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Archive for Oktober 2015

Halloween Nein danke 2Von Kristian Stemmler

Auf die Gefahr hin, als Spaßverderber angesehen zu werden, bekenne ich hier öffentlich, dass ich zu der hoffentlich wachsenden Gruppe von Halloweenhassern gehöre. Halloween, nein danke! Regelmäßig werde ich Ende Oktober von einer schweren Kürbisallergie befallen, allein der Anblick von Abbildungen der rötlichen Feldfrucht löst einen schweren Brechreiz aus (obwohl ich Kürbissuppe eigentlich sehr schätze). Ich gedenke auch, nicht an die Tür zu gehen, sollten marodierende Kinder vor dem Haus auftauchen, in der Hoffnung, Süßigkeiten abzustauben. Und ich habe gute Gründe dafür!

Denn mit deutschem Brauchtum hat dieses Fest wirklich nicht das Geringste zu tun. Innerhalb von ein paar Jahren ist ein aus den USA bzw. ursprünglich aus Irland stammendes Fest (die Nacht vor Allerheiligen) unserer Kultur aufgepfropft worden, ein Fest, das hierzulande weder irgendeine Tradition noch einen inhaltlichen Bezugspunkt hat. Dass von allen religiösen Bezügen, die es eigentlich hat, komplett gereinigt wurde, so dass nur noch ein hohles Spektakel übrig bleibt.

Der einzige Sinn des ganzen Halloweenhypes ist es, einen neuen Termin und Kristallisationspunkt für den Konsum zu schaffen, Süßigkeiten, Masken, Plastikspinnen und ähnliches zu verscheuern und irgendwelche albernen Events zu kreieren, Halloweenpartys, Kürbisschnitzen in der Kita und dergleichen Blödsinn mehr. Wie immer, kennt die Fantasie der Werber und Produkterfinder keine Grenzen, wenn es darum geht, uns was anzudrehen.

Da gibt es zum Beispiel Halloween-Würstchen, Halloween-Schaumküsse, Halloween-Joghurt, Halloween-Schnittkäse, die Halloween-Edition von Fanta und Sprite: „blutrünstiger Fruchtmix mit Himbeer-Citrus-Geschmack oder monstermäßiger Mandarinengeschmack“. Noch Fragen?

Wer Kritik an Halloween übt, wird schnell als Spielverderber hingestellt, der den lieben Kindern das Sammeln von Süßigkeiten und das Kürbisschnitzen versauen will. Aber darum geht es nicht! Ich finde es nur erschreckend, wie leicht es ist, den Leuten von heute auf morgen ein neues Fest zu diktieren und einen Konsumrummel ohnegleichen drumherum zu erzeugen, ohne dass viel Gegenwehr kommt.

Nur von den Kirchen ist Protest zu vernehmen, wobei der meines Erachtens zu zaghaft ist. Die evangelische Kirche versucht ihren Reformationstag – auch am 31. Oktober – zu verteidigen. Einige Kindergärten verweigern sich Halloween und versuchen trotzig, den Kindern von Martin Luther zu erzählen. Und vor einigen Jahren, als es mit dem Halloweenhype los ging, warf das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg Luther-Bonbons und Luther-Luftballons auf den Markt, ein etwas alberner Versuch, die Methoden der Konsumgüterindustrie zu kopieren, wie ich finde.

Es geht um mehr, es geht darum, der Fernsteuerung durch die Konsumgüterindustrie den Kampf anzusagen. Halloween ist ja nur ein Beispiel für diese Fremdbestimmung und Manipulation.

n Kristian Stemmler

Auf die Gefahr hin, als Spaßverderber angesehen zu werden, bekenne ich hier öffentlich, dass ich zu der hoffentlich wachsenden Gruppe von Halloweenhassern gehöre. Halloween, nein danke! Regelmäßig werde ich Ende Oktober von einer schweren Kürbisallergie befallen, allein der Anblick von Abbildungen der rötlichen Feldfrucht löst einen schweren Brechreiz aus (obwohl ich Kürbissuppe eigentlich sehr schätze). Ich gedenke auch, nicht an die Tür zu gehen, sollten marodierende Kinder vor dem Haus auftauchen, in der Hoffnung, Süßigkeiten abzustauben. Und ich habe gute Gründe dafür!

