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Das Redaktionskollektiv des buchholz express grüßt die Antifa – viel Erfolg für morgen!

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Von Kristian Stemmler

Die Gegendemonstration zur Kundgebung der Neonazis am Sonntag im Buchholzer Zentrum soll auf dem Peets Hoff (Platz hinter der Buchholz Galerie) stattfinden – unter dem Motto „Buchholz zeigt Gesicht“. Wie die Stadt am Donnerstagnachmittag mitteilte, ruft der Buchholzer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) alle Buchholzerinnen und Buchholzer auf, dort „gegen Rechtsextremismus und Gewalt“ zu demonstrieren (Beginn 13.30 Uhr).

Organisiert wird die Kundgebung vom Bündnis gegen Rechts, in dem sich Stadt, Gewerkschaften, die im Rat vertretenen Parteien, Kirchen, Verbände, Vereine und Organisationen bereits 2009 zusammenschlossen „Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, ein wirksames Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen“, appellierte Röhse. Auf der Kundgebung werden der Bürgermeister selbst und Bea Trampenau von der der Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh sprechen.

Offenbar ist damit der Versuch misslungen, die Neonazis von der „Bürgerbewegung Nordheide“ davon abzuhalten, auf dem Marktplatz der Stadt ihre Hetze zu verbreiten. Immerhin konnte wohl verhindert werden, dass sie direkt neben dem im Januar eingeweihten Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes demonstrieren. Auf dem Facebook-Account der „Bürgerbewegung“ heißt es dazu:

„Das Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt und Polizei ist gelaufen. Wir können jetzt schon einen kleinen aber wichtigen Sieg verzeichnen, da die Antifa und anderen Willkommensklatscher aus der Fußgängerzone vertrieben wurden und sie ihre Veranstaltung zwischen Galerie und Famila bzw Poststraße abhalten dürfen.“ Man müsse den Ort der Kundgebung nur leicht Richtung Thomasweg versetzen, „damit die Polizei die Sicherheit, wie sie sagen voll gewährleisten kann“.

Die Stadt veröffentlichte einen Aufruf für die Gegenkundgebung, den der buchholz express im folgenden in voller Länge dokumentiert. Der Aufruf soll als Flyer am Sonnabend auf dem Wochenmarkt verteilt werden und einen Hinweis auf Englisch für Flüchtlinge enthalten. Der Text des Aufrufs:

„Buchholz zeigt Gesicht – Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt

Buchholzerinnen und Buchholzer, die im Rat vertretenen Parteien, Stadtrat, Verwaltung, Kirchenvertreter, Gewerkschaften, Organisationen und Jugendgruppen rufen für Sonntag, 3. April, auf zur Demonstration unter dem Motto „Buchholz zeigt Gesicht – Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt“. Die Kundgebung beginnt um 13.30 Uhr auf dem Peets Hoff.
Unter dem irreführenden Titel „Bürgerbewegung Nordheide“ wollen rechtsradikale Aktivisten in unserer Stadt ihre Ideologie verbreiten und gegen Flüchtlinge und Migranten hetzen. Wir stehen für:

• Freiheit • Grundrechte • Demokratie • Menschenwürde • Toleranz • Religionsfreiheit • Selbstbestimmung • Emanzipation • Menschenrechte

Ausländerhetze und Angstmacherei stellen wir uns entgegen. Wir nehmen die Menschen in Schutz, die Schutz brauchen und suchen. Wir wollen zeigen, dass Buchholz ein anderes Gesicht hat und die Buchholzer Bürgerinnen und Bürger für Freiheit, Toleranz, Weltoffenheit und eine bunte Willkommenskultur stehen.“

Und so lautet der Hinweis für die Flüchtlinge (und die deutsche Übersetzung):

„What happens on Sunday

Next Sunday, 3rd April, a group of people who hate foreigners is planning to hold a demonstration in the centre of Buchholz. A broad alliance of democratic forces has come together to oppose this demonstration.People from Buchholz, along with the town authorities, all the political parties represented in the town council, trade unions, churches, associations and organisations, will join together to demonstrate for a culture of welcome, democracy, tolerance and diversity. We say, Refugees are Welcome in Buchholz!“

