NEUE RUBRIK Buchholz Business – Heute: Edeka Subey und ein nicht immer ganz entspanntes Einkaufserlebnis

Veröffentlicht: 2016-05-06 in Hintergründe, Kommentare, Lokales
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Die Subey-Filiale an der Hamburger Straße.

Auf den Aufruf des buchholz express an die Buchholzer Geschäftswelt, sich für einen Beitrag in der neuen Rubrik „Buchholz Business“ zu bewerben, war die Reaktion nicht besonders vielversprechend. Anders gesagt: Es gab keine. Aus diesem Grund geht der buchholz express jetzt auf die Geschäftswelt zu und sucht sich die Betriebe selbst aus, die in Beiträgen beleuchtet werden. In der ersten Folge geht es um Edeka Subey.

Von Ingo K. Nito

Edeka liebt bekanntlich Lebensmittel – manchmal offenbar so doll, dass es die Lebensmittel gar nicht mehr hergeben will… Diesen Eindruck musste ein Kunde gewinnen, der sich kürzlich den Vorteil der frühen Öffnungszeiten in den drei Filialen von Edeka Subey in Buchholz zunutze machen wollte, indem er schon um sieben Uhr zu einem Einkauf in der Filiale an der Hamburger Straße startete. So richtig willkommen war er da aber wohl nicht.

Schon in der Obst- und Gemüseabteilung war kaum ein Durchkommen. In den Gängen standen noch mit grünen Kisten vollbeladene Rollwagen, eine Angestellte packte die Kisten hektisch an die dafür vorgesehenen Stellen der Obst- und Gemüsetheke. Der Kunde musste feststellen, dass der Rucola, den er kaufen wollte, noch nicht auf der Theke stand. Macht nicht’s, dachte er und suchte im Markt erst mal nach anderer Ware vom Einkaufszettel.

Als er wenige Minuten später zurückkehrte, war nach wie vor kein Rucola auf der Theke, aber die Mitarbeiterin wirkte leicht genervt, dass der Kunde schon wieder da war und ihren Weg kreuzte. Für sie war der Kunde in dem Moment offenbar nur ein unwillkommenes Hindernis, eine Störung der Arbeitsabläufe.

Rücksichtsvollerweise guckte sich der Kunde noch ein wenig gegenüber beim Obst um, sah von dort aber dann, dass der Rucola eingetroffen war. Er ging hinüber und packte sich Rucola-Pakete in den Einkaufskorb, was offenbar bei der Mitarbeiterin das Fass zum Überlaufen brachte…

Sie donnerte direkt neben ihm eine Kiste krachend auf die Theke. Als der Kunde darauf hinwies, dies könne man auch leiser machen, flippte die junge Frau fast aus und erklärte, sie mache nur ihre Arbeit und die Kisten seien nicht ganz leicht. Dies konterte der Kunde wiederum mit dem Hinweis, man dürfe dann eben nicht damit werben, dass man um sieben Uhr öffne – wenn man noch nicht fertig sei und der Kunde Slalom laufen müsse.

Soweit also der Vorfall, der vor allem eines zeigt: Der großartige Service, mit dem Supermärkte wie Edeka werben, wird vor allem auf dem Rücken der Angestellten ausgetragen. Sie sind Leidtragende der langen Öffnungszeiten – alle drei Märkte von Subey, seit 1975 als Familienbetrieb in Buchholz aktiv, öffnen von Montag bis Sonnabend jeweils von 7 bis 20 Uhr. Die Angestellten müssen alle anfallende Arbeiten in einer bestimmten Zeit erledigen, und werden dann noch angehalten, jederzeit freundlich mit den Kunden umzugehen.

Wohlgemerkt: Der Subey-Markt an der Hamburger Straße macht ansonsten einen gut geführten Eindruck, ganz im Gegenteil zu der Subey-Filiale gegenüber vom Krankenhaus. Das Sortiment ist groß, der Laden immer aufgeräumt, das Personal tatsächlich in der Regel freundlich.

Aber wie man sieht, hat auch dies seine Grenzen, weil die Mitarbeiter unter einem nicht geringen Stress stehen. Das „entspannte Einkaufserlebnis“, mit dem Subey auf seiner Homepage wirbt, ist dann nicht mehr ganz so entspannt. Fairerweise muss man aber darauf hinweisen, dass dies ein allgemeines Problem im Einzelhandel und nicht nur da ist. Es gibt sicher noch schlimmere Beispiele, die in dieser Rubrik auch noch Platz finden könnten…

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Kommentare
  1. Genau falsch!! Linke sollen nicht zum Nachdenken über sich selbst, sondern über gesellschaftliche Strukturen und Prozesse veranlasst werden. Von Selbstgerechtigkeit würden Sie nicht reden, wenn Sie mich und meine Biografie näher kennen würden.

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  2. Touché sagt:

    Glückwunsch zur mutigen Analyse: Ich fahre ein uraltes, klappriges Fahrrad und/oder den ÖPNV, und würde übrigens niemals ein üppig wachsendes Kraut wie Rauke im Supermarkt kaufen, das wäre mir zu frivol. Und meinen kleinen Beitrag (als seit jeher links orientierter Bürger) sehe ich darin, Linke zum Nachdenken über sich selbst zu veranlassen. Eher jedenfalls, als Nicht-Linke zur Umkehr zu bewegen. Nichts ist schlimmer für die gerechte Sache, als Selbstgerechtigkeit und allzu viel Zufriedenheit mit sich selbst, wovon Ihr letzter Satz leider ein beredtes Zeugnis ablegt.