Denn mit deutschem Brauchtum hat dieses Fest wirklich nicht das Geringste zu tun. Innerhalb von ein paar Jahren ist ein aus den USA bzw. ursprünglich aus Irland stammendes Fest (die Nacht vor Allerheiligen) unserer Kultur aufgepfropft worden, ein Fest, das hierzulande weder irgendeine Tradition noch einen inhaltlichen Bezugspunkt hat. Dass von allen religiösen Bezügen, die es eigentlich hat, komplett gereinigt wurde, so dass nur noch ein hohles Spektakel übrig bleibt.

Der einzige Sinn des ganzen Halloweenhypes ist es, einen neuen Termin und Kristallisationspunkt für den Konsum zu schaffen, Süßigkeiten, Masken, Plastikspinnen und ähnliches zu verscheuern und irgendwelche albernen Events zu kreieren, Halloweenpartys, Kürbisschnitzen in der Kita und dergleichen Blödsinn mehr. Wie immer, kennt die Fantasie der Werber und Produkterfinder keine Grenzen, wenn es darum geht, uns was anzudrehen.

Da gibt es zum Beispiel Halloween-Würstchen, Halloween-Schaumküsse, Halloween-Joghurt, Halloween-Schnittkäse, die Halloween-Edition von Fanta und Sprite: „blutrünstiger Fruchtmix mit Himbeer-Citrus-Geschmack oder monstermäßiger Mandarinengeschmack“. Noch Fragen?

Wer Kritik an Halloween übt, wird schnell als Spielverderber hingestellt, der den lieben Kindern das Sammeln von Süßigkeiten und das Kürbisschnitzen versauen will. Aber darum geht es nicht! Ich finde es nur erschreckend, wie leicht es ist, den Leuten von heute auf morgen ein neues Fest zu diktieren und einen Konsumrummel ohnegleichen drumherum zu erzeugen, ohne dass viel Gegenwehr kommt.

Nur von den Kirchen ist Protest zu vernehmen, wobei der meines Erachtens zu zaghaft ist. Die evangelische Kirche versucht ihren Reformationstag – auch am 31. Oktober – zu verteidigen. Einige Kindergärten verweigern sich Halloween und versuchen trotzig, den Kindern von Martin Luther zu erzählen. Und vor einigen Jahren, als es mit dem Halloweenhype los ging, warf das Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Kirche in Hamburg Luther-Bonbons und Luther-Luftballons auf den Markt, ein etwas alberner Versuch, die Methoden der Konsumgüterindustrie zu kopieren, wie ich finde.

Es geht um mehr, es geht darum, der Fernsteuerung durch die Konsumgüterindustrie den Kampf anzusagen. Halloween ist ja nur ein Beispiel für diese Fremdbestimmung und Manipulation.

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Von Kristian Stemmler

Auch im Landkreis Harburg hat die fremdenfeindliche Agitation von Rechtspopulisten und Neonazis jetzt die Schwelle von verbaler Hetze zu strafbaren Aktionen überschritten. Wie die Polizeiinspektion Harburg am Mittwoch mitteilte, ist es nach Tostedt jetzt auch in Buchholz – zum ersten Mal – und in Neu Wulmstorf zu fremdenfeindlichen Schmierereien an Flüchtlingsunterkünften bzw. in deren Nähe gekommen. Das Tatmuster ist immer dasselbe.

Vor drei Wochen waren Hakenkreuze an die Flüchtlingsunterkunft an der Todtglüsinger Straße in Tostedt gesprüht worden, an einem Sonnabend. Am vergangenen Sonnabend war die Unterkunft an der Straße Am Langen Sal in Buchholz dran. Unbekannte sprühten auch hier Hakenkreuze an die Fassade, neben dem Haupteingang. In der Nacht zum Mittwoch schlugen die oder der Täter erneut zu: Ein Hakenkreuz und ein fremdenfeindlicher Spruch wurden neben den Haupteingang gesprüht.

In der Nacht zum Dienstag hatten Unbekannte mit Kreide bereits in Neu Wulmstorf auf der Fahrbahn vor der Flüchtlingsunterkunft an der Kantstraße „fremdenfeindliche Schriftzüge“ (so die Polizei) angebracht. Die zeitliche Nähe der drei Taten legt nahe, dass es sich um denselben Täterkreis handelt, auf deren Konto vermutlich auch die Aktion in Tostedt geht, mit der das Ganze los ging. Die Polizeiinspektion erklärte, zurzeit lägen „keine konkreten Täterhinweise“ vor, die Ermittlungen dauerten an. Wer sachdienliche Beobachtungen gemacht hat, wende sich an die Polizei Buchholz unter Telefon 04181-2850.