Was am Sonntag passiert

Für den kommenden Sonntag, 3. April, haben Fremdenfeinde eine Demonstration in der Buchholzer Innenstadt angekündigt. Gegen diese Kundgebung gibt es ein breites Bündnis der demokratischen Kräfte. Gemeinsam werden Buchholzerinnen und Buchholzer, Stadtverwaltung, Gewerkschaften, die im Rat vertretenen Parteien, Kirchen, Verbände, Vereine und Organisationen für Willkommenskultur, Demokratie, Toleranz und Vielfalt demonstrieren. In Buchholz sind Flüchtlinge willkommen!“

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So war es vor sechs Jahren: machtvolle Demo gegen die Kundgebung der Nazis.

 

Von Kristian Stemmler

Gelingt es den Neonazis der Region am kommenden Sonntag nach sechs Jahren wieder im Zentrum von Buchholz ihre Hetze zu verbreiten? Wie der Pressesprecher der Stadt Buchholz, Heinrich Helms, bestätigt, haben für diesen Tag um 14 Uhr Vertreter der „Bürgerbewegung Nordheide“ eine Kundgebung unter dem Motto „Asylflut stoppen!“ für die Fußgängerzone angemeldet. Doch der Protest formiert sich bereits, trotz der kurzen Vorlaufzeit. Auch die Polizei bereitet sich vor, um mögliche Ausschreitungen zu verhindern.

Mittlerweile ist noch eine zweite Kundgebung angemeldet, ebenfalls in der Fußgängerzone, Anmelder ist nach Helms‘ Angaben die antifaschistische Begegnungsstätte Heideruh aus Holm-Seppensen. Es kann davon ausgegangen werden, dass sich politische Parteien, die Kirchen, das „Bündnis für Flüchtlinge“ und andere diesem Protest anschließen. Die Antifa mobilisiert überregional über das linke Portal linksunten.indymedia.org, sie will den Aufmarsch der Nazis verhindern.

Schon aus Sicherheitsgründen müssen die beiden von der „Bürgerbewegung Nordheide“ und Heideruh angemeldeten Kundgebungen in einem gewissen Abstand stattfinden. Daher könnte der „Bürgerbewegung“, hinter der die faschistische Aktionsgruppe (AG) Nordheide des Buchholzer Ex-Soldaten Denny Reitzenstein und der Alt-Nazi Wolfram Schiedewitz aus Seevetal stecken, die Auflage gemacht werden, nicht direkt im Zentrum zu demonstrieren. Wobei die rechtliche Lage kompliziert ist.

Vor sechs Jahren, auf den Tag genau, nämlich am 3. April 2010, haben die Nazis zuletzt in Buchholz demonstriert, die NPD hatte die Demo unter der Überschrift „Gegen Ausländerkriminalität!“ angemeldet. Damals gelang es, die Nazis auf die andere Seite der Bahnlinie zu verbannen, weil es sich um einem Sonnabend handelte, also einen Markttag und parallel eine Veranstaltung mit Kindern in der Empore stattfand. Da die rechte Demo diesmal für einen Sonntag angemeldet ist, sind ein Verbot oder eine Verlegung schwieriger durchzusetzen.

Auf dem Buchholzer Rathausplatz kam es vor sechs Jahren zu einer machtvollen Gegendemonstration hunderter Nazi-Gegner, während sich am Bahnhof nur ein Häuflein Rechter versammelte. Damals war die Vorlaufzeit für eine Mobilisierung allerdings auch deutlich länger. Diesmal ist das Vorhaben der Nazis erst wenige Tage vor ihrer Kundgebung öffentlich geworden.

