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Von Kristian Stemmler

Sicher. Es gibt immer noch schöne Stellen in Hamburg. Aber alles in allem fällt mir zu Hamburg heute nur noch Eines sein – mit Verlaub: Hamburg, du kotzt mich an! Was haben sie aus dir gemacht!

Eigentlich ist die Stadt überhaupt nur noch da erträglich, wo das große Geld mangels Renditeaussichten nicht seine unappetitliche Pranke draufgelegt hat. Also in den Vierteln, die sich gar nicht oder nur leicht entwickelt haben. Also Stadtteile, deren Bewohner eher „einkommensschwach“ sind, wie man das heute nennt: Barmbek-Süd, Jenfeld, Eißendorf, Wilhelmsburg oder Billstedt.

Schön sind die nicht unbedingt, aber dafür authentisch. Wer in diesen Vierteln in den Lidl geht, der sieht Leute deren Gesichter vom Leben gezeichnet sind – auf ihre Kosten lebt der große Rest. Und der lebt gut. In Eimsbüttel und Eppendorf, an der Sternschanze und in Volksdorf.

Die Quartiere, in denen das reiche Pack sich ausgebreitet hat, kann man sowieso vergessen, die sind verloren, also Harvestehude, Blankenese, Ohlstedt und Rissen. Der Protz der Villen, das Durchgestylte der Gärten, das bornierte Gehabe der Einwohner ist obszön und abstoßend.

Diese Viertel sind nur noch für komplette Planierung geeignet. Umgraben und Kartoffelfelder drauf anlegen, die natürlich von den ehemaligen Bewohnern bestellt werden müssen. Dann hat man da wenigstens eine Monokultur, die fruchtbar ist.

Aber es gibt auch noch Quartiere, die noch nicht ganz verloren sind, aber schon die Hitliste des Ekels anführen. Quartiere, die bei politisch denkenden und fühlenden Menschen nichts als Brechreiz auslösen sollten, genau die, auf die Standortpolitiker vom Schlage König Olafs am stolzesten sind. All die schon gentrifizierten oder noch im Prozess der Gentrifizierung befindlichen Viertel: Ottensen, Sternschanze, Eimsbüttel in Teilen, Altona in Teilen, St. Georg.

Eimsbüttel galt als Hochburg der Kommunisten, das „rote Eimsbüttel“. Was ist daraus geworden? Chichi-Läden an jeder zweite Ecke mit irgendwelchem Krempel, den kein Mensch braucht, Tierarztpraxen nur für Katzen, „Brasilian Waxing“ und Läden für Babboe-Lastenräder, Gefährte für vierstellige Beträge. Mit denen kutschiert die Familie des Hipsters seinen Nachwuchs herum.

Aber nicht nur auf den Straßen Eimsbüttels laufen Typen herum, die ich als „die neuen Herrenmenschen“ bezeichnen würde. Ihnen gehört die Welt, sie sind die Sieger. Das Schicksal der Marginalisierten geht ihnen im Großen und Ganzen am Arsch vorbei. Vor sich selbst und anderen gibt man sich aber durchaus liberal und sozial. Die leergetrunkene Flasche Beck’s stellt man selbstverständlich neben den Mülleimer, um den Flaschensammlern die Arbeit zu erleichtern.

Im Schanzenviertel laufen fast dieselben Leute rum, wobei die Durchmischung dort noch größer ist, also auch ne Menge „Normalos“ und andere unterwegs sind. Aber die Ladenzeilen sind schon so gut wie durchgentrifiziert. Man sieht den üblichen Krempel (siehe oben), die Läden haben lustige Namen, und alternative Kneipen und türkische Gemüseläden werden nur noch für den exotischen Flair benötigt.

Ganz schlimm ist St. Georg. Hier hat zwar noch so etwas wie eine (linke) Stadtteilarbeit überlebt, aber das Angebot und das Publikum sind unterirdisch, etwa an der Langen Reihe. Am Ende dieser einst so bunten Straße stehen heute statt „1000 Töpfe“ Schickimicki-Bars wie das „Neumann’s“ und „Peter Pane“, ein Burgergrill fürs gehobene Publikum. Schräg gegenüber ist ein neuer Edeka-Markt, dem man gesehen haben muss! Einen so luxuriösen Supermarkt habe ich persönlich noch nicht erlebt.

Soweit, so schlecht! Dass einkommensstarke Bevölkerungskreise ärmere Schichten aus innerstädtischen und innenstadtnahen Lagen verdrängen und Letztere immer weiter an die Peripherie abgedrängt werden, an den Rand (im doppelten Sinn), das ist nichts Neues. Ein viel untersuchter, viel beschriebener, viel kritisierter Prozess. Aber alle Studien, alle Kritik haben überhaupt nichts geändert, dieser zerstörerische Prozess hat sich in Großstädten eher noch beschleunigt – das muss man sich immer wieder bewusst machen!

