Event, Event, ein Lichtlein brennt… Halloween, nein danke!

Veröffentlicht: 2015-10-31 in Analysen, Überregionales, Hintergründe, Kommentare, Politik
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Halloween Nein danke 2Von Kristian Stemmler

Auf die Gefahr hin, als Spaßverderber angesehen zu werden, bekenne ich hier öffentlich, dass ich zu der hoffentlich wachsenden Gruppe von Halloweenhassern gehöre. Halloween, nein danke! Regelmäßig werde ich Ende Oktober von einer schweren Kürbisallergie befallen, allein der Anblick von Abbildungen der rötlichen Feldfrucht löst einen schweren Brechreiz aus (obwohl ich Kürbissuppe eigentlich sehr schätze). Ich gedenke auch, nicht an die Tür zu gehen, sollten marodierende Kinder vor dem Haus auftauchen, in der Hoffnung, Süßigkeiten abzustauben. Und ich habe gute Gründe dafür!

Denn mit deutschem Brauchtum hat dieses Fest wirklich nicht das Geringste zu tun. Innerhalb von ein paar Jahren ist ein aus den USA bzw. ursprünglich aus Irland stammendes Fest (die Nacht vor Allerheiligen) unserer Kultur aufgepfropft worden, ein Fest, das hierzulande weder irgendeine Tradition noch einen inhaltlichen Bezugspunkt hat. Dass von allen religiösen Bezügen, die es eigentlich hat, komplett gereinigt wurde, so dass nur noch ein hohles Spektakel übrig bleibt.

Der einzige Sinn des ganzen Halloweenhypes ist es, einen neuen Termin und Kristallisationspunkt für den Konsum zu schaffen, Süßigkeiten, Masken, Plastikspinnen und ähnliches zu verscheuern und irgendwelche albernen Events zu kreieren, Halloweenpartys, Kürbisschnitzen in der Kita und dergleichen Blödsinn mehr. Wie immer, kennt die Fantasie der Werber und Produkterfinder keine Grenzen, wenn es darum geht, uns was anzudrehen.

Da gibt es zum Beispiel Halloween-Würstchen, Halloween-Schaumküsse, Halloween-Joghurt, Halloween-Schnittkäse, die Halloween-Edition von Fanta und Sprite: „blutrünstiger Fruchtmix mit Himbeer-Citrus-Geschmack oder monstermäßiger Mandarinengeschmack“. Noch Fragen?

Wer Kritik an Halloween übt, wird schnell als Spielverderber hingestellt, der den lieben Kindern das Sammeln von Süßigkeiten und das Kürbisschnitzen versauen will. Aber darum geht es nicht! Ich finde es nur erschreckend, wie leicht es ist, den Leuten von heute auf morgen ein neues Fest zu diktieren und einen Konsumrummel ohnegleichen drumherum zu erzeugen, ohne dass viel Gegenwehr kommt.

Nur von den Kirchen ist Protest zu vernehmen, wobei der meines Erachtens zu zaghaft ist. Die evangelische Kirche versucht ihren Reformationstag – auch am 31. Oktober – zu verteidigen. Einige Kindergärten verweigern sich Halloween und versuchen trotzig, den Kindern von Martin Luther zu erzählen. Und vor einigen Jahren, als es mit dem Halloweenhype los ging, warf das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg Luther-Bonbons und Luther-Luftballons auf den Markt, ein etwas alberner Versuch, die Methoden der Konsumgüterindustrie zu kopieren, wie ich finde.

Es geht um mehr, es geht darum, der Fernsteuerung durch die Konsumgüterindustrie den Kampf anzusagen. Halloween ist ja nur ein Beispiel für diese Fremdbestimmung und Manipulation.

n Kristian Stemmler

Auf die Gefahr hin, als Spaßverderber angesehen zu werden, bekenne ich hier öffentlich, dass ich zu der hoffentlich wachsenden Gruppe von Halloweenhassern gehöre. Halloween, nein danke! Regelmäßig werde ich Ende Oktober von einer schweren Kürbisallergie befallen, allein der Anblick von Abbildungen der rötlichen Feldfrucht löst einen schweren Brechreiz aus (obwohl ich Kürbissuppe eigentlich sehr schätze). Ich gedenke auch, nicht an die Tür zu gehen, sollten marodierende Kinder vor dem Haus auftauchen, in der Hoffnung, Süßigkeiten abzustauben. Und ich habe gute Gründe dafür!

Denn mit deutschem Brauchtum hat dieses Fest wirklich nicht das Geringste zu tun. Innerhalb von ein paar Jahren ist ein aus den USA bzw. ursprünglich aus Irland stammendes Fest (die Nacht vor Allerheiligen) unserer Kultur aufgepfropft worden, ein Fest, das hierzulande weder irgendeine Tradition noch einen inhaltlichen Bezugspunkt hat. Dass von allen religiösen Bezügen, die es eigentlich hat, komplett gereinigt wurde, so dass nur noch ein hohles Spektakel übrig bleibt.

Der einzige Sinn des ganzen Halloweenhypes ist es, einen neuen Termin und Kristallisationspunkt für den Konsum zu schaffen, Süßigkeiten, Masken, Plastikspinnen und ähnliches zu verscheuern und irgendwelche albernen Events zu kreieren, Halloweenpartys, Kürbisschnitzen in der Kita und dergleichen Blödsinn mehr. Wie immer, kennt die Fantasie der Werber und Produkterfinder keine Grenzen, wenn es darum geht, uns was anzudrehen.

Da gibt es zum Beispiel Halloween-Würstchen, Halloween-Schaumküsse, Halloween-Joghurt, Halloween-Schnittkäse, die Halloween-Edition von Fanta und Sprite: „blutrünstiger Fruchtmix mit Himbeer-Citrus-Geschmack oder monstermäßiger Mandarinengeschmack“. Noch Fragen?

Wer Kritik an Halloween übt, wird schnell als Spielverderber hingestellt, der den lieben Kindern das Sammeln von Süßigkeiten und das Kürbisschnitzen versauen will. Aber darum geht es nicht! Ich finde es nur erschreckend, wie leicht es ist, den Leuten von heute auf morgen ein neues Fest zu diktieren und einen Konsumrummel ohnegleichen drumherum zu erzeugen, ohne dass viel Gegenwehr kommt.

Nur von den Kirchen ist Protest zu vernehmen, wobei der meines Erachtens zu zaghaft ist. Die evangelische Kirche versucht ihren Reformationstag – auch am 31. Oktober – zu verteidigen. Einige Kindergärten verweigern sich Halloween und versuchen trotzig, den Kindern von Martin Luther zu erzählen. Und vor einigen Jahren, als es mit dem Halloweenhype los ging, warf das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg Luther-Bonbons und Luther-Luftballons auf den Markt, ein etwas alberner Versuch, die Methoden der Konsumgüterindustrie zu kopieren, wie ich finde.

Es geht um mehr, es geht darum, der Fernsteuerung durch die Konsumgüterindustrie den Kampf anzusagen. Halloween ist ja nur ein Beispiel für diese Fremdbestimmung und Manipulation.

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