Archiv für Mai, 2016

Ein Song für eine laue Sommernacht

Veröffentlicht: 2016-05-31 in Widerstand

DSC_0101Ruben Morales wischte mit einem Lappen über die Arbeitsfläche, legte den Lappen zur Seite, lehnte sich an seinen Gasherd, wischte sich den Schweiß von der Stirn und atmete tief durch. Der Abend war geschafft. Freitag war immer Hauptkampftag in Neumeiers Bar, für ihn und seine zwei Helfer in der Küche kaum zu schaffen. Aber jetzt waren sie durch, die beiden Mitarbeitern reinigten noch die Geräte und Flächen. Morales ließ den Abend Revue passieren. Es hatte das übliche Auf und Ab der Bestellungen gegeben, Ansturm zu bestimmten Zeiten, dann wieder Flaute. Aber sie hatten alles gut bewältigt. Seine Kreationen, für die sein Chef ihn vor allem eingestellt hatten, waren gut angekommen. Edel, aber nicht zu überdreht, das war seine Agenda auf der Speisekarte.

Der Küchenchef wollte gerade den Lappen wieder zur Hand nehmen und seinen Jungs beim Putzen helfen, als plötzlich sechs schwarz gekleidete und vermummte Gestalten in der Küche standen, ohne dass einer der drei sie irgendwie hatte hereinkommen sehen. Sie verteilten sich in Windeseile in der Küche, fünf hielten Sturmgewehre im Anschlag und bedrohten ihn und seine Mitarbeiter mit den Waffen.

Morales war wie vom Donner gerührt. Er konnte sich weder bewegen noch einen Laut hervorbringen. Einer seiner Mitarbeiter stieß einen kurzen spitzen Schrei hervor. Einer der Vermummten, der einzige ohne Waffe, legte seinen Finger auf den Mund und zischte: „Ihr seid jetzt alle mucksmäuschenstill, sonst gibt es Tote! Ist das klar?!“ Ruben und seine Angestellten nickten stumm.

Der Mann ohne Gewehr, der offenbar der Anführer der Gruppe war, gab seinen Leuten jetzt ein kurzes Zeichen. Daraufhin drängten sie den Küchenchef und seine Helfer zur Verbindungstür zwischen Küche und Gastraum. „Stop!“, rief der Anführer, hob die rechte Hand, wartete kurz, senkte sie dann und rief: „Los!“

Die bewaffneten Männer drängten Morales und seine Helfer in den Gastraum, in dem sich um diese Uhrzeit nicht mehr viele Gäste befanden. An einem Tisch saßen noch zwei Männer und eine Frau, an einem anderen ein Paar. Sonst war nur noch der Besitzer der Bar im Raum, der gerade am Tisch des Paares stand. Den Bedienungen hatte er schon frei gegeben.

„Alle auf den Boden! Aber pronto!“, schrie der Anführer. Die Barbesucher und der Besitzer warfen sich, ohne zu begreifen, was gerade geschah, reflexartig auf den Boden, der Barbesitzer konnte als erster wieder einen klaren Gedanken fassen. „Was soll das? Was wollt Ihr?“, rief er den Vermummten zu. „Du hältst die Klappe! Wenn einer redet, bin ich das“, schrie der Anführer ihn an.

„So, Freunde der Nacht“, setzte er fort, „jetzt gibt es mal was anderes als Ente mit Zitronengrassuppe, was rein Vegetarisches.“ Er gab einem seiner Männer ein Zeichen, der daraufhin den Rucksack auf seinem Rücken abschnallte, eine Plastikbox daraus hervorholte, die Box öffnete, sich einen Suppenteller griff, der auf einem der Tische stand, und aus der Box einen undefinierbaren Brei hineinfüllte, in dem erkennbar Ungeziefer herumschwamm.