Die niedlichen Chichi-Läden in Eimsbüttel und anderswo sind nur eine kitschige Fassade, die brutale Spaltungsprozesse verdeckt. Was diese soziale Spaltung, die sich immer mehr vertieft, wirklich bedeutet, kann man in Vierteln wie Billstedt, Wilhelmsburg und Jenfeld fast physisch erfahren. Die Gesichter der Leute im Lidl in diesen Vierteln, sie sind gezeichnet von den Anstrengungen des Alltags, von Mühe und Depression.

Aber so depressiv die Atmosphäre in diesen Discountern auch sein mag – ich fühl mich da hundertmal wohler als in den Einkaufsstraßen von Volksdorf und Eppendorf. Die Verlogenheit und Borniertheit in diesen Vierteln der Wohlhabenden ist unerträglich und ekelhaft. Hier führen die Profiteure der turbokapitalistischen Beschleunigungsprozesse ihre Markenjacken spazieren – leider oft viel zu ungestört.

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Von Kristian Stemmler

„Ei love Ostern“ bekennt Aldi, verheißt seinen Kunden ein „Fest für Leckerschmecker“. Mc Donald’s speist die Massen beim „großen Oster-Countdown“ mit kostenlosen Softdrinks und Cheeseburger für’n Euro. Klubs und Discos laden am Karsamstag zu „Happy Easter Partys“ mit Vodka Bull und Black Russian. Und wem das nicht reicht, der bucht im Internet last minute Osterwellness im Chiemgau, drei Nächte für 395 Euro pro Person. Ostern heute – vier freie Tage zum Schlemmen und Chillen.

Carfreitag sollte der Karfreitag heißen, denn halb Deutschland setzt sich an diesem Tag ins Auto, um Verwandte zu besuchen, zum Event, Restaurant oder in den Kurzurlaub zu düsen. Klar, das ist nichts Neues und Kritik daran schmiert schnell in kulturpessimistische Jammerei ab. Dennoch lohnt es sich, den Umgang mit dem Osterfest näher zu betrachten, hilft es doch, die Hohlheit herrschender Ideologien offen zu legen. Am Beispiel Seehofer.

Bekanntlich mochte der neue Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) auch in der Fastenzeit auf fette Schlagzeilen nicht verzichten und reanimierte vor zwei Wochen im Interview mit Bild den Satz: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland.“ Natürlich ein Versuch, AfD, Pegida & Co. das Wasser abzugraben (der doch nur Wasser auf ihre Mühlen ist). Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem Satz ist nicht sinnvoll. Spannend ist allein das, was Seehofer unmittelbar danach sagte: „Deutschland ist durch das Christentum geprägt.“ Ein Nonsenssatz.

Das Land vom Christentum geprägt? Dreimal laut gelacht! Vielleicht noch in überlieferten Strukturen, kalendarischen Rhythmen. Aber das sind nur noch leere Hüllen. Beispiel Gottesdienste. Beim Freitagsgebet in Hamburg-St. Georg beten Gläubige auf der von der Polizei gesperrten Fahrbahn vor der Moschee, weil es drinnen knüppelvoll ist. In christlichen Gottesdiensten verlieren sich eine Handvoll Rentner, Kirchenvorsteher und zum Kirchbesuch verdonnerte Konfirmanden.

Voll sind die Kirchen nur Weihnachten und zu den so genannten Kasualien, also Taufe, Hochzeit, Trauerfeier – wegen des netten Ambientes. Ganz gut gehen auch Special-Interest-Gottesdienste, bei denen man seinen Goldhamster segnen lassen kann oder in die Anfangsgründe von Lachyoga eingeführt wird. Kirchen sind nur noch geistliche Fitnessstudios für gestresste Mittelschichtler.

Und wie sieht es mit dem Glauben aus? Nach Umfragen glaubt nur etwa ein Drittel der Deutschen, dass Jesus nach dem Tod am Kreuz auferstanden ist, selbst unter Christen nur die Hälfte – und die Auferstehung ist immerhin der Kern des christlichen Glaubensgebäudes. Auch mit dem Wissen ist es nicht mehr so dolle in Seehofers „christlich geprägten“ Deutschland. Es wäre bestimmt interessant, auf einer Pegida-Demo die „Retter des christlichen Abendlandes“ mal das Apostolische Glaubensbekenntnis aufsagen zu lassen.

Die christlichen Hochfeste sind längst zum Anlass für Konsumorgien verkommen, zu einem einzigen Gefresse und Gesaufe, um die drastische Sprache Martin Luthers zu bemühen. Wenn irgendetwas dieses Land prägt, dann ist es ein durchgeknallter Konsumismus, eine besinnungslose Eventhopperei. Ostereier liegen Ende Januar in den Discountern, weil sie gekauft werden.

