In Spitzenzeiten arbeiteten bis zu 300 Arbeiter auf der Galerie-Baustelle, derzeit sind es etwa 100. 1850 Lkw-Ladungen Beton und 1600 Tonnen Stahl wurden bisher verarbeitet. Der Geschäftsführer dankte den Anwohnern für ihre Geduld angesichts der Belastung mit Lärm und Staub. Der Großteil des Lärms sei vorüber, da es jetzt an den Innenausbau geht. Die Anwohner könnten immerhin direkt miterleben, „wie das Haus wächst und schöner wird“.

Nach den Redebeiträgen strömte die Gästeschar wieder nach draußen, wo der Polier der Baustelle ein launiges Gedicht vortrug und vier Schnäpse zu sich nahm. Dann wurde der Richtkranz vom Kran nach oben gezogen und weiße Luftballons mit dem grünen Logo der Buchholz Galerie stiegen in den Himmel. In diesem Moment zogen dunkle Wolken über dem Herzen der Stadt auf. Ein schlechtes Omen?

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