Oberstleutnant Droßmann, übernehmen Sie! G20 oder wie eine Stadt unter Kuratel gestellt wird

Veröffentlicht: 2017-04-30 in Analysen, Überregionales, Hintergründe, Kommentare, Widerstand

Von Kristian Stemmler

Gut zwei Monate bevor der G-20-Gipfel Hamburg heimsucht, steht die Stadt praktisch schon unter Kuratel. Bundeswehr und Polizei haben längst das Kommando übernommen. Innensenator Andy Grote (SPD) erklärt öffentlich, die Polizei habe die volle Entscheidungsgewalt darüber, wer wo demonstrieren dürfe und wo nicht. Und im Bezirk Mitte, dem Bezirk, in dem sich der ganze Zirkus Anfang Juli abspielen soll, räumt ein Oberstleutnant der Bundeswehr auf, der rechtzeitig auf den Posten des Bezirksamtsleiter gehievt worden ist, übrigens als Nachfolger von Grote.

Falko Droßmann heißt der ebenso geschmeidige wie schnittige junge Mann, der alles mitbringt, um das linke Gesindel und anderes Geschmeiß, das ihm und seinen Spießgesellen im Weg ist, Mores zu lehren. Er war bei der Polizei, hat dann zehn Jahre lang an der Helmut-Schmidt-Universität der Bundeswehr in der Hansestadt studiert und war zuletzt im Range eines Oberstleutnant, was schon ziemlich weit oben ist, Kommandeur bei der Luftwaffe der Bundeswehr. Raten Sie mal, wem und was der Kerl sich verpflichtet fühlt!

Schon in den vergangenen Monaten hat der Sozialdemokrat gezeigt, wie er das Wort interpretiert, mit dem der Name seiner Partei anfängt. Ganz im Stile seines nicht minder beinharten Vorgesetzten im Rathaus, Brechmittel-Olaf Scholz, bedeutet „sozial“ für ihn offensichtlich, sich und seinesgleichen den Anblick von Armut und Elend zu ersparen.

Mit großem Tamtam propagierte er sein Projekt, den Hauptbahnhof und das Umfeld von Obdachlosen, Alkis und anderem Pack zu säubern. Sogar einen Weckdienst hat sein Bezirk in den Geschäftsstraßen der City ins Leben gerufen. Mitarbeiter verscheuchen frühmorgens die Obdachlosen in den Eingängen der Läden und Büros – damit die Mitarbeiter nicht über so einen ungewaschenen Rumänen stolpern, wenn sie zur Arbeit erscheinen. Ordnung muss sein!

Jetzt hat der Herr Oberstleutnant sein Meisterstück abgeliefert. Ausgerechnet im Straßenmagazin Hinz & Kunzt empfahl er, offenbar ohne alle Skrupel, den Obdachlosen vor und während G20 aus der Innenstadt zu verschwinden. Wörtlich erklärt der saubere Offizier: „Geht für ein paar Wochen in eine andere Stadt oder meidet zumindest die Messe, die City – überhaupt das Kerngebiet.“ Da bleibt einem die Luft weg!

Droßmann zeigt dem Gesindel, wo es lang geht: „Es wird viele Kontrollen geben, und da wird keine Unterscheidung gemacht zwischen Obdachlosen und Nicht-Obdachlosen“, sagt er weiter in dem Interview. Es werde schnell Platzverweise geben, „denn die Sicherheit des Gipfels muss gewährleistet sein“. So könnten sich randalierende Betrunkene schnell im Gefangenensammellager wiederfinden. Drossmann hofft auf den „gesunden Menschenverstand“ der Obdachlosen.

Da fällt einem nichts mehr ein! Gesunder Menschenverstand! Den hätten Scholz und sein Umfeld beweisen können, indem sie gar nicht erst auf die Idee kommen, G20 an die Elbe zu holen. Aber Polizei und Bundeswehr möchten ja auch mal unter realistischen Bedingungen üben, das muss man ja verstehen. Wie groß ist der Schritt zum Faschismus eigentlich..??

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Kommentare
  1. Wir sind nicht Burku, Kumpel Blase! Bisschen besser aufpassen, was deutsche Leitkultur ist: Wir zeigen unser Gesicht, wenn wir andere im Internet beschimpfen. Gestapo und Auschwitz eben nicht, Du Trottel, der Faschismus kommt jedes Mal durch eine andere Tür. Wir wollen uns doch auch nicht um Begriffe streiten. Dass dieses System zunehmend außer Kontrolle gerät, ist doch nicht zu übersehen, es sei denn man lebt gemütlich in seiner Doppelhaushälfte, fährt dreimal im Jahr in Urlaub und möchte von all dem nichts wissen. Lies Deine FAZ oder woher Du sonst Deine Weisheit beziehst und leg Dich wieder hin!

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  2. Alkuds sagt:

    „Wie groß ist der Schritt zum Faschismus eigentlich..??“ Fünf vor zwölf, Auschwitz wird quasi schon wieder neu errichtet, Gestapo und SD wurden reaktiviert, sieht doch jeder. Nee man, scheinbar lebt der Linksradikale der hier schreibt, in einer anderen Realität als der Rest der Bevölkerung. Diese ewige, hysterische Unterstellung, dass der Faschismus quasi schon wieder gewonnen hat ist derart lächerlich, dass ich es nicht weiter kommentieren werde. Lass Dich behandeln, mein Freund, gibt auch gute Psychiater.

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