Die Ausfälle des Frank Piwecki – Ist der Sozialdemokrat als stellvertretender Bürgermeister von Buchholz noch tragbar?

Der kritische Kommentar  im Wochenblatt über Piweckis letzten Auftritt im Rat.
Der kritische Kommentar im Wochenblatt über Piweckis letzten Auftritt im Rat.

Buchholz (be) – Ist dieser Mann als stellvertretender Bürgermeister von Buchholz noch tragbar? Der Politologe und Sozialdemokrat Frank Piwecki ist im Rat der Stadt in den vergangenen Wochen immer wieder durch unbeherrschte Auftritte aufgefallen. Zuletzt sah sich sogar der Redaktionsleiter des Nordheide Wochenblatt, Oliver Sander, genötigt, einen der Ausfälle Piweckis in einem gesonderten Kommentar zu kritisieren. Ein ungewöhnlicher Schritt.

In der Sitzung am 16. Februar, in der es um das geplante Flüchtlingsprojekt auf der so genannten Jordanfläche am Rathaus ging war Piwecki zum Schluss aufgesprungen und hatte in einem Rundumschlag alle Kritiker des Projektes beleidigt. In erregtem Tonfall warf der Ratsherr, der auch stellvertretender Chef der SPD-Ratsfraktion ist, ihnen „billiges Einschleimen“ vor. Sie redeten den Anwohnern nach dem Munde, um ihre Position bei der Kommunalwahl im September zu verbessern.

Wochenblatt-Redaktionschef Sander schrieb Piwecki ins Stammbuch, er habe mit seinem verbalen Amoklauf ein „merkwürdiges Demokratieverständnis“ an den Tag gelegt. Das Wochenblatt werde in den kommenden Wochen genau darauf achten, ob SPD-Ratsmitglieder Aussagen mit Blick auf die Wahl tätigten. Dieser Schuss vor den Bug hielt Piwecki offenbar nicht davon ab, auf der Homepage und der Facebook-Seite des SPD-Ortsvereins (OV) die Vorwürfe zu wiederholen.

In einem Beitrag, der nicht namentlich gekennzeichnet ist, aber nach Informationen des buchholz express aus seiner Feder stammt, schrieb er, einige Ratsmitglieder hätten „den Anwohnern nach dem Munde geredet“. Im selben Beitrag beleidigte Piwecki den parteilosen Ratsherren Kristian Stemmler, er gehöre dem „rechten Lager“ an, steche gar aus ihm heraus (der buchholz express berichtete). Auf der Homepage wurde die Stemmler betreffende Passage nach seiner Intervention entfernt, auf der Facebook-Seite nur leicht verändert.

Es ist nicht das erste Mal, dass Piwecki durch seine Unbeherrschtheit auffällt. Im Juli 2015 giftete er den zur Mehrheitsgruppe aus SPD und Grünen gehörenden Ratskollegen Gerd Ulrich (Grüne) an, weil er gegen eine von der Gruppe initiierte Resolution zur Y-Trasse gestimmt hatte. „Es ist offensichtlich, dass Frank Piwecki mit sachlicher Kritik an den Vorhaben, die er und/oder die SPD-Fraktion initiiert haben, nicht umgehen kann“, sagte Stemmler.

Besonders angefasst sei der Sozialdemokrat, wenn die vorgeblich hehren Motive seiner politischen Arbeit in Frage gestellt würden. „Der Mann sieht sich offenbar als Linker, was natürlich angesichts der Politik der SPD im Bund ein Riesenwitz ist“, erklärt Stemmler. Er sei selbst jemand, der gern austeile, so der Parteilose weiter: „Aber meine Kritik orientiert sich an Tatsachen und Inhalten, so polemisch sie auch daher kommt. Piwecki schlägt unter der Gürtellinie zu, mit erfundenen Vorwürfen.“

Er frage sich, ob jemand, der sich so verhalte, dafür geeignet ist, als stellvertretender Bürgermeister die Stadt zu repräsentieren. „In seinem Beitrag auf der Seite des Ortsvereins hat Piwecki auch behauptet, ich hätte meine Verschwiegenheitspflicht als Ratsherr verletzt, was haarsträubender Blödsinn ist. Wie der Bürgermeister vor kurzem im Verwaltungsausschuss gesagt hat, kann ein solcher Verstoß sogar strafrechtlich relevant sein. Piweckis Vorwurf ist also keine Bagatelle.“

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4 Comments

  1. Wer Anzeige gegen Rewe Holm-Seppensen und Edeka Sprötze erstattet hat, darf der buchholz express nicht weitergeben. Was Sie zu digitalen Identitäten und digitaler Gegenwehr schreiben, können wir nicht nachvollziehen. Haben Sie schon mal etwas von Kommunikationsguerilla gehört? Aber wer, wie Sie offenbar, davon ausgeht, dass wir es mit einer gut funktionierenden Demokratie zu tun haben, der kann natürlich leicht einen Diskurs mit offenem Visier fordern. Wie Sie darauf kommen, dass der Herr Piwecki sein Gesicht zeigt, wissen wir nicht – er hat ja gerade seine Angriffe auf Herrn Stemmler im Internet nicht mit Namen gekennzeichnet! Und noch Eines: Im Gegensatz zu Ihnen und Herrn Piwecki hat Herr Stemmler bereits einmal seinen Job verloren, weil er die „falsche“ Meinung vertreten hat.

