Übler Wahlkampfstil – AfD will Bürgermeister Röhse „über den Jordan helfen“ ++ Abweichler Stehnken vor Einzug in den Rat

Von Kristian Stemmler

Die Alternative für Deutschland (AfD) lässt im niedersächsischen Kommunalwahlkampf die Maske fallen. Was die islamophobe und flüchtlingsfeindliche Partei derzeit im Landkreis Harburg plakatiert, kann nicht mehr als rechtspopulistisch bezeichnet werden, sondern erinnert schon an die Propaganda der Nazis. So zeigt ein Plakat unter der Überschrift „Kann alles weg!“ die Logos der bürgerlichen Parteien von CDU bis Linkspartei. Noch derber ist ein in Buchholz aufgehängtes Plakat, das mit der üblen Parole „Wir helfen Röhse über den Jordan“ dem Buchholzer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) droht.

Man muss sich schon mit der Buchholzer Kommunalpolitik beschäftigt haben, um zu erkennen, dass es sich hier um ein Wortspiel handeln soll, das auf die so genannte Jordanfläche am Rathaus Bezug nimmt. Dort entstehen gerade drei Wohnblocks, in denen anerkannte Asylbewerber unterkommen sollen. Nächste Woche ist Richtfest. Die Buchholzer AfD hat den Protest gegen das Projekt ganz oben auf ihre Agenda gesetzt, übrigens in trauter Eintracht mit den Nazis von Aktionsgruppe (AG) Nordheide um Kader Denny Reitzenstein.

Mittlerweile sind offenbar die meisten der Plakate mit dem Jordan-Spruch aus Buchholz verschwunden oder von Unbekannten bearbeitet worden. Ob das für Einsicht der AfD-Verantwortlichen spricht oder Gegner der Partei sich dieses Plakat besonders vorgenommen haben, ist unklar. Der Buchholzer Bürgermeister will derzeit jedenfalls nichts in der Sache unternehmen, wie Stadtsprecher Heinrich Helms dem querschläger bestätigte. Wie schon bei der AG Nordheide, die Röhse vor einigen Monaten in ähnlicher Weise attackierte, will Röhse den Vorgang offenbar nicht unnötig hochspielen.

Für die nächste Ratsperiode lässt der Stil der AfD Schlimmes befürchten. Nach der derzeitigen gesellschaftlichen Stimmung zu urteilen, wird die Partei bei der Kommunalwahl gut abschneiden und im Buchholzer Rat mit drei oder vier Mitgliedern sitzen. Pech für die Buchholzer AfD, dass einer davon Hans-Wilhelm Stehnken sein wird, der nach einem Streit mit dem Kreisvorstand (der querschläger berichtet), besonders mit dem Pressesprecher Hans-Jürgen Bletz, seinen Austritt aus der Partei angekündigt hat.

Nach Auskunft der Stadt haben der Streit und sein angekündigter Austritt keinen Einfluss auf die bereits genehmigten Wahllisten. Stehnken steht im Wahlbereich 2 für die AfD auf Platz eins, wird also mit Sicherheit in den Rat einziehen und zwar auf dem Ticket der AfD. Sollte er sich mit der Partei nicht mehr einigen, wovon auszugehen ist, seinen Platz auf der Liste nicht räumen und auch in keine andere Partei mehr eintreten (resp. aufgenommen werden), würde er als Parteiloser im Rat sitzen.

Interessant ist übrigens, wer für die AfD in Buchholz so am Start ist. Man schaue sich die Herrschaften mal an (http://www.afd-harburg.de/die-kandidaten-fuer-den-stadtrat-buchholz/). Sie sind typische Beispiel für das in weiten Teilen verrohende Bürgertum, ein Zollbeamter, ein Key Account Manager, eine Studentin, ein Vermögensberater, um nur einige zu nennen. Dieser Vermögensberater namens Frank Borgwardt ist übrigens für die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) tätig, ein übles sektenartiges Finanzunternehmen, dass sich mit dem Schmieren hochrangiger Politiker der Union und FDP hervorgetan hat.

Solche Leute braucht das Land.

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5 Comments

  1. Hallo Krischan, leider denke ich, eine ganze Menge Leute wollen die AfD wählen… Herrn Stehnken habe ich auch gesehen auf dem Markt am AfD-Stand und mich gewundert. Du hast vermutlich recht, dass man sich notgedrungen geeinigt hat oder das Ganze nur ein Wahlkampfgag war. Gruß Kristian

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  2. Hallo Kristian !
    Ich kann berichten, dass Herr Stehnken am 20.8.16, wieder am Wahlstand der AFD in Buchholz
    in trauter Gemeinschaft zwei AFD-lern Info`s verteilt hat. Zum Glück sind sie nicht viel losgeworden.
    War der Streit mit dem Kreisverband und Ortsverband der AFD nur eine AFD Wahlwerbung??
    Oder mussten die AFD-Führer , weil Stehnken auf Platz eins der Buchholzer Stadtratsliste stand ihren Streit zurückstecken.?

    In Holm –Seppensen an der Bushaltestelle hingen zwei Plakate von der AFD mit der Aufschrift “ Bürgermeister Röhse über den Jordan helfen“ ! Gleich nach aufstellen wurden von AFD -Verächtern die Plakate mit dem Stinkefinger und dem Spruch „Fuck Nazis“ besprüht.! Beides hing eine Zeit und der eigentliche Plakattext war kaum zu erkennen !! Leider wurde das Plakat der AFD dann von einem “ Kunstbanausen “ entsorgt.
    Als die AFD–Wahlplakate offensichtlich in den Müll entsorgt waren , war die Welt an der Bushaltestelle Tostedter Weg wieder in Ordnung !! Die AFD will ja wohl nicht wirklich jemand wählen !

    Christian Keunecke

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  3. Madame, die Studentin ist doch nur pars pro toto, es geht um die Mischung – außerdem gehören Studierende eindeutig zu den Gewinnern in dieser Gesellschaft, das wollen Sie doch nicht im Ernst bezweifeln. Das heißt ja nicht, dass die alle AfD-Wähler sind. Man kann eine Aussage auch absichtlich missverstehen.

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  4. Echt jetzt?
    Eine Studentin bei der AfD ist Beweis für das verrohende Bürgertum?
    Das ist schon echter Nonsens, oder?
    Die Verrohung der Buchholzer AfD allerdings zeigt sich recht hüppsch im Facebook-Account „AfD Harburg-Land“, der wohl von Herrn Krause als Admin geführt wird. Er likt sich auch selbst für seine Beiträge wie den wöchentlichen „Dummbatz des Monats“ (^^).
    Ich bin ihm jetzt schon so oft auf die Zehen getreten, dass er uns beide politisch in einen Topf wirft.
    Was mir eine Ehre ist ^^

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