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Porträt RemoVon Kristian Stemmler

Paukenschlag im Vorfeld der Bürgermeisterwahl in Buchholz: Der Kandidat der SPD, Remo Rauber, auch Ortsvereinsvorsitzender seiner Partei, verzichtet auf seine Kandidatur. In einer Presseerklärung nannte Rauber für seinen überraschenden Schritt gesundheitliche Gründe. „Auf ärztliches Anraten habe ich mich dazu entschlossen, auf meine Gesundheit Rücksicht zu nehmen und bin deshalb zu dem Ergebnis gelangt, rechtzeitig diesen Schritt zu vollziehen“, heißt es in der Erklärung. Auch alle seine politischen Ämter, Rauber ist neben seiner Tätigkeit im Vorstand des Ortsvereins noch im Kreistag, wolle er niederlegen. Aufsichtsratschef der Wirtschaftsbetriebe möchte Rauber bleiben.

Nach dieser überraschenden Wendung werden die Karten in Sachen Bürgermeisterwahl neu gemischt. Gegenüber dem Hamburger Abendblatt erklärte Raubers Stellvertreterin im Ortsverein, Silva Seeler, der SPD-Vorstand werde sich so bald wie möglich treffen, eventuell schon an diesem Wochenende. „Wir müssen nun sehen, ob sich ein neuer Kandidat findet oder ob wir den Kandidaten einer anderen Partei empfehlen oder unterstützen werden“, sagte Seeler.

Wenn sich in der SPD kein anderer Kandidat findet, wird die Partei voraussichtlich den von den Grünen nominierten Kandidaten Joachim Zinnecker unterstützen. Damit stände das rot-grüne Lager plus Buchholzer Liste (und meiner Wenigkeit) geschlossen hinter Zinnecker, der als aussichtsreichster Herausforderer des konservativen Kandidaten gilt. Sowohl bei den Grünen als auch in Teilen der SPD hatte es zuletzt einigen Unmut gegeben, weil mit Raubers Aufstellung das rot-grüne Lager gespalten worden sei.

Spannung verspricht die Kandidatenkür im konservativen Lager, die am kommenden Freitag bei der Mitgliederversammlung der Buchholzer CDU abgeschlossen wird. Eine Findungskommission hatte den Ersten Stadtrat, Jan-Hendrik Röhse, erwählt, an das Votum sind die Mitglieder aber nicht gebunden. Röhse hat inzwischen ernstzunehmende Konkurrenten, vor allem Karin Gedaschko, Frau des früheren Landrats und Hamburger Senators Axel Gedaschko.

Karin Gedaschko hat mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Verwaltung. Die Juristin ist Dezernatsleiterin bei der Polizeiinspektion Lüneburg im Rang einer Oberregierungsrätin. 15 Jahre lang war sie CDU-Fraktionschefin im Ortsrat Holm-Seppensen, sie ist Mitglied des Kirchenvorstands der Martin-Luther-Gemeinde in Holm-Seppensen, lebt seit mehr als 25 Jahren in dem Buchholzer Ortsteil. Dem Nordheide Wochenblatt sagte Gedaschko, sie wolle „jahrelange Verkrustungen“ im Stadtrat aufbrechen, stehe für einen Neuanfang.

Weitere Herausforderer von Röhse sind CDU-Ratsherr Ralf Becker aus Steinbeck, der als Prokurist im Vertrieb der Ostfriesischen Teegesellschaft (OTG) arbeitet, und CDU-Ratsfrau Sigrid Spieker, die in einer Dienstleistungsfirma der Krankenhaus Buchholz und Winsen gem. GmbH Chefin von 79 Angestellten ist. Nach Ansicht des buchholzblogs tut sich die CDU den größten Gefallen, wenn sie Röhse nominiert, da er der aussichtsreichste (und profilierteste) Gegenkandidat von Zinnecker sein dürfte.

Soviel Gedränge auf der „Startbahn“ wie diesmal dürfte es im Vorfeld einer Bürgermeisterwahl in Buchholz wohl noch nicht gegeben haben. Denn neben den Kandidaten der Parteien wollen auch noch vier Einzelkandidaten antreten. Sicher ist die Kandidatur des Maklers Ronald Bohn, der extra aus der FDP ausgetreten ist, um seine Unabhängigkeit zu beweisen. Von Betriebsrat Uwe Schulze, dem Gleisbauer Christian Thal und dem bunten Vogel Erich Romann fehlen noch die 190 Unterschriften, die für eine Kandidatur benötigt werden. Schulze und Bohn ist bei der Wahl am 25. Mai durchaus ein Achtungserfolg zuzutrauen.

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