Novum in der Lüneburger Heide: Buchholz hat jetzt ein Gegendenkmal auf dem Marktplatz

Veröffentlicht: 2016-01-28 in Lokales, Politik
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Seit gestern hat Buchholz ein Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes.

Buchholz (be) – Auf dem Marktplatz von Buchholz ist gestern – am „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ – in Anwesenheit von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse (CDU) ein Mahnmal für die Opfer des NS-Regimes eingeweiht worden. Es befindet sich auf demselben Beet im Zentrum des Platzes, auf dem seit 1923 das „Kriegerdenkmal“ mit der Aufschrift „Den gefallenen Helden“ steht. Damit ist Buchholz vermutlich die einzige Kommune in der Lüneburger Heide, die ein „Kriegerdenkmal“ mit einem Gegendenkmal konterkariert.

Der Gedenkstein wurde von dem Buchholzer Bildhauer Jan Amelung aus Porenbasalt gestaltet. Amelung hat ein Gitter in den Stein gehauen, das die Anmutung von Gefängnisgittern hat. In die Lücken hat er zum Teil kleine Bronzeplatten eingefügt, auf denen Gruppen genannt werden, die von den Nazis verfolgt wurden – etwa Homosexuelle, Juden, Zwangsarbeiter und Sinti und Roma. Die freien Lücken versteht der Bildhauer als Mahnung, dass die Stellen frei bleiben müssen, es keinen Krieg mehr in Deutschland geben dürfe.

Die Errichtung der Gedenkstätte geht zurück auf eine Initiative des Buchholzer Ratsherrn Kristian Stemmler (Die Partei), der das Projekt vor zwei Jahren mit einem Antrag im Stadtrat ins Rollen brachte. „Es freut mich, dass Buchholz jetzt an einem zentralen Platz an die Opfer der Nazis erinnert“, sagte Stemmler dem buchholz express. „Meine Idee war ursprünglich, dass auf dem Gedenkstein die Opfer des NS-Regimes aus Buchholz genannt werden, die namentlich bekannt sind. Das ließ sich aber politisch nicht durchsetzen.“

Die zentrale Gedenkveranstaltung fand am Mittwoch abend unter der Überschrift „Jugend unter dem Hakenkreuz“ im Forum der Integrierten Gesamtschule (IGS) Buchholz statt. Die Schüler und Lehrer der zehnten Klassen hatten sich mit dem Leben von Kindern und Jugendlichen in der Zeit des Faschismus informiert.beschäftigt und präsentierten ihre Ergebnisse.

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Kommentare
  1. Sie können sich das vielleicht nicht vorstellen, aber es gibt unabwendbare private Termine, die eine Anwesenheit in Buchholz bei bestimmten Veranstaltungen nicht erlauben! Gez. Kristian Stemmler

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  2. Carsten Zeil sagt:

    Schön das es jetzt ein Mahnmal gibt. Wie auch immer sollten man nicht im Nachgang Jammern oder auf anderen herumhacken, denn am Ende ist das Mahnmal entstanden. Wir sollten uns also freuen.

    Ich freue mich auch darüber, dass einzig und allein Uwe Schulze an die auf dem Bild zusehenden „Weißen Rosen“ gedacht hat um den Opfern eine Würde zu erweisen.
    Geschichtlich besteht auch ein dierekter Zusammenhang wenn ich an die Rosen denke und sie haben daher einen echten Symbolcharakter der die Einweihung zu einem Fest machte.

    Es ist beschämend wie sich die Buchholzer Politiker zeigen in dem sie nicht an eine solche Selbstverständlichkeit denken. Klar gab es Ausnahmen was die Anwesenheit anging, denn von den Mitgliedern des Stadtrates waren zumundest Frau Neb, Herr Zinnecker, Herr Stein, Herr Piwecki und Herr Weh als Vertreter des Inklusionsbeirates persönlich anwesend. Mehr konnte ich nicht identifizieren.

    Aber ich will auch Kristian Stemmler kritisieren, der zwar mit viel Mühe aber mit sehr wenig Anwesenheit seine im Stadtrat gestellten Anträge durch persönliche Stellungnahmen unterstützt.
    Auch fehlte mir die Anwesenheit von Herrn Stemmler bei der Einweihung des Mahnmals. So wie ich an dem Tag hörte, hätten es sehr viele gut gefunden den Antragsteller dort anzutreffen.
    Hier bin ich persönlich von Herrn Stemmler sehr enttäuscht.

    Die Antifa war auch anwesend bei der Einweihung und verweilte noch sehr lang am Mahnmal, was auch ein wirkendes Zeichen war, welches hier auf der Seite keine Beachtung fand.

    Auf der anschließend stattgefundenen Gedenkfeier in der IGS war dann aber alles was Rang und Namen hatte und sich bei Schmuddelwetter nicht zu Einweihung des Mahnmals traute anwesend.

    Selbst der Bürgermeister beklagte die dürftige Anwesenheit des Stadtrats, verkündete aber die komplette Anwesenheit des Jungendrates. Sehr bezeichnend wie ich finde.

    Es wäre sehr schön gewesen wenn der Buchholz Express auch über die wirklich schöne Gedenkfeier berichtet hätte, dies scheint aber für die Redaktion wenig interessant und weniger wichtig gewesen zu sein.

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  3. Die Sozis und die Grünen haben vor allem den Ursprungsantrag verwässert. Insofern ist die Formulierung, Herr Amelung hätte ein simples Denkmal entworfen, sehr treffend. Man könnte auch belanglos und beliebig sagen. Der Stein an sich ist interessant gemacht, aber das Ganze hat keine konkrete Aussage. Als Künstler will man ja heute nicht anecken…

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  4. Gerpe@web.de sagt:

    Vor allem auch Dank an SPD und Grüne, die in der andauernden Abwesenheit des Antragsstellers die Verhinderungsstrategie (Geld sparen!) von Schwarz/Gelb durchschaut und diesen Antrag durchgesetzt haben.
    Und grossen Dank an den Künstler Jan Amelung, der die angedachte simple Ausrichtung des Denkmals in seiner historischen Bedeutung eingeschätzt und konstruktiv umgesetzt hat.

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  5. Matthias Neb sagt:

    …endlich ….dank an Kristian Stemmler….

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