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Archive for September 2019

Von Kristian Stemmler

Alle sind gleich vor dem Gesetz, einiger aber gleicher – das ist offenbar auch in Buchholz so. Während beim Stadtfest wie üblich um Mitternacht Schluss war, um die Ohren und Nerven der Anwohner zu schonen, durfte das Team 412 bis tief in die Nacht die halbe Stadt beschallen. „Und wenn am Samstag die Lichter der Stadt ausgehen, zünden wir für euch die Aftershow-Bombe in der Schützenhalle Buchholz und rocken mit euch die Dunkelheit weg“, warb die „Eventagentur“ auf ihrer Homepage für eine Feier in der Nacht zum Sonntag in der Schützenhalle. Nicht nur die Dunkelheit, könnte man ergänzen, vor allem die Nachtruhe rockten die Herrschaften weg, damit ein paar bekloppte Eventhopper sich noch weiter die Kante geben konnten.

Der Autor dieser Zeilen wohnt etwa zwei Kilometer Luftlinie von der Schützenhalle entfernt und wurde nach kurzem Schlummer gegen zwei Uhr von wummernden Bässen geweckt. Diese waren zwar nicht sehr laut, aber deutlich wahrnehmbar und vor allem durch ihre Tiefe sehr unangenehm. Ein Anruf bei der Polizei ergab, dass die Schallquelle offenbar die erwähnte Aftershow-Party war. Diese sei genehmigt und es habe sich auch sonst noch niemand darüber beschwert, da könne man nichts machen, hieß es seitens der Polizei Buchholz.

Da das Wummern mich weiterhin wach hielt, sah ich mich gezwungen, das Fenster im Schlafzimmer zu schließen. Aber auch das half wenig, weil die Bässe auch durch das geschlossene Fenster deutlich wahrnehmbar waren. Von weiteren Anrufen bei der Polizei sah ich ab, um meinen Ruf als ewiger Nörgeler nicht weiter zu befördern und ich davon ausging, dass dort die Bereitschaft, in diesem Fall aktiv zu werden, eher gering ausgeprägt war. Etwa um vier Uhr war dann Schluss mit der Schallemission, entweder weil die Genehmigung dann auslief oder die Party zu ende ging. Irgendwann bin ich eingeschlafen, konnte noch ein paar Stunden schlafen, bevor der nächste Arbeitstag begann.

Die Ankündigung des Teams 412 auf seiner Homepage war nicht übertrieben: „Unsere DJs bringen mit heißen Dance-, Rock- und Electro-Beats selbst die ältesten Kaliber zum Glühen.“ Zum Glühen vor Wut…

Erstens stellt sich die Frage, was sich die Leute antun, die sich stundenlang in der Nähe der Boxen aufgehalten haben, wenn das in zwei Kilometer Entfernung schon dermaßen unangenehm war. Zweitens lässt sich anmerken, dass diese „Beats“ mit Musik nichts zu tun haben. Drittens steht außer Frage, dass es sich hier um einen klaren Verstoß gegen geltende Gesetze gehandelt hat, indem über Stunden die Nachtruhe nachweisbar gestört worden ist. Und viertens sei darauf verwiesen, dass sich das Buchholzer Krankenhaus in unmittelbarer Nähe zur Schützenhalle befindet und das Bassgewummere dort vermutlich manchen Patienten im Schlaf gestört hat.

Meiner Ansicht nach wäre die Polizei verpflichtet gewesen, die Einhaltung der Nachtruhe durchzusetzen, was eventuell ja mit einer Minderung der Lautstärke machbar gewesen wäre. Andererseits ist es sicher richtig, dass die Polizei nicht die Instanz sein kann, die sämtliche Probleme in dieser durchgeknallten Gesellschaft lösen kann, eine Gesellschaft, in der Egoismus und Rücksichtslosigkeit in nie gekannter Weise aufblühen.

Der eigentliche Adressat des Protestes muss aber die Stadt Buchholz sein, denn die betreibt die Schützenhalle, kümmert sich aber offenbar nicht darum, dass dabei auch die Gesetze eingehalten werden – zumindest nicht in diesem Fall. Der buchholzblog wird dran bleiben und seine Leser auf dem Laufenden halten.

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Passend zur Automobilmesse in Frankfurt nächste Woche:

https://www.bild.de/regional/berlin/berlin-aktuell/berlin-horror-unfall-porsche-rast-auf-gehweg-vier-tote-auch-baby-stirbt-64474564.bild.html

Produziert doch noch ein paar mehr PS-starke SUVs, denn die sind ja ein Segen für unser Land!

 

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Demnächst im buchholzblog: die große Serie über die Lebenslügen des Bürgertums. Die erste Folge handelt von Waschzwängen und emotionalen Verkrüppelungen.

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