Osterdeko

https://linksunten.indymedia.org/de/node/206906

Von Kristian Stemmler

Kürzlich am Stadtwald gleich hinterm Krankenhaus. Aus Richtung Südost ist lautes Rotorengeräusch zu hören, der Rettungshubschrauber vom ADAC rauscht heran, geht auf dem Landplatz herunter. Zwei Passantinen, die mit Hund gerade in den Wald aufbrechen wollen, verfolgen die Landung, schauen einander an und werfen die folgende Frage auf: „War das heute das zweite oder dritte Mal?“

Tatsächlich ist offenbar nicht nur für die Anwohner des Buchholzer Krankenhauses der Lärm eines anfliegenden Hubschraubers zu einer ungeliebten Gewohnheit geworden. Auch in benachbarten Teilen der Stadt ist kaum zu überhören, dass die Helis nicht gerade selten die Klinik anfliegen. Wir erinnern uns: Die Anlage des Hubschrauberlandesplatzes ist im Juni 2013 mit der Behauptung durch die kommunalen Gremien gebracht worden, dass er eher selten angeflogen würde. Wurden die Buchholzer von der Krankenhaus-Führung verarscht?

Vor dem Stadtplanungsausschuss erklärte der Geschäftsführer des Krankenhauses Buchholz, Norbert Böttcher, damals, der Landesplatz sei notwendig, um den Status des Krankenhauses zu sichern. Sein Haus habe technisch in den letzten Jahren aufgerüstet, stelle inzwischen die Notfallversorgung für den gesamten westlichen Landkreis und die stationäre Versorgung von mehr als 150.000 Menschen sicher. Auf Betreiben des Sozialministeriums habe man einen Masterplan für die Weiterentwicklung der Klinik vorgelegt, eine Bedingung für die Weiterentwicklung sei eine Landemöglichkeit für Rettungshubschrauber.

Zwar würden keine Verletzten oder Erkrankten mit dem Hubschrauber nach Buchholz geflogen, so Böttcher weiter, aber es komme vor, dass in Notfällen Patienten vom Krankenhaus mit dem Hubschrauber nach Hamburg gebracht werden müssten. Bisher habe es einen Landeplatz bei der Buchholzer Feuerwehr gegeben. Der müsste aber wegen einer Änderung der gesetzlichen Anforderungen für viel Geld technisch angepasst werden. Auch die Krankenhäuser in Winsen, Lüneburg, Rotenburg und Buxtehude hätten Hubschrauberlandeplätze.

Was die Lärmemissionen durch die Hubschrauberlandungen und -starts anging, versuchten Böttcher und anwesende Gutachter etwaige Bedenken zu zerstreuen. Böttcher sprach von drei Landungen und Starts im Jahr, der Gutachter vom Hamburger Planungsbüro Argus von maximal 15 Flügen im halben Jahr bis zum Jahr 2023. Bei der Planung sei berücksichtigt worden, dass ein Gebiet, in dem 55 Dezibel (A) am Tag überschritten wird, von Wohnbebauung freizuhalten ist. Landungen und Starts in der Nacht würden die absolute Ausnahme sein, mit einem Spitzenpegel von 75 bis 80 dB (A) sei aber auch diese Belastung hinnehmbar.

Tja, was soll man davon halten? Der subjektive Eindruck spricht dafür, dass Böttcher die Öffentlichkeit damals getäuscht hat, um seinen Landeplatz zu bekommen. Vielleicht wusste er es damals auch nicht besser, was bei einem solchen Cleverle aber unwahrscheinlich ist. Jedenfalls wäre dies ja vielleicht mal ein Thema für das Nordheide Wochenblatt oder den einen oder anderen Ratspolitiker.

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Der Übersee-Club an der Hamburger Binnenalster ist eine Institution mit großer hanseatischer Tradition. Auf deutsch: Wie an vielen anderen Orten in der Metropole der Gilettefressen treffen sich hier reiche Arschlöcher, um ihr Vermögen und ihre Macht zu festigen und zu mehren. Leute, die den Hals nicht vollkriegen können, halt!

Bei einer kleinen Mahlzeit, sagen wir mal: marinierte Schwarzwurzeln in Rhabarbervinaigrette oder Sauerkrautschaumsüppchen mit Fasan und Trauben, klopfen sich die Geldsäcke gegenseitig ab, versichern einander, wie ehrbar sie sind, und verabreden das eine oder andere Geschäftchen. Manus manum lavat, sagten die alten Lateiner, eine Hand wäscht die andere. Der inoffizielle, aber gar nicht so geheime Artikel 1 des Grundgesetzes im real existierenden Brachialkapitalismus.

Natürlich sagt man das nicht laut, sondern gibt sich als Wohltäter aus. Eiskalt abkassieren, und dann den Warmherzigen geben, keiner kann das besser als die Hamburger Pfeffersäcke. Der Übersee-Club trete „seit jeher für klare Werte und Ziele“ ein, wird in der Eigendarstellung behauptet – was ja auch stimmt, nur dass man die wahren Werten und Ziele nicht benennt, sondern von „sozialem und gesellschaftlichem Engagement“ faselt. Tatsächlich stellen Kapitalisten aus der obersten Etage des Systems und ihre Speichellecker aus Politik, Kultur und Wissenschaft hier Weichen. Ihrer eigenen Klasse zu Frommen selbstverständlich.

Das goldverzierte Protzgebäude des Übersee-Clubs, in dem nur die rund 2300 Mitglieder des Vereins (darunter etwa 200 Frauen) und gelegentliche Gäste Zutritt haben, liegt am Neuen Jungfernstieg, nur ein paar hundert Meter vom Hotel Vier Jahreszeiten entfernt. Da treibt sich dasselbe asoziale Gesindel rum. An dieser Straße, nur einen Steinwurf von der roten Zone entfernt, kann man wirklich eine Menge reiche Leute treffen. Am 20. März referiert im Übersee-Club übrigens der grün angestrichene Reaktionär Boris Palmer, Oberbürgermeister von Tübingen. Der freut sich bestimmt über Besuch. Aber nicht vergessen: Im Übersee-Club herrscht Krawattenzwang!

Kommando Jaja Diabi, Hamburg, 8. März 2017

G 20, wir kommen! Zieht Euch warm an!

Veröffentlicht: 2017-03-08 in Politik

Ein Verkehrsteilnehmer meldete heute (3.3.2017), gegen 3:00 Uhr einen brennenden Schaltkasten an einer Mautstation auf der Fahrbahn in Richtung Hamburg, etwa in Höhe der Ortschaft Nenndorf. Polizisten, die den Einsatzort erreichten, löschten den brennenden Schaltkasten mit einem Feuerlöscher ab. Aufgrund der Spurenlage ist davon auszugehen, dass jemand zunächst den Schaltkasten aufhebelte und im Anschluss Feuer darin legte. Die Motivation ist unklar. Der Sachschaden beläuft sich auf rund 1000 EUR.

Liebe Polizei, über die „Motivation“ könnt Ihr hier mehr lesen:

https://linksunten.indymedia.org/de/node/205505