Bindungen an Bräuche, Traditionen, Rituale, seien sie nun christlicher oder anderer Herkunft, sind bis auf kümmerliche Reste längst hinweg gespült worden. Alles wird durch den großen Fleischwolf Kapitalismus gedreht, der alles ausscheidet, was nicht zu gebrauchen ist. Von Ostern lässt er nur das Helle, Fröhliche, Nette übrig, niedliche Hasen, bunte Eier. Was mit Tod und Leid, Besinnung und Verzicht zu tun hat, kommt in den Müll. Geschäftsschädigend.

Sorry, Herr Heimatminister Seehofer: Das Christentum gehört nicht zu Deutschland.

Nach der Bundestagswahl wurde die Frage, ob die bürgerlichen Medien zum Aufstieg der AfD beigetragen haben, heiß diskutiert. Dabei ist es doch völlig unzweifelhaft, dass das braune Gesindel nur dank der zahlreichen Auftritte in TV-Talks wie „Brei mit Illner“ oder wie heißt sowie der überbordenden Berichterstattung bei jedem kleinen Tabubruch von rechts so präsent geworden ist. Bekanntermaßen auch in Buchholz und im Landkreis Harburg – wo das Nordheide Wochenblatt fleißig mithilft, die rechten Hetzer hoffähig zu machen.

Jüngstes Beispiel: Ein reaktionärer Polizeireporter des Wochenblattes namens Thomas Lipinski nimmt das Nazipack in einer Polizeimeldung in Schutz, die in der Ausgabe von Mittwoch erschienen ist. Konkret geht es dabei um Uta Ogilvie, die für die Anmeldung der „Merkel muss weg!“-Demo am Montag am Hamburger Jungfernstieg verantwortlich war. Es handelt sich da um den Versuch, nach Vorbild von Pegida ein wöchentliche „Montagsdemo“ in der Hansestadt zu etablieren.

In der Meldung im Wochenblatt geht es um eine Farbattacke auf das Haus der Ogilvies in Maschen. Lipinski verharmlost in dem Beitrag die Protofaschistin doch allen Ernstes als „Polit-Aktivistin“ und erwähnt mit keinem Wort, wes Geistes Kind die Dame ist und wer sich so alles auf der Demo am Montag herumgetrieben hat, von einschlägig bekannten Neonazis bis zum durchgeknallten Ex-Spiegel-Mann Matthias Mattusek, der von der epidemischen rechten Massenpsychose befallen ist.

Dann zitiert er auch noch einen nicht namentlich genannten Polizisten, der gesagt habe: „Der Anschlag trägt deutlich die Handschrift der linken Gruppen, die bereits beim G-20-Gipfel in Hamburg gezeigt haben, welches Gefahrenpotential in ihnen steckt.“ Wenn das Zitat so stimmt, zeigt es nur, wie sehr ein Teil der Polizei auch in der Region offenbar schon bereit ist, Nazis in Schutz zu nehmen und nur gegen links auszuteilen. Und es lenkt davon ab, dass es bei G 20 vor allem die Polizei war, die gezeigt hat, welches Gewaltpotenzial in ihr steckt – durch maßloses Drauflosprügeln und sinnloses Auflösen von Demos.

Was das Wochenblatt versäumt hat, holt der medienlotse hier nach: die Hintergründe der von Uta Ogilvie angemeldeten Demo zu benennen. Wir veröffentlichen hier in voller Länge einen Beitrag des antifaschistischen Exif-Recherchekollektivs:

Am Montag den 5. Februar 2018 meldete Uta Ogilvie eine Demonstration unter dem Motto „Merkel muss weg“ auf dem Hamburger Jungfernstieg an. Gefolgt sind dem Aufruf Neonazis, rechte Schlägerjungs der 80er Jahre und Menschen in Pelz und Perlenkette. Die Gruppe umfasste fast 60 Rechte aus Hamburg. Bis dato sind alle Aufmarschversuche einen Pegida-Ableger in Hamburg zu etablieren fehlgeschlagen, auch wegen der starken Gegenproteste. Trotz einer vergleichsweise geringen Zahl an Teilnehmenden, zeigte sich am letzten Montag in Hamburg eine äußerst heterogene Zusammensetzung auf der Straße.

Die Anmelderin Uta Ogilvie äußert sich in sozialen Medien mit Sätzen wie: „Ich will mein Land zurück“, teilt Beiträge von der rechten Zeitung «Junge Freiheit» oder​ Akif Pirinçci​​​​​​​. Am 20. September 2017 verfasste sie für das Neu-Rechte Medium «Tichys Einblick» einen Artikel, in dem sie Donald Trumps Klimapolitik befürwortet und sich das politische Ende der „Grünen“ in Deutschland erhofft. Passenderweise ist sie bei dem Hamburger Energie-Dienstleister «EnVersum» angestellt, bei dem ihr Mann Erich Ogilvie die Geschäftsführung inne hat. Auch dieser mobilisierte für die Demonstration am Montag. Er sympathisiert mit der AfD, folgt in sozialen Netzwerken dem Faschisten Heinz-Christian Strache und AfD Politiker Jörg Meuthen, ebenso wie der unter Neu-Rechten beliebten Seite „Lügenpresse“.

