Feeds:
Beiträge
Kommentare

Archive for the ‘Kommentare’ Category

Von Kristian Stemmler

Alle sind gleich vor dem Gesetz, einiger aber gleicher – das ist offenbar auch in Buchholz so. Während beim Stadtfest wie üblich um Mitternacht Schluss war, um die Ohren und Nerven der Anwohner zu schonen, durfte das Team 412 bis tief in die Nacht die halbe Stadt beschallen. „Und wenn am Samstag die Lichter der Stadt ausgehen, zünden wir für euch die Aftershow-Bombe in der Schützenhalle Buchholz und rocken mit euch die Dunkelheit weg“, warb die „Eventagentur“ auf ihrer Homepage für eine Feier in der Nacht zum Sonntag in der Schützenhalle. Nicht nur die Dunkelheit, könnte man ergänzen, vor allem die Nachtruhe rockten die Herrschaften weg, damit ein paar bekloppte Eventhopper sich noch weiter die Kante geben konnten.

Der Autor dieser Zeilen wohnt etwa zwei Kilometer Luftlinie von der Schützenhalle entfernt und wurde nach kurzem Schlummer gegen zwei Uhr von wummernden Bässen geweckt. Diese waren zwar nicht sehr laut, aber deutlich wahrnehmbar und vor allem durch ihre Tiefe sehr unangenehm. Ein Anruf bei der Polizei ergab, dass die Schallquelle offenbar die erwähnte Aftershow-Party war. Diese sei genehmigt und es habe sich auch sonst noch niemand darüber beschwert, da könne man nichts machen, hieß es seitens der Polizei Buchholz.

Da das Wummern mich weiterhin wach hielt, sah ich mich gezwungen, das Fenster im Schlafzimmer zu schließen. Aber auch das half wenig, weil die Bässe auch durch das geschlossene Fenster deutlich wahrnehmbar waren. Von weiteren Anrufen bei der Polizei sah ich ab, um meinen Ruf als ewiger Nörgeler nicht weiter zu befördern und ich davon ausging, dass dort die Bereitschaft, in diesem Fall aktiv zu werden, eher gering ausgeprägt war. Etwa um vier Uhr war dann Schluss mit der Schallemission, entweder weil die Genehmigung dann auslief oder die Party zu ende ging. Irgendwann bin ich eingeschlafen, konnte noch ein paar Stunden schlafen, bevor der nächste Arbeitstag begann.

Die Ankündigung des Teams 412 auf seiner Homepage war nicht übertrieben: „Unsere DJs bringen mit heißen Dance-, Rock- und Electro-Beats selbst die ältesten Kaliber zum Glühen.“ Zum Glühen vor Wut…

Erstens stellt sich die Frage, was sich die Leute antun, die sich stundenlang in der Nähe der Boxen aufgehalten haben, wenn das in zwei Kilometer Entfernung schon dermaßen unangenehm war. Zweitens lässt sich anmerken, dass diese „Beats“ mit Musik nichts zu tun haben. Drittens steht außer Frage, dass es sich hier um einen klaren Verstoß gegen geltende Gesetze gehandelt hat, indem über Stunden die Nachtruhe nachweisbar gestört worden ist. Und viertens sei darauf verwiesen, dass sich das Buchholzer Krankenhaus in unmittelbarer Nähe zur Schützenhalle befindet und das Bassgewummere dort vermutlich manchen Patienten im Schlaf gestört hat.

Meiner Ansicht nach wäre die Polizei verpflichtet gewesen, die Einhaltung der Nachtruhe durchzusetzen, was eventuell ja mit einer Minderung der Lautstärke machbar gewesen wäre. Andererseits ist es sicher richtig, dass die Polizei nicht die Instanz sein kann, die sämtliche Probleme in dieser durchgeknallten Gesellschaft lösen kann, eine Gesellschaft, in der Egoismus und Rücksichtslosigkeit in nie gekannter Weise aufblühen.

Der eigentliche Adressat des Protestes muss aber die Stadt Buchholz sein, denn die betreibt die Schützenhalle, kümmert sich aber offenbar nicht darum, dass dabei auch die Gesetze eingehalten werden – zumindest nicht in diesem Fall. Der buchholzblog wird dran bleiben und seine Leser auf dem Laufenden halten.

