Parteiloser Ratsherr Stemmler beantragt Umsetzung des Mahnmals für die NS-Opfer

Hier soll das Mahnmal für die NS-Opfer künftig seinen Platz finden.
Hier soll das Mahnmal für die NS-Opfer künftig seinen Platz finden.

Buchholz (be) – Der parteilose Buchholzer Ratsherr Kristian Stemmler hat beantragt, das im Januar von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) auf dem Marktplatz der Stadt eingeweihte Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes umzusetzen. In seinem Antrag verweist Stemmler darauf, dass der Gedenkstein an einer „wenig repräsentativen Stelle“ positioniert wurde, „eingeklemmt zwischen einem öffentlichen Telefon und einem Schaukasten“.

Der Ratsherr, der die Aufstellung des Gedenksteins Anfang 2012 initiiert hatte, schlägt vor, das Mahnmal in das Beet links vom „Kriegerdenkmal“ (wenn man davor steht) umzusetzen. Dort sei ausreichend Platz für eine würdevolle Aufstellung. Weiter schlägt Stemmler vor, den Gedenkstein mit einem kommentierenden, erklärenden Hinweisschild zu flankieren, wie es in Hamburg und anderswo gemacht wird.

Hier der Antrag im Wortlaut:

Der Rat möge beschließen:

Das am 27. Januar 2016 auf dem Buchholzer Marktplatz eingeweihte Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes wird auf eine andere Stelle der Grünanlage, in der es steht, umgesetzt und mit einem kommentierenden Hinweisschild flankiert. Es wird in regelmäßigen Abständen gereinigt.

Begründung: Die Aufstellung eines Mahnmals im Januar des Jahres war ein wichtiger Schritt, um die Erinnerungskultur in Buchholz und der Nordheide zu entwickeln. Das Mahnmal wurde allerdings an eine wenig repräsentative Stelle gestellt, eingeklemmt zwischen einem öffentlichen Telefon und einem Schaukasten.

Dazu wurde es ohne jedes kommentierende Schild aufgestellt, so dass nur Eingeweihte oder Menschen, die sich das Mahnmal genau ansehen, überhaupt erfassen können, welche Botschaft der Stein hat. Einem Ortsfremden, der zum erstenmal den Buchholzer Marktplatz betritt, dürfte das Mahnmal kaum auffallen – und wenn doch und wenn er oder sie sich den Stein näher ansieht, heißt das noch nicht, dass der Sinn des Mahnmals verstanden wird.

In Hamburg und in anderen Kommunen gibt es zahlreiche Beispiele, wie Mahnmale mit kommentierenden Texten auf Schildern oder anderen Medien versehen werden, um ihre Botschaft aufzuschlüsseln. Hingewiesen sei hier etwa auf das erst vor kurzem von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) eingeweihte Deserteursdenkmal am Dammtorbahnhof.

Als repräsentativer Ort für die neue Aufstellung des Gedenksteins liegt das Beet links vom „Kriegerdenkmal“ auf der Hand. Hier ist ausreichend Platz und hier kann das Mahnmal von Blumen umrahmt seine volle Wirkung entfalten. Auch ist ausreichend Platz für ein Hinweisschild.

Eine regelmäßige Reinigung des Steins sollte geprüft werden, weil erkennbar ist, dass das Mahnmal beispielsweise durch Vogelkot verunreinigt wird.

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1 Comment

  1. Der Standort des jetzigen Mahnmals ist peinlich und eine Umsetzung auf jeden Fall zu befürworten! Es gibt mehrere schöne und geeignete Standorte in der Fußgängerzone.

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