In passender Gesellschaft befanden sich die Demonstrierenden mit dem Neonazi Danny Belucis, Mitglied der Kameradschaft «Sektion Nordland», sowie dem NPD Anhänger Sven Mazurek. Beide nehmen regelmäßig an neonazistischen Demonstrationen teil, wie beispielsweise dem «Tag der deutschen Zukunft» oder den «Merkel muss weg» Veranstaltungen, die seit März 2016 in Berlin stattfinden.

Einer der Hauptakteure vom vergangenen Montag, Thomas „Togger“ Gardlo ist die Schnittstelle zwischen dem eher bürgerlich geprägten Teil und den Neonazis, die am Montag auf der Straße waren. Als Türsteher bei verschiedenen Veranstaltungen, häufig im gehobeneren Umfeld, knüpfte er zahlreiche Kontakte in bürgerliche Kreise. Zudem trainiert Gardlo Mitglieder der «Identitären Bewegung» (IB) und Burschenschaftler für den sogenannten Straßenkampf. Bei Veranstaltungen wie dem IB-Stammtisch übernimmt Gardlo auch Schutzaufgaben.

Bereits in der Vergangenheit gelangte Gardlo in die Schlagzeilen, als 2002 aufgedeckt wurde, dass er und sein Bruder, zwei bekannte Neonazis, Personenschützer von Ronald Schill waren. Beide engagierten sich im Umfeld der „Aktionsfront Nationaler Sozialisten“ (ANS) und später bei der „Freiheitlichen Deutschen Arbeiterpartei“ (FAP). Auch sind die Brüder mit Wehrsport und paramilitärischen Übungen in Deutschland und dem Ausland in Verbindung zu bringen. Zudem ist Gardlo wegen gefährlicher Körperverletzung und Verstoß gegen das Waffengesetz vorbestraft. Bei einem Boxkampf 2007 wurde er bei einer öffentlichen Massenschlägerei außerhalb des Rings auffällig. Als Sicherheitsangestellte beleidigten er und seine Kollegen den Boxpromoter Ahmet Ö. rassistisch und provozierten ihn. Aktuell wirbt die Seite „Date4sports.com“ mit der „Türsteher-Legende Togger“ für Outdoor-Bootcamps.

Gardlo, der sich gerne als „Retter“ und „Beschützer“ inszeniert, rief im Rahmen des «G20» in Hamburg am 7. Juli 2017 dazu auf sich in Winterhude vor der Bar «Harms & Schacht» zu versammeln, um den Stadtdteil vor vermeintlichen Randalierern zu schützen. Im Zuge dessen wurden Fotos von vermeintlichen Linken mit der Aussage: „Finden und am Gänsemarkt fesseln und steinigen“ verbreitet. Anwesend war unter anderem auch Eric Eder – IBler, Burschenschaftler und Schützling Gardlos.

Ebenfalls in Winterhude, als auch am Montag bei der Demonstration am Jungfernstieg, war der Hamburger Faschist Claus Döring. Dieser pflegt guten Kontakt zu Burschenschaftlern der «Hamburger Burschenschaft Germania» und zahlreichen Neonazis bundesweit. Ebenso ist er gut bekannt mit Stefan Lüdtke, dem Hamburger Regionalleiter der IB. Der frühere Landesschriftführer der rechten Partei «Die Freiheit», gehörte kurze Zeit zum faschistischen Flügel der AfD, bis er als „Hooligan“ in die Schlagzeilen gelangte. Er nahm an dem Aufmarsch der «Hooligans gegen Salafisten» 2014 in Köln teil und feierte danach in sozialen Medien die Übergriffe des rechten Mobs.

Am besagten Montag schloss sich ebenso eine handvoll Neonazis an, die bereits in den 80er Jahren, beispielsweise bei der rechten HSV Fangruppe «Hamburger Löwen» aktiv waren und bis heute mit Thomas Gardlo bekannt sind. Vergangenen Jahres nahmen die rechten Schläger am sogenannten «Gangs united» Treffen auf der Hamburger Reeperbahn teil, um jahrzehntealte Gangstreitigkeiten zu begraben, in alten Heldengeschichten zu schwelgen und neue Bande zu knüpfen. Damals wie heute basiert ihr Agieren auf chauvinistischen Denkmustern und einem martialischen Männlichkeitsbild – das zentrale ideologische Bindeglied des Zusammenschlusses.