Werbeanzeigen

Read Full Post »

Vor dem Hamburger Landgericht wird derzeit der so genannte Elbchaussee-Prozess verhandelt, der sich mit den Ereignissen am ersten Tag des G-20-Gipfels in Hamburg vor gut zwei Jahren befasst. Am frühen Morgen des 7. Juli 2017 waren rund 220 Aktivisten von der Elbchaussee über die Große Bergstraße gezogen und hatten für einigen Glasbruch bei Ikea, Bankfilialen und anderen lohnenswerten Zielen gesorgt. Am Dienstag trat in diesem Verfahren ein interessanter Zeuge auf, wie im Internet zu lesen ist.

Und zwar sagte Folkert Koopmanns aus, der Chef des Konzertveranstalters FKP Scorpio. Der soll laut Nordheide Wochenblatt in Nindorf wohnen, wobei das Wort residieren es wohl besser trifft. Wer bereits mal durch Nindorf gefahren ist, wird sich erinnern, welche imposanten Häuser und Grundstücke sich dort befinden. Leute, die dort wohnen, haben es geschafft und für das Wochenblatt sind das bekanntlich glühende Vorbilder. „Macher“ nennt man sie dort.

So bejubelte das Wochenblatt den Herrn Koopmanns vor kurzem ausführlich dafür, dass er daran beteiligt war, dem grausam nervigen Ed Sheeran zu weiteren Millionen zu verhelfen, indem er seine Tournee durch Europa organisierte. In einem liebedienerischen Interview darf sich der Konzertveranstalter über diese Tournee auslassen und auch ein wenig aus seinem Familienleben erzählen. Am beste könne er zu Hause abschalten, „zuhause mit meiner Frau – und mit meiner Welsh-Black-Herde“, die er seit einigen Jahren gleich neben seinem Haus halte. Ein Mann wie du und ich eben, denn wer genießt nicht seinen Feierabend im Kreise seiner Welsh-Black-Rinder..?!

Natürlich kam in dem Interview mit keinem Wort vor, dass der Herr Koopmanns möglicherweise Dreck am Stecken hat. Dafür berichtete zum Beispiel die taz kürzlich, dass der Mann „im Fokus“ der Hamburger Staatsanwaltschaft steht, und zwar wegen Bestechung. Hintergrund ist der als „Ticketaffäre“ bekannt gewordene Vorgang, der in Hamburg seit Monaten für Schlagzeilen sorgt. Bekanntlich veranstaltete FKP Scorpio ein Open-air-Konzert der Rolling Stone im September im Stadt, kurz nach dem G-20-Gipfel.

Damit dieses Spektakel reibungslos vonstatten gehen konnte, war es offenbar nötig, hier und das das politische und verwaltungstechnische Getriebe zu schmieren. Der Sozi Harald Rösler, damals Chef des zuständigen Bezirksamts Nord, nahm bekanntlich 100 Frei- und 300 Vorzugskarten für das Konzert an und verteilte sie großzügig an „Freunde des Hauses“. Diverse Politiker sind bereits in den Sog der Affäre geraten. Wo aber jemand bestochen wird, ist aber jemand der besticht, stellt die taz zu Recht fest. Daher also steht Koopmanns im Fokus von Ermittlungen.

Deshalb stand er jetzt aber nicht vor dem Landgericht, denn da war er ja nur Zeuge. Denn der Zufall wollte es offenbar, dass er oder seine Firma zu den Geschädigten der Ereignisse an der Elbchaussee am Morgen des 7. Juli 2017 gehörten. Dort gehöre ihm ein Haus, das er gerade für rund 600.000 Euro habe sanieren lassen, heißt es dazu im Netz. Dieses sei damals entglast und mit ein wenig Ruß bedeckt worden. Darüber gab der Herr Koopmanns vor dem Landgericht Auskunft. Glücklicherweise, für ihn zumindest, ist der Gebäudeschaden zu 100 Prozent vom „Opferfonds“ für G-20-Geschädigte übernommen worden.

Pikant an der Sache ist der Zusammenhang zwischen G 20 und Stones-Konzert. Die Behörden hatten den Gipfelgegnern nämlich den Stadtpark für ein großes Camp verweigert, mit der Begründung, die Grünanlagen müssten geschützt werden. Die wurden dann im September 2017 von Stones-Fans zertrampelt. Und für die Behebung der Schäden zahlte wer? Richtig, der Steuerzahler.