Wer hinter den Schmierereien steckt, ist sicher momentan reine Spekulation. Aber die Vermutung, dass es sich um Neonazis handelt und eine Verbindung zur Aktionsgruppe (AG) Nordheide besteht, ist sicher nicht ganz von der Hand zu weisen. Sowohl gegen die Unterbringung von Flüchtlingen an der Todtglüsinger Straße in Tostedt wie Am Langen Sal in Buchholz hat die Nazi-Gruppe um den Buchholzer Denny Martin Reitzenstein in den vergangenen Wochen auf ihrer Homepage abendfüllend gehetzt.

Am 29. August veröffentliche die Homepage einen Beitrag, in dem behauptet wird, in der Unterkunft Am Langen Sal häuften sich von Bewohnern begangene Straftaten. Dies werde aber von der Polizei und anderen Behörden verschwiegen. Und weiter wörtlich: „Aber das schön zureden hat langsam keinen Sinn mehr. Deshalb sollte sich die Politiker bewusst sein, dass der Unmut in der Bevölkerung auch in Buchholz wachsen wird und es irgendwann zu einem großen Knall kommt!“

Ist es abwegig anzunehmen, dass sich die Neonazis da quasi selbst unter einen Druck setzen, den Worten auch irgendwann Taten folgen zu lassen? Auffällig ist, dass auf der Homepage, die Reitzenstein betreibt, seit dem 4. Oktober, also kurz vor der Aktion in Tostedt, kein Beitrag mehr erschienen ist, im September dagegen alle zwei bis drei Tage ein Beitrag – und dass auch der Twitter-Account der AG Nordheide seit etlichen Tagen kaum noch bestückt wird.

By the way: Auch die Staatsanwaltschaft Stade geht davon aus, dass die Adresse in Arizona, die Denny Reitzenstein im Impressum der Homepage der AG Nordheide nennt, nicht seine Wohnadresse ist – also dann wohl eher die den Behörden bekannte Adresse in Buchholz. Dennoch darf Reitzenstein weiterhin ungestraft Volksverhetzung am laufenden Band betreiben und Kommunalpolitiker persönlich diffamieren.

Der Kniff: Man schreibt einfach nicht seinen Namen vor oder unter die Beiträge! Eigentlich dachte ich, dass der im Impressum genannte Verantwortliche für die Inhalte seiner Seite die Verantwortung trägt. Aber man lernt nie aus…

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Von Kristian Stemmler

Peter Maffay gilt als gerader Typ, authentisch, direkt, rau, aber herzlich. Momentan wirbt der Barde gerade für seine Tour 2016 und sein neues Album „Tabaluga – Es lebe die Freundschaft!“. Dazu gibt er in den üblichen Medien Interviews, in denen er über den Wert von Freundschaft und Toleranz faselt. Aber er kann auch anders, wie er gegenüber Springers „Bild am Sonntag“ bewies. Das neoliberale Kampfblatt „Die Welt“, auch Springer, übernahm seine Aussagen unter der Zeile: „Migration: Peter Maffay schickt klare Warnung an Flüchtlinge“.

Zwar zeigte Maffay, der selbst mit 13 Jahren seine Heimat Rumänien verließ, Verständnis für die Angst, „in ein fremdes Land zu kommen, die Sprache nicht zu können“ und für die „Angst, auf einen rostigen, zum Sinken verurteilten Kahn zu steigen“. Aber dann holt er die Keule raus. Neben dem Spracherwerb sei Respekt vor den Werten der neuen Heimat die wichtigste Voraussetzung für die Integration, dekretiert der Schlagersänger.

Der alte Haudegen haut mal eben diesen Satz raus: „Alle, die hier Asyl suchen, sollten das Grundgesetz vorgelegt bekommen und mit ihrer Unterschrift bestätigen, dass sie es auch gelesen haben. Was wir nicht verkraften, sind Parallelgesellschaften.“ Herr Maffay, wer hat Ihnen denn ins Gehirn geschissen?!

