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Posts Tagged ‘Bettina Jägersberg’

Von Kristian Stemmler

Knapp ein halbes Jahr noch, dann werden die Buchholzer entscheiden, wer ihr neuer Bürgermeister wird. Am 25. Mai wird der Nachfolger von Wilfried Geiger gewählt, Geiger selbst tritt nicht mehr an (der buchholzblog berichtete). Schon jetzt zeichnet sich ab, dass es zu einem Duell zwischen Joachim Zinnecker, dem Fraktionschef der Grünen im Stadtrat, und dem Ersten Stadtrat Jan-Hendrik Röhse kommen wird. Dafür spricht auch das Ergebnis der Umfrage im buchholzblog.

Bisher stehen fünf Kandidaten fest: Die Grünen haben Zinnecker nominiert, die SPD ihren Ortsvereinsvorsitzenden Remo Rauber. Als Einzelkandidaten treten der Makler Ronald (Ronny) Bohn, Ex-Pirat Erich Romann und der Gleisbauer Christian Thal an. Die CDU will ihren Kandidaten im Januar nominieren. Genannt wurden neben Röhse bisher Ratsherr Robert Ehrenpfordt und Bettina Jägersberg, ehemalige Ortsbürgermeisterin von Holm-Seppensen. Das Wochenblatt brachte Kreisrat Björn Hoppenstedt ins Spiel.

Ehrenpfordt und Jägersberg haben nach Informationen des buchholzblogs schon abgewunken, ob die Buchholzer CDU Hoppenstedt holen will, ist fraglich. Am wahrscheinlichsten ist wohl die Nominierung von Röhse, der von den Genannten am ehesten die Erfahrung und das Format für das Amt mitbringt. Er hat von den konservativen Kandidaten in der Umfrage im blog am besten abgeschnitten mit 27 von 152 Stimmen. Jägersberg bekam zehn Stimmen, Ehrenpfordt liegt mit vier Stimmen auf dem letzten Platz.

Auch wenn 152 Votes für eine Umfrage in einem lokalen blog recht viel ist, ist diese Umfrage natürlich nicht repräsentativ. Aber aufschlussreich ist sie dennoch. Dass Ronald Bohn mit 47 Stimmen, etwa 30 Prozent, an der Spitze liegt, ist dabei zwar überraschend, aber nicht aussagefähig. Denn lange rangierte er unter ferner liefen, um dann in kurzer Zeit viele Stimmen zu kassieren. Also ist es entweder gelungen, im Internet aktive Bohn-Fans zu motivieren oder es ist technisch manipuliert worden (was ja nicht so schwer ist).

Ein Achtungsergebnis dürfte dem Makler aber zuzutrauen sein, da er offenbar einen relativ großen Bekanntenkreis in Buchholz hat. Insgesamt ist er aber chancenlos, ebenso wie die anderen Einzelbewerber. Reelle Aussichten haben allein die Kandidaten von SPD und Grünen und der Kandidat, den die Union auf den Schild heben wird.

Was dabei in der Umfrage vor allem auffällt, ist der große Abstand von Zinnecker zu Rauber. Der Grüne bekam bisher 45 Stimmen (knapp 30 Prozent), der Sozialdemokrat lediglich 13 Stimmen (8,5 Prozent). Selbst wenn man in Rechnung stellt, dass in der Leserschaft des blogs Sympathisanten der Grünen und/oder von Zinnecker überrepräsentiert sind, ist dieser deutliche Abstand doch überraschend.

Es spricht also viel dafür, dass Zinnecker und nicht Rauber die Stichwahl erreicht, die es mit großer Wahrscheinlichkeit geben wird. Auch der Umstand, dass Zinnecker in Buchholz sehr gut vernetzt ist und Erfahrung in der Führung eines Unternehmens hat, ist ein Argument für den Grünen. Für Rauber spricht, dass die SPD natürlich insgesamt ein größeres Wählerpotenzial in Buchholz hat. Andererseits gibt es selbst in seiner eigenen Partei wohl einige, die mit seiner Kandidatur nicht glücklich sind.