Read Full Post »

Vor 100 Jahren wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht brutal ermordet. Die Führung der deutschen Sozialdemokratie weigert sich bis heute, die Verantwortung von Gustav Noske und Friedrich Ebert für diese Taten anzuerkennen. Dazu folgender Beitrag:  https://www.jungewelt.de/artikel/347153.konterrevolution-kein-vergeben-kein-vergessen.html

Read Full Post »

Gerade zu Weihnachten und zum Jahreswechsel leisten sich bürgerliche Medien wie das Hamburger Abendblatt oder das Nordheide-Wochenblatt allgemeine Betrachtungen des menschlichen Umgangs miteinander. So wird gern die wachsende Rücksichtslosigkeit und Ellbogenmentalität beklagt, etwa im Straßenverkehr. Nur: Was die Leitmedien in ihrer geistigen babylonischen Gefangenschaft nicht begreifen oder begreifen dürfen, ist die Tatsache, dass es sich hier um Kollateralschäden des entfesselten Turbokapitalismus handelt.

Also, bereitet Euch darauf vor, dass Alles im neuen Jahr noch viel, viel schlimmer wird. Denn dieses System ist wie eine Lok, die auf einen Abgrund zurast und in deren Führerstand der Lokführer dem Heizer anschreit: „Noch mehr Kohlen reinwerfen! Noch mehr Kohlen!“ Leute, so lange Ihr den Skandal der wachsenden materiellen Ungleichheiten hinnimmt, so lange wird nichts besser. Und die herumfliegenden Trümmer treffen beim großen Bang am Ende alle!

Read Full Post »

Von Kristian Stemmler

Es ist ein Treppenwitz der Geschichte, dass die Sozialdemokratie gerade in diesem Moment ihr ganzes Elend und ihre Bedeutungslosigkeit beweist, in aktuellen Umfragen auf Werte um die 15 Prozent absinkt – bundesweit! Das nämlich genau 100 Jahre, nachdem sie die Revolution der Matrosen und Arbeiter verraten hat. Am 5. November 1918 wehte über dem Kieler Rathaus die rote Fahne, die Matrosen- und Soldatenräte hatten die Macht über die Hafenstadt übernommen, leider nur für kurze Zeit. In der Nacht zum 6. November folgte das große Hamburg, der Aufstand erfasste auch viele kleinere Städte und die Reichshauptstadt Berlin.

Bekanntlich brach der Aufstand relativ schnell zusammen, was nicht zuletzt der SPD zu verdanken war, die bereits mit der Bewilligung der Kriegskredite zum Beginn des Ersten Weltkriegs der Arbeiterklasse in den Rücken gefallen war. Eine im Auftrag des NDR erstellte Dokumentation, die in den vergangenen Tagen in mehren dritten Programmen zu sehen war, beleuchtet in wünschenwerter Deutlichkeit die Rolle des Sozialdemokraten Gustav Noske.

Berühmt-berüchtigt ist der Mann, weil er im Frühjahr 1919 in seiner Funktion als Reichswehrminister in Berlin revoltierende Arbeiter zusammenschießen ließ. Gegen „die Bolschewisten“ gab es kein Pardon. „Ohne Skrupel“, erklärte Noske damals, er akzeptiere „jeden Offizier, egal, welcher Gesinnung“, solange dieser in der Lage sei, „eine einsatzbereite Truppe aufzubauen und zu führen“. Das gilt bis heute, etwa für die Hamburger Sozis, die den G-20-Gipfel im Juli 2017 vom „Bluthund“ Hartmut Dudde als polizeilichem Gesamteinsatzleiter durchprügeln ließen.

Als in Kiel im November 1918 die Matrosen meuterten, reiste Noske, damals noch kein Minister, aber ein hoher sozialdemokratischer Funktionär, aus Berlin an, wie die Doku zeigt, und wurde von weiten Teilen der Bevölkerung wie ein Erlöser gefeiert. In der irrigen Annahme, er sei gekommen, um die Revolution voranzutreiben und den Unterdrückten zu ihrem Recht zu verhelfen. Geanu das hatte er offenbar nie vor, denn Noske tat alles, um die Aktivitäten der Räte zu hintertreiben.

