Coming soon: Going postal – was uns noch so alles bevor steht…

Veröffentlicht: 2016-07-26 in Analysen, Überregionales, Hintergründe, Politik, Widerstand
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Von Kristian Stemmler

Würzburg, München, Ansbach… welcher Ortsnamen wird folgen? Wir stehen erst ganz am Anfang, liebe Leute, der Fortschritt ist nicht aufzuhalten. Denn die einmal begonnene Reihe großartiger Importe von jenseits des Großen Teiches, die wir hier einfach mal mit „Coca-Cola, Kaugummi, Cheeseburger, Two and a half Man, Internet, selbstfahrende Autos, Amokläufe“ zusammenfassen, kann noch beliebig verlängert werden. Es stehen noch weitere großartige Entwicklungen zur Markteinführung in Europa bereit. Going postal zum Beispiel (bei Wikipedia mehr dazu!).

Mancher meint jetzt ja tatsächlich, Amokläufe seien ein Import aus islamisch geprägten Weltgegenden. So ganz falsch ist das nicht, denn ursprünglich bezeichnet Amok eine kriegerische Aktion im malaiisch-indonesischen Kulturraum, war dort aber keine Tat eines Einzelnen und hatte auch gar keine negative Konnotation – ganz im Gegenteil: Der Begriff bezeichnete eine Aktion, bei der einige wenige Krieger eine Schlacht dadurch zu wenden versuchten, indem sie ohne jegliche Rücksicht auf Gefahr den Feind blindwütig attackierten, wie Wikipedia das beschreibt.

Das ist doch, richtig verstanden, eine äußerst heldenhafte und selbstlose Tat. Aber wie so oft in der Geschichte hat die westliche „Zivilisation“ erst den Vorgang völlig falsch verstanden, dann den Begriff pervertiert und schließlich ihn für eines der vielen Symptome der eigenen moralischen Verfallenheit verwendet. So war schon für Meyers Konversations-Lexikon aus dem Jahr 1888 der Amoklauf nur noch eine „barbarische Sitte“ im Zustand des Vollrausches. Das Lexikon schrieb:

„Amucklaufen (Amoklaufen, vom javan.Wort amoak, töten), eine barbarische Sitte unter mehreren malaiischen Volksstämmen, zum Beispiel auf Java, besteht darin, dass durch Genuss von Opium bis zur Raserei Berauschte, mit einem Kris (Dolch) bewaffnet, sich auf die Straßen stürzen und jeden, dem sie begegnen, verwunden oder töten, bis sie selbst getötet oder doch überwältigt werden.“

Nun gut, heute sind wir dank des galoppierenden Fortschritts in der westlichen „Zivilisation“ wesentlich weiter. Opium oder andere Rauschmittel werden nicht benötigt, um Amok zu laufen, es genügt ein nettes Computerspiel und natürlich verwendet man dabei nicht etwas so Albernes wie einen Dolch, sondern eine oder mehrere Schusswaffen mit reichlich Munition oder baut sich ein Bömbchen. Nobel geht die Welt zugrunde, möchte ich hier kalauern.

Dass die Führungsmacht des Westens, der Schrittmacher der Zivilisation, das Land der begrenzten Unmöglichkeiten, den Amoklauf in dem beschriebenen pervertierten Sinne schon vor Jahrzehnten zu neuer Geltung verholfen hat, ja zur Vollendung geführt, das sollte niemanden überraschen. Und wie alles andere aus den USA, kam auch dieses „Kulturgut“ eines Tages bei uns an – etwa um die Jahrtausendwende. Bad Reichenhall, Koblenz, Meißen gehörten zu den ersten Tatorten. Haben Sie sicher schon vergessen, lieber Leser

Momentan sind wir Zeugen einer ebenso grotesken wie ungeheuerlichen Umdeutung der wahren Zusammenhänge – die Täter zeigen auf die Opfer! Der Westen mit der USA an der Spitze hat ganze Weltregionen in Chaos und Elend gestürzt, jetzt kommt die Gewalt von dort wieder zurück dahin, wo sie hergekommen ist: in die westlichen Metropolen. Aber nein: Wir waschen unsere Hände in Unschuld, wir haben nichts damit zu tun, dass zum Beispiel Kinder in Afrika zu Killermaschinen ausgebildet werden oder im Irak die Muslime aufeinander gehetzt wurden…

Aber was rege ich mich auf, diese „Zivilisation“ ist dem Untergang geweiht. Es sind einfach zu viele Manipulateure und Profiteure in Gesellschaft, Politik und Medien unterwegs, skrupellose Konzernlenker, zynische Lohnschreiber, korrupte Parlamentarier. Das Einzige, was uns jetzt noch retten kann, ist der Umstand, dass die Kinder revoltieren werden und müssen, früher oder später. Es ist ihre Zukunft, ihre Erde, die wir gerade zerstören!

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