Dass Röhse in der Umfrage mit 27 Stimmen (17,7 Prozent) den zweiten Platz erreicht, wenn man Bohn mal vernachlässigt, ist durchaus bemerkenswert. Offenbar wird ihm im konservativ-bürgerlichen Lager am ehesten ein Erfolg bei der Wahl im Mai zugetraut. Die örtliche CDU wäre sicher gut beraten, ihn auf den Schild zu heben.

Die Einschätzung des buchholzblogs: Von den genannten Kandidaten eignen sich Zinnecker und Röhse von ihrem intellektuellen Zuschnitt, ihren Kenntnissen der Buchholzer Verwaltung und Politik, ihren beruflichen Erfahrungen und ihrem Auftreten her am ehesten für das Amt des Bürgermeisters. Es wäre daher folgerichtig, wenn sie bei der Stichwahl drei Wochen nach dem ersten Wahlgang gegeneinander anträten.

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Eine volle Amtszeit ist ihm zuviel: Wilfried Geiger, hier im typischen grauen Trenchcoat, kandidiert nicht erneut für das Bürgermeisteramt.

Eine volle Amtszeit ist ihm zuviel: Wilfried Geiger kandidiert nicht erneut für das Bürgermeisteramt.

Von Kristian Stemmler

Paukenschlag in der Buchholzer Kommunalpolitik: Bürgermeister Wilfried Geiger (62) hat überraschend angekündigt, im Mai nicht für eine zweite Amtszeit zu kandidieren. Dem Nordheide Wochenblatt sagte Geiger, er werde nicht erneut antreten. „Mein Bauch hat gesagt, mach weiter, mein Verstand sagt, es ist genug“, wird er auf der Homepage des Blattes zitiert. Und weiter: „Ich bin seit fast 45 Jahren im Dienst, seit fast sieben Jahren als Bürgermeister, das ist eine Stressnummer, bei der ich in letzter Zeit merke, dass das Abschalten zu Hause nicht mehr so einfach ist.“

In einer Presseerklärung erläuterte Geiger seine Motive für den Rückzug so: „Ich habe mir lange überlegt, ob ich für eine Amtszeit von jetzt 7 Jahren erneut antreten soll und darf. Ideen, diese Stadt weiter so positiv zu entwickeln wie in den letzten Jahren, habe ich genug. Aber wird es dieser Stadt gerecht, mit 62 Jahren dann bis zum 67. oder bis zum 69. Lebensjahr diese nicht leichte Aufgabe noch einmal anzustreben. Nach 44 Arbeitsjahren muss man nicht nur auf seine Familie und auf seine Gesundheit hören sondern auch auf seinen Verstand. Der sagt mir, dass diese nicht unerhebliche zeitliche und psychische Belastung wieder sehr hoch sein wird.“

Auch wenn er es sich in den nächsten Jahren durchaus zutrauen würde, das Amt auszufüllen, so der Bürgermeister weiter, seien sieben Jahre eine lange Zeit. Und weiter: „Ich bin zu dem Ergebnis gekommen, dass unser schönes Buchholz eher keinen über 60jährigen Bürgermeister mehr braucht. Dass jüngere Kandidaten mit Erfahrungen für diese Aufgabe und mit größerer Ausdauer die Zukunft unserer Stadt in ihre Hände nehmen sollten.“ Aus diesem Grund habe er sich „schweren Herzens“ entschlossen, nicht erneut anzutreten.

Nach Informationen des buchholzblogs war für den Verzicht Geigers auf eine Kandidatur auch noch ein anderer Umstand ursächlich, wenn nicht ausschlaggebend. Das Wochenblatt deutet es im Beitrag von Chefredakteur Reinhard Schrader an. Die Buchholzer CDU hat offenbar nicht eindeutig signalisiert, dass sie die Kandidatur des parteilosen Geigers mittragen will. Und zwar offenbar vor allem deshalb, weil es Interessenten an dem Amt in den eigenen Reihen gibt.

