Heult doch! Hamburger blasen Olympia-Aposteln die Flamme aus

Veröffentlicht: 2015-11-30 in Überregionales, Kommentare, Politik
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Von Kristian Stemmler

Im politischen Leben dieses Landes genießen gute Nachrichten eher Seltenheitswert. Umso erfreulicher ist das Ergebnis des Hamburger Referendums zur Bewerbung für die olympischen Spiele. Trotz medialen Dauerfeuers für die Bewerbung hat die Hamburger Bevölkerung in ihrer Mehrheit die Nerven behalten und den Olympiaprofiteuren die Flamme ausgeblasen. Als Hamburger bekenne ich heute: Ich bin stolz auf diese Stadt!

Das Ergebnis überrascht vor allem deshalb, weil die Eliten und ihre Troubadoure bei den Medien viel Geld ausgegeben haben, um den Leuten einzureden, die Spiele wären ein Gewinn für die Allgemeinheit. Offenbar erkennen immer mehr, was die Mächtigen meinen, wenn sie „Wir“ sagen oder „Wir alle“: Sich selbst und andere Pfeffersäcke, die Dollarzeichen in den Augen haben und den Hals nie vollkriegen.

Und warum sollten die Hamburger, vor allem die in den ärmeren Stadtteilen, einem Mann Glauben schenken, der als Bundesarbeitsminister die Agenda 2010 mit verantwortet hat, nämlich Olaf Scholz, wenn er behauptet, Olympia sei ein Gewinn für alle Hamburger. Ein Kollege schreibt in der taz: „Die Erfahrungen der Vergangenheit haben viele Menschen das Misstrauen gelehrt, wenn mit der Ausrichtung olympischer Spiele rosige Zukunftsversprechen verknüpft werden. Gewonnen hat meist nur der IOC.

Jetzt ist das Geheule der Olympiafans und ihrer Lohnschreiber in den Redaktionen natürlich groß. Wir Deutschen seien zu mutlos, jammert Spiegel Online, die „Bild“ spricht von einer „Olympia-Blamage“. Insgeheim wird das Entsetzen bei den Eliten groß sein, dass das Wahlvieh sich offenbar nicht mehr so einfach lenken lässt, dass mediale Kampagnen an ihre Grenzen stoßen. Man wird sicher seine Lehren aus dem Debakel ziehen – zum Beispiel, dass man demokratische Mitbestimmungsmechanismen abbauen muss…

Auch für die Stichwortgeber im Landkreis Harburg ist das Votum der Hamburger eine herbe Niederlage. Vom Landrat bis zur Sparkasse hatten alle wesentlichen Verantwortungsträger im Verein mit ihrem Mitteilungsblatt, dem Wochenblatt, so getan, als sei es völlig selbstverständlich, dass man für Olympia 2024 in Hamburg zu sein habe. Gegenargumente kamen im Grunde nicht vor. Jetzt wird man dem Leser zu erklären haben, warum dann plötzlich so viel Hamburger gegen die Spiele sind.

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Kommentare
  1. kein Problem

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  2. hans-christian keunecke sagt:

    Hallo Leute !
    Habe ich ganz vergessen ! Der Landkreis hatte sich ja auch für Olympia in Hamburg aus gesprochen. Hat uns Buchholzer eigentlich jemand gefragt ??
    Sind wir eigentlich schon ein Stadtteil von Hamburg !!??
    Aber zum Glück haben die Hamburger ja klug entschieden!

    Aber es gibt wichtigeres wie zum Beispiel nachfolgendender
    VERANSTALTUNGSHINWEIS
    ________________________________________________________________
    R O S A L U X E M B U R G C L U B N O R D H E I D E
    (veranstaltungsreihe zur politischen Bildung im Landkreis Harburg)