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  2. Könnten sie bitte aufhören, über sich in der dritten Person zu reden? Warum überhaupt weigern sie sich, ihren Namen als Autor des Artikels zu hinterlegen oder sich als derjenige erkennen zu geben, der auch die Anzeige gegen Rewe und Edeka erstattet hat? Inzwischen haben Sie auch Ihr Impressum geändert…
    Herr Stemmler, nur mit dem erstellen digitaler Identitäten und digitaler Gegenwehr gewinnen sie nicht die Überhand, sondern folgen genau der Taktik vieler rechtsgesinnter Leute und prorussischen Medien. Es ist wichtig, bei solchen Anliegen Gesicht zu zeigen, mit einem Namen aufzutreten und sich auch dem Risiko zu stellen bei einem Streit zu unterliegen. Frank Piwecki zeigt ein Gesicht, steht mit seinem Namen. Sie verstecken sich hinter ihrem Online-Auftritt und ziehen über ihn her. Ich akzeptiere ihre Meinung, nur raus damit, aber bitte mit ihrem richtigen Namen.

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  3. Guten Tag Herr Zeil, wenn Sie in Ihre Kommentare so einen Unsinn hineinschreiben, müssen Sie sich schon eine Antwort der Redaktion gefallen lassen. Sowohl Herr Stemmler als auch Herr Sander haben den guten Herrn Piwecki völlig richtig verstanden. Was gibt es an dem Vorwurf, man wolle sich „einschleimen“, misszuverstehen. Das heißt doch, dass Ratsmitglieder, die sich gegen den Verkauf der Fläche an einen Investoren ausgesprochen haben, dies aus Opportunismus getan haben. Und dass Sie in Verteidigung von Herrn Piwecki rhetorisch fragen, ob es nicht möglich sei, sachlich zu bleiben, ist natürlich ein Riesenlacher! Das sollten Sie vielleicht erst mal dem OV der SPD und Herrn Piwecki schreiben. Die Redaktion

    PS: Warum verstecken Sie sich eigentlich hinter einem Pseudonym?

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  4. Guten Tag,

    leider muss ich als in der Ratssitzung am 16.02. anwesender mitteilen, dass weder Sie als Herr Stemmler / Buchholz Express, noch Herr Sander vom Wochenlatt, die tatsächliche Aussage des Herrn Piwecki verstanden haben. Es macht mich tief traurig, dass zwei gestandene Journalisten aus einer ehrlichen Aussage eine Demontierung bauen. Man könnte bei Herrn Stemmler mutmaßen das dies rein aus Wahlkampfgründen passiert und bei Herrn Sander resultiert es aus „nicht-richtig- zuhören“.

    Es erfordert schon einiges an Rückgrat eine Aussage wie Herr Piwecki vor den Ratsmitgliedern und vor den Bürgern zu tätigen. Und tatsächlich hat Herr Piwecki nur ausgesprochen was viele sich einfach nicht trauen, und er hat mit der Aussage etwas Richtiges getan.

    Überlegen Sie doch mal. Es gab ja nicht einmal eine einheitliche Meinung innerhalb der Debatte aus dem CDU Lager, und auch nicht aus dem FDP Lager. Aus den Lagern haben nur Ratsmitglieder zugestimmt (Bebeauung der Jordanfläche)weil sie es als richtig empfanden. Dabei haben diese Ratsmitglieder auch keine Rücksicht auf die anstehenden Wahlen genommen. Darüber berichtet aber niemand, nicht hier und auch nicht im Wochenblatt.

    Infolgedessen ist der Schluß von Herrn Piwecki nicht falsch, sondern richtig.

    Und wegen einer deutlichen und klaren Meinung eines Menschen gleich das Amt des stellvertretenden Bürgermeisters zu Disposition zu stellen, dass meine Herren ist einfach lächerlich und zeigt den Kleingeist.

    Ist es eigentlich auch möglich in dieser Stadt einfach mal sachlich zu bleiben?

    Herr Stemmler: Bitte verschonen Sie mich nun mit einem Kommentar der nur Ihre Meinung als die einzig richtige fokussiert.

    Herzelichen Dank

    Carsten Zeil

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