Gehandelt wird da zum einen das CDU-Ratsmitglied Robert Ehrenpfordt. Der Berufssoldat dient im Range eines Kapitänleutnant in einem Führungskommando der Bundeswehr, er hat an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in Hamburg Betriebswirtschaft studiert. Bei seiner Wahl in den Stadtrat 2001 war Ehrenpfordt mit 19 Jahren das jüngste Mitglied des Gremiums. Seit 2009 ist er Mitglied des Kreisvorstands der CDU. Seine Konkurrentin um die Kandidatur könnte Bettina Jägersberg (CDU) werden. Sie war von 2006 bis 2011 Ortsbürgermeisterin von Holm-Seppensen, gehört nach wie vor dem Ortsrat an.

Man darf also gespannt sein, wen die CDU bei der Kandidatenkür im Januar 2014 auf den Schild heben wird (und ob die FDP dem folgen wird). Auch deshalb, weil es neben Ehrenpfordt und Jägersberg noch einen anderen ernstzunehmenden Kandidaten gibt, der den beiden voraus hat, dass er die Buchholzer Verwaltung gut kennt: der Erste Stadtrat Jan-Hendrik Röhse. Er hat sich noch nicht öffentlich erklärt, es gilt aber als wahrscheinlich, dass er seinen Hut in den Ring werfen wird.

Im rot-grünen Lager sind, wie berichtet, zwei Kandidaten im Gespräch. Als sicher gilt, dass der Chef der Buchholzer SPD, Remo Rauber, im Mai antreten will. Er ist Mitarbeiter in der Tiefbauabteilung der Stadt und würde bei einer Wahl zum Bürgermeister einen Riesensprung nach oben machen. Als grüner Kandidat wird Joachim Zinnecker genannt, Fraktionschef der Grünen im Stadtrat und Geschäftsführer einer Tochterfirma von Hamburg Wasser. Der erfahrende Kommunalpolitiker könnte der erste grüne Bürgermeister von Buchholz werden.

Noch steht aber die offizielle Zustimmung der Mitglieder der beiden Parteien aus. Die Buchholzer Grünen werden am morgigen Montag bei ihrer Mitgliederversammlung im Deutschen Haus über die Kandidatur von Joachim Zinnecker entscheiden, am Sonnabend will die örtliche SPD ihren Kandidaten küren. Die Bürgermeisterwahl selbst wird voraussichtlich am 25. Mai 2014 stattfinden. Es ist davon auszugehen, dass keiner der Kandidaten dabei die absolute Mehrheit erreichen wird, so dass drei Wochen später wohl eine Stichwahl ansteht. Dann wird vermutlich der Kandidat der CDU gegen einen der beiden Kandidaten des rot-grünen Lagers antreten.

Gesichert ist bisher nur die Kandidatur von Ronald „Ronny“ Bohn, Makler und Vorsitzender des TSV Sprötze. Er präsentiert sich als Mann der Wirtschaft, hat aber weder Erfahrungen in der Kommunalpolitik noch Verwaltungserfahrung vorzuweisen. Er dürfte chancenlos sein, aber dem konservativen Kandidaten noch Stimmen wegnehmen. Das ist ja auch nicht verkehrt!

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Von Kristian Stemmler

Wat de Bur nich kennt, dat frett he nich… Diese norddeutsche Regel gilt in Buchholz leider zu häufig immer noch, auch wenn man sich noch so bemüht, dem Gemeinwesen ein städtisches und modernes Gepräge zu geben. Speerspitze eines falsch verstandenen Beharrens auf überkommenen Traditionen ist dabei leider immer wieder die lokale CDU, und auch die FDP ist gern dabei, wobei es da wohl eher um die Bewahrung von Pfründen geht. Exemplarisch deutlich wird das mal wieder beim Gutachterverfahren für die Turnhalle an der Grundschule Holm-Seppensen.

Verdienstvollerweise versucht die ebenso engagierte wie kompetente neue Stadtbaurätin von Buchholz, Doris Grondke, einige neue Verfahrensweisen im Bereich der Stadtentwicklung zu installieren. Dazu gehört auch, dass der Wiederaufbau der im Mai 2012 abgebrannten Turnhalle nicht nach Schema F geregelt wird, sondern im Rahmen eines so genannten Hochbaulichen Gutachterverfahren. Dabei legen drei Architekturbüros Entwürfe für die geplante !,5-Feld-Halle vor, und in einem festgelegten Verfahren wird der beste Entwurf herausdestilliert.

