Ein Wochenende im Landkreis: Polizisten beim Schützenfest in Buchholz attackiert ++ Mutter schubst Kleinkind aus Bus ++ Männer drohen 15-Jährigem, ihn „abzuknallen“ ++ Mädchen (13, 14) randalieren in Ohlendorf

Veröffentlicht: 2016-07-10 in Analysen, Überregionales, Hintergründe, Kommentare, Lokales, Politik
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Buchholz (qu) – In Buchholz benötigt man nicht die Räumung oder Teilräumung eines besetzten Hauses wie in Berlin um Gewalt gegen Polizeibeamte zu generieren. Da reicht ein Schützenfest und reichlich Alkohol. Wie die Polizeiinspektion Harburg heute mitteilt, sind Polizeibeamte der Inspektion am frühen Sonntagmorgen am Rande der auslaufenden Sonnabendfeiern des Buchholzer Schützenfestes von mehreren Personen attackiert worden. Ein Beamter wurde leicht verletzt, drei Angreifer in Gewahrsam genommen.

Hier der Text der Polizeimeldung:

„Am frühen Sonntagmorgen wurde kurz vor 5:30 Uhr der Polizei ein PKW-Aufbruch beim Schützenplatz mitgeteilt. Die alarmierten Polizeibeamten konnten zwei 20-jährige Tatverdächtige aus Tostedt antreffen, von dem noch einer im PKW saß und gerade ein Autoradio ausbaute. Die offensichtlich stark berauschten Männer stellten die Polizeikontrolle in höchst aggressiver Form in Frage und solidarisierten sich mit umherstehenden Personen, die gerade vom
auslaufenden Schützenfest kamen und den Polizeieinsatz massiv behinderten. Platzverweisen kamen die Störer nicht nach.

Als zwei der Aggressoren dabei selbst untereinander in Streit gerieten und ein Polizeibeamter die beiden trennen wollte, griffen die beiden Tatverdächtigen zum Pkw-Aufbruch und ein weiterer 20-jähriger Tostedter die Polizeibeamten unvermittelt mit Schlägen und Tritten an. Nur durch das Eintreffen weiterer Polizeibeamter und der Anwendung von Zwangsmaßnahmen, auch unter Anwendung von Reizstoffsprühgeräten, konnten weitere Störer ferngehalten und die drei Tostedter in Gewahrsam genommen werden.

Ein Polizeibeamter wurde bei der Auseinandersetzung leicht verletzt. Den Beschuldigten wurden für die Strafverfahren auf der Polizeiwache Blutproben zur Feststellung von berauschenden Mitteln entnommen, anschließend wurden sie nach einer kurzen Ausnüchterungszeit entlassen. Zeugen zum Vorfall werden gebeten, sich bei der Polizei Buchholz zum melden, Tel. 04181-2850.“

Und das ist im Landkreis noch am Wochenende passiert: Mutter schubst in Meckelfeld ihr etwa vier Jahre altes Kind aus Bus, zwei Männer drohen 15-Jährigem in Buchholz ihn „abzuknallen“, in Ohlendorf randalieren zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren und zwei 15-Jährige versuchen in einem Laden in Salzhausen Spirituosen zu entwenden, bei der Kontrolle findet die Polizei einen Elektroschocker in ihrem Rucksack… (die Texte der entsprechenden Polizeimeldungen folgen unten)

Zu alldem eine Anmerkung des querschläger:

Die Redaktion verurteilt alle Angriffe, bei denen Menschen zu Schaden kommen, also auch wenn Polizeibeamte angegriffen werden. Aber wer heute zur Polizei geht oder gegangen ist, muss wissen, worauf er sich einlässt. Die Polizei ist längst zum Prügelknaben und zum Ausfallbürgen für gesellschaftliche Erosionsprozesse geworden. Den Menschen wird heute an allen Ecken und Enden beigebracht, dass sie sich nichts gefallen lassen sollen, dass „Sichselbstverwirklichen“ eine Art Grundrecht und jeder sich selbst der Nächste ist.

Tatsächlich werden aber immer mehr Menschen mit Konsum und Eventhopping abgespeist und abgelenkt, während sie im Alltag, am Arbeitsplatz und anderswo, zu funktionieren und zu gehorchen haben. Dass dies der beste Nährboden für Frustration, Wut und Angst und daraus resultierend für Rücksichtslosigkeit, Brutalität und Egoismus ist, bedarf keiner näheren Erklärung. Vor allem und zuerst natürlich in marginalisierten Schichten, die Mittelschicht zieht derweil den Kopf ein.

