O’zapft is! Verkommt das Buchholzer Stadtfest zum Besäufnis für jung und alt?

Von Kristian Stemmler

Auf dem Buchholzer Stadtfest gab es sicher auch in diesem Jahr wieder viel großartige Musik zu hören, es gab interessante Informationen und viele Begegnungen und Gespräche. Aber dabei sollte man nicht übersehen, dass auch diese Veranstaltung wie ähnliche an anderen Orten zunehmend zu einem großen Besäufnis verkommt – und vor allem, das ist sicher am bedenklichsten, einem Anlass, bei dem das Jugendschutzgesetzt massenhaft gebrochen wird, und das unter den Augen der Obrigkeit.

Sowohl am Freitag- wie am Sonnabendabend zogen Jugendliche, von denen augenscheinlich ein großer Teil noch keine 16 oder noch nicht mal 14 Jahre alt war, bis zum Abpfiff um 24 Uhr über die Festmeile. Eine besondere Massierung war wie immer auf und neben dem City-Center-Parkplatz festzustellen, wo die Fahrgeschäfte installiert waren. Erkennbar war auch, dass nicht wenige dieser Jugendliche angetrunken oder sogar volltrunken waren.

Uniformierte Polizisten waren ebenso vor Ort wie Jugendschützer in zivil. Angesichts der bekannten Personalknappheit sowohl bei der Polizei wie bei Kommunen dürfte sich ihre Aufgabe aber darin erschöpft haben, die schlimmsten Auswüchse abzufangen. Natürlich könnte man sagen: So what, lass sie doch! Wir haben doch als Jugendliche auch mal über die Stränge geschlagen.

Aber das ist nicht der Punkt. Es ist ein Problem, wenn schon der Jugend hierzulande signalisiert wird, dass es ein erstrebenswertes Ziel ist, einen drauf zu machen, sich zu besaufen, zu kiffen, von Event zu Event zu hasten und sich der verbreiteten Bewusstlosigkeit hinzugeben. Und ich frage mich schon, wo die Sorgeberechtigten all dieser Jugendlichen eigentlich waren.

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7 Comments

  1. Dass es auf dem Stadtfest keine Schnapsleichen gab, halte ich für ein Gerücht… Ansonsten mögen Sie recht haben. Wobei die um sich greifende Eventisierung systemimmanent ist. Dass alles abgeräumt wird, was irgendwie mit Tradition, Heimat etc. pp. zu tun hat, liegt in der Natur des Turbokapitalismus. Der Mensch soll sich an Waren, Marken und dergleichen binden – an sonst nichts!

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  2. Herr Stemmler, warten Sie noch 5 bis 10 Jahre und das alles hat ein Ende. Der Kinderboom um die Jahrtausendwende erlebt gerade seine Pubertät und Volljährigkeit und danach ebbt es ab. Nicht nur die Jugend schwindet, sondern mit ihr die Fahrgeschäfte, die Größe des Stadtfestes und dann kann man einerseits ruhig und entspannt aber andererseits auch mit etwas Trauer in Rückblick auf die abnehmende Teilnehmerzahl feiern. Als 18-Jähriger muss ich sagen, dass die letzten Jahre spannender waren. Inzwischen kommen dubiose Händler vorbei, die ihre LED Anhänger aus China-Plastik verkaufen und funkelnde Plastikteile in die Luft schleudern. Das ehemals dörfliche Fest, auf dem man Freunde trifft und mal schnackt, verschwindet und das Feeling eines Großstadtfestes zieht einher. Das mag aber auch damit zusammenhängen, dass viele meiner Kollegen für ihr Studium und co. bereits weggezogen sind und ich niemanden mehr kenne. Dieses Jahr war die Polizei viel präsenter, besonders am Brandherd neben dem CityCenter Parkplatz. Dieses mal gab es keine Schnapsleiche oder große Schlägerei wie im letzten Jahr.

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  3. Verbieten wir einfach Musik beim Sadtfest, wenn sich andere sich durch zu laute Musik gestört fühlen.
    Verbieten wir einfach Informationsstände, wenn sich andere durch zu leise Musik gestört fühlen

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  4. Das kann ich nur voll unterstreichen. Außerdem aber auch noch: Dass eine 5-Mann-Band die ganze Rathauswiese mit allen Informationsständen so zudröhnt, dass man sein eigenes Wort nicht mehr verstehen kann. So dürfte eine Information unmöglich gemacht werden. Wo war denn da das Ordnungsamt? Ach ja, die hatten ja Feierabend und da braucht man bekanntlich keine Aufgaben für die Öffentlichkeit zu erledigen. Grade dann, wenn’s nötig wäre.

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