„Du da mit der Protzuhr!“ Der Anführer deutete auf einen der Gäste, die vor ihm auf dem Boden lagen, einen smarten Blonden in den 30ern im Maßanzug, der eine TAG-Heuer-Armbanduhr am Handgelenk trug. „Aufstehen! Setz dich an den Tisch!“ Er zeigte auf den Tisch, auf dem der Suppenteller mit dem Brei stand. Der Blonde sah kurz hoch, stand aber nicht auf, sondern presste nur hervor: „Was wollt Ihr von mir?“

„Das wirst du schon sehen! Steh jetzt auf, du asoziales Schwein!!“, schrie der Anführer. Zwei seiner Männer rissen den Gast hoch, schleiften ihn zu dem Tisch mit dem Suppenteller und drückten ihn unsanft in einen Stuhl. „Du wirst jetzt symbolisch mal eine Suppe auslöffeln – das was Hunderttausende und Millionen täglich machen müssen, damit Ihr Euer Luxusleben führen könnt“, erklärte ihm der Anführer, leiser als vorher, aber noch scharf und laut genug.

Der Blonde sah erst den Anführer an, betrachtete dann den Teller mit dem unappetitlichem Brei, der vor ihm stand. „Das kann ich nicht, das krieg ich nicht runter“, stotterte er. Der Anführer grinste. „Und wie du das kannst. Wir helfen dir gern dabei. Hinterher gibt es ja vielleicht noch einen Chateau Lafite zur Belohnung.“

Der Blonde griff mit einer hilflosen Bewegung nach dem Suppenlöffel, nahm ein wenig von dem Brei auf den Löffel, führte den Löffel zum Mund, schob ihn ein wenig in den Mund, spuckte aber in dem Moment, das was er im Mund hatte und was noch auf dem Löffel lag, auf den Tisch und schrie: „Das könnt ihr nicht mit mir machen. Ich hab doch nichts getan!“

„Nichts getan??!!“ Die Stimme des Anführers überschlug sich. „Damit Leute wie du mit Maßschuhen für vierstellige Beträge rumlaufen können, müssen die Leute da draußen – die Paketfahrer, Lagerarbeiter, Call-Center-Angestellten, Alleinerziehenden, Hartz-4-Empfänger, Junkies, Alkis, Obdachlosen – täglich Scheiße fressen, du asoziales Arschloch!! Ihr lebt auf deren Kosten, geht das in deine Birne?!“

Er gab drei seiner Männer ein Zeichen, die daraufhin den Blonden packten, ihm mehrere Löffel des Breis mit Gewalt einflößten und ihn dann abrupt auf den Boden fallen ließen. Stöhnend krümmte sich ihr Opfer auf dem Boden. Der Anführer sah auf ihn herab: „Keine Angst! In deinem Brei war keine Scheiße, nur Tabasco, Abführmittel und ein paar Insekten. Wenn du dich ausgekotzt hat, kann du wieder deinen Chablis trinken. Du hast es gut, Freundchen, andere kommen ihr Leben lang nicht aus der Falle.“

Für einen Moment wurde es ganz ruhig. Man hörte nur das leise Stöhnen des Blonden und das Ächzen von einem der anderen Gäste. Während der Aktion hatten die Gäste, der Barbesitzer und die Mitarbeiter regungslos auf dem Boden verharrt.

„Das reicht!“, rief der Anführer seinen Männern zu und die Truppe zog sich blitzschnell durch die Tür zur Küche aus der Bar zurück. Ebenso schnell wie sie gekommen waren, waren die Vermummten wieder verschwunden.

(wird fortgesetzt)

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Die Linkspartei ist vielleicht saftlos, wie Herr Gysi so treffend angeführt hat, aber dafür gibt es wenigstens Torte zur Eröffnung des Parteitags…

So begann seine "Medienkarriere": Romann mit Bierflasche im Kreistag

So begann seine „Medienkarriere“: Romann mit Bierflasche im Kreistag

Von Kristian Stemmler

Länger hatte man nichts von ihm gehört, jetzt hat es Erich Romann mal wieder ins Wochenblatt geschafft. In der aktuellen Ausgabe wird er von Kollegin Bianca Marquardt in Verbindung gebracht mit Protestaktionen von Flüchtlingen in Handeloh. Bei aller Vorsicht, vor allem angesichts der Tatsache, dass Romann selbst sich mit einem Anruf in der Redaktion ins Spiel brachte, erscheint es plausibel, dass der parteilose Kreistagsabgeordnete in der fraglichen Sache mitgemischt hat.

