„Buchholz zeigt Gesicht!“ – Bürgermeister Röhse und Bündnis gegen Rechts rufen zur Demo gegen die Neonazis am Sonntag auf dem Peets Hoff

Von Kristian Stemmler

Die Gegendemonstration zur Kundgebung der Neonazis am Sonntag im Buchholzer Zentrum soll auf dem Peets Hoff (Platz hinter der Buchholz Galerie) stattfinden – unter dem Motto „Buchholz zeigt Gesicht“. Wie die Stadt am Donnerstagnachmittag mitteilte, ruft der Buchholzer Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) alle Buchholzerinnen und Buchholzer auf, dort „gegen Rechtsextremismus und Gewalt“ zu demonstrieren (Beginn 13.30 Uhr).

Organisiert wird die Kundgebung vom Bündnis gegen Rechts, in dem sich Stadt, Gewerkschaften, die im Rat vertretenen Parteien, Kirchen, Verbände, Vereine und Organisationen bereits 2009 zusammenschlossen „Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, ein wirksames Zeichen für Demokratie und Vielfalt zu setzen“, appellierte Röhse. Auf der Kundgebung werden der Bürgermeister selbst und Bea Trampenau von der der Antifaschistischen Erholungs- und Begegnungsstätte Heideruh sprechen.

Offenbar ist damit der Versuch misslungen, die Neonazis von der „Bürgerbewegung Nordheide“ davon abzuhalten, auf dem Marktplatz der Stadt ihre Hetze zu verbreiten. Immerhin konnte wohl verhindert werden, dass sie direkt neben dem im Januar eingeweihten Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes demonstrieren. Auf dem Facebook-Account der „Bürgerbewegung“ heißt es dazu:

„Das Gespräch mit den Verantwortlichen der Stadt und Polizei ist gelaufen. Wir können jetzt schon einen kleinen aber wichtigen Sieg verzeichnen, da die Antifa und anderen Willkommensklatscher aus der Fußgängerzone vertrieben wurden und sie ihre Veranstaltung zwischen Galerie und Famila bzw Poststraße abhalten dürfen.“ Man müsse den Ort der Kundgebung nur leicht Richtung Thomasweg versetzen, „damit die Polizei die Sicherheit, wie sie sagen voll gewährleisten kann“.

Die Stadt veröffentlichte einen Aufruf für die Gegenkundgebung, den der buchholz express im folgenden in voller Länge dokumentiert. Der Aufruf soll als Flyer am Sonnabend auf dem Wochenmarkt verteilt werden und einen Hinweis auf Englisch für Flüchtlinge enthalten. Der Text des Aufrufs:

„Buchholz zeigt Gesicht – Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt

Buchholzerinnen und Buchholzer, die im Rat vertretenen Parteien, Stadtrat, Verwaltung, Kirchenvertreter, Gewerkschaften, Organisationen und Jugendgruppen rufen für Sonntag, 3. April, auf zur Demonstration unter dem Motto „Buchholz zeigt Gesicht – Für Demokratie, Toleranz und Vielfalt“. Die Kundgebung beginnt um 13.30 Uhr auf dem Peets Hoff.
Unter dem irreführenden Titel „Bürgerbewegung Nordheide“ wollen rechtsradikale Aktivisten in unserer Stadt ihre Ideologie verbreiten und gegen Flüchtlinge und Migranten hetzen. Wir stehen für:

• Freiheit • Grundrechte • Demokratie • Menschenwürde • Toleranz • Religionsfreiheit • Selbstbestimmung • Emanzipation • Menschenrechte

Ausländerhetze und Angstmacherei stellen wir uns entgegen. Wir nehmen die Menschen in Schutz, die Schutz brauchen und suchen. Wir wollen zeigen, dass Buchholz ein anderes Gesicht hat und die Buchholzer Bürgerinnen und Bürger für Freiheit, Toleranz, Weltoffenheit und eine bunte Willkommenskultur stehen.“

Und so lautet der Hinweis für die Flüchtlinge (und die deutsche Übersetzung):

„What happens on Sunday

Next Sunday, 3rd April, a group of people who hate foreigners is planning to hold a demonstration in the centre of Buchholz. A broad alliance of democratic forces has come together to oppose this demonstration.People from Buchholz, along with the town authorities, all the political parties represented in the town council, trade unions, churches, associations and organisations, will join together to demonstrate for a culture of welcome, democracy, tolerance and diversity. We say, Refugees are Welcome in Buchholz!“

Was am Sonntag passiert

Für den kommenden Sonntag, 3. April, haben Fremdenfeinde eine Demonstration in der Buchholzer Innenstadt angekündigt. Gegen diese Kundgebung gibt es ein breites Bündnis der demokratischen Kräfte. Gemeinsam werden Buchholzerinnen und Buchholzer, Stadtverwaltung, Gewerkschaften, die im Rat vertretenen Parteien, Kirchen, Verbände, Vereine und Organisationen für Willkommenskultur, Demokratie, Toleranz und Vielfalt demonstrieren. In Buchholz sind Flüchtlinge willkommen!“

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