Ein Mann, der ständig unter Strom steht – Jan Bauer, der neue Unvermeidliche, King of Wochenblatt und Reglitzky-Nachfolger

Was für "Neues Deutschland" Erich Honecker war, ist für das Nordheide Wochenblatt Jan Bauer.
Was für „Neues Deutschland“ Erich Honecker war, ist für das Nordheide Wochenblatt Jan Bauer.

Von Kristian Stemmler

Buchholz hat einen neuen Unvermeidlichen: Jan Bauer. Bisher war es Arno Reglitzky, der zu allen möglichen Anlässen und mit allen möglichen Hüten auftauchte und so gut wie in jeder Ausgabe des Nordheide Wochenblattes zu bewundern war. Sei es als Vorsitzender von Blau-Weiß Buchholz, für den ADAC, als FDP-Fraktionsvorsitzender im Rat der Stadt, als Kreistagsabgeordneter oder was auch sonst noch immer. Da Reglitzky nicht mehr der Jüngste ist, braucht er natürlich einen Nachfolger, und das scheint Jan Bauer zu sein.

Der junge Mann mit dem Dauerlächeln bringt es auf mindestens so viele Ämter und Posten wie „Kreisel-Arno“ und im Wochenblatt ist er längst häufiger zu sehen. Neulich durfte er sich etwa als Vertreter des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) auf der ersten Seite über die Empfehlungen des Bundes zum Anlegen von Notfallrationen auslassen – eine kostenlose Wahlwerbung für den Mann, der für die CDU bei den Kommunalwahlen kandidierte. Natürlich wurde er spielend sowohl in den Stadtrat wie in den Kreistag gewählt, denn man kennt ihn.

Mit fast 1000 Stimmen, die für ihn persönlich abgegeben wurden, schoss Bauer in Buchholz den Vogel ab und wird jetzt vermutlich noch öfter im Wochenblatt sein. In der Mittwochausgabe schaffte er es gleich zweimal, vorn als Vertreter des Stadtmarketings von Buchholz und hinten in einer Anzeige der Stadtwerke mit einer Art Jugendbild. Das ist übrigens sein eigentlicher Job, Vertriebsleiter bei den Stadtwerken.

Dass er Vorsitzender des Fördervereins der Zukunftswerkstatt ist, sei hier nur nebenbei erwähnt. Laut Medienberichten sitzt Bauer auch noch in einem Prüfungsausschuss der Handelskammer, und in einem der hiesigen Sportvereine treibt er sich vermutlich auch noch herum. Beobachter der Szene fragen sich bereits, wie er das alles zeitlich bewältigt, einige vertreten die These, Jan Bauer habe sich längst klonen lassen, um sein Pensum zu schaffen. Wie dem auch sei, lässt sich vorerst schwerlich etwas gegen seine Aktivitäten sagen – außer vielleicht, dass hier mal wieder so en passant der Eindruck vermittelt wird, das Wohl der Gemeinschaft und das der Partei CDU seien gewissermaßen identisch.

PS: Um einen etwas flachen Witz zu lancieren – man könnte sagen, Jan Bauer steht ständig unter Strom…

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9 Comments

  1. Nachtrag:
    Ich hätte Sie fast gewählt, Stehnken. Allein schon um die afd zu ärgern. Aber ihr Pamphlet hat mich davon überzeugt, dass Sie nicht aufrecht sind.

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  2. Ich war erschrocken über den Flyer, den Sie mir in die Hand quälten. Erschrocken darüber, dass ein „Kandidat“ auf einem Flyer ein Bild für sich sprechen lässt, das erkennbar aus dem letzten Jahrtausend stammt. Hatten Sie keines mehr mit Konfirmantenanzug?

    Sind Sie ein Scharlatan, Sie täuschen sogar auf ganz billige Weise auf Ihrem Pamphlet.

    100% Kompetenz?
    100% verrückt!

    Welche Mittel nehmen Sie eigentlich dagegen, Stehnken?

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  3. Das ist lustig, Stehnken. Im Wahlkampf hab ich u.a. auch mit CDU und FDP geredet, Ihre Show auf dem Markt war ja schon auffällig. Die CDU haben Sie aus Ihren Überlegungen gestrichen? Ich lach mich tot. Es ist so, daß diese Leute Sie nicht mal mehr mit der Kneifzange anfassen werden. Und wenn ich Ihren Namen im Internet suche, finde ich genug Hinweise, warum das so ist. Besonders die FDP weiss von einem „Maschinengewehreinsatz“ zu berichten. Rechts light? Schwer Nazi würd ich sagen.

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  4. Ich bin stolz darauf, in meiner neuen (zweiten) Heimat im Kommunalparlament mitarbeiten zu dürfen. Mein Ziel ist es, mit meiner Lebenserfahrung und meinen Ideen, ein gutes Ratsmitglied zu sein. Wenn es nach fünf Jahren heißen würde, Hans-Wilhelm Stehnken war ein Gewinn für uns, dann hätte ich das Ziel erreicht. Die CDU habe ich aus allen meinen Überlegungen gestrichen.

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  5. Erleichterung‏

    Ab morgen bin ich nicht mehr Mitglied der Alternative für Deutschland (AfD).
    Vor dem Hintergrund der innerparteilichen Geschehnisse der letzten Monaten
    bin ich geradezu erleichtert darüber, dieses Kapitel nunmehr abzuschließen.
    Im neuen Buchholzer Stadtrat wird es aus diesem Grund auch keinerlei Zusammenarbeit
    mit den beiden AfD-Abgeordneten Rainer Sekula und Michael Cordes geben.

    HANS=WILHELM STEHNKEN
    (Also nur noch rechts-light …)

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  6. Danke, auch wenn das Lob von Rechts kommt, sozusagen, aber wir sind hier dankbar für jede Art von Diskurs. Die Diskussion fortzusetzen dürfte allerdings schwierig sein, weil es in Buchholz eine Diskurskultur praktisch nicht gibt. Wenn Sie etwas beisteuern können zu Verstrickungen in der Stadt – jederzeit!

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  7. Schon immer sind Stadtwerke der „richtige“ Aufenthaltsort für Partei- und Vereins-Hansel. Wäre ich Geschäftsführer der Buchholzer Stadtwerke, dann würde ich Jan Bauer mit derart vielen Aufgaben beschäftigen, damit ihm das blöde Wochenblatt-Grinsen ein für alle Mal vergeht.
    Wie viel günstiger könnten die Leistungen des kommunalen Unternehmens sein, wenn Gestalten wie Jan Bauer einfach rausgeschmissen werden …? Gibt es bei den Stadtwerken noch weitere „Beschäftigte“ dieser Art? Das „querschläger“ dieses längst überfällige Thema aufgegriffen hat, finde ich geradezu toll. Die Diskussion muss unbedingt fortgesetzt werden.
    Hans-Wilhelm Stehnken

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