Zur Erinnerung: Romann, der mit dem Wort Paradiesvogel nur unzureichend beschrieben werden kann, war bei der Kommunalwahl Ende 2011 für die Piraten in den Kreistag gewählt war. Denen hatte er zuvor alles mögliche erzählt, er sei Molekularbiologe und dergleichen, und war so überzeugend aufgetreten, dass sie ihn gleich aufstellten. Leider in einem Wahlbezirk, aus dem die Piraten ein Kreistagsmandat gewannen.

Den Piraten, durchaus eine Partei, die mit exotischen Kandidaten umgehen kann, wurde schnell klar, dass dieser Mann mehr als exotisch ist. Bei der ersten Sitzung ließ sich Romann mit einer Bierflasche in der Hand ablichten und schaffte es groß in die damals noch existierenden „Harburger Anzeigen und Nachrichten“ (HAN). Das kurz vor dem Konkurs stehende Lokalblatt griff begierig das Thema auf und brachte über Wochen skurrile Anekdoten über Romann.

Den HAN hatte er erzählt, er verdiene sein Geld als Pokerspiele, sei „Islam-Konvertit mit deutsch-nationaler Einstellung“ und habe zehn Kinder, die er nicht sehen dürfe. Wenig später forderte Romann den Bau einer Moschee in Buchholz und die Einrichtung eines Open-air-Boxrings. Den Mergelweg in seinem damaligen Wohnort Handeloh wollt er in „Merkelweg“ umbenennen. Die Nutzung eines Laptops für die Kreistagstätigkeit lehnte er ab, weil über das Internet der amerikanische Geheimdienst sonst Zugriff auf seine Daten habe.

Als die Piraten ihn ausschließen wollten, erklärte Romann, seine Kollegen Nicolas Krüger und Arne Ludwig seien Verfassungsschutzagenten, die versucht hätten, ihn unter Druck zu setzen, zu manipulieren und zu kontrollieren. Im Frühjahr 2012 trat Romann von sich aus bei den Piraten aus. In den folgenden Monaten versuchte er, bei anderen Parteien Unterschlupf zu finden, so bei der FDP und gar bei der NPD. Aber nicht mal die Nazis wollten ihn haben.

Ende 2013 schließlich war der umstrittene Kommunalpolitiker, der inzwischen wieder in Buchholz wohnte, noch einmal kurz in den Schlagzeilen, als er erklärte als parteiloser Kandidat für das Amt des Bürgermeisters von Buchholz antreten zu wollen. Das verlief nach Informationen des querschläger aber im Sande. Jetzt taucht er nach längerer Zeit also wieder einmal in den Medien auf.

Und zwar hat es in den beiden Flüchtlingsunterkünften in Handeloh Proteste von Flüchtlingen gegeben, die sich unter anderem gegen die Residenzpflicht und die langen Bearbeitungszeiten der Asylanträge richten. Mit Ausrufen und dem Hochhalten selbstgebastelter Plakate sollen Flüchtlinge in der Unterkunft am Bahnhof und der Unterkunft in der ehemaligen Jugendherberge Inzmühlen auf sich aufmerksam gemacht haben, so das Nordheide Wochenblatt.

Die Lokalzeitung berichtet, Erich Romann habe in der Redaktion angerufen und sich dazu bekannt, die Flüchtlinge aufgewiegelt zu haben: „Ich habe Ihnen gesagt, sie sollen sich wehren und sie über ihr Demonstrationsrecht aufgeklärt“, habe er gesagt. Die Kollegin Marquardt schrieb dazu in einem Kommentar, sollte dies tatsächlich stimme, hätte Romann den Unterstützern der Flüchtlinge im Landkreis einen Bärendienst erwiesen.

Das ist sicher richtig, aber die Kollegin hätte gern noch auf den persönlichen Hintergrund von Romann hinweisen können. Natürlich ist es ein sensibles Thema, aber bei einem Kommunalpolitiker, der selbst immer wieder an die Presse geht, muss es erlaubt sein, das Verhalten zu kritisieren und dabei auch unangenehme Fragen zu stellen. Ruth Alpers von den Grünen hat bereits vor einiger Zeit darauf hingewiesen, dass das Verhalten von Romann eher unter pathologischen Gesichtspunkten zu sehen ist.

