UPDATE — Hittfeld: Nazi-Demo wird zum Rohrkrepierer +++ Antifa verhindert Aufmarsch der Rechten +++ Polizei mit 75 Beamten im Einsatz

Veröffentlicht: 2016-02-07 in Hintergründe, Lokales, Politik
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Hittfeld/Buchholz (be) – In Hittfeld ist es am Sonnabend Gegendemonstranten und der Antifa gelungen, eine Demo von Nazis massiv zu stören. Sie konnten verhindern, dass Rechte zum Ort der Demonstration – dem Edeka-Parkplatz in Nachbarschaft zum Rathaus – vorstießen, so dass am Ende lediglich drei Erwachsene daran teilnahmen, die übrigens nicht davor zurückgeschreckt hatten, zwei Kinder zur Kundgebung mitzuschleppen. Im Ort kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Antifa und Nazis.

Die Demonstration war vom Vorsitzenden des revisionistischen Vereins „Gedächtnisstätte e. V.“, dem Seevetaler Landschaftsplaner Wolfram Schiedewitz, angemeldet worden – im Zeichen der so genannten „Ein-Prozent-Bewegung“. Diese Initiative, hinter der durchgeknallte Nazis und „Neurechte“ stecken wie Jürgen Elsässer und Götz Kubitschek, ist der erneute Versuch, ein Netzwerk aufzubauen und unter Instrumentalisierung der Flüchtlingsfrage faschistische Ideen hoffähig zu machen.

In Hittfeld war die Nazi-Demo mit Flyern beworben worden, für die der Verdener Nazi und NPD-Kader Rigolf Hennig verantwortlich zeichnete. Hennig trat unter anderem durch die Leugnung des Holocaust in Erscheinung. Eine Gegendemo hatten Grüne/Bündnis 90 und Die Linke angemeldet, mobilisiert worden war dafür auch von der Friedensgruppe Nordheide. Parallel protestierten rund 120 Antifaschist*innen auf dem Edekaparkplatz, um sich gegen die rassistische Hetze zu stellen.

Kurz nach Beginn der Nazi-Demo versuchten weitere Nazis zu der Kundgebung zu gelangen. Ein Kleinbus aus Lüneburg sei auf den Parkplatz gefahren, so berichtet das Internetportal linksunten.indymedia.org, zwei mit Holzlatten bewaffnete Neonazis seien aus dem Wagen gesprungen, um die Antifaschist*innen zu attackieren. Dies sei aber misslungen.

In der Meldung der Polizeiinspektion Harburg heißt es, Gegendemonstranten hätten den Kleinbus attackiert, bei den anschließenden Auseinandersetzungen sei die Polizei dazwischen gegangen, habe den Kleinbus dann vom Parkplatz eskortiert. Auf linksunten.indymedia.org hieß es, die Polizei habe Manfred Börm, einen Neonazi-Kader aus Lüneburg und Mitglied des NPD-Bundesvorstandes, in Gewahrsam genommen, „nachdem dieser eine*n Antifaschist*in angegriffen hatte“.

In Hittfeld sei die Anreise weiterer Neonazis verhindert worden. An einer Tankstelle seien der Führungskader Thomas Wulff gesichtet, ebenso der Buchholzer Denny Reitzenstein sowie zwei weitere Neonazis der von ihm angeführten Kameradschaft AG Nordheide. Interessanterweise ist weder auf dem Twitter-Account der AG Nordheide noch auf der Homepage der Gruppe, die sonst rege bestückt werden, ein Wort zur Demo zu lesen. Offenbar empfinden die Nazis es als Niederlage, dass sie nicht demonstrieren konnten.

Die Kundgebung von Schiedewitz sei durch die hinzugezogene Hundertschaft der Bereitschaft aus Oldenburg durchgesetzt. Die Polizei sprach von insgesamt 75 eingesetzten Beamten. Der Redebeitrag von Schiedewitz vor seinen zwei Spießgesellen und den beiden Kindern ging im übrigen in Pfiffen unter. Insgesamt, so vermeldet die Polizeiinspektion Harburg, habe sie zehn Ermittlungsverfahren eingeleitet, unter anderem wegen Landfriedensbruchs, Körperverletzung und Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz. Sieben Menschen hätten leichte Verletzungen erlitten.

Fotos vom Sonnabend unter http://recherche-nord.com/gallery/2016.02.06.html

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