Die „Werte“ dieser Gesellschaft – zum Totlachen! Was meint er denn da: das unveräußerliche Grundrecht, am Wochenende die Elektronikmärkte zu stürmen und zwischen 100 Flatscreen-Fernsehern wählen zu können? Die christliche Tradition, im Spätsommer Weihnachtsgebäck in den Discountern aufzuschichten? Die deutsche Sitte, mit 180 km/h über die Autobahn zu rasen und jeden, der langsamer ist, mit Karacho wegzudrängeln?

Dass Herr Maffay die „Werte“ dieser Gesellschaft verstanden und verinnerlicht hat, glauben wir ihm allerdings gern. Man schaue sich doch einfach nur mal seine Homepage an. Sein neues Album wird da folgendermaßen beworben: „Es lebe die Freundschaft! Ab 30.10. überall erhältlich! Jetzt vorbestellen und einen exklusiven Volkswagen Beetle gewinnen!“ Noch Fragen?

Das Exklusive an diesem Beetle ist übrigens eine Spezialfolierung, das heißt, auf dem Lack prangt Tabaluga. Wunderschön! Also, Flüchtlinge, lernt schnell die Abgaswerte Eurer neuen Heimat auswendig…

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Von Kristian Stemmler

Manchmal, wenn man eine Nachricht hört oder liest, möchte man nur noch schreiend aus dem Haus laufen oder irgendeinen schweren Gegenstand in den Fernseher werfen… Unser aller Innenminister Thomas de Maizière, der bereits in den vergangenen Tagen immer wieder mit Hetze gegen Flüchtlinge aufgefallen ist, setzt dem Ganzen jetzt die Krone auf. Ich dachte erst, es wäre Satire, als ich die Meldung las.

Also, dieser Mann mit der Optik eines Oberstudienrates aus den 60ern fordert allen Ernstes, dass jetzt auch afghanische Asylbewerber abgeschoben werden. Und die Begründung für diese Forderung hat es in sich: Der Minister erklärte tatsächlich, es kämen immer mehr Afghanen aus der Mittelschicht, das sei „inakzeptabel“. Die sollten gefälligst zu Hause bleiben und ihr Land wieder aufbauen!

Da bleibt einem die Luft weg. Nur zur Erinnerung: Es war der Westen, der als Antwort auf die Zerstörung der Twin Tower in New York Afghanistan mit der schwachsinnigen Begründung, man werde damit den Terrorismus bekämpfen, in die Steinzeit zurückbombte. Unter deutscher Beteiligung wohlgemerkt, denn Deutschland wird ja bekanntlich am Hindukusch verteidigt.

Und jetzt stellt sich also ein deutscher Innenminister hin und sagt den Menschen, die es in dem ruinierten Land nicht mehr aushalten und fliehen: Bleibt gefälligst da und räumt die Trümmer weg! Ich sage: de Maizière, Seehofer & Co. – alle in einen Sack und mit dem Knüppel drauf! Man trifft keinen Falschen.

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DIE PARTEI LogoBuchholz (be) – Seit dieser Woche gibt es kein Mitglied mehr im Rat der Stadt Buchholz in der Nordheide ohne Parteizuordnung: Der Bundesverband der Partei „Die Partei“ hat dem Aufnahmeantrag des Buchholzer Ratsherrn Kristian Stemmler, der zuletzt keiner Partei mehr angehörte, stattgegeben. „Ich bin sehr glücklich über diese Entscheidung“, sagte Stemmler in einer ersten Stellungnahme, „endlich kann ich mich wieder in eine politische Organisation einbringen, deren programmatische Inhalte ich von ganzem Herzen teile.“

In einem persönlichen Brief übermittelte der Bundesvorsitzender von „Die Partei“, Martin Sonneborn, die frohe Botschaft und ermahnte das neue Mitglied: „Bitte erweisen Sie sich als mündiger Bürger, verbreiten Sie das Gedankengut der PARTEI in Ihrem Umfeld, verachten Sie die AfD und organisieren Sie sich sich in einem Orts- und/oder Kreisverband. Unterstützen Sie uns in den anstehenden zähen Wahlkämpfen und halten Sie sich bereit für den historischen Moment, in dem es heißt: Wir bauen die Mauer wieder auf!“

Die PARTEI wurde am 2. August 2004 gegründet und hat heute laut Wikipedia rund 12.350 Mitglieder. Die Anfangsbuchstaben stehen für Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative. In der Präambel des Parteiprogramms heißt es: „Wir, die Mitglieder der PARTEI, stellen den Menschen in den Mittelpunkt unserer Politik.“ Die Präambel nennt als Ziel die Verwirklichung einer „wirklich menschlichen, das heißt friedlichen und gerechten Gesellschaft“.