Weiter beteiligten sich am Montag drei Männer, die bisher im Zusammenhang mit der AfD aufgefallen sind. Ein Mann beispielsweise ist als die „rechte Hand“ des (Ex) AfD Mitglieds Ludwig Flocken bekannt. Er nahm an einer „Hooligan“ Demonstration in Magdeburg 2016 teil, zu der er unter anderem mit dem norddeutschen Neonazi-Kader Thomas Wulff anreiste. Ein weiterer anwesender AfD Anhänger tauchte mit dem Kreise um Flocken im Rahmen einer rassistischen Mobiliserung unter dem Namen «Bünt» gegen die Eröffnung einer Unterkunft für Geflüchtete auf.

Bundesweit versammelt sich die neue, völkische Protestbewegung seit Anfang 2016 regelmäßig unter der Parole „Merkel muss weg“ in Berlin. Was NPD & AfD in Metropolregionen zuvor weniger gelang, schaffen offensichtlich neue Strukturen aus unorganisierten Einzelpersonen. In Berlin kann mit der zentralen Klammer „Merkel muss weg“ spektrenübergreifend eine heterogene Masse von hunderten, teils tausenden Menschen mobilisiert werden. Immer wieder reisen auch zahlreiche Neonazis aus Norddeutschland zu diesen Demonstrationen organisiert an.

Dass in der Großstadt Hamburg jede Woche eine rechte Demonstration stattfindet, würde vielen Rechten bundesweit gefallen. So mobilisieren die entsprechenden Hetzseiten «PI-News», «Philosophia Perennis» und «Pegida» bundesweit zu der nächsten Veranstaltung nach Hamburg.

Für diesen Montag ist mit einem größeren Zulauf, sowie mit einer weiteren Vernetzung des rechten Spektrums zu rechnen.

Von Kristian Stemmler

Deutschland ist wieder wer und übernimmt „mehr Verantwortung“ in der Welt, wie es uns der Rostocker Pfaffe frühzeitig gepredigt hat. Das Land wird inzwischen nicht mehr nur am Hindukusch verteidigt, sondern auch in Mali und sonstwo. Angesichts dieser „Herausforderungen“ ist natürlich die deutsche NS-Vergangenheit nur im Weg. Darum kommt ein Nazi wie der Herr Höcke auch gerade recht – der Mann spricht aus, was viele denken: Lasst uns doch endlich mal in Ruhe mit diesem ganzen Scheiß, ich kann es nicht mehr hören!

Natürlich lässt es sich die offizielle Politik trotzdem nicht nehmen, ihre Erinnerungsrituale weiter durchzuziehen, wobei die von Mal zu Mal grotesker und schizophrener ausfallen. Buchholz ist da keine Ausnahme. Diesmal hat man sich offenbar komplett vergriffen. Der 27. Januar, Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus, den seit seiner Einführung 1996 jedes Jahr von einer anderen Organisation oder einem anderen Verein der Nordheidestadt organisiert, wird dieses Mal von der Arge Sport umgesetzt. Und das ausgerechnet in der Otto-Koch-Kampfbahn von Buchholz 08 – benannt nach einem Mann, der im dringenden Verdacht steht, ein glühender Nazi gewesen zu sein!

Der querschläger, damals noch unter dem Namen buchholzblog, hat bereits 2012 über den Vorgang berichtet. Damals hatte ein älterer Zuhörer einer Veranstaltung in der Kirche St. Johannis beklagt, dass das Stadion von Buchholz 08 immer noch nach Otto Koch benannt ist (vorher hieß es bis 1947 übrigens Otto-Telschow-Kampfbahn nach dem berüchtigten NS-Gauleiter von Buchholz). Der Zuhörer berichtete, dass Otto Koch sein Sportlehrer gewesen sei. Als 1933 sein Vater von den Nazis verhaftet wurde, habe Koch praktisch durch ihn durch gesehen und ihn letztlich von der Schule gedrängt.

Schon nach Erscheinen des Berichts im Blog war die Reaktion gleich null. Wenn es um die NS-Vergangenheit geht, ergeht man sich zwar gern ganz allgemein in Abscheu und Entsetzen – wenn es aber um konkrete Fälle in Buchholz und dem Landkreis Harburg geht, herrscht ein Kartell des Schweigens und Vertuschens. In Buchholz und Umgebung hat es ja bekanntlich auch nie Juden gegeben, die von den Nazis verfolgt worden sind. Und dass ein Kommunist plötzlich verschwand, heißt ja gar nichts. Der ist bestimmt ausgewandert…

Besonders ekelhaft ist das Verhalten des Buchholzer Ortsverbandes der SPD. Der Autor hat in seiner Zeit als Ratsherr ein Mahnmal beantragt, auf dem namentlich zweier führender Sozialdemokraten aus Buchholz gedacht werden sollte, die von den Nazis verfolgt wurden. Statt diesen Antrag engagiert zu unterstützen, hat man sich dazu hergegeben, dieses Mahnmal so zu verwässern, dass man es ebenso gut hätte lassen können. Hervorgetan hat sich da besonders der Sozi und stellvertretende Bürgermeister Frank Piwecki.