Sehr aufschlussreich, wie in Spielszenen in der NDR-Produktion dargestellt wird, wie Noske einen Deal mit dem Stadtkommandanten von Kiel macht, er werde für „Ruhe und Ordnung“ sorgen, wenn jener im Gegenzug eine Amnestie für die Meuterer garantiere. Das funktionierte nicht, weil die Matrosen und Arbeiter fürs erste, siehe oben, die Macht in Kiel übernahmen und der Stadtkommandant abgesetzt wurde.

Die Sozis brauchten noch ein wenig mehr Zeit, noch etliche Winkelzüge und vor allem militärische Gewalt, um die Revolution zu erledigen und eine Republik zu installieren. Die wiederum war bekanntlich von Anfang an als schiefe Ebene angelegt, auf der das Land in die Nazi-Diktatur hineinrutschte. In einem von der Dokumentation gezeigten Gespräch zwischen Noske und der Frau des Stadtkommandanten, das vielleicht nicht so stattgefunden hat, aber haben könnte, fällt der entscheidende Satz: Sie solle sich nicht sorgen, redet Noske da beruhigend auf die von „Umstürzlern“ sich ängstigenden Frau ein: Die SPD sei keine Partei, die ihr und ihresgleichen die Villa wegnehme.

Und so ist es bis heute geblieben: „Wir lassen der Klein-Oma gern ihr Häuschen“, singt die Sozi-Bande. Das Eigentum ist die heilige Kuh dieser Gesellschaft und damit natürlich auch der Sozialdemokratie, die in der Vergangenheit für jede Sauerei zu haben war, von Hartz IV bis zu verschärften Abschiebungen. Wer auch nur von Ferne über irgendeine Form von Verstaatlichung nachdenkt, ist für diese Herrschaften ein Bolschewist, vor dem gewarnt werden muss. So gehört die SPD mit den Grünen und leider auch weiten Teilen der Linkspartei zu den systemerhaltenden Kräften – und das in einer Zeit, in der die Schizophrenien dieser „Ordnung“ für keinen mehr zu übersehen sind.

Eigentlich, denn viele übersehen sie dennoch oder wollen sie einfach übersehen. Symptomatisch, dass ausgerechnet ein Flotillenadmiral in der NDR-Doku die Vorgänge von 1918 in Kiel kommentieren darf, die Meuterei an sich natürlich verurteilt, aber die Motive für rechtschaffen erklärt – um dann noch das hohe Lied von Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu singen.

Symptomatisch auch, dass Linken-Politikerin Sahra Wagenknecht zwar die Revolution lobt und durchaus zutreffend beschreibt, aber im selben Atemzug erklärt, heute seien wir weit davon entfernt, Verhältnisse zu haben, die eine Gegenwehr mit Gewalt erforderten. So lange sie in Talkshows hofiert wird, sicher nicht… Und symptomatisch, dass ein SPD-Politiker, der Schleswig-Holsteiner Björn Engholm, als weiterer Kommentator die Untaten von Noske relativieren darf. Dass diese Partei auch nach 100 Jahren nicht den Mumm hat, sich von den Verbrechen und Verbrechern in ihrer Geschichte klar zu distanzieren, das sagt alles über ihren Zustand und ihre Rolle im System.

Als Steigbügelhalter haben die Sozias ausgedient, da werden sie von den Grünen ersetzt, die einfach unverbrauchter und frischer sind und deren Personal besser aussieht. Die sind hip, die Grünen, und wissen halt, wie man flott was wittert oder auf Youtube hochlädt und dass „Insta“ keine Tütensuppe ist. Und ihr Spitzenmann neben Annalena Baerbock, der „Küsten-Kennedy“ Robert Habeck, kommt aus der Matrosenstadt Kiel. Nur meutern – da können sich die Herrschenden sicher sein -, meutern wird er nicht.

