Containerdorf An Boerns Soll fast fertig – Landkreis nimmt 2015 knapp 3000 Flüchtlinge auf

Veröffentlicht: 2015-12-15 in Lokales, Politik
Schlagwörter:, , ,
Fast bezugsfertig: die neuen Container an der Straße Am Boerns Soll in Buchholz.

Fast bezugsfertig: die neuen Container an der Straße An Boerns Soll.

Von Kristian Stemmler

Auf einer kreiseigenen Brachfläche an der Straße Am Boerns Soll in Buchholz, gegenüber vom Schulzentrum I, sind jetzt Wohncontainer für Flüchtlinge aufgestellt worden. Die Arbeiten an den Containern stehen offenbar kurz vor dem Abschluss. Demnächst sollen hier rund 120 Flüchtlinge einziehen. Die Stadt Buchholz hat dann demnächst etwa 1000 Flüchtlinge aufgenommen, einen großen Teil der Flüchtlinge, die dieses Jahr im Landkreis Harburg untergebracht werden mussten.

Bis Ende des Jahres wird der Landkreis knapp 3000 Flüchtlinge untergebracht haben. Das ist eine erheblicher Anstieg zum Vorjahr. 2014 wurden 784 Flüchtlinge aufgenommen, im Jahr zuvor nur 441 und 2012 sogar nur 105. Allerdings waren die Zahlen der Flüchtlinge schon in den 90ern zeitweise ähnlich hoch, so kamen 1992 rund 2200 Flüchtlinge. Für das nächste Jahr rechnet der Landkreis mit rund 4200 Flüchtlingen, von denen Buchholz etwa 600 unterbringen müsste.

Dieser Zuwachs bedeutet natürlich erhebliche Mehrarbeit vor allem für die Verwaltung des Landkreises in Winsen. Vor allem die Flüchtlinge, die zuletzt im Rahmen der Amtshilfe für das Land direkt mit Bussen in die Kreisstadt kamen, stellten die Verwaltung vor Probleme.

So musste die Kreisverwaltung bereits tageweise schließen, weil die Gebäude durch die Aufnahmeformalien blockiert waren. Mittlerweile wurde dafür mit Hilfe des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) ein großes beheiztes Zelt aufgestellt, so dass der normale Betrieb nicht mehr gestört wird.

Der Aufwand sei groß, zeitweise sei die Verwaltung lahm gelegt worden, man habe man die Aufnahme und Unterbringung der Flüchtlinge aber gut im Griff, sagte der Sprecher des Landkreises, Johannes Freudewald, dem buchholz express. Dazu trügen die vielen ehrenamtlichen Helfer, das DRK, die Feuerwehr und die Kirche erheblich bei. Auch Mitarbeiter aus anderen Abteilungen, die freiwillig bei der Aufnahme der Flüchtlinge mitmachten, seien eine große Hilfe, so Freudewald.

Dank vorausschauender Planung konnte der Landkreis die Nutzung von Notquartieren für die Flüchtlinge, wie Sporthallen oder die Schützenhalle in Buchholz, bisher weitgehend vermeiden. Jede Kommune habe aber derartige Quartiere melden müssen, damit der Landkreis schnell reagieren könne, so der Kreissprecher.

Kopfschmerzen macht den Behörden weiterhin, dass ein nicht unerheblicher Teil der Flüchtlinge weiterreist, ohne dass ihr Verbleib bekannt ist. Freudewald schätzt, dass von den Flüchtlingen, die zuletzt in Winsen ankamen, zwischen 20 und 40 Prozent mit unbekanntem Ziel weitergereist sind.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s