Ob es wie vor kurzem in Hittfeld, wo die „Bürgerbewegung Nordheide“ zum ersten Mal unter diesem Namen auftrat, zu Auseinandersetzungen zwischen Antifa und Nazis kommt, ist ungewiss. Es kann davon ausgegangen werden, dass die Antifa auf jeden Fall verhindern will, dass die Nazis direkt am Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes auf dem Marktplatz, das am 27. Januar eingeweiht wurde, ihre Hetze verbreiten. Das Ziel der Nazis wiederum dürfte sein, genau diesen symbolischen Ort zu besetzen.

Der Aufruf der Antifa auf linksunten.indymedia.org steht unter der Überschrift „Neonazi-Kundgebung in Buchholz verhindern“. In dem Aufruf werden die Zugverbindungen von Hamburg und Bremen explizit genannt, die Antifa will sich um 13 Uhr an der Poststraße treffen, also eine Stunde vor Beginn der Versammlung der Nazis. Wörtlich heißt es im Aufruf: „Egal ob in Buchholz oder woanders, gilt es sich den Nazis und Rassist*innen in den Weg zu stellen und ihre menschenfeindliche Propaganda zu unterbinden.“

Wie schon der buchholz express weist auch die Antifa auf die Strategie der Nazis hin: „Die Bürgerbewegung Nordheide ist ein Versuch der Neonazi-Kameradschaft AG Nordheide Rassist*innen abseits der Neonaziszene anzusprechen. Seit drei Jahren versuchen die Neonazis der AG Nordheide mit spontanen Aktionen und Störungen von Infoveranstaltungen gezielt im bürgerlichen Spektrum rechte Propaganda zu verbreiten. Führender Kopf der Kameradschaft ist der Buchholzer Denny Reitzenstein, der seit langem versucht neonazistische Strukturen aufzubauen, wie die Kameradschaft Buchholz oder die AG Nordheide.“

Aktuell hängen sich Reitzenstein & Co. an den Protest gegen die geplante Flüchtlingsunterkunft auf der Jordanfläche. Sowohl auf dem Facebook-Account der „Bürgerbewegung“ als auch auf der Homepage seiner AG Nordheide greift er die aktuelle Berichterstattung des Nordheide Wochenblattes über ein Anfrage des CDU-Ratsherren Klaus Gütlbauer auf. Gütlbauer will mit der Anfrage die Umstände des Verkaufs der Fläche an den Investor Holger Cassens aufklären.

Die Polizei bereitet sich derweil darauf vor, Auseinandersetzungen zwischen den Nazis und der Antifa zu verhindern. „Wir werden mit ausreichenden Kräften vor Ort sein“, sagte Lars Nickelsen, der Sprecher der Polizeiinspektion Buchholz, dem buchholz express. Zu Details der Lageeinschätzung wolle er sich nicht äußern, die Polizei mache sich aber, wie immer bei solchen Einsätzen, ein genaues Bild der Lage.

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So mobilisieren die Nazis der Aktionsgruppe Nordheide für die Demo am Sonntag.

So mobilisieren die Nazis der Aktionsgruppe Nordheide für die Demo am Sonntag.

Von Kristian Stemmler

Es war absehbar. Vor dem Hintergrund zunehmender Erfolge der protofaschistischen Alternative für Deutschland (AfD) und der hysterischen Diskussion um das Thema Flüchtlinge fühlen sich auch die Neonazis in der Region ermutigt, ihre Hetze gegen Flüchtlinge zu verschärfen. Nach Jahren wollen sie sich jetzt wieder in Buchholz auf die Straße trauen – aber im Internet wird bereits zur Gegenwehr aufgerufen.

Offenbar um genau diese Gegenwehr so gering wie möglich zu machen, ist das Vorhaben erst jetzt bekannt gemacht worden. Die Fakten: Ein „Bürgerbündnis Nordheide“, hinter dem offensichtlich Nazis aus Buchholz und dem Landkreis stecken, mobilisiert aktuell über seine Facebook-Seite und die Seite der Aktionsgruppe (AG) Nordheide für eine Kundgebung am kommenden Sonntag um 14 Uhr in der Buchholzer Fußgängerzone – Motto: „Asylflut stoppen!“.