Das Spannende daran ist unter anderem, dass eine Jury über die Entwürfe entscheidet, eine Jury, der neben Grondke, Bürgermeister Wilfried Geiger und dem Ersten Stadtrat Jan-Hendrik Röhse acht Mitglieder des Stadtrates (auch der Autor) und die freien Architekten Günter Wilkens (Hamburg) und Prof. Kay Marlow (Hannover) angehören. Die Jury wird von Sachverständigen beraten, darunter unter anderem die betroffenen Fachbereichsleiter, die Schulleiterin der Mühlenschule, Beate Trützschler, und Norbert Vietheer von der Arbeitsgemeinschaft der Buchholzer Sportvereine.

Ohne zu viel zu verraten, wurde schon bei einem Zwischenkolloquium der Verfahrensbeteiligten Ende Januar deutlich, dass das Gutachterverfahren bei der Buchholzer Verweigererfraktion auf Widerstand stößt. Ich persönlich fand es erstaunlich und erfreulich, dass in der Rathauskantine mal so etwas wie intellektueller Esprit versprüht wurde, was dort ja eher selten vorkommt. Dafür waren vor allem die beiden Architekten Wilkens und Marlow verantwortlich. Aber natürlich ist so etwas den provinziellen Verteidigern des Status quo nicht geheuer.

Über Details der Sitzung darf ich als Jurymitglied natürlich nichts weitergeben, aber die Vorbehalte werden auch in einer öffentlich zugänglichen Anfrage von Bettina Jägersberg, Mitglied der CDU-Fraktion im Ortsrat Holm-Seppensen, deutlich. In ihren zwölf Fragen, die die Verwaltung jetzt beantwortet hat, kann Jägersberg nur schwer bis gar nicht verbergen, dass sie das Gutachterverfahren für überflüssig, zu teuer und vor allem für eine Verzögerung des Baubeginns für die Halle hält – frei nach dem Motto: Diesen neumodschen Kram brauchen wir hier nicht!

So will die CDU-Frau unter anderem wissen, welche Vorteile sich aus dem Verfahren ergeben, warum der Ortsrat nicht informiert wurde, ob aus dem Gutachterverfahren Verzögerungen für die Inbetriebnahme der Halle ergeben und wann mit einem Baubeginn zu rechnen ist. Die Verwaltung antwortet in erfreulicher Klarheit: „Die Vorteile dieses Verfahrens sind evident: Es ermöglicht der Politik und den Nutzern der Halle, im Rahmen der vorgegebenen Bedingungen eine optimierte, wirtschaftlich (finanziell, architektonisch und funktional) machbare Lösung für den Hallenneubau zu finden.‟

Auch die Frage nach der angeblich fehlenden Beteiligung des Ortsrates geht ins Leere. Diese sei längst erfolgt, auch sei der Ortsrat in seiner Sitzung vom 17.10.12 informiert worden. Da hat Frau Jägersberg vielleicht grad gefehlt. Zum Thema Verzögerung heißt es in der Antwort der Verwaltung, wegen der zeitintensiven Schadensregulierung habe das Verfahren erst Anfang 2013 gestartet werden können. Durch das Verfahren werde es jedoch zu keinem Zeitverlust für den Neubau der Halle kommen. Da mit einer Bauzeit von neun Monaten zu rechnen ist, sei davon auszugehen, dass die Halle nicht vor Februar 2014 zur Verfügung steht. An der Sicherung des Trainingsbetriebs des SV Holm-Seppensen werde aber intensiv gearbeitet.

Es ist zu hoffen, dass sich die Verweigerer von CDU und FDP noch eines Besseren besinnen und endlich mal konstruktiv mitarbeiten statt sich ihrer ständigen Klientelpolitik zu widmen. Langsam ist es kaum noch erträglich, wie dreist vor allem die Lobby der Sportvereine ihre Interessen vorträgt. Hier ein Kletterturm, dort ein Kunstrasenplatz und als nächstes noch Sanitärräume mit vergoldeten Wasserhähnen, damit die Tänzer von 08 sich auch wohl fühlen. Irgendwann muss mal Schluss sein – diese Kommune ist kein Selbstbedienungsladen für die Sportvereine!

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