    „“““ WARUM BIG DATA TÖDLICH SEIN KANN—
    GLOBALE ÜBERWACHUNG
    UND DROHNENKRIEG „“““

    Der Kampf gegen Überwachung und Kontrolle durch den Staat ist historisch gesehen ein linksemanzipatorisches Kernthema und dennoch mangelt es an
    wirksamer Aufklärung und politischer Aktivitäten gegen die Totalüberwachung,
    der wir weltweit ausgesetzt sind.
    Der öffentliche Druck gegen die Massenhafte, anlasslose Überwachung gehört
    aber auch auf die politische Agenda, zumal es bei den globalen Datensammlungen nicht um die Gewinnung von Informationen um ihrer selbst
    willen geht, sondern um deren Verwendung im Zusammenhang mit dem “ Kampf
    gegen den Terrorismus“. Die gesammelten Daten sind unter anderem Grundlage
    für die Lokalisierung und Liquidierung von vermeintlichen Feinden ohne nennenswerte externe oder demokratische Kontrolle. Dabei spielt der Einsatz von Drohnen eine zentrale Rolle. Es besteht die Gefahr,das diese Technologie für
    eine automatisierte Kriegsführung genutzt wird, die zentrale Grundsätze der
    Rechtsstaatlichkeit außer Kraft setzen.

    NORBERT SCHEPERS, Politikwissenschaftler und Leiter des Bremer Büros der
    Rosa Luxemburg Stiftung, gibt eine Einführung in das Phänomen des Drohnenkrieges, ordnet diesen in den sicherheitspolitischen Hintergrund ein und
    bietet einen Ausblick auf mögliche Entwicklungen.

    DONNERSTAG, den 10. DEZEMBER, 2015 UM 19.00 Uhr

    im „HOTEL ACHAT “ Lindenstraße 21, 21244 bUCHHOLZ i.d. NORDHEIDE

    Die Veranstalter behalten sich vor , von ihrem Hausrecht Gebrauch zu machen und Personen die rechtsradikalen Parteien oder Organisationen angehören, der
    rechtsradikalen Szene zuzuordnen sind oder bereits in der Vergangenheit durch
    rassistische, nationalistische, antisemitistische oder sonstige menschenverachtende Außerungen in Erscheinung getreten sind ,den Zutritt zur Veranstaltung zu verwehren und von dieser auszuschließen.

    In ZUsammenarbeit mit der Rosa Luxemburg Stiftung Niedersachsen e. V.
    V.iS.dP. Annegret Sloot, Am Rütersberg 12, 21647 Moisburg
    __________________________________________________________
    Hallo Kristian !
    Ich hoffe ich hatte Deine Einwilligung für die Bekanntgabe der Veranstaltung! ?
    Danke Christian

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  3. hans-christian keunecke sagt:

    Hallo Leute!
    Hoffen wir, dass zur nächsten Kommunalwahl es genug intelligente Bürger gibt, die durch ihr Wahlverhalten dafür sorgen, dass die Hirngespinste von interessengeleiteter Politik und sinnlosen Geldausgaben —-siehe Ostring zur und inklusive Erschließung von Bauland– keine Realität werden.
    Wir sollten uns die Olympiareife in der Nutzung des Öffentlichen Nahverkehrs , im
    Zufußgehen und im Radfahren holen.!!!! Denken wir an das Klima !!??

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  4. Ein Bürger dieser Stadt ... sagt:

    Ist doch genial … Jetzt ist der Weg frei, für Buchholz sich als Olympiastadt zu bewerben. Diese Möchte-gern-Groß-Stadt hat genügend selbstverliebte Lokalpolitiker, die glauben auch, dass sie alles könne und das packen.
    Und Buchholz tut alles für den Sport, wirklich A L L E S …
    Und im Erfolgsfall kann dann auch der Ostring eine achtspurige Autobahn werden. Irgendwer bezahlt auch das …

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  5. Senior sagt:

    Jeder redet sich die Welt wie sie ihm gefällt
    Die Mehrheit ist für dieses und jenes. Kluges Volk sagen die Initiatoren. Dummes Volk sagen die Widersacher. Beide garnieren ihre Argumentation mit Floskel
    „.. wenn nur ein Kind, .. Umwelt, .. böse Wirtschaft, .. sozial, .. asozial, … die seltene Tümpelkröte, … unschuldige Gesichter… blabla“
    Ihr müsst eins kapieren, es ist der Wille des Volkes, egal was die Mehrheit sagt. Preis der Demokratie.

    Olümpia? Ich bin auch dagegen, aber nun ja, wenn die Mehrheit für die Bewerbung gewesen wäre, mach ich keine Staatskrise draus.

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  6. Trockeneis sagt:

    Zum Glück ist Olympia gestorben…

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