Bei der „Bürgerbewegung Nordheide“ handelt es sich offenbar um eine Art Tarnorganisation, hinter der Nazis der Region stecken, vermutlich vor allem Denny Reitzenstein von der AG Nordheide und sein Umfeld. Der Name folgt der Strategie der Nazis, sich als Stimme des Volkes, also aller Bürger zu gerieren, zudem den Anschein einer großen Organisation (Bewegung) zu erwecken und Vorbehalte der Bevölkerung gegen Faschisten und ihre Parolen aufzuweichen.

Soweit sich das feststellen lässt, tauchte die „Bürgerbewegung“ Anfang Februar zum ersten Mal auf. Für den 6. Februar mobilisierte sie zu einer Kundgebung nach Hittfeld unte der Überschrift „Die Sicherheit in Seevetal und Deutschland – die Ein-Prozent-Idee“. Hauptredner war der einschlägig bekannte Nazi Wolfram Schiedewitz.

Dank des deutlichen Protestes von Gegendemonstranten aus Parteien und Antifa geriet die Kundgebung allerdings zum Rohrkrepierer (der buchholz express berichtete). Schiedewitz redete, gestört von einem Pfeifkonzert, vor einem Ehepaar mit zwei kleinen Kindern. Durch massive Interventionen wurde verhindert, dass weitere Neonazis zu der Demo stoßen konnten.

Seit Mitte Februar ist die Facebook-Seite der „Bürgerbewegung“ online. Nach demselben Muster wie der Twitter-Account und die Homepage der AG Nordheide wird dort seitdem gegen Flüchtlinge gehetzt und für Demos von Nazi-Gruppierungen mobilisiert. Erstes großes Thema der Seite war der geplante Bau einer Flüchtlingsunterkunft auf der Jordanfläche, über die der Stadtrat von Buchholz am 16. Februar entschied.

So mobilisierte die Seite auch zur Informationsveranstaltung über das Vorhaben in der Waldschule am 23.2. Kurz nach der Veranstaltung erschienen auf dem Facebook-Account der „Bürgerbewegung“ Fotos und ein Bericht von dem Abend in der Waldschule, die vermutlich von Reitzenstein und Konsorten angefertigt wurden. Die saßen nämlich in einer Gruppe von sechs, sieben Leuten im Publikum und twitterten bereits fleißig während der Veranstaltung.

Die Vermutung liegt nahe, dass Reitzenstein den Account bestückt, vielleicht hat er ihn eingerichtet, nachdem Facebook-Accounts der AG geschlossen worden waren. Mit einem länglichen Text wird die Kundgebung am Sonntag auf Reitzensteins Homepage beworben. Dort heißt es: „Es ist soweit und nach 6 Jahren können wir endlich bekannt geben, dass es in Buchholz wieder eine politische Veranstaltung stattfinden wird. Die Bürgerbewegung Nordheide lädt alle Bürger des Landkreises Harburg dazu ein, am 3.4.2016 um 14 Uhr nach Buchholz zu kommen, um ein Zeichen gegen die Asylpolitik und für mehr Sicherheit der Bevölkerung zu setzen.“

Im gewohnten Tonfall wird gehetzt: „Deshalb sehen wir, von der AG Nordheide, es als unsere Pflicht an, die Kundgebung der Bürgerbewegung Nordheide zu unterstützen. Da Buchholz zum Hauptaugenmerk der Flüchtlingspolitik im Landkreis Harburg wurde und somit auch die meisten Migranten dort untergekommen sind… Der Überfremdungswahn in Buchholz wird vor allem durch den Volksverräter und Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse gefördert und durchgesetzt. Wie er schon öfters betont hat, ist es ihm egal was die Bevölkerung vom Überfremdungswahn der Stadt hält und somit haut er jedes geplantes Projekt mit Hilfe des Stadtrates durch.“

In diesem Stil geht es über mehrere Absätze weiter. Natürlich darf auch eine Erwähnung der Terroranschläge von Paris und Brüssel nicht fehlen und der Hinweis auf die angeblich ausufernde „Flüchtlingskriminalität“. Zum Schluss heißt es in dem Aufruf:

