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Archive for August 2018

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Die Bahn ist bekanntlich das innovativste Unternehmen der Republik. Kein Wunder also, dass sich die spannendste Baustelle des Landkreises Harburg auf dem Gelände des Buchholzer Bahnhofs befindet. Es handelt sich um einen der vier Fahrstühle der Wohlaubrücke, die zu den Bahnsteigen führt resp. Nord- und Südstadt verbindet. Sie erinnert stark an die Baustelle aus dem Buch „Der Blaumilchkanal“ des israelischen Satirikers Ephraim Kishon. Kürzlich waren hinter dem Bretterverschlag, der den Fahrstuhl oben umgibt, tatsächlich so etwas wie Geräusche handwerklicher Tätigkeiten zu verzeichnen. Ansonsten hängen im Bahnhofsbereich Plakate, auf denen die Bahn verkündet, der Fahrstuhl sei im November repariert. Halleluja!

Das passt gut zu den Informationen, die dem Blog zu Ohren gekommen sind. Dass die Bahn von Anfang an die falschen Fahrstühle eingebaut hat. Im Winter funktionieren sie nicht richtig. Das macht einem richtig Mut für Stuttgart 21… (kst)

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Das Jobcenter des Landkreises Harburg soll wegen seines vorbildlichen Engagements mit einer neugeschaffenen Auszeichnung des Landes Niedersachsen ausgezeichnet werden, dem Exzellenzorden für Kreativität und Hilfsbereitschaft. „Generationen von Hilfeempfängern sind durch die Mitarbeiter des Jobcenters aufgeheitert und animiert worden“, sagte Landrat Rainer Rempe (CDU), der die Auszeichnung im September entgegennehmen will. „Den Mitarbeitern gelingt es immer wieder, besonders fantasievolle Begründungen für die Ablehnung von Hilfeleistungen zu kreieren, die auch noch den letzten Sauertopf zum Lachen reizen.“ Besonders die Filiale Buchholz zeichne sich hier immer wieder aus. Rempe: „Kommen Sie gern selbst mal in die einladend gestalteten Räumlichkeiten dieses Jobcenters. Sie werden dort immer gut gelaunte Klienten finden, die sich vor Lachen biegen, wenn einer der Mitarbeiter wieder einmal in seiner unnachahmlichen Art einen Witz erzählt hat.“ (Das Kollektiv)

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Von Kristian Stemmler

Die Verantwortlichen der Stadt Buchholz klopfen sich bei jeder Gelegenheit selbst gönnerhaft auf die Schulter, wie aufgeklärt sie mit der Nazivergangenheit der Stadt umgehen – tatsächlich kann davon nicht die Rede sein! Auf dem Alten Friedhof südlich der Parkstraße lässt die Stadt die Gräber der 17 Zwangsarbeiter verkommen, die dort zur letzten Ruhe gebettet wurden. Eine Schande für Buchholz!

Schon die Lage der Gräber ist symptomatisch für den Umgang der Buchholzer mit den Verbrechen des NS-Regimes. Die Gräber wurden in die hinterste Ecke des Friedhofs gepackt, ohne jede Erläuterung, wessen sterbliche Überreste hier liegen, wie die Menschen in Buchholz behandelt wurden, wie sie ums Leben kamen. Nach Informationen von der Homepage des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge sind hier bestattet: ein Belgier, ein Jugoslawe, ein Grieche, fünf Polen, drei Tschechen und sechs Kriegsgefangene aus der Sowjetunion. Lapidar heißt es auf der Homepage des Volksbundes: „Sie starben in den Jahren 1942 – 1945.“

Es gehört nicht viel Mühe dazu, sich zu vergegenwärtigen, was zumindest einem Teil dieser Menschen widerfahren ist. Wenn zum Beispiel Sterbedaten auf den völlig verwitterten Grabsteinen auf den selben Tag zum Kriegsende hin verzeichnet sind, dann liegt es nahe, dass die Betreffenden umgebracht worden sind. Davon ist nach Informationen des Blogs nirgendwo bisher zu lesen gewesen.

Ein Skandal ist auch, dass unmittelbar gegenüber der Gräber der Zwangsarbeiter sich ein Gräberfeld befindet, mit – so die Homepage des Volksbundes – „48 deutschen Soldaten verschiedenster Truppengattungen von Heer, Luftwaffe, Marine und Waffen-SS, davon 9 Unbekannte“. Sie seien in Buchholzer Lazaretten 1944 und 1945 gestorben, „auch nach Kriegsende an ihren Verwundungen oder wurden nach den Kampfhandlungen tot aufgefunden und hier bestattet“.

Wie unfassbar geschichtsvergessen und instinktlos ist es, Soldaten, die vielleicht keine individuelle Schuld auf sich luden, aber als Angehörige der genannten Truppenteile in die Verbrechen der Nazis involviert waren, direkt neben Opfern dieser Tyrannei zu bestatten. Besonders skandalös ist es, dass dann auch noch Angehörige der verbrecherischen Waffen-SS dabei sind. Auch wenn dies nach dem Krieg so arrangiert worden ist – die Stadt hätte es längst korrigieren müssen!

Ein weiterer Skandal ist der Umgang der Stadt mit dem Gedenkstein für NS-Opfer auf dem Marktplatz. Von der vor Jahren dem Autor dieser Zeilen versprochenen Beschilderung mit erläuternden Worten zu dem Stein und seinen Intentionen ist weit und breit nichts zu sehen. Auch hier scheint sich Buchholz in den Wind zu drehen, der Deutschland derzeit weit nach rechts treibt. Man hat hier offenbar schon immer eine feine Nase dafür gehabt, wo der Zug hinfährt.