Auf derartige Hintergründe und Zusammenhänge sollten auch Polizisten über ihre Gewerkschaften aufmerksam machen, statt sich als Schutzmacht der Wohlhabenden und Beschleuniger für von manchem Politiker herbeigesehnte „Weimarer Verhältnisse“ missbrauchen zu lassen. Das gilt sicher insbesondere für Großstädte, aber nicht minder für Städte wie Buchholz, wo der gesellschaftliche Zerfall schon längst angekommen ist – wobei das Wort „Zerfall“ die Dynamik der Prozesse schlecht abbildet.

Ist hinter der bürgerlichen Fassade nicht längst die Anarchie ausgebrochen?

Hier die oben angesprochenen weiteren Meldungen der Polizeiinspektion Harburg vom Wochenende:

Buchholz/Nordheide – 15-jähriger mit Schussabgabe bedroht
Am Sonntag, kurz vor drei Uhr morgens, wurde einem 15-jährigen Fahrradfahrer der Weg nach hause von einem hellblauen PKW versperrt. Zwei deutsch sprechende Männer bepöbelten aus dem Auto heraus den Jungen und fuhren mit bis zu seiner Wohnanschrift. Dabei drohten sie unter anderem, ihn abzuknallen, wenn er frech sei. Kurze Zeit später hörte der Junge einen Knall. Ermittlungen der Polizei ergaben, dass in der Nähe eine Schreckschusspistole abgefeuert worden ist. Die unbekannten Täter sind flüchtig. Hinweise nimmt die Polizei Buchholz entgegen (04181-2850)

Buchholz/Nordheide – Unfallflucht

Am Samstag, zwischen 16:25 Uhr und 17:25 Uhr, hinterließ ein Unfallflüchtiger einen geparkten Ford Focus beschädigt auf dem Parkplatz vor dem Rathaus, ohne sich um die Schadensregulierung zu kümmern. Hinweise nimmt die Polizei Buchholz entgegen (04181-2850)

Seevetal /Ohlendorf – randalierende Mädchen

Freitagnacht wurden der Polizei randalierende Jugendliche gemeldet, welche mehrere Mülltonnen umgeworfen haben. Als eine Anwohnerin die Mädchen ansprach, beschädigten die Jugendlichen zum Dank das Auto der Frau. Die Beamten folgten der Spur der Verwüstung und konnten zwei Mädchen im Alter von 13 und 14 Jahren antreffen, welche sich nun verantworten müssen.

Rosengarten – Täter gehen PKW an

In der Nacht von Freitag aus Samstag kam es in Rosengarten/Klecken zu einem versuchten Diebstahl eines Mercedes Viano. Täter versuchten vergeblich, das Schloss des Fahrzeugs zu knacken. In Emmelndorf gelang es Tätern hingegen, an einem Audi SQ 5 Nebelscheinwerfergitter im Wert von ca. 300 Euro zu entwenden. Hinweise nimmt die Polizei Seevetal entgegen (04105-6200)

Meckelfeld – Mutter schubst Kind aus Bus

Eine bislang unbekannte Frau schubste am Samstag gegen 17:00 Uhr nach Zeugenangaben ihr schreiendes Kleinkind (vermutl. vier Jahre) bei der Höpenstraße mehrfach aus dem Linienbus, so dass das Kind hinfiel. Eingreifende Zeugen konnten das Verhalten der Mutter unterbinden und verständigten die Polizei. Die Mutter entfernte sich mit dem Kleinkind noch vor dem Eintreffen der Polizei von der Bgm.-Heitmann- Straße in Richtung Glüsinger Straße. Hinweise an Polizei Seevetal (04105-6200)

Salzhausen – Jugendliche Ladendiebe mit Tarn-Elektroschocker

Zwei 15-jährige versuchten am Samstag in einem Supermarkt zwei Flaschen hochprozentige Spirituosen in einem Rucksack zu entwenden. Bei der polizeilichen Aufnahme wurde festgestellt, dass der eine Jugendliche einen als Taschenlampe getarnten Elektroschocker mit sich
führte. Darüber hinaus wurde bei ihm Tütchen mit Marihuanaresten aufgefunden. Es wurden mehrere Strafverfahren eingeleitet und der Jugendliche an seine Eltern übergeben.

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Kommentare
  1. Los Paul sagt:

    Niemand muss Bulle sein!

    Gefällt mir

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