„Deshalb ist es wichtig, dass auch endlich die Bevölkerung in der Nordheide aufwacht, gegen das allgemeine Treiben der Politik und für mehr Sicherheit auf die Straße gehen. Zwar werden viele Angst davor haben, rechts abgestempelt oder sogar als „Nazi“ bezeichnet zu werden. Wer sich aber die ganzen bürgerlichen Demo in Deutschland anschaut, wird sehen es handelt sich nicht um eine sogenannte „Nazi“-Demo, sondern um eine Demo oder Kundgebungen vom Volk fürs Volk.“

Diese Strategie dürfte nicht aufgehen, denn selbst AfD-Anhänger sind nicht so blöd, nicht zu merken, dass sie es bei der „Bürgerbewegung Nordheide“ mit beinharten Nazis zu tun haben. Nichtsdestotrotz darf die Kundgebung der Nazis am Sonntag nicht unbeantwortet bleiben. Jetzt sind die bürgerlichen Parteien von Buchholz ebenso gefordert wie vor allem die Antifa.

Übrigens: Der buchholz express hatte bereits vor der Entscheidung des Stadtrats zum Projekt auf der Jordanfläche gewarnt, dass das Vorhaben, so wie es kommuniziert wurde, zur Steilvorlage für Nazis und Xenophobiker werden würde.

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Hittfeld/Buchholz (be) – In Hittfeld ist es am Sonnabend Gegendemonstranten und der Antifa gelungen, eine Demo von Nazis massiv zu stören. Sie konnten verhindern, dass Rechte zum Ort der Demonstration – dem Edeka-Parkplatz in Nachbarschaft zum Rathaus – vorstießen, so dass am Ende lediglich drei Erwachsene daran teilnahmen, die übrigens nicht davor zurückgeschreckt hatten, zwei Kinder zur Kundgebung mitzuschleppen. Im Ort kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Antifa und Nazis.

Die Demonstration war vom Vorsitzenden des revisionistischen Vereins „Gedächtnisstätte e. V.“, dem Seevetaler Landschaftsplaner Wolfram Schiedewitz, angemeldet worden – im Zeichen der so genannten „Ein-Prozent-Bewegung“. Diese Initiative, hinter der durchgeknallte Nazis und „Neurechte“ stecken wie Jürgen Elsässer und Götz Kubitschek, ist der erneute Versuch, ein Netzwerk aufzubauen und unter Instrumentalisierung der Flüchtlingsfrage faschistische Ideen hoffähig zu machen.

In Hittfeld war die Nazi-Demo mit Flyern beworben worden, für die der Verdener Nazi und NPD-Kader Rigolf Hennig verantwortlich zeichnete. Hennig trat unter anderem durch die Leugnung des Holocaust in Erscheinung. Eine Gegendemo hatten Grüne/Bündnis 90 und Die Linke angemeldet, mobilisiert worden war dafür auch von der Friedensgruppe Nordheide. Parallel protestierten rund 120 Antifaschist*innen auf dem Edekaparkplatz, um sich gegen die rassistische Hetze zu stellen.

Kurz nach Beginn der Nazi-Demo versuchten weitere Nazis zu der Kundgebung zu gelangen. Ein Kleinbus aus Lüneburg sei auf den Parkplatz gefahren, so berichtet das Internetportal linksunten.indymedia.org, zwei mit Holzlatten bewaffnete Neonazis seien aus dem Wagen gesprungen, um die Antifaschist*innen zu attackieren. Dies sei aber misslungen.

In der Meldung der Polizeiinspektion Harburg heißt es, Gegendemonstranten hätten den Kleinbus attackiert, bei den anschließenden Auseinandersetzungen sei die Polizei dazwischen gegangen, habe den Kleinbus dann vom Parkplatz eskortiert. Auf linksunten.indymedia.org hieß es, die Polizei habe Manfred Börm, einen Neonazi-Kader aus Lüneburg und Mitglied des NPD-Bundesvorstandes, in Gewahrsam genommen, „nachdem dieser eine*n Antifaschist*in angegriffen hatte“.