Mit anderen Worten: Sein Verhalten legt die Vermutung nahe, dass Erich Romann psychisch krank ist. Die manische Komponente seiner Aktionen ist nicht zu übersehen. Erstaunlich ist allein die lange Dauer, denn manische Phasen klingen normalerweise spätestens nach einigen Monaten wieder ab. Möglicherweise werden die anderen Phasen aber auch nicht bemerkt, weil Romann in dieser Zeit nicht nennenswert in Erscheinung tritt.

Auf Sitzungen des Kreistages taucht er nach wie vor mit seinem Hund auf, aber das wird spätestens im Herbst aufhören. Denn dann läuft sein Mandat aus und bei der Kommunalwahl im September wird ihn sicher keine Partei mehr aufstellen. Als Einzelkandidat dürfte er mehr als chancenlos sein.

DSC_0514Von Ingo K. Nito

Auf dem Land ist der Bus ein ungleich wichtigeres Verkehrsmittel als in der Stadt. Wer in Hamburg den Bus verpasst, kann in der Regel mit ein paar Schritten die nächstgelegene U- oder S-Bahn-Station erreichen oder einfach auf den nächsten Bus warten. Wer auf dem Land den Bus verpasst, hat schlechte Karten – der nächste kommt mit Glück in einer Stunde und da bleibt eigentlich nur noch, per Anhalter zu fahren.

Die Kraftverkehr GmbH aus Stade, allgemein bekannt und berüchtigt unter dem Kürzel KVG, ist also ein Unternehmen, das für die Infrastruktur in den sieben Landkreisen, in denen ihre Busse verkehren, von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist. Auch für den Landkreis Harburg. Um so erschreckender ist der Eindruck, den dieses Unternehmen schon bei relativ wenigen Kontakten beim Fahrgast hinterlassen kann.

Natürlich sind die Erfahrungen, die ein einzelner Fahrgast mit der KVG macht, nicht repräsentativ. Andererseits spricht es schon Bände, wenn der Autor, dessen Erfahrungen hier wiedergegeben werden, in nur wenigen Wochen, in denen er auf Busse der Firma im Landkreis Harburg angewiesen war, den Eindruck gewinnt, es mit einem Saftladen zu tun zu haben.

Wobei gleich an dieser Stelle betont werden muss, dass das nicht den Fahrern und anderen Angestellten angelastet werden soll, sondern eher eine Folge der Arbeitsbedingungen ist. Anderes gefragt. Haben die Pannen und anderen Zumutungen, die der Fahrgast erlebt, vielleicht irgendwie damit zu tun, dass die ehemalige Posttochter KVG heute nur noch ein „kleines Rädchen“ in einem Riesenkonzern ist?

Schon 2007 wurde der Stader Betrieb von der Bahntochter Arriva Deutschland übernommen. Diese wurde wiederum 2011 von einem Konsortium unter Führung der italienischen Staatsbahn erworben und in Netinera Deutschland umbenannt. Der Verdacht liegt nah, dass die Arbeitsbedingungen nicht eben besser geworden sind, nach den verschiedenen Übernahmen, im Vergleich zu früher oder meinetwegen ganz früher.

Auch die gewohnten Abläufe, das Betriebsklima können schnell leiden, wenn ein großer Konzern den Laden übernimmt und ein schärferer Wind weht. Die Post ist ein sehr gutes Beispiel dafür, es gibt noch zahllose andere. Natürlich, das sind Spekulationen, aber wenn man sich die Erfahrungen des erwähnten Fahrgastes ansieht, wirken sie durchaus plausibel.

Auf den ersten Blick hat sich für den Fahrgast nicht allzuviel geändert. Mal hat er Pech und sitzt in einem Bus von annodazumal mit verschlissenen Polstern, angefressenen Kunststoffverkleidungen und von Graffiti übersäten Flächen – mal hat er Glück und darf Platz nehmen in einem großzügigen Neufahrzeug mit schickem Design, sauber und adrett. Aber um den Zustand der Busse soll es weniger gehen, eher um das Verhalten der Busfahrer, und die scheinen im Schnitt gestresster und schlechter ausgebildet zu sein als früher.