Im Programm wird unter anderem eine „breit angelegte Kampagne für eine weitreichende Verkürzung der allgemeinen Arbeitszeit bei vollem Lohn- und Gehaltsausgleich“, „eine gerechte Verteilung der Güter und gleiche Lebenschancen für alle“ und „eine nachhaltige Reform des Gesundheitswesens“ gefordert. Ein weiterer Punkt ist die Zusammenfassung der fünf Bundesländer Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern zu einem „Ost-Bundesland, das den Namen „Sonderbewirtschaftungszone“ (SBZ) tragen soll.

Das Regierungsprogramm 2013 setzte sich aus 13 Punkten zusammen – und zwar folgende: 1. Einführung der Faulenquote, 2. Abschaffung der Sommerzeit, 3. Fracking? Na klar!, 4. Begrenzung von Managergehältern, 5. Gegen die Verblödung der Innenstädte, 6. Wir haben die Absicht, eine Mauer zu bauen, 7. Von Griechenland lernen, 8. G1-Schulsystem, 9. Reform des Steuersystems, 10. Artenschutz für die Grünen, 11. Änderung des Wahlalters, 12. Merkel muss weg!, 13. Das Bier entscheidet.

Mit dem Eintritt von Kristian Stemmler hat DIE PARTEI ein neues Ratsmitglied in ihren Reihen. Laut Wikipedia hat sie auch jeweils einen Sitz in den Räten von Freibug, Karlsruhe, Tübingen, Krefeld und Halle (Saale). Stemmler: „Es freut mich sehr, dass ich diese Partei kommunalpolitisch stärken kann, die sich erfrischend aus dem Einheitsbrei der kaum noch zu unterscheidbaren etablierten Parteien von CDU bis Linke heraushebt.“

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Song der Woche

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Herr Niersbach, nachdem Sie Ihre Ehrenwort-Pressekonferenz hinter sich haben: Im Beau-Rivage ist noch eine Badewanne frei…

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Von Kristian Stemmler

Atomausstieg – das klang wirklich gut! Als die Bundesregierung nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima einen Ausstieg aus dieser Technologie bis zum Jahr 2020 beschloss, jubelten viele Atomkraftgegner. Natürlich war der Ausstiegsbeschluss ein wichtiger Schritt, aber er änderte nichts daran, dass dieses Land im internationalen Atomgeschäft nach wie vor mitmischt. So läuft die Urananreicherungsanlage in Gronau, die angereichertes Uran für Brennelemente für etwa jedes zehnte Atomkraftwerk weltweit fertigen kann, unbefristet weiter.

Für den Betrieb dieser Anlage ist der Einsatz von Natururan in Form von Uranhexafluorid (UF6) erforderlich, das per Bahn und Lkw nach Gronau transportiert wird. Diese und andere radioaktive Stoffe werden jede Woche tonnenweise durch Deutschland gekarrt, nach Gronau und zu anderen Anlagen. Weil der Hamburger Hafen einer der wichtigsten europäischen Umschlagplätze für diese Stoffe ist, sind von diesen Transporten auch Buchholz und der übrige Landkreis Harburg betroffen.

Seit Jahren rollen Atomzüge durch die Stadt. Die Anfragen von Atomkraftgegnern wie der Friedensgruppe Nordheide werden gar nicht oder hinhaltend beantwortet. Die Öffentlichkeit wird weder über die Transporte selbst noch über die Gefahren und Pläne für mögliche Unfälle informiert. Geheimsache Atomtransporte!

Mit einem Antrag will das parteilose Mitglied im Rat der Stadt Buchholz in der Nordheide, Kristian Stemmler, Bewegung in das Thema bringen. Er hat beantragt, dem Beispiel anderer Kommunen wie Emden und Wilhelmshaven zu folgen und alle Möglichkeiten auszuschöpfen, die Atomtransporte über Buchholzer Stadtgebiet zu verhindern.

