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Archive for August 2019

Vor dem Hamburger Landgericht wird derzeit der so genannte Elbchaussee-Prozess verhandelt, der sich mit den Ereignissen am ersten Tag des G-20-Gipfels in Hamburg vor gut zwei Jahren befasst. Am frühen Morgen des 7. Juli 2017 waren rund 220 Aktivisten von der Elbchaussee über die Große Bergstraße gezogen und hatten für einigen Glasbruch bei Ikea, Bankfilialen und anderen lohnenswerten Zielen gesorgt. Am Dienstag trat in diesem Verfahren ein interessanter Zeuge auf, wie im Internet zu lesen ist.

Und zwar sagte Folkert Koopmanns aus, der Chef des Konzertveranstalters FKP Scorpio. Der soll laut Nordheide Wochenblatt in Nindorf wohnen, wobei das Wort residieren es wohl besser trifft. Wer bereits mal durch Nindorf gefahren ist, wird sich erinnern, welche imposanten Häuser und Grundstücke sich dort befinden. Leute, die dort wohnen, haben es geschafft und für das Wochenblatt sind das bekanntlich glühende Vorbilder. „Macher“ nennt man sie dort.

So bejubelte das Wochenblatt den Herrn Koopmanns vor kurzem ausführlich dafür, dass er daran beteiligt war, dem grausam nervigen Ed Sheeran zu weiteren Millionen zu verhelfen, indem er seine Tournee durch Europa organisierte. In einem liebedienerischen Interview darf sich der Konzertveranstalter über diese Tournee auslassen und auch ein wenig aus seinem Familienleben erzählen. Am beste könne er zu Hause abschalten, „zuhause mit meiner Frau – und mit meiner Welsh-Black-Herde“, die er seit einigen Jahren gleich neben seinem Haus halte. Ein Mann wie du und ich eben, denn wer genießt nicht seinen Feierabend im Kreise seiner Welsh-Black-Rinder..?!

Natürlich kam in dem Interview mit keinem Wort vor, dass der Herr Koopmanns möglicherweise Dreck am Stecken hat. Dafür berichtete zum Beispiel die taz kürzlich, dass der Mann „im Fokus“ der Hamburger Staatsanwaltschaft steht, und zwar wegen Bestechung. Hintergrund ist der als „Ticketaffäre“ bekannt gewordene Vorgang, der in Hamburg seit Monaten für Schlagzeilen sorgt. Bekanntlich veranstaltete FKP Scorpio ein Open-air-Konzert der Rolling Stone im September im Stadt, kurz nach dem G-20-Gipfel.

Damit dieses Spektakel reibungslos vonstatten gehen konnte, war es offenbar nötig, hier und das das politische und verwaltungstechnische Getriebe zu schmieren. Der Sozi Harald Rösler, damals Chef des zuständigen Bezirksamts Nord, nahm bekanntlich 100 Frei- und 300 Vorzugskarten für das Konzert an und verteilte sie großzügig an „Freunde des Hauses“. Diverse Politiker sind bereits in den Sog der Affäre geraten. Wo aber jemand bestochen wird, ist aber jemand der besticht, stellt die taz zu Recht fest. Daher also steht Koopmanns im Fokus von Ermittlungen.

Deshalb stand er jetzt aber nicht vor dem Landgericht, denn da war er ja nur Zeuge. Denn der Zufall wollte es offenbar, dass er oder seine Firma zu den Geschädigten der Ereignisse an der Elbchaussee am Morgen des 7. Juli 2017 gehörten. Dort gehöre ihm ein Haus, das er gerade für rund 600.000 Euro habe sanieren lassen, heißt es dazu im Netz. Dieses sei damals entglast und mit ein wenig Ruß bedeckt worden. Darüber gab der Herr Koopmanns vor dem Landgericht Auskunft. Glücklicherweise, für ihn zumindest, ist der Gebäudeschaden zu 100 Prozent vom „Opferfonds“ für G-20-Geschädigte übernommen worden.

Pikant an der Sache ist der Zusammenhang zwischen G 20 und Stones-Konzert. Die Behörden hatten den Gipfelgegnern nämlich den Stadtpark für ein großes Camp verweigert, mit der Begründung, die Grünanlagen müssten geschützt werden. Die wurden dann im September 2017 von Stones-Fans zertrampelt. Und für die Behebung der Schäden zahlte wer? Richtig, der Steuerzahler.

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Glückwunsch! Buchholz hat es auf die erste Seite von Bild.de geschafft. Unter der Überschrift „Tatort Sparkasse – Buchholz in der Niedersachsen: Mindestens 3,5 Millionen Euro Beute!“ wird da heute Abend über das raffinierte Ausräumen der Schließfächer in der Sparkasse Harburg-Buxtehude berichtet. Auch so kann man als Kleinstadt bekannt werden… Stellt sich allerdings die Frage, warum die Kollegen von Bild erst jetzt auf die Geschichte kommen, denn die Sache ist ja schon eine Weile her.

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