Widerstand ist machbar, Frau Nachbar! +++ So wird das neue Jahr 2016 +++ Versuch einer Prognose

Von Kristian Stemmler

Es ist leider nicht allzu schwer, Vorhersagen für die Entwicklungen im bevorstehenden Jahr 2016 zu machen, die mit ziemlicher Sicherheit zutreffen. Natürlich sind Überraschungen im einzelnen nie ausgeschlossen – aber im Großen und Ganzen sind bestimmte Prozesse ebenso absehbar wie unabwendbar, einfach weil sie sich aus den Gesetzen des herrschenden Systems, vulgo: dem Turbokapitalismus, ergeben. Da muss man nur eins und eins zusammenzählen.

Also hier der Versuch einer kleinen Prognose:

  1. Die Kriegsgefahr wird zunehmen.

Weitgehend ungehindert, ja unterstützt und protegiert vom Westen zündeln der Irre vom Bosporus, Saudi-Arabien und die Emirate im Nahen und Mittleren Osten. In den vergangenen Jahren ist Syrien, ein stabiles Land der Region, das sicherlich keine Musterdemokratie war und ist (aber das sind die Türkei, Saudi-Arabien und viele andere Staaten, mit denen der Westen kooperiert, auch nicht!), in Schutt und Asche gelegt worden.

Um den „Regime Change“ in Damaskus ins Bild zu setzen, haben die USA und ihre Verbündeten in der Region islamistische Gruppen aufgepäppelt, frei nach der alten amerikanischen Devise: „Er ist ein Schweinehund, aber er ist unser Schweinehund!“. Die Politik des Westens in den letzten Jahrzehnten hat den Terror potenziert, das Krebsgeschwür unserer Zeit. Inzwischen schlägt der Terror in die Metropolen der kapitalistischen Mächte zurück.

Der Abschuss eines russischen Militärflugzeugs durch die türkische Luftwaffe hat gezeigt, wie brenzlig die Lage in der Region ist. Erdogan genießt offenbar die Rückendeckung des Westens oder zumindest mächtiger Fraktionen des Westens, also etwa der Falken in den USA. Es gibt leider genug Verrückte, denen es egal ist, wenn die Welt an den Rand des Dritten Weltkriegs gerät.

 

2. Die Zahl der Flüchtlinge wird nicht wesentlich zurückgehen.

Allen Versuchen der europäischen Regierungen zum Trotz, den Kontinent abzuschotten, wird die Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, vermutlich kaum zurückgehen. So lange die Politik der kapitalistischen Staaten in Afrika, im Nahen Osten und in Afghanistan nur Armut, Leid und Chaos erzeugt, werden die Menschen ihr Heil in der Flucht suchen. Das Gerede der Kanzlerin und anderer Politiker, man müsse die Fluchtursachen bekämpfen, führt zu nichts, so lange diese Ursachen noch nicht einmal beim Namen genannt werden.

 

3. Rechtspopulistische Strömungen werden weiter anwachsen.

Das herrschende System beruht auf Unterdrückung und Spaltung, die Profiteure des Systems können nicht auf Sündenböcke verzichten, um von ihrem Treiben abzulenken. Darum sind alle gutgemeinten Versuche von Politikern, Medien und Bürgern, eine Willkommenskultur für Flüchtlinge aufzubauen und zu erhalten, letztlich so aussichtslos wie der Versuch, in einer Sauna einen Schneeball zu formen.

Darum wird der Erfolg der Alternative für Deutschland im neuen Jahr ebenso anhalten wie der Erfolg rechtspopulistischer Bewegungen in anderen europäischen Ländern. Ungarn ist schon weitgehend verloren, aktuell erleben wir einen rechten Putsch in Polen, in Frankreich feiert Marie Le Pen Erfolge. Immerhin gibt es auch gegenläufige Entwicklungen wie in Spanien, wo Podemos vor kurzem bei den Wahlen erfreulich gut abgeschnitten hat. Wohin das alles führt, ist sicher offen – absehbar ist, dass Europa weiter zerfallen wird.

 

4. Die Armut in Deutschland wird weiter zunehmen.

Der Armutsbericht des Paritätischen Gesamtverbandes spricht von rund 12,5 Millionen Abgehängten in der Bundesrepublik. Eine Million Rentner beziehen Grundsicherung, 1,7 Millionen Minderjährige sind im ALG-II-Bezug. Experten gehen davon aus, dass diese Zahlen weiter ansteigen werden, allein die Zahl der Obdachlosen soll in den kommenden zwei Jahren von rund 300.000 auf eine halbe Million zunehmen, darunter viele Flüchtlinge.

Die Ignoranz vor allem der Mittelschicht und der von ihr gewählten Regierung gegenüber diesen Entwicklungen lässt vermuten, dass die soziale Spaltung im Lande sich weiter vertiefen wird. In den Doppelhaushälften und in den Siedlungen am Stadtrand sorgt man sich allein darum, den eigenen Wohlstand abzusichern – den SUV in der Garage, zwei Fernreisen im Jahr etc. -, von den Marginalisierten hält man sich fern wie von Aussätzigen.

 

Die Aussichten sind so gesehen also nicht besonders rosig. Aber so lange eine Ordnung regiert, die auf Habgier, Egoismus und Rücksichtslosigkeit fußt, ist das nicht anders zu erwarten. Das heißt aber nicht, dass man sich hinter den Ofen setzt und auf die große Explosion wartet. Widerstand ist angesagt, mehr denn je. Darum wünscht der buchholz express allen, die zum Kampf bereit sind, viel Kraft und Mut im neuen Jahr!

Hier zum Schluss noch ein Mutmacher (die Anzeige bitte schnell überspringen!):

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