Hier der Antrag im Wortlaut:

Der Rat möge beschließen:

Der Rat fordert die Verwaltung auf, alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um Transporte atomarer Stoffe wie Uranhexafluorid (UF6) über das Buchholzer Stadtgebiet zu verhindern. Der Rat fordert die niedersächsische Landesregierung auf, keine Genehmigungen für den Transport von radioaktiven Materialien durch Buchholz und den Landkreis Harburg zu erteilen.

Begründung: Der Hamburger Hafen ist einer der wichtigsten europäischen Umschlagplätze für radioaktive Stoffe, von Uranerzkonzentrat über das hochgiftige Uranhexafluorid bis hin zu fertigen Brennelementen aus angereichertem Uran. Von der Hansestadt aus werden diese Stoffe per Lkw, Schiff und Zug weitertransportiert, auch über das Buchholzer Stadtgebiet. Beliefert werden Uranverarbeitungsanlagen in Deutschland, die Atomkraftwerke in der ganzen Welt mit Brennstoff versorgen.

Sämtliche Transporte werden der Öffentlichkeit gegenüber geheim gehalten, obwohl sie nach Ansicht von Fachleuten ein erhebliches Gefahrenpotenzial darstellen. Der Brand der „Atlantic Carrier“ im Hamburger Hafen am 1. Mai 2013 hat dieses Potenzial drastisch vor Augen geführt. Nur mit großer Mühe konnten die Uranfässer an Bord vor dem Brand gesichert werden.

Andere Kommunen wie Emden, Wilhelmshaven oder Bremen haben sich bereits gegen Atomtransporte ausgesprochen. Angesichts des großen Gefahrenpotenzials der Transporte sollte Buchholz diesem Beispiel folgen. Damit würde die Stadt auch deutlich machen, dass ein Atomausstieg in Deutschland nicht nur die Abschaltung der deutschen Atomkraftwerke bedeutet, sondern dass auch die Atomtransporte einzustellen sind.

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Mal wieder Ostring: NDR-Moderator Hans-Jürgen Otte interviewte Norbert Stein (rechts) und Jan-Hendrik Röhse.

Mal wieder Ostring: NDR-Moderator Hans-Jürgen Otte interviewte Norbert Stein (rechts) und Jan-Hendrik Röhse.

Von Kristian Stemmler

„Und täglich grüßt das Murmeltier…“ Die Diskussion um den Ostring erinnert inzwischen sehr an diesen Kinoklassiker mit Bill Murray. Es kommen immer wieder dieselben Argumente, dieselben Reaktionen, alles schon hundertmal gehört. Nichtsdestotrotz bringt das Buchholzer Streitthema Nummer eins immer noch ’ne Menge Leute auf die Beine. Die Rathauskantine war am Dienstagabend jedenfalls vollbesetzt, als NDR 1 Niedersachsen eine Sendung zum Thema aufzeichnete (Ausstrahlung heute 19 Uhr).

„Jetzt reicht’s!“ heißt das Format, eine Sendung, die alle drei Wochen ein Streitthema aufgreift. Und „Jetzt reicht’s!“ trifft das Thema Ostring ja ganz gut, vor allem weil die Auseinandersetzungen um die ominöse Umgehungsstraße schon einige Jahrzehnte andauern. Auch als Gegner des Ostrings konnte man darum der etwas frustriert klingenden Bemerkung von Bürgermeister Jan-Hendrik Röhse in der Sendung zustimmen: „Das Thema ist nach 40 Jahren ausgelutscht und muss endlich entschieden werden.“

Der Bürgermeister stand als oberster Vertreter der Ostring-Fans bei Moderator Hans-Jürgen Otte vorn, zur Linken Ottes vertrat Ex-Bürgermeister und SPD-Ratsherr Norbert Stein die Ostringgegner. Insgesamt wirkte Stein dabei frischer und entschiedener. Röhse, der ja für gewöhnlich rhetorisch gut und mit Witz und Charme argumentiert, wirkte an diesem Abend irgendwie lustlos und blutleer – so als würde er den Ostring eher aus Pflichtgefühl propagieren.

Wie gesagt, kamen keine wirklich neuen Argumente zum Thema. Die Befürworter, die übrigens im Publikum in der Mehrzahl waren, verwiesen auf die morgendlichen und abendlichen Staus, vor allem auf Hamburger Straße und Kirchenstraße. Eine Entlastung der Innenstadt könne nur der Ostring bringen. Das mit den Bürgern erarbeitete Mobilitätskonzept sage das ganz klar, insistierte Röhse, und erwähnte gleich zweimal auf welcher Seite das stehe: Seite 35!