Und das Allerbeste: Diese Leute haben sich auch noch dafür feiern lassen! Aber was soll man von einer Partei schon erwarten, die mit der Agenda 2010 das größte Verarmungsprogramm der deutschen Geschichte ins Werk gesetzt hat und eine deutsche Kriegspolitik mitträgt, die Zerstörung, Elend und Flucht in der Welt produziert. Wie man in der Linkspartei auf die Idee kommen kann, mit solchen Leuten zu koalieren, ist mir absolut schleierhaft.

Der querschläger hat sich entschieden, diesen am vergangenen Wochenende vor den Ereignissen in Berlin entstandenen Text, heute zu veröffentlichen. Er ist ein klares Kontra zu dem mit hohlen Pathos von Politikern aller Couleur jetzt vorgetragenen Behauptung, „unsere Lebensweise“ werde angegriffen, „christliche Werte“ seien in Gefahr.

Von Kristian Stemmler

Jauchzet! Frohlocket! Fröhlich soll die Kasse klingeln! Der Einzelhandel jubelt. Neue Umsatzrekorde im Weihnachtsgeschäft. Die Leute kaufen wie blöd. Gib mir Flachbildschirme, gib mir Spielekonsolen, gib mir Smartphones! In Shopping Malls und Einkaufsstraßen steigt der Stresspegel. Wolken von Aggression wabern durch die lichtergeschmückten Innenstädte. Gehupe und Geschrei auf allen Zufahrtsstraßen. Bis aufs Blut wird um jeden freien Parkplatz und die Pole Position an der Kasse gekämpft. Und auf dem Weihnachtsmarkt gibt man sich nach dem Shoppen erschöpft die Kante. Glühwein bis der Arzt kommt!

Was aber hat dieses ganze Treiben wirklich mit Advent und Weihnachten zu tun? Nicht das Geringste. Man glaubt es kaum, aber wenn man der christlichen Überlieferung folgen will, ist der Advent wie das Pendant im Frühjahr, die Wochen vor Ostern, eigentlich eine Fastenzeit. Eine Zeit, die der Besinnung auf das Fest und dessen Inhalten vorbehalten sein soll, eine Zeit des Verzichts und der inneren Einkehr. Zu Bachs Zeiten als Thomaskantor in Leipzig wusste man das übrigens noch, da gab es nur am ersten Advent eine festliche Kantate, an den anderen Adventssonntagen nicht.

Wer nichts mit Religion am Hut hat, dem kann das völlig egal sein. Aber in diesem Land beschwören im Zeichen der Flüchtlingsdiskussion schließlich immer mehr „die christlichen Werte“. AfD, Pegida, CSU und CDU faseln in schöner Eintracht von „Leitkultur“, in die sich die Flüchtlinge zu integrieren hätten. Was ist denn das aber bitte für eine Leitkultur, was sollen das für Werte sein? Das Recht, in Elektronikmärkten zwischen 200 Flachbildfernsehern zu wählen? Das „1-Click-Bestellen“ im Internet? Der Laptop für 1200 Tacken auf dem Gabentisch?

Nicht nur die Einzelhandelsumsätze, auch die bürgerliche Heuchelei, Doppelmoral und Verlogenheit erreichen im Advent 2016 neue Rekordwerte. Weihnachten ist verkommen zu einer Materialschlacht ohne Gleichen, einem einzigen Gesaufe und Gefresse, um die handfeste Sprache Luthers zu benutzen. Was aber tun die großen Kirchen, die Sturm läuten und von allen Kanzeln gegen den Zinnober predigen müssten, der ihr zweitwichtigstes Hochfestes nach Ostern vollständig überlagert? Sie erheben hier und da zaghaft den Zeigefinger nach dem Motto „Treibt es aber nicht zu doll!“, nehmen den Konsumkirmes aber ansonsten nicht nur hin, sondern dienen sich vielerorts noch als Gleitmittel an.

Gemeinden in den Innenstädten öffnen ihre Kirchen, damit die geschlauchten Konsumenten verschnaufen können, bevor sie sich wieder ins Getümmel werfen. Kirchenchöre laden an verkaufsoffenen Adventssonntagen zum „Flashmob“ ins Einkaufszentrum, wo man mit dem Volk „O du fröhliche!“ singt. Und am Heiligabend freut sich die Geistlichkeit, dass mal wieder die Bude voll ist. Und da sitzen auch AfD- und Pegida-Dumpfbacken in den Kirchenbänken, diese aufrechten Verteidiger des „christlichen Ablandes“, klammern sich noch beim einfachsten Weihnachtslied an die Liederzettel und stammeln Vaterunser und Glaubensbekenntnis. Man hat alles vergessen, man hat keine Ahnung von christlichen Traditionen und Inhalten, aber man ist halt Christ. Hosianna!