Am Dienstag um 15 Uhr lädt eine Gruppe internationaler Freiwilliger gemeinsam mit der Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh zum Gedenken an die Opfer des Faschismus zum Mahnmal auf dem Buchholzer Marktplatz. Eine gute Gelegenheit, Flagge gegen Rechts zu zeigen!

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buchholzblog

Von Kristian Stemmler

Leben wir eigentlich in Belutschistan, oder wie? Diese Frage kommt mir in den Sinn, wenn ich die aktuelle Berichterstattung über das brisante Thema Sonntagsöffnungen von Lebensmitteldiscountern der Marke EDEKA in Buchholz verfolge. Konkret geht es um die beiden EDEKA-Supermärkte von Hans-Ulrich Schreiber in Sprötze und Ralf Lorenz in Holm-Seppensen, die beide an jedem Sonntag geöffnet haben, Schreiber drei Stunden von acht bis elf Uhr, Lorenz vier Stunden von acht bis zwölf Uhr.

Mein SPD-Ratskollege Frank Piwecki hatte, wie berichtet, den Mut, das heikle Thema mittels einer Anfrage an die Verwaltung aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen. Die Verwaltung erklärte eindeutig, dass es keine Ausnahmegenehmigungen für Lorenz und Schreiber gibt (der blog berichtete). Nach den Regelungen des Niedersächsischen Gesetzes über Ladenöffnungs- und Verkaufszeiten können Läden, die Waren des täglichen Bedarfs anbieten und deren Ladenfläche kleiner als 800 Quadratmeter ist, am Sonntag für drei Stunden öffnen, allerdings nur außerhalb…

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Afrikas Hoffnung

Der neue äthiopische Premierminister Abiy Ahmed (Quelle: Der Spiegel)

 

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Wordsurfer ruft dazu auf, eine Initiative zu gründen „Lkw raus aus den Städten und Dörfern“. Dazu dieser Beitrag aus der Tageszeitung junge Welt vom heutigen Donnerstag, 9.8.18:

Es geschieht in Deutschland in jeder zweiten Woche: Ein Radfahrer wird von einem Lastwagen erfasst, weil der Fahrer ihn oder sie beim Abbiegen übersehen hat. Anfang Mai war es im Hamburger Bezirk Eimsbüttel eine 33 Jahre alte Mutter zweier kleiner Kinder, der die Unaufmerksamkeit eines Lkw-Fahrers und die Unfähigkeit von Behörden und Industrie, Lösungen zu finden, zum Verhängnis wurde. Auf dem Weg zur Arbeit wollte sie eine Straße überqueren, als das tonnenschwere Fahrzeug sie erfasste. Der Notarzt konnte ihr nicht mehr helfen.

Auf deutschen Straßen, so hat die Unfallforschung der Versicherer (UDV) in einem mehrjährigen Forschungsprojekt herausgefunden, kommt es jedes Jahr zu der unvorstellbaren Zahl von rund 3.200 Unfällen, bei denen Lastwagen Radfahrer erfassen, wie der Spiegel am 9. Mai dieses Jahres kurz nach dem Unfall in Hamburg berichtete. Pro Jahr, so zitiert das Nachrichtenmagazin die Studie, gebe es bei diesen Unfällen rund 660 Verletzte und 70 Tote, also etwa sechs tote Radfahrer im Monat. Ein Drittel von ihnen komme bei Abbiegeunfällen ums Leben.

Dabei wären die meisten dieser Unfälle vermeidbar. Allein mehr als 40 Prozent aller Unfälle, an denen Lkw und Radfahrer beteiligt sind, könne bereits ein elektronischer Abbiegeassistent verhindern, hat die UDV bei ihrem Forschungsprojekt herausgefunden. Diese Technik überwacht den sogenannten »toten Winkel«, der die eigentliche Ursache für die vielen Unfälle beim Abbiegen von Lastern ist. Ein System, das bislang nur Daimler anbietet und für rund 2.500 Euro zu haben ist, überwacht per Radar einen 3,75 Meter breiten und bis 18,85 Meter langen Seitenstreifen neben dem Lkw, eben diesen toten Winkel, den der Fahrer mit den normalen Rückspiegeln nicht einsehen kann. 2017 war bereits jeder vierte Mercedes-Benz-Lkw in Deutschland mit diesem Abbiegeassistenten ausgerüstet.

Ein günstigeres System hat Edeka Südbayern in seiner Lkw-Flotte einbauen lassen. Es wurde vom technischen Leiter des Einzelhandelsunternehmens selbst entwickelt. Dabei wird der tote Winkel von einer Kamera an der Zugmaschine und zwei zusätzlichen Sensoren überwacht. Der Fahrer kann auf einem Monitor im Führerhaus den toten Winkel komplett einsehen, wenn sich in diesem Bereich eine Bewegung ereignet, wird der Fahrer außerdem durch Signaltöne gewarnt. Kosten der Vorrichtung: rund 500 Euro.

Auch an anderen technischen Lösungen des Problems wird gearbeitet. Dabei liege eine Maßnahme auf der Hand, wie etwa der Eimsbüttler Bezirksabgeordnete der Linkspartei Peter Gutzeit im Gespräch mit junge Welt hervorhob (siehe Ausgabe vom 28.5.2018): Die großen Lkw müssten raus aus den Städten und Ortschaften. Wo eine ständige Versorgung etwa der Discounter mit Lebensmitteln oder von Baustellen mit Baumaterial erforderlich ist, muss – so die Idee von Gutzeit – eine Infrastruktur aufgebaut werden, die die schweren Laster draußen hält. Dazu könnten etwa auf Parkplätzen an der Peripherie Baustoffe und Waren von großen Lkw auf kleinere umgeladen werden. Ein solches System zu entwickeln kostet sicher Zeit. Aber bei 70 Toten im Jahr darf das kein Argument sein.

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