Norbert Stein sorgte gleich für Stimmung in der Bude. Der Verkehr habe zuletzt abgenommen statt zugenommen. Für die Canteleubrücke sei mit dem Ostring für das Jahr 2014 ein Aufkommen von rund 19.000 Autos in 24 Stunden, im letzten Jahr habe sie bei knapp 21.000 Autos in 24 Stunden gelegen – ohne Ostring! „Wir brauchen keine Umgehung“, konstatierte Stein und erntete damit höhnische Zwischenrufe und Gelächter der Ostring-Fans.

Auf diesen Einwand ging Röhse nicht ein, sondern knüpfte lieber an den Freie-Fahrt-Anspruch des gemeinen Autofahrers an. Er habe jedenfalls keine Wahnvorstellungen, sondern stehe tatsächlich oft abends oder morgens im Stau. Zehn Minuten von der Stadtmitte zum Stadtrand zu brauchen, das sei nicht in Ordnung. (Anmerkung des Autors: Gemessen an den Staus, die man in Hamburg erleben kann, kann man den zäh fließenden Verkehr in Buchholz nicht wirklich als Stau bezeichnen!)

Von Stein und Ostringgegnern im Publikum wurde natürlich auch auf die Zerstörung von Landschaft hingewiesen. Die Umgehung würde die Verbindung zum Klecker Wald zerschneiden, „gigantische Brückenbauwerke“ (Stein) würden in die Landschaft gepflanzt. Röhse entgegnete, er sei die geplante Strecke am Morgen noch mal abgegangen, 80 Prozent der Fläche seien Ackerland, der Rest wenig wertvoller Nutzwald.

Gegen den Ostring spreche auch, dass der größte Teil des Verkehrs in Buchholz kein Durchgangsverkehr sei, sondern als Ziel die Innenstadt habe, so Stein. Es könne daher nicht im Interesse gerade der Geschäftsleute liegen, mit einer Umgehung den Verkehr aus der Stadt zu holen. Der Ex-Bürgermeister plädierte für den so genannten Bypass, eine kürzere Umgehung über die Straße Am Langen Sal. Die bringe nun gar nichts, erwiderte Röhse.

Natürlich kam aus das Thema Geld zur Sprache. Uwe Karsten vom Landkreis Harburg verwies darauf, dass die rund 60 Prozent der Baukosten von knapp 19 Millionen Euro Fördermittel des Bundes seien, für Landkreis und Stadt Buchholz blieben rund vier Millionen Euro. Norbert Stein bezweifelte, dass bei den genannten Kosten bleiben werde, eine zweispurige Straße von sechs Kilometer Länge mit fünf Brücken sei mit diesem Betrag wohl nicht zu bauen.

Auch der Ausbau des Mühlentunnels war Thema. Ein Zuhörer forderte, mit dem Ausbau zu warten, bis der Ostring in Betrieb genommen sei, um eine Verlagerung des Verkehrs auf die Mühlenwege zu verhindern. Damit stieß er aber weder bei Stein noch bei Röhse auf Gegenliebe. Der Mühlentunnel müsse aus- bzw. neu gebaut werden, weil er aus der Postkutschenzeit stamme und den heutigen Anforderungen in keiner Weise gewachsen sei.

Für die klügste Bemerkung des Abends sorgte die grüne Kreistagsabgeordnete Elisabeth Bischoff. Sie erklärte, der Ostring sei einfach nicht mehr zeitgemäß. Die Planung stamme aus einer Zeit, als man noch der Meinung war, mit Straßen die Probleme der Stadt lösen zu können. Dies sei in Zeiten des Klimawandels nicht mehr zeitgemäß. Ziel müsse sein, den Autoverkehr in Buchholz zu reduzieren, zum Beispiel durch bessere Taktung des Buchholz Bus.

Das kam bei den bekennenden Autofetischisten – im Publikum waren übrigens Männer klar in der Mehrzahl – gar nicht gut an. Schließlich gilt es ihnen als unveräußerliches Menschenrecht, mit dem Auto durch die Landschaft zu brausen, wann immer sie dazu Lust haben.

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http://www.nachdenkseiten.de/?p=27985

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