Der Anteil der Fahrer und Fahrerinnen, die einen Fahrstil an den Tag legen, als wollten sie die Rallye Monte Carlo gewinnen, ist nicht eben gering. Schon beim Anfahren kann der Fahrgast von Glück sagen, wenn er seinen Sitz rechtzeitig erreicht hat, so ruckartig wie dieses geschieht. Dann wird Gas gegeben, sei die Kurve auch noch so scharf. An den Haltestellen und Hampeln wird ebenso ruckartig gebremst wie zuvor angefahren worden war.

Für den einen oder anderen Busfahrer scheint es eine komplette Überraschung zu sein, dass am rechten Fahrbahnrand von Zeit zu Zeit Haltestellen auftauchen, an denen womöglich auch noch Menschen stehen, die mitgenommen werden wollen. Da kann es dann zu halsbrecherischen Bremsmanövern kommen, bei denen alle Fahrgäste, die sich nur irgendwie festgehalten haben, von Glück reden können.

Gelegentlich werden Fahrgäste auch gar nicht mitgenommen oder gerade so eben. So fuhr ein Bus der Linie 5200 am Autor vorbei, obwohl dieser direkt und von weitem gut sichtbar an der Haltestelle stand, und kam erst etwa 50 Meter weiter zum Stehen. Immerhin! Er wurde noch aufgelesen.

Weniger Glück hatte der Autor ein anderes Mal, als er drei bis vier Minuten vor der im Fahrplan genannten Abfahrtzeit eines Busses noch nicht an der Haltestelle, sondern auf der anderen Fahrbahnseite stand, um die Fahrbahn zu überqueren. Der Bus kam zu früh und fuhr fröhlich an ihm vorbei. Hier musste der Auto eine Stunde auf den nächsten Bus warten.

Fahrgäste, die bereits seit Jahren mit den Bussen der KVG fahren, werden möglicherweise angesichts solcher Anekdoten nur müde lächeln. Aber es kommt noch eine Geschichte, die der Autor auch in anderen Städten, Landkreisen und Verkehrsnetzen so noch nicht erlebt hat. Es handelte sich um eine Fahrt mit einem Bus der Linie 4406 von Salzhausen nach Winsen, eines Vormittags.

Der Fahrer, der offenbar relativ neu und unerfahren war, fuhr einigermaßen pünktlich am ZOB in Winsen los, erhielt aber bereits kurz nach der Abfahrt einen Anruf auf seinem Handy. Von diesem Zeitpunkt an war er leicht unruhig, redete aufgeregt mit einem jungen Mann, den er anscheinend kannte, hielt es aber nicht für nötig, den Rest der Fahrgäste über das „Problem“ zu informieren. Die waren daher ziemlich überrascht über das folgende Geschehen.

In Garlstorf, also etwa nach zehn Minuten, bog der Mann mit seinem Bus urplötzlich auf einen Sandparkplatz ein, kehrte und fuhr zurück Richtung Salzhausen. Dabei murmelte er irgendetwas wie „müssen umkehren“, „Fahrgäste mitnehmen“ oder so ähnlich. Der Autor hielt es für wenig sinnvoll, sich näher zu erkundigen oder aufzuregen, da hier wohl ohnehin nichts zu ändern war.

Knapp zehn Minuten später war der Bus wieder am ZOB in Salzhausen und es stellte sich heraus, dass der Fahrer tatsächlich angewiesen worden war zurückzufahren, weil er gegen die Vorschrift den Bus aus Lüneburg nicht abgewartet hatte. Das Ergebnis: Es stiegen noch drei Fahrgäste zu, die jetzt ebenso wie die etwa zehn Fahrgäste, die bereits vor 20 Minuten den Bus geentert hatten und das Dutzend, das unterwegs noch zusteigen würden, alle zu spät in Winsen ankommen würden…

Blöder geht es wohl kaum! Zum Glück hatte der Autor einen zeitlichen Puffer eingebaut und kam zu seinem Termin in Hamburg noch rechtzeitig. Ob er mit diesem und den anderen geschilderten Vorfällen einfach nur Pech gehabt hat und was das Fahrverhalten der Fahrer angeht, nur zu empfindlich ist, sei dahin gestellt. Wer ähnliches erlebt hat, kann sich jedenfalls gern an die Mailadresse buchholzexpress@gmx.de wenden.

Legt die Lüge ab und redet die Wahrheit, ein jeder mit seinem Nächsten.
Epheser 4,25