In Hittfeld sei die Anreise weiterer Neonazis verhindert worden. An einer Tankstelle seien der Führungskader Thomas Wulff gesichtet, ebenso der Buchholzer Denny Reitzenstein sowie zwei weitere Neonazis der von ihm angeführten Kameradschaft AG Nordheide. Interessanterweise ist weder auf dem Twitter-Account der AG Nordheide noch auf der Homepage der Gruppe, die sonst rege bestückt werden, ein Wort zur Demo zu lesen. Offenbar empfinden die Nazis es als Niederlage, dass sie nicht demonstrieren konnten.

Die Kundgebung von Schiedewitz sei durch die hinzugezogene Hundertschaft der Bereitschaft aus Oldenburg durchgesetzt. Die Polizei sprach von insgesamt 75 eingesetzten Beamten. Der Redebeitrag von Schiedewitz vor seinen zwei Spießgesellen und den beiden Kindern ging im übrigen in Pfiffen unter. Insgesamt, so vermeldet die Polizeiinspektion Harburg, habe sie zehn Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Sieben Menschen hätten leichte Verletzungen erlitten.

Fotos vom Sonnabend unter http://recherche-nord.com/gallery/2016.02.06.html

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Buchholz (kst) – Die Polizeiinspektion Harburg hat jetzt den Steinwurf auf eine Kneipe in Buchholz bestätigt, von dem der buchholz express bereits vor einigen Tagen berichtet hatte. Und zwar hat die Polizei einen Zeugenaufruf zu dem Vorfall veröffentlicht. Potenzielle Zeugen sollen sich beim Staatsschutz melden, das ist die Abteilung der Polizei, die sich um Delikte mit politischem Hintergrund kümmern soll.

Aus der Meldung, die vom Nordheide Wochenblatt natürlich wieder einmal eins zu eins übernommen wurde, gehen die Hintergründe allerdings nicht hervor. Es heißt da lediglich, eine „bislang unbekannte Gruppe von sieben bis acht Personen“ habe sich in der Nacht zum 11. Januar vor der Musikkneipe „Empire“ an der Bremer Straße aufgehalten. Gegen 1.10 Uhr habe eine Person aus der Gruppe einen Stein gegen ein Fenster geschleudert, ein Gast sei durch Splitter leicht verletzt worden.

Laut Zeugenaussagen seien die Personen vermummt gewesen und sollen „aus der linken Szene stammen“, schreibt die Polizeiinspektion weiter. Da fragt sich der unbefangene Leser doch gleich, wie man nachts Vermummte erkennen will. Die Polizei berichtet nicht, dass von dem Vorfall zuerst auf dem Twitter-Account der Nazigruppe AG Nordheide die Rede war und es dort hieß, der Angriff habe zwei „Nationalisten“ gegolten, also Nazis, die sich mit Freunden in der Kneipe aufhielten.

Dass es sich also möglicherweise um eine Auseinandersetzung zwischen Antifa und Nazis handelte, wird hier bewusst verschwiegen. Denn merke: Nazis gibt es in Buchholz nicht, und wir wollen das Thema ja auch nicht hochschreiben! Der buchholz express meint: Ein Problem wird nicht dadurch kleiner, dass man es verschweigt. Und der Wirt vom „Empire“ sollte sich genau ansehen, wen er in seiner Kneipe so bewirtet…

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Anzeige Priebke WochenblattVon Kristian Stemmler

Das darf doch nicht wahr sein! Im Nordheide Wochenblatt vom morgigen Mittwoch, das bereits im Internet abrufbar ist, erscheint eine Todesanzeige für den vor kurzem in Italien verstorbenen NS-Kriegsverbrecher Erich Priebke – aufgegeben von den Neonazi-Gruppierungen „Nationaler Widerstand Tostedt“ und „Nationaler Widerstand Unterelbe“. Ein Skandal!