Read Full Post »

Von Kristian Stemmler

Es ist jedes Jahr wieder ein Trauerspiel: Die großen Kirchen stellen sich, wenn überhaupt, nur halbherzig vor ihre Traditionen und Werte. Man will niemanden verschrecken, und die Menschen sollen ja da „abgeholt“ werden, wo sie stehen. Auf deutsch: Man redet ihnen fleißig nach dem Munde. Immer wieder gut zu erkennen zum Jahresende, wenn Ende Oktober der Reformationstag gegen Halloween antritt, wenig später die „stillen Tage“ im beginnenden Adventstrubel untergehen und der Advent zu einer Fresserei, Sauferei und einem Konsumrummel ohne Gleichen entgleist.

Statt das aber endlich mal mit deutlichen Worten zu benennen und, ja, von den Kanzeln zu verdammen, macht man oft genug sogar mit. Kirchenchöre singen in Shopping Malls, an Heiligabend stellt man die Kirchen als stimmungsvolle Locations zur Verfügung. Aber zurück zu Halloween, mit Blick auf Buchholz: Im Nordheide Wochenblatt hat der neue Pastor der Paulus-Gemeinde, Arne Hildebrand, nichts Besseres zu seinem Einstand zu tun, als einen Kotau vor dem Konsum- und Eventrummel zu vollziehen.

Im Interview sagt er sinngemäß, dass der Reformationstag natürlich was ganz Großartiges ist, und dass er jetzt Feiertag in vielen Bundesländern ist, sowieso – aber das Halloween ja auch nicht so schlimm sei. Wenn die Kirchen und ihr Personal nicht endlich begreifen, dass Ihr gesamter Traditionsbestand, zuallererst auch das Kirchenjahr, frontal vom Kommerz angegriffen werden, dann ist bald nichts mehr davon übrig. Was bleibt, ist Wüste.

Read Full Post »

Von Kristian Stemmler

Buchholz gehört zu den nicht gerade wenigen Kommunen hierzulande, die von der Bahn terrorisiert werden, vor allem durch anhaltenden Lärm oft jenseits der Schmerzgrenze. Im Gegensatz zu allen anderen Lärm-Emmissionären muss sich das vom Staat dem Markt in den Rachen geworfene Unternehmen – man spricht vornehm von Privatisierung – dabei an keinerlei Regeln oder gar geschriebene Gesetze halten. Ellenlange Güterzüge, die zu jeder Tages- und Nachtzeit durch Stadt und Land donnern, egal wie alt die Achsen und die Radreifen sind – alles kein Problem!

Das Nordheide Wochenblatt hat verdienstvollerweise in seiner Ausgabe vom Sonnabend einen Vorgang öffentlich gemacht, der aufs Neue zeigt, wie dreist und skrupellos die Bahn vorgeht. Die Interessen der Allgemeinheit sind für die Herrschaften im Vorstand des Konzerns offenbar nicht von Belang, wenn es darum geht, Profitinteressen zu verfolgen. Das Schlimme daran: Das Alles geschieht offensichtlich mit Deckung resp. sogar Förderung der Politik, zumindest der in Berlin. Die Bahn erweist sich hier als Staat im Staate, als eine im Grunde mafiöse Organisation auf Augenhöhe mit dem DFB, Volkswagen und der Deutschen Bank.

Der Beitrag im Wochenblatt lässt sich so zusammenfassen: Die Bahn hat zwei Jahre lang geheim ein zusätzliches Gleis von Ashausen nach Celle geplant, weil mehr Güterzüge von Hamburg auf drei Strecken Richtung Süden fahren sollen, und wollte das Ganze ohne Bürgerbeteiligung durchziehen. Der Sprecher des Projektbeirats Alpha-E, der Bürgermeister der Samtgemeinde Tostedt, Peter Dörsam, kritisierte das Vorgehen der Bahn in der Zeitung massiv.

Das ist allerdings nur ein erster Schritt und nicht mehr. Die Kommunen müssen endlich das Recht in die eigene Hand nehmen. Soll heißen: Warum lässt man es sich gefallen, dass die Bahn auf ihrem Gelände machen kann, was sie will? Auch das Land der Bahn, etwa in Buchholz, gehört zur Stadt und ist dem hiesigen Recht unterworfen. Man könnte zum Beispiel, wie man das mit Autos schließlich auch macht, mal Geschwindigkeitsbeschränkungen für Güterzüge verhängen – oder Fahrverbote…

Read Full Post »

Older Posts »