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  3. Ach, ficken Sie sich doch einfach ins Knie und besteigen Sie ihren SUV oder was Sie sonst so fahren, um sich n Cheeseburger zu holen… Was haben Sie denn schon für die Menschheit getan? Ich muss mir da jedenfalls nichts vorwerfen lassen.

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  4. Krischan Stammler sagt:

    „Dann haben Sie doch bitte auch mal den Mut, unter Ihrem Klarnamen zu schreiben.“ – Sagt derjenige, der nur einen Bruchteil seiner „Werke“ unter seinem eignen Namen schreibt, auf einem Weblog bei dessen Impressum nur eines klar ist: dass er unter falscher Flagge segelt.

    Apropos „Urteile über Menschen, die Sie nicht oder nicht gut kennen“: „… die Mitarbeiterin (!)wirkte(!) leicht genervt […] Für sie war der Kunde in dem Moment (!)offenbar(!) nur ein unwillkommenes Hindernis“ – Dies wirkt (lol) auf mich so, dass Sie offenbar (lol) wahllos Ihren Frust über die Subey Geschäftsleitung (in Vertretung des gnadenlosen Raubtierkapitalismus) an einer Hilfskraft auslassen, nachdem diese Ihnen gegenüber möglicherweise etwas emotional reagiert hat. Kann ich nachvollziehen, jemand, der offenbar (lol) miesepetrig um mich rumschleicht, weil sein Scheiss Rucola um 7:00 morgens noch nicht im Regal liegt, würde mich auch nerven. Ein Mindestmass an Reflektion sollte eigentlich Scham auslösen, über so ein Radfahrerverhalten, aber nein, der legitimiert positionierte Verfasser verbrämt es lieber als „Dialektik“. Alleine dafür würden Philosophen und Marxisten gleichermassen Schlange stehen, Ihnen den wohlverdienten Fisch vor den Latz zu knallen.

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  5. Was erlauben Sie sich eigentlich für Urteile über Menschen, die Sie nicht oder nicht gut kennen, Sie Würstchen?!! In dem Beitrag ging es erkennbar in erster Linie darum, schlechte Arbeitsbedingungen aufzudecken. Dennoch muss man sich auch nicht gefallen lassen, als Blitzableiter für gestressten Verkäuferinnen herhalten zu müssen – hier ist also ein dialektisches Denken erforderlich, zu dem Sie nicht in der Lage sind. Zumutungen im Alltag müssen zurückgewiesen werden, auch von Menschen, die eigentlich auf der Verliererseite stehen. Ihnen geht es doch nur darum, die Legitimität der in diesem Blog geäußerten Positionen in Frage zu stellen, sie kleiner Troll! Dann haben Sie doch bitte auch mal den Mut, unter Ihrem Klarnamen zu schreiben.

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  6. P. Aranoia sagt:

    Ach, sie waren also dabei? Oh. welche schrecklicher Verdacht: redet der Verfasser mal wieder von sich selbst in der dritten Person? Lassen wir das also. Gegenwehr wogegen, dass Menschen bei ihrer Arbeit Geräusche machen? Als im Einzelhandel Beschäftigter weiss ich, dass passive Aggressivität noch viel mehr nervt, als eine ehrlich, direkte Ansprache. Und ich weiss ebenfalls, dass sie Ihnen eher auf Ihren Rucola spuckt, als an Ihrer Ignoranz zu zerbrechen. Dass sie die vermutlich nicht gerade überbezahlte Frau auch noch für die Geschäftspolitik ihres Arbeitgebers verantwortlich halten, zeigt auch überdeutlich, was Sie für ein scheinheiliger Salonrevoluzzer sind.

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  7. Sie waren dabei? Was für eine Herrenmenschenattitüde? Wenn man höflich sagt, ob es auch leiser geht, ist das normale Gegenwehr im Alltag, von der die Menschen viel zu wenig gebraucht machen. Der Herr Nito hatte nicht den Eindruck, dass die Frau für ihr Leben gebrochen ist…

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  8. P. Aranoia sagt:

    Grossartig, wie der Herr Nito der vom entfesselten Turbokapitalismus gebeutelten Frau mit seiner Herrenmenschenattitude ein wenig geholfen hat, ihr Klassenbewusstsein weiter zu entwickeln. Venceremos!

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  9. Wir haben den Herrn Ingo K. Nito gefragt: Er sagt, er bezahlt die Rechnungen vieler anderer, die ihre im Leben nicht bezahlt haben…

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  10. Das ist eine Idee, dass der Kunde das so macht. Eine andere gute Idee ist, auf diese Arbeitsbedingungen öffentlich aufmerksam zu machen, zum Beispiel in journalistischen Blogs… Die Redaktion

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  11. Anonymous sagt:

    Da beklagen Sie zum einen die schlechten Arbeitsbedingungen dieser Branche und erwarten zum anderen, dass um 7 Uhr noch nicht alle Waren eingeräumt sind. Fänden Sie es besser, wenn die Mitarbeiter bereits um 3 Uhr ihre Schicht aufnehmen, damit Sie um 7 Uhr Ihren Rucola finden? Wenn Sie an den langen Öffnungszeiten zu Lasten der Angestellten was ändern wollen, gehen Sie besser später einkaufen. Dann merkt vielleicht mal jemand, dass zwischen 7 und 8:30 und nach 19 Uhr nichts zu verdienen ist…

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  12. …wessen Rechnungen, wen meinen Sie?

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  13. Anonymous sagt:

    ich frage an dieser Stelle dann, ob sie wissen wer Ihre Rechnungen bezahlt

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