Noch verlogener, grotesker und verdrehter geht es kaum, sollte man meinen – aber da ist noch eine Drehung möglich. Es sind tatsächlich genau diese Leute, die die „christlichen Werte“ auf der einen Seite bis zum Erbrechen beschwören, die nicht nur zugleich alle Traditionen und Bräuche ihrer eigenen Religion mit Füßen treten – sie glauben auch noch, wie Umfragen zeigen, allen Ernstes, das Land würde vom Islam unterwandert! Paranoia hoch drei.

Die Politik wird sie in diesem Wahn sicher weiter bestärken. Denn sie braucht „den Flüchtling“, „den Muslimen“ als Bedrohung „unserer Werte“. Und vor allem zur Vollverschleierung der Kräfte, die uns alle tatsächlich bedrohen. Wenn irgendetwas dieses Land fest im Griff hat, wenn irgendetwas die Bindung an Bleibendes, überlieferte Bräuche und Traditionen, seien sie christlicher oder anderer Herkunft, platt macht – dann ist das der Konsum, der Kommerz, die turbokapitalistische „Ordnung“, die alles durch den Fleischwolf dreht, und nur verwertet, was sich für die Zurichtung der Menschen zu Konsumjunkies verwenden lässt. Denn nur das verspricht Profit. Frohes Fest!

Von Kristian Stemmler

Als George Orwell in seinem Buch „1984“ die Möglichkeiten menschlicher Manipulation durch Sprache in Begriffe goss, kannte er Frank-Walter Steinmeier noch nicht. Sonst hätte er vielleicht noch etwas mehr übertrieben. Unser künftiger Bundespräsident ist ein Meister des doublethink, des duckspeack und vor allem des delstop. Diese als Verbrechenstop übersetzte Methode dient dazu, so genannte „Gedankenverbrechen“ zu vermeiden, indem man den Gedankenstrom automatisch umlenkt, wenn er regierungskritische, ungute Themen berührt (mehr dazu bei Wikipedia unter dem Stichwort „Neusprech“).

Dass ein Mann mit solchen Talenten einer der beliebtesten Politiker in Deutschland ist, versteht sich von selbst, einer seiner Vorgänger, der Neusprech mindestens ebenso gut beherrschte, war ja auch sehr beliebt, der Fischer, Joschka. Der Herr Steinmeier jedenfalls beehrt jetzt meine Heimatstadt mit seinem Besuch, taucht mit 56 Amtskollegen anderer Länder zum Ministerratstreffen der OSZE an der Elbe auf. OSZE steht bekanntlich für: Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa.

Auch das ist Neusprech und ein Riesenlacher, denn wohin uns diese Organisation und ihr Vorgänger die KSZE gebracht haben, sehen wir ja. Der Nahe Osten steht in Flammen, die NATO ist an die russische Grenze herangerückt, die Bundeswehr agiert in Litauen und die Kriegsgefahr ist in den vergangenen Jahrzehnten noch nie so groß gewesen wie heute. Kein Wunder also, dass eine monströse Maschinerie angeworfen werden muss, um Steinmeier und die 56 Räuber zu beschützen. Denn nicht alle fallen auf seine von den Mainstreammedien vervielfachten Lügen herein.

Einer seiner Jünger, der Transatlantiker Niels Annen von der SPD, hat das gestern bereits zu spüren bekommen. Gegen die Fassade des Wohnhauses in Eimsbüttel, in dem der feine Herr wohnt, flogen Beutel mit roter Farbe. Wer die Aufrüstungs- und Kriegspolitik der Bundesregierung so fleißig unterstützt und mit gestaltet, muss damit rechnen, auch mal markiert zu werden.

Aber das ist nur eine Aktion von hoffentlich vielen. Das Problem für Hamburg und alle Hamburger ist doch dieses: Der kleine König Olaf Scholz und sein ihm in Nibelungentreue ergebener Senat stellen die stolze Hansestadt zur Verfügung, um Polizei, Bundeswehr und anderen Behörden die Möglichkeiten der Aufstandsbekämpfung austesten zu lassen. Der Einsatz zum OSZE-Treffen ist ja nur eine Generalprobe für den G-20-Gipfel im Juli, und jener Einsatz eine Generalprobe für das, was an Aufständen noch kommen mag…

Warum hat Hamburgs Polizei denn als erste in Deutschland einen Panzer namens „Survivor“, warum probiert es als erstes jetzt eine neue Software aus? Warum wird ein Mann zum Leiter der beider Gipfeleinsätze gemacht, Hartmut Dudde, der dafür berüchtigt ist, bei Demonstrationen auf Härte und Eskalation statt Deeskalation zu setzen, der nach einer eigentlich schon beendeten NPD-Demo anordnet, dem Lautsprecherwagen der Nazis einen Weg durch die Gegendemo zu bahnen, obwohl ein anderer Weg frei gewesen ist – was zu den offenbar einkalkulierten Auseinandersetzungen führt?