In der zweispaltigen Anzeige, die zwischen den üblichen Todesanzeigen für Verstorbene aus der Region steht, ist lediglich der Name Erich Priebke mit Geburts- und Todesdatum aufgeführt, daneben steht ein Zitat von Gorch Fock: „Die Toten sind nicht tot, sie gehen mit uns, unsichtbar sind sie nur, unhörbar ist ihr Schritt.“ Darunter heißt es: „In tiefer Trauer NW Tostedt/NW Unterelbe“.

Angesichts dieser Anzeige, die dem Autor sofort ins Auge gefallen ist, fragt sich: Hat hier die Anzeigenabteilung geschlafen und nicht gesehen, wer der Verstorbene ist und wer die Anzeige aufgegeben hat? Oder hat man die Anzeige trotz des Wissens um den Hintergrund angenommen? Das eine wie das andere ist ein Skandal!

Der Name Erich Priebke ist zuletzt nicht nur in sämtlichen Nachrichten erwähnt worden, es bedarf auch nur einiger Klicks im Internet, um sowohl seine Bedeutung wie auch die Bedeutung der Kürzel „NW Tostedt“ und „NW Unterelbe“ zu ermitteln. So heißt es auf einer Homepage der Antifa: „In der Gruppierung NW Tostedt tummeln sich die politisch aktiveren Neonazis. Die Mitglieder des NW Tostedt besuchen regelmäßig Aufmärsche und Kundgebungen und treiben die Radikalisierung der rechten Szene maßgeblich voran.“

Der „Nationale Widerstand Tostedt“ hat auch eine eigene Homepage, auf der aktuell eine unerträgliche Relativierung der Verbrechen von Erich Priebke veröffentlicht wurde. In dem Beitrag heißt es unter der Überschrift „Seine Ehre hieß Treue“: „Das Schicksal wollte es, dass er durch einen Führerbefehl an der Vergeltungsaktion für einen feigen kommunistischen Anschlag, der 33 deutsche Soldaten und eine große Zahl unbeteiligter italienischer Zivilisten tötete, teilnehmen musste.“

Und weiter: „Kein Soldat auf der Welt, der die Regeln der Kampfsittlichkeit verinnerlicht hat, erschießt gerne zivile Geiseln. Dazu wird man abkommandiert. Kein Soldat auf der Welt kann sich einem solchen Befehl entziehen. Schon gar nicht, wenn der Befehl vom Staatsoberhaupt und Obersten Kriegsherren nachdrücklich erteilt wird.“ Und schließlich: „Jüdische Organisationen, die seit Jahrzehnten jeden kleinen Gefreiten mit biblischer Rachesüchtigkeit ausgraben, um ihn vor Gericht zu zerren, damit die Propagandakampagnen gegen unser Vaterland nicht ins Stocken geraten, hatten auch Priebke im Visier.“

Tatsächlich hat Erich Priebke unbestritten an der Erschießung von 335 Zivilisten in einem unbenutzten Steinbruchgelände nahe Rom, den Ardeatinischen Höhlen, teilgenommen. Nach einem Anschlag des italienischen Widerstands auf deutsche Soldaten des SS-Polizeiregiments „Bozen“ hatte die deutsche Armeeführung in Italien beschlossen, für jeden der getöteten 33 deutschen Soldaten zehn unbeteiligte italienische Passanten zu töten.

Die höheren Offiziere der SS, darunter auch Priebke, bildeten die Erschießungskommandos auf dem Steinbruchgelände, und erschossen die ersten zwölf Opfer eigenhändig. Priebke führte anschließend wahrscheinlich die Liste, von der die Italiener nach ihrer Erschießung gestrichen wurden. Dies alles ist auf wikipedia nachzulesen, ebenso wie diese Feststellung: „Priebke blieb zeitlebens überzeugter Nationalsozialist und zeigte keine Reue für das Massaker.“

Egal ob es ein Versehen oder Absicht war, in diesem Fall ist eine Erklärung und Entschuldigung der Führung des Wochenblatt-Verlages fällig. Das ist ein Skandal ersten Ranges!

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