Dass man sich für die Messehallen direkt neben Karo- und Schanzenviertel als Austragungsort beider Gipfel entschieden hat, ist nicht irgendwie halb versehentlich passiert, das ist eine bewusste Provokation. Hier soll etwas durchgefochten werden, hier wollen „starke Männer“, „harte Hunde“ der linken Szene zeigen, wo der Hammer hängt, hier soll ein Exempel statuiert werden: Ihr habt keine Chance gegen uns!

Damit dürfen sie nicht durchkommen. Auf einen groben Klotz gehört ein grober Keil!

Wurfsendung für einen Rassisten: Jörg Meuthen, einer von zwei Bundessprechern der AfD, bekommt sein Fett weg.

Wurfsendung für einen Rassisten: Jörg Meuthen, einer von zwei Bundessprechern der AfD, bekommt sein Fett weg.

Von Kristian Stemmler

Jetzt ist das Geheule bei den etablierten Parteien wieder groß und die Devise lautet: Haltet den Dieb! Das gute Abschneiden der protofaschistischen Alternative für Deutschland (AfD) bei der Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern kann nach den Umfragen der vergangenen Wochen keinen mehr schockieren, erschüttert die politische Szene aber nicht nur in dem kleinen Bundesland weiterhin nachhaltig. Und natürlich gibt man sich bei den bürgerlichen Parteien wieder gegenseitig die Schuld am Aufkommen der Schmuddelkinder, die sich selbst für Saubermänner halten. Man selbst hat nichts damit zu tun.

Darum hier noch mal fürs Stammbuch: CDU/CSU, SPD und Grüne haben die Bedingungen für die aktuelle Entwicklung mit ihrer neoliberalen Politik überhaupt erst gesetzt. Das Erstarken der Faschisten und Protofaschisten in diesem Land ist systemimmanent, die logische Folge einer Politik, die nach innen für eine Vertiefung der sozialen Spaltung sorgt (Hartz IV etc.) und nach außen zur Zunahme von Kriegen und Krisen weltweit (Kosovo, Afghanistan, Syrien etc.) beiträgt und damit die große Zahl von Flüchtlingen überhaupt erst verursacht. Wer das nicht klar benennt, hat gegen die AfD von Anfang an verloren!

Dass AfD, Pegida & Co. überhaupt so groß werden konnten, daran haben die Mainstreammedien einen erheblichen Anteil. Die rechten Dumpfbacken dürfen bei Talkshows wie „Brei mit Illner“ oder wie die heißt ihren gefährlichen Blödsinn vor einem Millionenpublikum verbreiten, bis heute wird noch die absurdeste Äußerung von AfD-Funktionären zu einem Skandal aufgeblasen. Und die bürgerlichen Parteien und leider auch immer öfter Teile der Linkspartei reagieren auf das Erstarken der AfD, indem sie ihr hinterherlaufen.

Darum ist es ebenso wichtig wie erfreulich, dass sich linke Gruppen vor allem der Antifa zunehmend um die AfD kümmern und es dabei nicht bei verbalem Angriffen belassen. Sie machen damit eine Arbeit, die bürgerliche Parteien und Medien nicht mehr tun wollen: Sie tun das, was man mit Rassisten tun muss – sie stigmatisieren! Wenn eine gefrorene Torte oder ein Beutel Farbe dazu notwendig ist, dann ist das so. In einer Gesellschaft, in der Demokratie nur noch als Fassade existiert, schließt Widerstand Militanz ein.

Im übrigen muss die außerparlamentarische Linke hier auch ein Versagen von Polizei, Verfassungsschutz und Staatsanwaltschaften ausbügeln. Wenn es wirklich nach dem Buchstaben und Geist der Gesetze gehen würde, müssten sie gegen die Nazis von Kameradschaften, Pegida und AfD vorgehen – aber das geschieht nicht, weil Volksverhetzung heutzutage ein Kavaliersdelikt geworden ist.

Wer sich den entsprechenden Paragraphen 130 im Strafgesetzbuch genau ansieht, kann eigentlich nur einen Schluss ziehen: Die Alternative für Deutschland müsste verboten werden. So lautet der Gesetzestext:

„Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder

2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

wird mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren bestraft.“

Wenn man das wörtlich nimmt, müssten etliche Funktionäre der AfD längst vorbestraft sein oder im Knast sitzen. Stattdessen werden sie ins Fernsehen eingeladen und hofiert. Dass Medien und Behörden gegen die Rechten nicht entschieden vorgehen, aber Linke zugleich dämonisieren, hat nur einen Grund: Nazis und ihr Umfeld sind für die Herrschenden nützliche Idioten und keine echte Gefahr für die bestehende „Ordnung“ – ganz im Gegensatz zu linken Bewegungen.

Vor allem stellen Rechte das Eigentum nicht in Frage, während das für echte Linke eine Selbstverständlichkeit sein sollte. Wer sich aber an dieser heiligen Kuh des Systems vergreift, kann keinerlei Gnade erwarten!